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Ist E-Mail tot?

emaildeadMein alter Kollege Mehmet Toprak sucht gerade Zitatgeber für eine Cebit-Story in der WirtschaftsWoche über Unified Communications, und mich hat er gefragt, ob E-Mail tot ist?

Meine Antwort: Leider nicht! Dabei ist E-Mail nachweislich einer der größten Effizienzvernichter im modernen Arbeitsleben. Führungskräfte verbringen bis zu 20 Stunden pro Woche allein mit dem Lesen und Schreiben von Mails. Mitarbeiter im mittleren Management verbringen in manchen Unternehmen mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit dem Abarbeiten von Mails. Dabei handelt es sich bei mehr als 50% aller neuen digitalen Inhalte um Aktualisierungen oder überarbeitete Versionen vorhandener Informationen, wie die Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung in einer Studie herausgefunden hat. Je früher wir Mail begraben und durch moderne UC-Techniken, durch Kollaborationstools wie Teamräume, durch Firmenwikis oder durch Unternehmensblogs, desto besser für die deutsche Wirtschaft.

Was darf in einer E-Mail stehen – und was nicht? – Netiquette2014.beta #04

keep-calm-and-follow-netiquetteDies ist der vierte Text unserer kleinen Serie zumThema Nett im Netz – Netiquette2014.beta. Weitere Beiträge folgen in loser Reihenfolge. Eine Übersicht über die erschienenen Beiträge finden Sie jeweils am Ende des Textes.

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get-anybody-on-the-phone-cartoonIn einer offenen Gesellschaft – und das Internet ist mit das Offenste, was man sich vorstellen kann – dürfen Sie natürlich in Ihre E-Mails schreiben, was Sie wollen. Ob das aber unbedingt weise wäre, ist zweifelhaft. Gerade die Offenheit des Net kann sich als Nachteil auswirken, wenn es darum geht, über Dinge zu kommunizieren, die nicht jeder wissen soll.

Eine E-Mail kann auf dem Weg zum Empfänger durchaus eine Reihe von Zwischenstationen durchlaufen. In jedem dieser Rechner ist es theoretisch möglich, dass ein Fehler auftritt und Ihre Mail an jemanden ganz anderen geleitet wird. Computer sind alles andere als unfehlbar. Außerdem sind manche E-Mail-Adressen in Wirklichkeit Mailing Lists, die eingehende Nachrichten sofort an alle Mitglieder der Liste weiterleiten.

Von der Möglichkeit, dass ein böse meinender Mensch Ihre Mail absichtlich abfangen und lesen könnte, wollen wir erst gar nicht reden. Es ist auch eher unwahrscheinlich, wenn man an die ungeheuren Mengen an Mails denkt, die täglich kreuz und quer durchs Internet reisen. Wie soll ein Hacker wissen, welche Mails für ihn interessant sind und welche nicht? Weiterlesen

I got mail…

Rebecca Williams kennen Sie vermutlich nicht.
Ich kenne sie auch nicht.
Aber sie scheint mich zu kennen. Daher schickt sie mir eine E-Mail. Da sie mich aber nicht gut genug kennt, sieht sie in mir einen frommen Zeitgenossen, womöglich sogar den Gründer einer Kirche. So ganz abwegig ist das nicht, denn meine Mutter empfahl mir, da war ich einer von diesen unerträglichen Teenagern, nach Indien zu gehen und eine Sekte zu gründen. Da würden mich dann alle anbete46641n, wie ich das so gern hätte und ich müsse mich nicht weiter um meine miserablen schulischen Leistungen kümmern.
Das ist lange her, ich bin nicht nach Indien gegangen, kein Guru geworden, niemand betet mich an und die schulischen Leistungen wurden auch wenigstens ein wenig besser. Aber ich schweife ab. Also zurück Rebecca Williams und ihrer E-Mail.

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Wenn der Postmann nie mehr klingelt

Das waren noch zeiten!

Das waren noch Zeiten!

