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Kick it & Klick it (Teil 7) – Gut gescherzt, Freunde

01. April 2012 – Berlin, Frankfurt/Main und auch sonst überall in diesem unseren Lande

Aprilscherze sind – das ist nicht neu – nur gut, wenn sie einen Inhalt liefern, über die sich andere aufregen, ärgern, empören, freuen oder sonstige emotionale Regungen empfinden. Dazu müssen sie natürlich nicht nur thematisch gut gewählt sein, sondern auch glaubwürdig präsentiert werden.
Einen zumindest kurzzeitig glaubhaften und in Fußballfankreisen heftig diskutierten Scherz erlaubte sich 2012 das Magazin 11 Freunde unter der Überschrift „DFB-Urteil: BVB droht Punktabzug“.
Der Anlauftext las sich dramatisch:
Vor zwei Wochen verhöhnten Dortmunder Profis ihre Gegner aus Fürth, am Freitag waren die VfB-Spieler dran. Nun schritt der DFB ein und verhandelt einen möglichen Punktabzug für den amtierenden Meister. Uli Hoeneß spricht von Gerechtigkeit.
Die Magazinmacher um Chefredakteur Philipp Köstler ahnten schon, dass es damit nicht getan war. Also posteten sie als Beleg einen Screenschot von einem Twitter-Eintrag, den Kevin Großkreutz angeblich gemacht haben sollte, stellten ein Beweisvideo ins Netz und zitierten sogar Stimmen aus der Liga als Beweis für die Echtheit der Meldung. Dann ein kleiner Link bei Facebook und der Sturm brach los. Weiterlesen

Aus dem „Guardian“ wird ein „Twitter-Tagblatt“

Aus für die Printauasgabe: Der "Guardian" erscheint nur noch auf Twitter

Aus für die Printausgabe: Der "Guardian" erscheint nur noch auf Twitter

Das Ende der Tageszeitung kommt offenbar schneller, als selbst wir Czyslanskys gedacht haben. Die angesehene britische „Guardian“ stellt nach 188 Jahren die Papierausgabe ein und erscheint als erste Traditions-Tageszeitung der Welt fortan nur noch auf Twitter. Das vermeldete gestern die Onlijne-Ausgabe www.guardian.co.uk unter der Headline „Twitter switch for Guardian, after 188 years of ink

Als eine „Nur-Twitter-Publikation“ werde das Blatt in der Lage sein, die „noch nie dagewesene Fähigkeit des Online-Dienstes in der Nachrichtengewinnung“ für sich zu nutzen, die sich am Beispiel des Fluggastes dokumentiere, der bei einem Flugzeugabsturz in Denver in der Maschine saß und ich Echtzeit von der Unfallstelle per Tweet berichten konnte – ein Eriegnis, das auch Czyslansky nicht verborgen geblieben ist (siehe: „Holy fucking shit …„).

Im Augenblick arbeitet die Redaktion nach Angaben des Blattes mit Hochdruck daran, das gesamte Archiv der Zeitung auf das Twitter-Format umzuschreiben. Einige der wichtigsten Beiträge seien schon fertig, zum Beispiel: „“OMG Hitler invades Poland, allies declare war see tinyurl.com/b5x6e for more“ oder „JFK assassin8d @ Dallas, def. heard second gunshot from grassy knoll WTF?“

Wäre nicht das etwas verdächtig wirkende Erscheinungsdatum des Guardian-Beitrags, könnte man als altgedienter Printjournalist ob dieser neuerlichen Hiobsbotschaft vollends vom Glauben abfallen. Zufall? Wohl kaum. So bleibt uns doch noch ein Funken Resthoffnung…