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In die Röhre schauen…

Wer macht das schon gern – also in die Röhre schauen?

Aber wenn, dann möchte man wenigstens, das Licht in der Röhre ist, wenn man einen Braten, einen Kuchen oder einen Auflauf in selbige schiebt. Das ist jetzt durchaus ernst gemeint. Die Backofeninnenbeleuchtung ist ein Segen der modernen Zivilisation. Und im Gegensatz zum Kühlschrank lässt sich selbige im Ofen auf seine Funktionalität hin überprüfen. Oder eben auf seine Dysfunktion. Dann nämlich bleibt es dunkel in der Röhre. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es auch kalt bleibt. Oder: Um es kurz zu machen: So ein Birnchen brennt gerne mal durch. Auch im Backofen. Aber der heizt dann trotzdem weiter.

Nun ist das Birnchen in einem AEG (Mod.: BP 5014321M) Einbauofen gar kein Birnchen sondern ein Halopin; genauer gesagt: Eine OSRAM Halogen Backofenlampe EEK D G9 bis 300 Grad Special Oven T-Kolben / 40 Watt / Stecksockel / warmweiß – 2700K.
halopinUnd ein solches Teil gibt im heimischen Herd seinen Geist auf – also kein Licht mehr ab. Und damit beginnt eine merkwürdiges Wiederbeschaffungsodyssee.

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Ich, Kindle

Hinter dem Bildschirm Kindle EditionEs stimmt tatsächlich: Ein Buch als Kindle-Edition zu publizieren ist kindleleicht – äh, ich meine natürlich „kinderleicht“. Ich habe dazu gerade mal eine Viertelstunde gebraucht, da war mein Buch „Hinter dem Bildschirm“ auch schon online erhältlich. Es kostet €6,24. Das war übrigens nicht meine Idee, sondern Amazons. Die geben die Preisspanne vor und empfehlen auch einen Preis, der attraktiv genug ist, dass möglichst viele Menschen draufklicken und kaufen. Ich hätte auch €9,99 verlangen können, aber ich bin ja (wie jeder weiß) ein bescheidener Mensch.

Das Reinstellen ist einfach. Es genügt, wenn man eine Word-Vorlage hat. PDF ginge auch, aber davon rät Amazon ab, weil es angeblich Probleme geben kann mit irgendwelchen Steuerzeichen und so.

Die Unterzeile des Buchs lautet „Leben, Lieben und Sterben im Internet-Zeitalter“ – und damit tut sich Amazon offensichtlich schwer. Unter der Rubrik „Gesponsorte Links“ tauchten sofort zwei Titel auf, die den geneigten Besucher möglicherweise auch interessieren würden, nämlich:

Sterbebegleitung: Qualifizierte schamanische Seminare & Ausbildungen zu Selbstmordgedanken? Es gibt Hilfe – Krisenintervention!

Ich hoffe, es kommt niemand jetzt auf falsche Gedanken…

Klauen… umbauen.. verkaufen. Hehlerei?

Die Wut ist groß im Zwitscherland. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn nun hat nach Ansicht zahlreicher deutscher Zwitscherer Alex Bitschnau den Bogen überspannt. Und das bei weitem.
Vor Jahr und Tag hatte Bitschnau die famose Idee, eine Facebook-Fanpage einzurichten und unter dem Namen „Made My Day“ tagtäglich lustige, witzige und geistreiche Sinnsprüche zu veröffentlichen. Das ist nun nicht nach Jedermanns Geschmack, aber immerhin gefällt es mittlerweile über 2 Mio. Leuten, die Fans dieser Seite lassen und sich nun täglich von Bitschnau ein kurzes Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn auf ihrer Pinnwand wieder eines seiner Bonmots erscheint.

Seiner Bonmots?

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Amazon und das Ende der Warteschleife

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Ärgern Sie sich auch über die telefonischen Warteschlangen und die Zeit, die Sie damit vergeuden, Dosenmusik zu laschen und immer wieder von einer mechanischen Stimme gesagt zu bekommen, dass der nächste freie Mitarbeiter ganz bestimmt für Sie da sein wird? Irgendwann. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht legt der Kollege Telefoncomputer auch einfach nach einer Weile auf, und Sie sitzen da und fluchen, während aus dem Hörer das Besetztzeichen tutet.