Die kanadische Post will keine Briefe mehr zustellen. Das Austragen von Briefen und Päckchen lohne sich schlicht nicht mehr, sagte ein Postsprecher am Donnerstag. Innerhalb der vergangenen vier Jahre sei der Briefvolumen um 23,6 Prozent gesunken. Statt dessen werde man große „Kommunal-Briefkästen“ in den Wohngebieten installieren, wo Empfänger ihre Briefe demnächst selber abholen können. Das sei sogar „gut für vielbeschäftigte Kanadier“, argumentierte die Post in einem geradezu Orwell’schen Anfall von Doppelsprech.

Schuld ist natürlich wieder einmal das Internet, und diesmal kann ich der Logik sogar folgen.  Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief erhalten habe.  In einem anderen Blogpost („Porto ergo sum“ vom 26. September 2012)  habe ich von einer Bekannten erzählt, die aus einer Laune heraus ihrer Freundin in Wien einen Brief mit der Hand schrieb, die daraufhin anrief, um sich für die nette Überraschung zu bedanken. Und es ist ja auch etwas dran: Wer will sich schon der Mühe unterziehen, zum Kugelschreiber oder Füller zu greifen und womöglich einen Krampf des Musculus adductor pollicis riskieren.

Soweit ich weiß haben weder die Postverwaltungen von Deutschland noch von Österreich bislang in Erwägung gezogen, den Zustelldienst einzustellen, aber ich denke, die Lektüre dieser Zeitungsmeldung wird auch dort Begehrlichkeiten wecken. Weiterlesen

Der Zeit voraus oder hinterher?

Noch immer wird eine Vielzahl moderner Kommunikation per E-Mail abgewickelt, obwohl sich Plattformen we WhatsApp und Co anschicken, die Mails zumindest im Privaten mehr und mehr zurückzudrängen. Kommunikation per Mail funktioniert bestens, alle machen das, auch wenn viele nicht wissen, wie man das eigentlich korrekt schreibt. Nach wie vor werden E-Mail, e-Mail, eMail und EMail als Schreibweise nebeneinander her genutzt, obwohl längst E-Mail als die richtige Form gilt.
Spannenderweise aber stellt sich die Frage, warum sich bisher noch kein Verb für die Kommunikation via WhatsApp durchgesetzt hat, obwohl diese und vergleichbare Plattformen längst SMS abgelöst haben. Man twittert, man chattet, man mailt, man smst (mit unterdrücktem i ausgesprochen). Aber whatsappt man schon? Und was verschickt man eigentlich? Tweets, Mails, Posts, SMS – ok. Das kennen wir. Aber bei WhatsApp? Wo bleibt das griffige WA-spezifische Kurzwort?
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Mit dem Computer aus der Krise

Willkommen in der Computer-Steinzeit!

Die Deutschen haben ein Problem mit dem Computer. Nur 61 Prozent der Beschäftigten hierzulande arbeiten im Büro an einem PC – eine Zahl, die sich seit 2007 nicht mehr verändert hat! Außerdem ist das Mittelmaß: Selbst die Belgier und Holländer sind da weiter als wir, von den Nordländern ganz zu schweigen: In Finnland sitzen drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung tagsüber vorm Bildschirm.

Hier drängt sich geradezu der direkte Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlichen Erfolg und der Computernutzung im Betrieb auf. Denn in den Ländern, die uns angeblich durch ihre Faulheit und Verschwendungssucht den ganzen Euro-Schlammassel beschert haben, sind Computer am Arbeitsplatz Mangelware, nämlich in Italien (44 Prozent) und Griechenland (43 Prozent). Womit sich im Übrigen eine ebenso einfache wie charmante Lösung der Eurokrise abzeichnet: Schickt den Griechen kein Geld, sondern unsere ausrangierten PCs, dann wird die hellenische Wirtschaft von ganz alleine zum olympischen Höhenflug ansetzen. Weiterlesen

Porto ergo sum!

