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Digital oder virtuell – es ist doch eine Welt

survivalchess

Etwas andere Regeln…

Wir verbringen immer mehr Zeit in einem Paralleluniversum, der „Welt hinter dem Bildschirm“, über das Ossi Urchs und ich uns zu Beginn unseres neuen Buchs, „Digitale Aufklärung – Warum uns das Internet klüger macht“, ausführlich Gedanken machen. Diese „virtuelle“ Welt ist unserer „realen“ Welt sehr ähnlich: Es gibt dort alles, was es diesseits auch gibt, nämlich Gutes und Böses, Schönes und Hässliches, dumme und kluge Menschen. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen diesen Welten, zum Beispiel andere Spielregeln. In „Alice im Wunderland“ darf zum Beispiel der König beim Schach so oft ziehen, wie er will – aber es wird dort immer noch Schach gespielt.

Was wir heute erleben (und in Zukunft immer mehr erleben werden) ist aber, dass diese beiden Welten verschwimmen und sich gegenseitig verändern. Davon handelt unsere dritte These zur Digitalen Aufklärung, die wir hier zur Diskussion stellen.

 These 3: Die digitale und die reale Welt durchdringen sich immer mehr. Das verändert beide mit rasender Geschwindigkeit und in einem bisher unvorstellbaren Maß.

Wenn technische und wirtschaftliche Entwicklungen erst einmal das gesellschaftliche wie das persönliche Leben tiefgreifend verändert haben, dann lassen sie sich kaum mehr ungeschehen machen: Das Rad der Geschichte kann man bekanntlich nicht zurückdrehen. Zumal sich im Zuge dieser Entwicklung ein weiteres, ebenso merkwürdiges wie bemerkenswertes Phänomen eingestellt hat: Waren bis vor wenigen Jahren noch die digitale und die „reale“ Welt fein säuberlich voneinander getrennt, so haben beide inzwischen begonnen, sich mehr und mehr gegenseitig zu durchdringen. Weiterlesen

Kick it & Klick it (Teil 2) – Drin oder nicht drin? Das ist hier die Frage

07. März 2011

Es war die 17. Minute im Spiel Hamburger SV gegen Mainz 05. Ein langer Ball von Torwart Frank Rost landete am rechten Flügel bei Mladen Petric. Der Kroate flankte in die Mitte, der Ball kam in hohem Bogen zu Marcell Jansen, der aus 12 Metern Volley abzog: Tor! Oder auch nicht.“

So leitete damals taz-Autor Christian Aichner seinen Bericht über eine mögliche elektronische Tormessung beim Fußball ein.
Schiedsrichter Babak Rafati, der zwei Wochen später in einem Kölner Hotel einen Selbstmordversuch unternahm (doch das ist eine andere Geschichte),  entschied bei diesem Spiel auf Tor – zu Unrecht, wie die TV-Auswertung unmittelbar darauf bewies.
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