Deutschland, deine Hotlines! Es ist ein Trauerspiel, das da Tag für Tag aufgeführt wird. Da „verhungern“ Kunden in der Warteschleife, warnen Verbände wie die Verbraucherzentrale NRW vor „Hotline-Abzocke“ bei kostenpflichten Servicenummern. Der Deutsche Bundestag musste sich mehrfach mit diesem Thema herumschlagen, zuletzt im Herbst 2011, als man dort das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) beschloss, dass wenigstens ersten 120 Sekunden in der Eingangswarteschleife grundsätzlich kostenlos sein müssen. Weiterlesen

Die Zukunft des Handels: Point & Click & Buy

Gekauft wie gesehen! (Foto: The Verge)

Gekauft wie gesehen! (Foto: The Verge)

Man muss es dem alten Fuchs Jeff Bezos lassen: Er und seine Firma Amazon verstehen es immer wieder, dem etablierten Einzelhandel den Nachtschlaf zu rauben. Nicht nur den Buchhändlern: Die haben seit Jahren kein Auge mehr zu gemacht, wenn sie in an Amazon denken in der Nacht. Aber Jeff und seine Leute haben ja kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie nicht damit zufrieden sein würden, den größten Buchladen der Welt zu erbauen: Sie wollen der größte Händler der Welt sein – Punkt! Und diesem Ziel sind sie jetzt einen großen Schritt näher gekommen mit dem „Fire Phone“, das neue Mobiltelefon von Amazon, von dem Jeff selbst zugibt, dass Telefonieren so ziemlich das langweiligste ist, was man damit tun kann.

Der Fire Phone besitzt nämlich ein Feature namens „Firefly“, das jeden Einzelhändler vor Neid erblassen lassen muss: Mache mit der eingebauten Kamera ein Bild eines Produkts – sagen wir mal eine Dose Nutella, eine Packung Kinderwindeln, eine DVD oder die neueste Spiegelreflexkamera von Sony – und drücke dann auf einen Knopf. Das Telefon sagt dir sofort, was es kann, was es kostet und fragt dich, ob du es gleich bestellen willst. Der Smartphone wird auf diese Weise zum verlängerten Ladentresen von Amazon, so nach dem Motto: „Point & click & buy“.

Ich finde das einfach genial. Vor allem gibt es dem Begriff „Kundenbindung“ eine völlig neue Dimension: Amazon fesselt seine Kunden sozusagen digital und drahtlos an sich, denn natürlich sieht man auf seinem Fire Phone nur Sachen, die Amazon im Angebot hat. Weiterlesen

Verklickt und zugenäht

Verflixt und zugenäht.

So ähnlich sagte es meine Oma immer, wenn ihr irgendetwas misslungen war. Ein wunderbarer Fluch, dessen Herkunft zwar einigermaßen im Dunkeln liegt, aber dessen Fortbestand in das digitale Zeitalter längst gesichert ist: Verklickt und zugenäht. Auch das ist ein Fluch, und der dürfte den Computernutzern sicher so manches Mal über die Lippen oder durch den Kopf gegangen sein. Sei es, dass man eine Datei gelöscht hat, die man aufheben wollte, sei es, dass man ein Dokument geschlossen hat, ohne dass man rechtzeitig die Änderungen gespeichert hat. Dabei hat das System vorher schön brav gefragt, ob Sie das wirklich tun wollen. Sie kennen das. Beispiele gibt es zu Hunderten.
Manchmal, und darum geht es in diesem Beitrag, verklickt man sich aber auch beim Online-Shoppen. Man bestätigt bei ebay ein Gebot, in dem man das Komma falsch gesetzt hat und erklärt sich bereit, das Zehnfache zu bezahlen von dem, was man eigentlich maximal ausgeben wollte.
Oder man füllt seinen Warenkorb mit Dingen, die man nicht haben wollte und steht plötzlich an der digitalen Kasse. Wollen Sie das ganze Zeug wirklich kaufen? fragt der Rechner fürsorglich und hinterlistig zugleich. Schon ist das Bestellung abschließen bestätigt und man setzt eine nicht mehr zu stoppende Maschinerie in einem Hochregallager in Gang. Waren werden zusammengesucht, ein Paket wird gepackt, eine Rechnung geschrieben und eine Kreditkarte belastet.
Amazon-Käufer kennen das.

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Dramen, Dramen, Dramen

Literaten beschäftigen sich ja vorzugsweise damit. Also mit Dramen. Die Leser mögen das;  sei es in theatralischer shakespearehafter Bühnenform, sei es in romanhafter Ausschmückung von Pilcher bis Musil: Dramen, Dramen, Dramen.

Und die Buchhändler leben davon. Ganz gut. Und einer ganz besonders. Das ist der ganz große, der böse: Der Hecht im Karpfenteich. Das Bild ist falsch, denn der Amazonas ist kein Teich und der gleichnamige Händler kein toller Hecht. Das wissen wir, das wurde oft genug in der Presse thematisiert in den vergangenen Wochen. Dieses Mal aber ist der Online-Shop und Universalkaufhäusler (denn Buchhändler kann man ihn wohl nicht mehr nennen, seit seine Produktpalette von künstlichem Sperma über den Komfort-Rasenmäher bis zur Doppel-Kilo-Packung Gummibärchen reicht, Amazon hat eben für alle genau das richtige im Onlineprospekt) gänzlich unschuldig. Auch Geschenkgutscheine verkauft Amazon, und das hat ein Drama ausgelöst, das seinesgleichen sucht.

