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Web 2.0 am Ende?

Die „Financial Times Deutschland“ stellte kürzlich, zwar nicht ins Blatt, aber immerhin in die Online-Ausgebe, eine bemerkens- und bedenkenswerte Frage in den Raum, nämlich ob die „Web-2.0-Euphorie“ nun langsam am Ende sei. Grund der bangen Annahme: Das Geschäft mit Widgets halte nicht, was die Hersteller sich einmal davon versprachen.

Das mag traurig stimmen, liebe Kollegen, geht aber dennoch messerscharf am Phänomen Web 2.0 vorbei: Erstens ist das kein Geschäftsmodell, worauf schon der Urheber des Begriffs, Tim O’Reilly gern hingewiesen hat, sondern eine (neue) „Haltung“ („attitude“) der Nutzer und zweitens ist der Gedaanke so unsinnig, als wenn jemand 1998, bevor Google seinen Siegeszug antrat, behauptet hätte, die „Euphorie“ um Suchmaschinen im Web sei beendet, weil die damaligen Akteure noch keine gewinnbringende Strategie für die Monetarisierung ihres Angebots gefunden hatten.

Merke: Im Internet geht es immer zuerst, um die Entwicklung eines erfolgreichen, weil für die Nutzer hilfreichen, Angebots und dann erst um dessen Monetarisierung. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, beweist nicht zuletzt Google selbst. Richtig ist allein die nicht eben originelle Beobachtung, dass Web 2.0 in allen seinen Ausprägungen noch nach einem ebenso innovativen wie erfolgreichen Geschäftsmodell verlangt. Wer das zuerst gefunden hat, der könnte zukünftig vielleicht sogar in der Google-Liga spielen.

A- Jugendmeister oder Championsleague?

Alexander Hüsing hat auf deutsche-startups.de wieder eine schöne Übersicht der Übernahmen des ersten Halbjahres 2008 gemacht. Die großen deutschen Medienkonzerne wie ProSieben Sat1 (Lokalisten), Mediaventures- Stroer (Ad2Net) , RTL (wer-kennt-wen.de), Springer (onmeda) oder Gruner & Jahr (Ligatus) haben wieder umfangreich investiert. Was auffällt im Unterschied zu Amerika, wo sich große Medienkonzerne, wie Yahoo oder Google, aus dem Internet entwickelt haben, das in Deutschland erfolgversprechende Start-ups oft schon nach 1-2 Jahren von großen Medienkonzerne oder internationalen Playern übernommen werden.

Auch im Bereich Performance Marketing, aus dem ich komme, sind die meisten großen deutschen Agenturen , wie 3G Net (Icrossing), oder rmsarcar (iprospect) an internationale Agenturen oder an die großen deutschen Medienunternehmen gegangen, wie z.B. eprofessional (Zanox-Axel Springer) oder Quisma (Group M).

Wann also kauft explido das internationale Affiliate Netzwerk tradedoubler?
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