Kein Schwein schreibt ihm eine Mail

Kein Schwein mailt ihn an

Von Max Raabe sind viele Werke mit schönen Titeln überliefert, zum Beispiel „Klonen kann sich lohnen“, vor allem aber mein Lieblingssong von ihm: „Kein Schwein ruft mich an“. Ich musste neulich an ihn denken, als mir eine Bekannte von ihrer Chefin erzählte, die eine kleine Agentur betreibt. Eines Tages war es besonders still in der Firma, kein Telefonklingeln, kein Kundenbesuch. Und auf einmal steckt die Chefin den Kopf durch die Tür und sagt: „Du, würdest du mir bitte schnell eine E-Mail schreiben. Ich glaube, das Internet funktioniert nicht mehr, ich habe heute Morgen noch keine einzige Mail bekommen…“

Ja, E-Mail hat manchmal etwas Zwanghaftes an sich: Ich erwische mich selbst auch dabei, wie ich alle zehn Minuten den Smartphone rausziehe und meine Mailbox checke. Apropos: Ich habe ein Mauspad auf meinem Schreibtisch, auf dem mehrere Mäuse zu sehen sind, die gerade in einer Bäckerei arbeiten. Einer zieht einen Zettel aus einer Schublade, auf der „Mehl“ draufsteht, und sagt zu den anderen: „Hey, da ist ja Post in unserer Mehlbox!“ Weiterlesen

Digitale Robinsonade

Nichts stört so sehr im Internet-Zeitalter als einer, der seine Mails nicht beantwortet, und zwar zügig! Am besten innerhalb weniger Minuten, aber wenigsten noch am selben Tag. Wer das nicht tut, den mag man eigentlich nicht, und im Fall eines Online-Händlers ist das natürlich tödlich: Der Kunde ist sauer und auch schon weg; da hilft es nichts, wenn zwei, drei Tage später doch noch eine Antwort reinschneit wie die letzten Schneeflocken im Frühling, denn da bin ich mit meinen Gedanken schon woanders.

Im Privatleben ist das ein bisschen anders, aber auch nur ein bisschen. Es gibt Leute, die meinen, im Urlaub sei die Zeit aufhoben: Sie wollen sich schließlich erholen, und dazu gehört es für sie auch, während der schönsten Wochen des Jahres nicht ins elektronische Briefkastl zu schauen. Dass für uns andere das Leben aber weitergeht, können oder – wahrscheinlicher – wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen.
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NEU: Die Trigger-Praline aus der Schweiz – Süsses Schokoladen-Marketing mit Say Chocolate

Kennen Sie Trigger Mails? Nein? Doch natürlich! Trigger Mails haben Sie auch schon erhalten. Zum Beispiel zum Geburtstag. Trigger Mails sind die freundlichen E-Mails, die Ihnen nette Menschen zusenden, die etwas von Ihnen wollen: Ihr Geld!

Trigger Mails werden automatisch ausgelöst. Deswegen heißen sie ja auch so. Der “Trigger”, der “Auslöser”, kann alles möglich sein: gerne der Geburtstag, aber auch ein Jubiläum (“Herzlichen Glückwunsch! Sie sind heute genau drei Jahre unser Kunde!”) oder ein “Negativ-Jubiläum” (“Herr Kausch, wir vermissen Sie! Seit drei Tagen haben Sie schon keinen Whisky mehr bei uns bestellt …”).

Der für viele wichtigste Trigger steht einmal im Jahr an und zur Zeit unmittelbar bevor: Weihnachten! Wer jetzt noch keine Weihnachtsaktion entwickelt hat, dem fällt auch für dieses Jahr keine mehr ein.

weihnachten

Bald rauschen wieder die weihnachtlichen Grüße meiner Wein-, Whisky- und Zigarrenlieferanten ins Eingangskörbchen, dass es eine Wonne ist, den Delete-Knopf zu finden. Trotzdem funktionieren weihnachtliche Trigger Mails natürlich vorzüglich. Denn mit dem Mail wird gerne ein Geschenk verbunden, vor allem ein Rabatt für die nächste Bestellung.

Schlaue E-Mail-Marketing-Tools können solche Trigger Mails komplett automatisch generieren. Im hochwertigen Service-Geschäft – also bei vibrio – funktionieren Mailings aber eigentlich überhaupt nicht. Hier geht es um Beziehungsmanagement, um Empfehlungsmarketing, um direkte persönliche Kontakte, um kleine wirkliche Präsente – freilich immer unter Berücksichtigung der steuerlichen Freibetragsgrenze und der aktuellen Corporate Governance ;-).

Für unsereinen gibt es jetzt endlich die passende Trigger-Praline!

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