Schlagwort-Archive: Abzocke

Amazon und das Ende der Warteschleife

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Ärgern Sie sich auch über die telefonischen Warteschlangen und die Zeit, die Sie damit vergeuden, Dosenmusik zu laschen und immer wieder von einer mechanischen Stimme gesagt zu bekommen, dass der nächste freie Mitarbeiter ganz bestimmt für Sie da sein wird? Irgendwann. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht legt der Kollege Telefoncomputer auch einfach nach einer Weile auf, und Sie sitzen da und fluchen, während aus dem Hörer das Besetztzeichen tutet.

Deutschland, deine Hotlines! Es ist ein Trauerspiel, das da Tag für Tag aufgeführt wird. Da „verhungern“ Kunden in der Warteschleife, warnen Verbände wie die Verbraucherzentrale NRW vor „Hotline-Abzocke“ bei kostenpflichten Servicenummern. Der Deutsche Bundestag musste sich mehrfach mit diesem Thema herumschlagen, zuletzt im Herbst 2011, als man dort das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) beschloss, dass wenigstens ersten 120 Sekunden in der Eingangswarteschleife grundsätzlich kostenlos sein müssen. Weiterlesen

Börsenbetrug mit Lichtgeschwindigkeit

Versteht der was vom Börsenhandel?

Versteht der was vom Börsenhandel?

Das Wort „Flash“ hat im Englischen eine Reihe von Bedeutungen, die allesamt etwas Flüchtiges, Halbseidenes bezeichnen. Zunächst bedeutet es einfach „Schein“  oder „Blitz“, also ein kurzlebiges Aufflackern eines Lichtstrahls oder Blitzes („a flash of lightning“). Die Älteren unter uns werden sich noch an Mick Jagger’s „Jumpin‘ Jack Flash“ erinnern, in dem Keith Richards einen elektrisierenden, dreieinhalbminütigen  Gitarren-Riff losließ, den der Kritiker Steven Appleford als „Funken sprühenden, perfekten teuflischen Ausbruch voller roher, treibender Kraft und ursprünglicher Energie“ beschrieb. „Flash“ kann aber auch im Sinne von „mehr Schein als Seinen“ (wie es in dem unvergesslichen Kulturführer „Musikbluff für Anfänger“ des seligen Satiremagazins „Pardon“ hieß) verwendet werden, also eher abfällig. Ein „Flash Cove“ war im 19ten Jahrhundert eine geläufige Bezeichnung für  einen Gauner oder Taschendieb.

So muss man auch den Titel des aktuellen Bestsellers von Michael Lewis verstehen, der in „Flash Boys“ (bei Campus unter dem Titel „Flash Boys – Revolte an der Wall Street“ auf Deutsch erschienen) einen der größten und gleichzeitig am hartnäckigsten ignorierten Finanzskandale der Neuzeit enthüllt. Es geht um superschnelles Handelssysteme und so genanntes „Flash Trading“, die aus dem großen weltweiten Börsenspiel ein abgekartetes Geschäft gemacht haben, bei dem jeder, der sein Geld in Finanzprodukte welcher Art auch immer anlegt, systematisch von einer Handvoll skrupelloser Abzocker angeschmiert und ausgenommen wird.

Anders ausgedrückt: Jeden Tag werden Milliarden von dem abgeschöpft, das Anleger zur Finanzierung von Unternehmen auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben. Statt dessen landet das Geld in der Tasche von Finanzhaien, Investmentbankern und Computerprofis, die Hand in Hand arbeiten, um kleine und große Anleger systematisch auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Und das Schlimmste ist: Es ist völlig legal! Zynisch ja. Unmoralisch auch. Aber leider (noch) nicht verboten. Weiterlesen

WM-Nachrichten

sms vs joyn

Volltreffer oder Rohrkrepierer?

Die Deutschen sind bekanntlich Weltmeister in vielen Dingen, nur leider schon länger nicht mehr im Fußball. Sie sind aber Export-Weltmeister, Urlaubs-Weltmeister und, ja, auch SMS-Weltmeister. Kein anderes Volk schickt so viele Kurznachrichten vom Handy wie wir. Das ist für die Telefongesellschaften ein Milliardengeschäft.

Da war nicht immer so. Der damalige Telekom-Chef Helmut Ricke nannte SMS 1992 bei der Vorstellung des ersten GSM-Netzwerks ein „unerwartetes Nebenprodukt“. Aber irgendwann kam jemand auf die Idee, Geld dafür zu verlangen, obwohl es den Betreiber ja eigentlich gar nichts kostet. Und wir „SMSen“ trotzdem fleißig: 41 Milliarden solcher Mini-Nachrichten  waren es 2011, so der IT-Branchenverband BITKOM.

Dass es auch heute immer noch kostenlos  geht, beweisen aber solche „Messenger Apps“ wie „Whatsapp“, Pinger, Viber und natürlich auch die Kurztext-Funktion von Skype, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das ist den Telefonkonzernen ein Dorn im Auge, also haben sie „Joyn“ erfunden. Weiterlesen