Hauptakteure sind die empörten Buchhändler und der Hamburger Carlsen-Verlag. Letzterer stellvertretend, denn schuldig ist eigentlich Conni.

Conni? Weiterlesen

Mein Kindle

Eines ist jetzt schon klar. Ich gebe ihn nicht wieder her. Auf Reisen ist er absolut Gold wert, nur leichter als das Edelmetall und viel leichter als die vielen Paperbacks, die ich sonst immer mitschleppen muss.
Als ich allerdings das auch E-Reader genannte Gerätchen zum ersten Mal in Händen hielt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es ein ganzes Buch geschweige denn bis zu 1400 (Herstellerangabe) ersetzen könnte. So unscheinbar, ohne Touchscreen (ich habe einen Kindle 4) nur dunkelgrau/hellgrau anzeigend, wirkte er. Und auch der Bildschirm mit seinen in den Seitenpanelen eingelassenen Tasten zum Vor- und Zurückblättern beeindruckt eher durch seine Mickrigkeit. Dafür passt er, wie ich später feststellte, in die Innentasche jedes Sakkos.
Aber wild entschlossen, nicht weiter am althergebrachten Papier zu kleben – Print-Sozialisierung hin oder her – habe ich den Kindle ins WLAN eingeklinkt und das erste Buch heruntergeladen. Dabei machte ich mit einer weiteren Besonderheit Bekanntschaft. Weiterlesen

Die nächste Oase stirbt

Der Nächste, bitte!

Das Sterben der Buchläden, ein Dauerthema auf diesem Blog, hat das nächste prominente Opfer getroffen: Border, die USA-weite Ladenkette, in deren Filiale in New York ich gerade viele Stöberstunden verbracht habe, schließen am 31. Juli für immer die Pforten. „Wir haben hart gekämpft“, schrieb CEO Mike Edwards heute an die Kunden, „aber der Wind blies uns schon lange hart ins Gesicht.“ Drei Faktoren zählt er auf, wovon eigentlich nur zwei logischerweise am Niedergang schuldig sein können: Veränderungen im Buchmarkt, die „eReader Revolution“ und eine turbulente Wirtschaft. Warum ausgerechnet eBücher ein Nagel im Sarg der Buchläden sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, denn wer in letzter Zeit bei Border war, der weiss, dass das Geschäft mit den elektronischen Titeln samt dazugehöriger Lesegeräte geradezu geboomt hat. Jedenfalls haben eBooks im vergangenen Mai bei Amazon die gedruckten Ausgaben in den Verkaufszahlen überholt, wie die New York Times berichteten.

Offenbar reichten die Punkte eins und drei aber, um Borders den Rest zu geben. Schade. Wo soll ich in Zukunft meine Regentage in New York oder San Francisco verbringen? Borders hatte nämlich nicht nur Bücher, sondern, was für den Digerati auf Reisen noch wichtiger ist, kostenlosen WLAN. Und der Kaffee ist auch nicht schlechter egwesen als bei Starbucks, der alternativen Oase für digitale Beduinen. Man konnte also in aller Ruhe bei Borders sitzen, Latte schlürfen und Bücher bestellen. Bei Amazon…

 

So sehen Bestseller aus!

Wie sich die Bücher gleichen…

„Deutschland schafft an, müste der Titel von Thilo Sarrazins neuem Buch eigentlich lauten. Das Ding geht jedenfalls schneller weg als warme Semmeln. Wie eine dpa-Umfrage ergab, war das Buch bereits am Freitag bei vielen Buchhändlern vergriffen. DVA erklärte, das bereits 70.000 Bücher ausgeliefert wurden und am Montag bereits die vierte Auflage mit weiteren 80.000 Exemplaren folgen soll. Auch die fünfte und sechste Tranche sei schon in Auftrag gegeben, so eine Sprecherin der Deutschen Verlags-Anstalt in München. Die Gesamtauflage werde bei 250 000 Exemplaren liegen, denn das Buch sei ein grosser Verkaufsschlager.

Auf der Bestsellerliste von Amazon ist das Buch längst auf dem ersten Platz zu finden, gefolgt von dem Werk „Das Ende der Geduld“ von der verstorbenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. Auch in meinem eigenen Online-Buchladen, wo das Werk von Sarrazin neben Schirrmachers Pestseller unter der Rubrik „schlechte Bücher – die man aber trotzdem gelesen haben muss, um mitreden zu können“ feilgehalten wird, liegt der Noch-Bundesbanker deutlich vorn: 2 Besucher meiner Website haben dort in dieser Woche den roten Einband bestellt, nur einer griff zu grün. Im Übrigen entschuldige ich mich jetzt schon, wenn es noch ein bißchen dauert: Laut dpa liegt die Wartezeit für die Auslieferung bei bis zu drei Wochen.

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