Schlagwort-Archive: Czyslansky

Keine Werbung für Czsyslansky!

In letzter Zeit treten immer häufiger Interessenten an die Gesellschaft der Freunde Czylanskys mit dem Ansinnen heran, Werbung auf der Website des genialen Vordenkers der digitalen Revolution schalten zu dürfen. Dies hat eine durchaus kontroverse Diskusssion ausgelöst, die stellenweise das übliche Dekorum des ansonsten der reinen Lehre Czyslanskys geweihten Quorums zu stören droht.

Da einerseits die Gesellschaft dank der Tantienmen aus den unzähligen Erfindungen des großen Meisters (das Internet, die Coca Cola-Formel, das Perpetuum Mobile et al.) finanziell unabhängig ist, die Gesellschafter andererseits dem Lebensmotto Czyslanskys verpflichtet sind („Geld macht nicht glücklich, aber es finanziert die Illusionen“), wären Werbeeinnahmen aus der Vermarktung der überaus erfolgreichen Online-Präsenz willkommen. Andererseit ist ein gewissenes Enui einzelner Gesellschafter unüberhörbar, etwa Michael Kausch („… das bringt ja nur geld und wir wissen dann nicht wohin damit“).

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heute ist eh alles gleich … oder: wie die faz einmal von homer simpson abschrieb

äquinoktium

heute ist also das äquinoktium. und wenn sie nicht wissen, was das ist, dann gucken sie doch in der wikipedia nach. oder sie lassen’s auch bleiben. ist ja eh alles gleich heute.

denn heute ist alles im ausgleich: der tag und die nacht, das yin und das yang. die krise und die chance sowieso. und irgendwie und sowieso auch.

ich weiß ja nicht, wie’s ihnen geht, aber wenn alles im ausgleich zu sein scheint, wird mir immer irgendwie chinesisch, sind doch die asiaten die großen ganzheitler in unserer einen welt. das ist wie mit der alten geschichte von dem einen chinesischen zeichen, das angeblich für „krise“ und für „chance“ gleichermaßen steht. dabei handelt es sich hier um eine der großen mythen aller vortragskünster, die den inhalt ihrer powerpointfolien gerne anderen vorträgen entleihen. ist ist so falsch, wie vieles, was uns chinesisch daher kommt.

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Der verschollene Großcousin

Ein Großcousin des großen Czyslansky gab lange der Wissenschaft eine harte Nuß nach der anderen zu knacken. Czyslansky selbst hüllte sich immer in Schweigen, wenn er nach diesem Zweig seiner Ver­wandt­schaft gefragt wurde.

Moses Czyslansky emigrierte in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts in die U.S.A., da ihm aufgrund diverser Vorfälle der Boden in Deutschland zu heiß unter den Füßen geworden war. Dort gab er sich zuerst als Holländer aus,. Später behauptete er, in Indiana geboren zu sein, um Diskussionen über seine Staats­bürger­schaft im Keim zu ersticken.

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die sieben wirklich dicksten angeberautos

mein gott, diese CHIP! die grande dame der deutschen it-presse beweist seit kurzem, dass sie bis 10 zählen kann und listet unter www.zehn.de nun regelmäßig die zehn dinge auf, die man unbedingt haben, kennen, vermeiden oder sonstwas muss. dabei weiss doch seit czyslansky wirklich jedes kind, dass die zahl 10 eine der zehn zahlen ist, die die welt nun wirklich nicht braucht. lasst uns den meister zitieren: „es mögen sieben um mich sein, keiner mehr. auch möge nicht einer fehlen.“ schließlich habe die woche sieben tage. die welt sieben wunder. es gebe die wolke sieben, die sieben siegel, die sieben göttinger, die sieben zwerge, die sieben schwaben, die sieben apostel. und berichtet die alte irische ballade nicht von den „seven drunken nights“? eben. selbst die wikipedia postuliert ja treffend: „sieben ist der nachfolger der sechs und der vorgänger von acht“. auch im brockhaus stehe nichts gegenteiliges. czyslansky habe dies anhand seiner handbibliothek – so berichtet er – überprüft.

und dann diese auswahl der CHIPendales:

– die zehn wichtigsten assecoires für den mann

– die zehn größten softwarepannen

– die zehn besten dvd-recorder unter 350 eur (warum nicht unter 249,89 euro?)

die zehn dicksten angeberautos

liebe CHIPendales: sowas muss man doch ganz anders anpacken. im czyslanskynischen sinn. neben wir euere dicksten angeberautos mal als beispiel. da listet ihr die frisösenschleuder dodge viper neben einem f430 auf. wo gibts denn sowas? und was ist denn daran dick?

was sind denn die sieben (!) wirklich dicksten angeberautos? czyslansky verklärt euch das mal:

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kleindatenhaltung – hätte czyslansky doch nur rechtzeitig das patent angemeldet …

in deutschen blogs machen derzeit zahlreiche unsinnige und obskure blogger namens „kleindatenhaltung“ auf sich aufmerksam. gleichzeitig erscheinen aufschlussreiche geschichten rund um die offenbar allgemein angesagte kleindatenhaltung. wer wissen will, was man unter einer „kleindatenhaltung“ eigentlich  versteht, der findet bei goggle aktuell 2.960 fundstellen. seltsam nur, dass bis vor zehn tagen der begriff „kleindatenhaltung“ noch gar nicht zu googeln war …

des rätsels lösung: ein wettbewerb zur suchmaschinenoptimierung von webmasterpark.net. gesucht wird im rahmen dieses virtuellen rennens die website, die es schafft, am stichtag (17.11.2008) bei der suche nach dem begriff „kleindatenhaltung“ durch suchmaschinenoptimierung in google ganz oben zu stehen.

auf http://kleindatenhaltung.mit-oder-ohne.de/ werden inzwischen tools zur kleindatenhaltung vorgestellt und die österreicher (!) haben sogar eine kleindatenhaltungsfarm aus dem steirischen boden gestampft.

ein irrsinn mit methode. die ganze sache erinnert heftig an die alte c’t-aktion um die „hommingberger gepardenforelle„. im jahr 2005 hat das magazin c’t eigentlich genau das gleiche gemacht, nur dass der damalige suchbegriff eben die besagt hommingberger gepardenforelle war.

eigentlich könnte mir die ganze kleindatenhalterei am a… vorbei gehen, wenn da nicht unser guter alter czyslansky wäre:

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ein brief von marcello: auf den spuren der ella czyslansky

ella

ella czyslansky, ca. 1878

kaum aus sardischen gefilden zurückgekehrt, erreichte mich gestern ein brief meines neuen freundes marcello umbria – siehe „czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine“ – mit einem weiteren sensationellen fund. il capitano ludovico czyslansky, von dem an anderer stelle hier schon berichtet wurde, hinterlies offenbar in triest eine tochter: ella czyslansky. diese ella eröffnete im jahr 1875 in der via della pescheria ein etablissement, welches seine erotischen dienstleistungen nur notdürftig hinter der bürgerlichen fassade eines fischlokals verbarg. sie führte das haus nach informationen meines freundes marcello bis zu ihrem tod im jahr 1932.

im sommer 1905 freundete sie sich mit einem ihrer gäste an. dabei handelte es sich um keinen geringeren, als den irischen schriftsteller james joyce, der in jenem sommer erstmals nach triest umgesiedelt war und dem kleinen unternehmen unserer ella zeit seines lebens die treue hielt, wie auch sie ihm in guten wie in schlechten zeiten die stange hielt. sie fütterte joyce in seinen eher kargen triestiner tagen durch, verstand sie sich doch aufs beste in guter alter österreichischer tradition vor allem auf kräftig-schwere süsspeisen. geradezu berühmt war sie für ihre schokoladengerichte.

trotz ihrer zahlreichen literarischen bekanntschaften galt ella auf grund ihres zweifelhaften berufslebens unter den czyslanskys stets als schwarzes schaf. unser czyslansky erfuhr als kind nur hinter vorgehaltener hand von der existenz einer italienischen „nutten-ella“, wie sie despektierlich von seinem vater genannt wurde – ein spitzname, den sie wohl schon von der triestiner „besseren gesellschaft“ verliehen bekommen hatte.

