Schlagwort-Archive: Gates

25 Jahre WWW (II): Vom Hypertext zum Author Rank. Oder: Wie Microsoft vor 25 Jahren beinahe das World Wide Web erfunden hätte und warum Google es bis heute nicht versteht.

Bill Gates

Der Beinahe-Erfinder des Internet

Vor beinahe drei Jahren habe ich in einem kleinen Beitrag in der F.A.Z.  auf einen Artikel der beiden Microsoft Vor-Denker Bill Gates und Nathan Myhrvold über das Prinzip Hypertext hingewiesen. Deren Artikel wurde von mir vor genau 25 Jahren – also im März 1989 – für die Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft aus dem Amerikanischen übersetzt. So formulierten Gates und Myhrvold die Logik des Internet ausgerechnet im selben Monat, in dem Tim Berners-Lee im CERN sein Internet-Projekt vorstellte (siehe hierzu den Beitrag meines Czyslansky-Bruders Tim Cole hier im Blog).

Gates und Myhrvold schrieben vor 25 Jahren:
„Heutige Programme behandeln Dokumente als Dateien, die sich auf einer Computerdiskette befinden. Solche Dateien unterscheiden sich im Prinzip nicht wesentlich von einem Stück Papier oder gar von einer Papyrusrolle: Eine Textzeile folgt auf die andere. Dagegen stellt ein Programm für Koproduktionen mehrerer Autoren ein Dokument als komplizierte Datenstruktur dar, in der einzelne Textbrocken zu einem komplizierten Netz miteinander verflochten sind. Ein solches Dokument bezeichnet man als Hypertext.“

Gates und Myhrvold bezogen ihre Idee vom vernetzten Arbeiten lediglich auf die Struktur von Textdokumenten, die ihren sequentiellen Aufbau zu Gunsten einer dreidimensionalen Struktur überwinden.

Weiterlesen

Zwischen Schirrmacher und Renner – Digital ist anders

Unter dem programmatischen Titel “Digital ist anders” habe ich in der jüngsten Wochenendausgabe der F.A.Z. versucht, einen Weg zwischen der opportunistischen Erlösungstheorie der Renner-Brüder und dem kulturkritischen Skeptizismus des F.A.Z.-Herausgebers Frank Schirrmacher bei der Bewertung des Internet und dessen gesellschaftlichen Auswirkungen aufzuzeigen.

imageimage

Auch wenn mir Frank Schirrmacher freundlicherweise gleich eine Doppelseite in der nicht gerade kleinformatigen F.A.Z. zugesprochen hat, so musste natürlich trotzdem ein guter Teil des Manuskripts unter dem Diktat der Raumökonomie weichen. Neben vielem anderen hat das Internet gegenüber dem alten Holzdruck den unvergleichlichen Vorteil des unbegrenzten Raumes. Deshalb darf ich an dieser Stelle den Artikel der F.A.Z. mit einigen verfallenen Passagen vervollständigen. Dieses Posting ist also nicht eigenständig zu lesen, sondern als Addendum zum dort veröffentlichtem Text.

Weiterlesen