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Die genussvolle Entdeckung des Unerwarteten

serendipityDas Zwischenjahr – die Zeit nach Weihnachten bis Dreikönig – ist fast unerträglich langweilig. Wenn man, wie ich, zu alt ist, um bis Mitternacht aufzubleiben um zuzuschauen, wie die Menschheit das Geld verballert, das dringend nötig wäre, um den Hunger in der Welt zu stillen oder wenigstens ein paar Flüchtlingen einen Platz in der Herberge zu bezahlen, dem bleibt eigentlich nur – das Internet!

So sitzt man vor dem Bildschirm, hat eigentlich nichts dringendes dort zu suchen – und findet viele Dinge, die er entweder vergessen hat, oder auf die er nie von alleine gekommen wäre. Man klickt sich durch von Link zu Link, schmunzelt oder zieht die Stirn in Falten, je nachdem, wohin die digitalen Götter die Schritte lenken. „Browsen“, hieß das in den Frühtagen, weshalb das Softwareprogramm, das wir alle täglich verwenden, „Browser“ heißt. „To browse“ bedeutet im Englischen „blättern“ oder „durchsuchen“. Da wir Native Speakers aber für fast jedes Wort in unserer so wortreichen Sprache mindestens eine, meist aber mehrere Alternativen besitzen, hätte der „Browser“ auch genauso gut ganz anders heißen können.

Zu den Synonymen für „to browse“ zählen zum Beispiel „to scan“, „to hunt“ oder „to rummage“, wie in „to rummage around in a suitcase“, also einen prallvollen Koffer zu durchwühlen. Aber „scanner“ und „hunter“ sind bereits anderweitig belegt, und wer will schon einen „Rummager“ verwenden. Klingt irgendwie nach „rumackern“.

Dabei hätte es ein viel schöneres Wortgebilde geben können, eines, das die geradezu philosophische Dimension des Browsens, also der Suche nach Erkenntnis, beschrieben hätte. Ich meine das wunderbare Wort „serendipity“. Weiterlesen

Nur jeder vierte Czyslansky-Leser ist doof

Wir wussten es ja schon immer: Czyslansky ist das Medium die deutschen Intelligenz. Während deutschlandweit der Microsoft Internet Explorer auf einen Marktanteil von 61,2 Prozent kommt, finden sich unter den Czyslansky Lesern gerade mal 25,9 Prozent IE-Nutzer:

Czyslanskys Browser

Was das nun mit Intelligenz zu tun hat?

Ganz einfach: das amerikanische Marktforschungsinstitut aptiquant will herausgefunden haben, dass die Anwender des Internet Explorers im Durchschnitt einen unterdurchschnittlichen IQ haben! Während sich die Anwender von Chrome, Firefox und Safari kaum unterscheiden, berichten die Marktforscher für den IE Interessantes:

– IE-Nutzer sind zu blöd, um andere Browser zu installieren

– Unter den Anwendern anderer Browser befinden sich zahlreiche “Computer Geeks” – das hebt das Niveau

Eigenartig ist dann noch die Beobachtung, dass die Anwender der Version 9 des IE zwar ein wenig blöder sind, als die Anwender der Version 8, aber immerhin nicht ganz so dumm wie die Anwender der Versionen 6 und 7.

Hier gibt’s die Meldung zum Wahn und hier die Studie.

Wir ahnten es immer schon, nun wissen wir es: Czyslansky ist der Blog, auf dem sich Chrome und Fuchs gute Nacht sagen. Der Bildungs-Blog der Deutschen!

Das Ende des Browserkriegs

Heute morgen wurde ich durch eine Radiomeldung verblüfft. Auf Bayern 5 war zu hören, der Browserkrieg sei nun beendet. Das war ein bißchen dick aufgetragen, was für ein Krieg? Der Krieg ist doch längst vorbei. Ein historischer Beitrag? Mitnichten. Es gab tatsächlich immer noch Diskussionen über den Browser, dessen Wahl Microsoft eben dem Anwender überlassen muß.

Wie war das noch mal? Microsoft hatte irgendwann einmal keinen Browser im Angebot. Mitte der Neunziger. Das machte einen Marktanteil von 0%, leicht zu rechnen. Aber das ist lange her. Bill Gates mußte einsehen, einen Fehler gemacht zu haben, eine Entwicklung schlicht verschlafen zu haben. Der flugs nachgelegte Internet Explorer („IE“) sollte das bereinigen. Aber der Zug war abgefahren. Nur drei Prozent Marktanteil konnte der IE im ersten Jahr erobern. Weiterlesen

„nie wieder microsoft“

das postuliert der „netzökonom“ der faz holger schmidt heute in seinem blog in bezug auf die einführung des microsoft explorer in seiner achten version. er verweist darauf, dass es microsoft mit dem explorer wieder einmal nicht gelungen sei, den technologischen vorsprung der inzwischen mannigfachen wettbewerber im browsermarkt von google bis firefox einzuholen. „Wer einmal erlebt hat, wie schnell Googles Chrome Seiten aufbaut oder wie komfortabel die Zusatzfunktionen den Firefox machen, wird nie wieder zu Microsoft zurückkehren.“ (holger schmidt)

unter den czyslansky-besuchern führt microsoft den browserkrieg übrigens noch gaaaanz knapp (5 prozent vorsprung) vor firefox. google spielt gar keine rolle.

Alle reden von Chrome …

… nur hier herrscht großes Schweigen im Wald. Ich glaube es nicht. Tim, hat es Dir die Sprache verschlagen? Auch ich habe mich auf meinem Blog bereits dazu geäußert,  möchte aber hier die Diskussion darüber entfachen. Deshalb einige (vorläufige) Thesen zu Chrome:

1. Chrome ist ein „moderner“ Browser wie viele andere auch, der mehr kann als nur Webseiten darstellen. Chrome ist vielmehr eine Software zur Verarbeitung von in Webseiten enthaltenen Applikationen – und damit ein weiterer Schritt zu einem webbasierten „Betriebssystem“ …

2. Chrome zeigt damit, dass das Zeitalter der verschiedenen (PC-) Betriebssysteme sich langsam dem Ende zuneigt, das OS jedenfalls kein marktrelevantes „Differenzierungsmerkmal“ mehr darstellt.

3. Chrome zeigt (einmal mehr), dass Google keine Design-Company, nicht einmal design-orientiert ist und niemals einen Design-Preis gewinnen wird, sondern ein immer noch technologiegetriebenes Software-Unternehmen darstellt.

4. Chrome zeigt auch, dass Google weder die Welt- noch die Webherrschaft zu übernehmen droht, sondern den Wettbewerb im Web befördert: Die Nutzer haben die Wahl.

5. Chrome liefert das „Blueprint“ für das Web-Interface von „Android“, Googles offenes Betriebssystem für mobile Endgeräte, wird also für noch mehr Wettbewerb im „Mobilen Web“ sorgen.