es blieb von ihr nicht viel übrig nach ihrem tod – vom rezept eines nuss-nougat-brotaufstrichs abgesehen, der – freilich in arger verballhornung – ihren spitznamen noch heute in aller welt bekannt hält.

die czyslansky-variante

schach

remis in 42 zügen (czyslansky reagiert mit schwarz)

es ist der einschlägigen fachwelt ja schon lange bekannt, dass czyslansky bereits in jungen jahren als überaus begabter schachspieler galt. in einer alten ausgabe der rumänischen schachzeitung „Revista Româna de Sah“ entdeckte ich jüngst einen hinweis auf die berühmte „czyslansky-variante“, mit der er angeblich am 23. märz 1946 den russischen schachgross- und weltmeister alexander alexandrowitsch aljechin in dessen letzter partie bezwang.

nach nur 32 minuten führte aljechins genialer zug bauer d2:d3 zu einer für den jungen czyslansky, der schwarz spielte, scheinbar ausweglosen situation (siehe oben). in den nächsten 42 zügen aber gelang es czyslansky dem russischen altmeister ein remis abzutrotzen (siehe anatoli karpow: die zwölf schönsten stellungen der schachgeschichte in 24 2d-grafiken. falk praxiswissen band 12). leider ging das wissen um die details der czyslansky-variante später verloren. sie gilt deshalb noch heute als schlichterdings unspielbar. von tigran petrosjan wurde nur der 27. zug überliefert, in dem czyslansky aljechins zug mit dem turm h3:f3 mit dem rösselsprung f4:d5 pariert (tigran petrosjan: wenn der bauer mit der dame. aus dem ukrainischen. unveröffentlichtes manuskript. o.o., o.j., zitiert nach „Revista Româna de Sah“ vom 27. februar 1963). nicht schlecht!

da sich unter den regelmäßigen lesern unseres czyslansky-blogs sicherlich zahlreiche passionierte schachspieler befinden, bitte ich hiermit um vorschläge für die 42 züge, die sich der oben dargestellten ein wenig unübersichtlichen ausgangssituation anschliessen könnten und letztlich zum erwähnten remis führten. vielleicht gelingt uns ja in dieser kleinen und feinen community eine rekonstruktion der sagenhaften czyslansky-variante. dann wäre eine weitere lücke in der rekonstruktion des lebenswerkes unseres verehrten czyslansky geschlossen.

czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine

Lloydarsenal

es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die „la nuova sardegna“ unter einem, die „europeo“ unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

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czyslansky beim meidericher sv

wer kennt sie nicht, die beliebten paganini fussballsammelbilder? die vorläufer der paganinis gab es aber schon in den 50iger und 60iger jahren. damals natürich noch in erheblich kleineren auflagen, herausgegeben u.a. vom otto-sicker-verlag und heute für viel geld bei ebay gehandelt. und eben dort bin ich vergangene woche auf einen sensationellen fund gestossen: sammelbilder der spieler der ersten mannschaft des meidericher sv aus dem jahr 1964. die meidericher spielten damals in der bundesliga und belegten nach dem letzten spieltag hinter dem club den siebten platz.

czyslansky beim meidericher sv Kopie

direkt über dem unvergessenen weltmeister helmut rahn und auf einem blatt mit dem späterem club-trainer und wahlfranken heinz höher findet sich ein spieler, dessen name mir bislang nicht geläufig war: hans czyslansky! dabei kann es sich eigentlich nur um den neffen unseres czyslansky handeln, unehelicher sohn der berta skapcek. berta skapcek war ja in den 30iger jahren mit moshe czyslansky befreundet, trennte sich aber 1938 von ihm. sollte ihr sohn später den namen seines mutmasslichen leiblichen vaters angenommen haben? davon ist der forschung bislang nichts bekannt. ich habe den msv duisburg, rechtsnachfolger des meidericher sportvereins, inzwischen um unterlagen zu hans czyslansky gebeten. sollte der kleine hans noch leben wäre das eine sensation für die czyslansky-forschung. es gäbe vermutlich sogar einen erben für die alte remington, die wir im gedenken an czyslansky noch immer sorgsam aufbewahren. ich bleibe am ball!