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handelsblatt öffnet sich bloggern

habla

natürlich konnten sie auch bisher schon wichtige notizen ins handelsblatt schreiben (s.o.). künftig aber kann ich mitlesen. das handelsblatt öffnet seine elektronischen seiten den bloggern. seit heute verweist die online-ausgabe des handelsblatts am ende jeden artikels auf blogs, die auf den entsprechenden artikel verweisen. genutzt wird dazu die blogsuchmaschine twingly, die die freunde des gepflegten czyslansky-blogs freilich schon lange (!) kennen. letztlich handelt es sich um – dank twingly – spamfreie trackbacks. wer mehr zu diesem service wissen will, der lese beim habla-kollegen knüwer nach.

"Ich bin eine kleine BILD-Zeitung"

basic robert basic

"Wozu braucht man noch Journalisten? Es ist relativ wahrscheinlich, dass normale Menschen Nachrichten produzieren. Lokal und viel aktueller als die Journalisten."

das sagt deutschlands blog-papst robert basic in der axel-springer-akademie. und weiter: "Ich bin eine kleine BILD-Zeitung".

das aber ist genau das problem bloghausens. was hat die BILD-zeitung bitte mit journalismus zu tun?

Achtung: Bloggen kann die Freiheit gefährden

Ist es nicht fahrlässig Thesen wie: “ Weil der Journalist sich ändern muss“ in die Welt zu Posaunen, wenn man doch weiß, wie leicht einen Bloggen und Online-Berichterstatten im weitesten Sinne, in den Knast bringen kann.
Laut einer Studie des Komitee zum Schutz von Journalisten befinden sich gerade 125 Journalisten hinter Gittern. 56 davon sind Onliner. In chinesischen Gefängnissen ist das Verhältnis 24 Blogger zu 4 klassischen Qualitätsjournalisten, von dieser Quote träumt so manch einer hier in unserem Land.
Jetzt hat der chinesische Journalist sich geändert, wie Thomas Knüver es ja fordert, und was hat er davon? Wäre er brav bei den öffentlich rechtlichen geblieben und hätte geschrieben, was der Regierung gefällt … Nein, er musste ja Staatsgeheimnisse ausplauderntwittern und in seinem Blog nationale Interessen verletzen. (Das sind die Hauptanklagepunkte, so die Sudie)

Man sollte auf jeden Fall zuerst eine Whitelist der Länder bekanntgeben, in denen man gefahrlos Bloggen darf, bevor man die Kollegen fahrlässig gefährdet.

Der Kern des Bloggens

Ich habe ein schönes Video auf „The Atlantic“ gefunden. Ganz ruhig und unaufgeregt unterhalten sich da zwei Menschen über den Kern des Bloggens.Der eine ist einer der bekanntesten politischen Blogger in den USA, Andrew Sullivan. Er wird interviewt von Marc Ambinder . Ambinder ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt in der amerikanischen Politik-Journalie. Er arbeitet für „The Atlantic“, bloggt selbst und hat auch für ABC gearbeitet. Ich habe den Eindruck, die beiden kommen der Wahrheit des Bloggens in ihrem Gespräch sehr nahe.

blogger – das sind vielleicht typen …

blogger gibt es viele, allein: was haben sie eigentlich miteinander gemein? im gegensatz zur den journalisten, die von „bild-zeitung“ bis zu „rute und raute“ zumindest noch das volontariat und der presseausweis verbindet, fassen wir unter blogger menschen zusammen, die nichts, aber auch wirklich gar nichts miteinander zu tun haben.

eine recht brauchbare gleichwohl nicht ganz vollständige kategorisierung des chaos schlägt michael haller in message online vor. in anlehnung und erweiterung an seinen unbedingt lesenwerten beitrag werfe ich folgende kategorien einmal in die debatte (wobei ich um nachsicht bitte, wenn ich heute mal bei mir selbst abschreibe):

a) narzistenblogger, also freizeit-selbstdarsteller mit starkem ego und ausgeprägtem eskapismus. das ist die mehrheit. thematisch interessieren sie sich vor allem für das was sie vermeintlich können: fürs bloggen.
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Die Macht des Bloggers

Ein wiederkehrendes Thema auf dieser Blogsite ist die Frage nach der Macht des Bloggers. Klar: Alle Czyslanskys führen seit Jahren ein Online-Tagebuch, und man möchte gerne wissen, ob man das eigentlich nur zum Zwecke der Selbstbefriedigung tut, oder ob einem Blog sozusagen die vielzitierte „Kraft der Feder“ innewohnt, die gemeinhin nur die klassischen Medien wie Zeitung, Funk oder Fernsehen für sich in Anspruch nehmen. Oder noch ein Stückchen höher gehängt: Sind Blogger Angehörige der vierten Gewalt im Staat, und kann das, was sie schreiben, den Gang der Geschichte verändern oder wenigstens teilweise beeinflussen?

Wenn ja, dann lässt sich diese Macht des Bloggers natürlich theoretisch auch mißbrauchen, so wie diejenigen, die das einstige Nazi-Parteiblatt „Der Stürmer“ herausgaben, die Macht des gedruckten Wortes für ihre finsteren Zwecke korrumpiert haben.

Ein besonders krasses Beispiel dafür ist das Gerücht, Barack Obama sei ein Muslim. Fakt ist: Obama wurde von seiner alleinerziehenden Mutter, eine weiße Atheistin, und seinen protestantischen Großeltern in Hawaii großgezogen, sein Vater, ein nichtpraktizierender Muslim aus Kenia, verließ Frau und Sohn, als Obama noch ein Kind war. Trotzdem tauchen entsprechende Gerüchte aber immer wieder auf, und man fragt sich, woher sie wohl stammen könnten.
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blog auf system(s)?

nun hat die bloggerei wirklich das zentrum der gesellschaft erfasst. ich meine, wenn sich die messe SYSTEMS eine blogger lounge zulegt, blogger in ihr pressezentrum einlädt und sich sogar aktiv als sponsor am kommenden wochenende auf dem münchner barcamp engagiert, dann ist das ganze wirklich kein avantgard-medium für dreadlockige web-freaks (hallo ossi) und geschwätzige überallkommunikatoren (fühlt sich irgend jemand hier angesprochen?) mehr.

die SYSTEMS, das ist die messe, in der sich jeden herbst mittelständler in grauen anzügen auf schmucklosen messeständen zum arbeiten treffen. das ist die messe, die seit vierzig jahren schon ziemlich erfolgreich ist, eben weil sie nicht auf show-effekte zielt, sondern auf gediegene meetings, konferenzen und ausstellungen für krawattenträger. und da huschen künftig die blogger durch die gänge?

gut so! da wächst zusammen, was zusammen gehört.

spannend wird nur die diskussion werden, ob es die journalisten mögen, wenn ihnen blogger künftig die schnittchen im pressezentrum wegessen. wer hat von meinem tellerchen gegessen? wer hat da aus meinem gläschen getrunken? wer hat auf meinem plätzchen geparkt? die SYSTEMS als labor für den culture crash. dass ich das noch erleben darf …

Der Blog, das Blog?

Gut, es gibt wichtigere Fragen zu beantworten. Wie kriegen wir die globale Erwärmung in den Griff? Ist Obama wirklich ein Liberaler? Darf eine Bundeskanzlerein Busenansatz zeigen? Trotzdem will ich sie stellen, die Frage, die mich gerade am heftigsten herumtreibt: Heißt es eigentlich „der Blog“ oder „das Blog“?

Gleich vorweg: Ich sage „der Blog“. Ich darf das, denn ich bin Amerikaner, und es ist unsere Wortschöpfung, da könnt Ihr Deutschen Euch auf den Kopf stellen. Aber als ich die Frage per Mail an Michael Kausch richtete, kam von ihm sofort ein schroffes „nein nein. DAS blog. unbedingt.“

Wie ernst es ihm ist, merkt man daran, dass er in einer Mail Großbuchstaben verwendet. Das tut er sonst nie.

Das heisst aber nicht, dass er recht hat. Leider hilft uns auch der Duden („Blog, das, auch der)“ nicht wirklich weiter. Man hat es sich in Mannheim offenbar seit der Right-Write Reform ganz abgewöhnt, eindeutig zu irgendeinem Thema Stellung zu beziehen und sagt statt dessen im Grunde: „Macht doch grad was ihr wollt!“
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