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Schluss mit der Scheiße

Sturm im Sommerloch.

Irgendwann ist es dann auch mal gut. Der Sommer ist – zumindest kalendarisch – da. Damit haben wir auch viel beschworene und medial gefürchtete Sommerloch, aber das ist noch lange kein Grund, selbiges tagtäglich mit Scheiße zu füllen. Ein harsches Wort, aber genau das muss auch mal gesagt werden.

Ob Pro7, ob Vodafone, ob McDonald’s oder H&M – Shitstorms sind dermaßen in Mode gekommen, dass es schon wieder nervt. Da entzündet ein Hamburger Schüler mit einer Reihe unflätiger Kommentare auf Facebook eine Kampagne gegen „Galileo“ und nötigt dem Sender eine Erwiderung auf der eigenen FB-Seite ab, die dort  zu intensiven Diskussionen geführt hat. Nicht witzig jedenfalls fand das der Unterföhringer  Sender und konterte: „Wir ärgern uns, wenn wir große oder kleine oder dumme Fehler machen. Und wir ärgern uns, wenn Menschen wie M.M., die in ihrer Chronik Sätze wie „Hitler, kann das sein?“ auf die Frage „Beste Erfindung aller Zeiten?“ schreiben.“

Eine Tür weiter donnert Anni, eine wutentbrannte Vodafone-Kundin über inkompetente Hotline-Beratung, falsche Abrechnungen usw. und hat in kürzester Zeit nicht nur Tausende von „Like It“ generiert sondern auch hunderte von Kommentaren. Tenor immer gleichlautend: Unzufriedenheit der Telefonanbieterkunden, Verärgerung, Wut. Und das ist auch das Stichwort.

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Qualitätsjournalismus heißt auch, dem Staat eine lange Nase machen

Ellebätsch!

Wenn sich jemand einem Journalisten anvertraut, muss er sich unbedingt darauf verlassen können, dass dieser seinen Namen niemals preisgeben wird. Ohne diesen garantierte Vertraulichkeit von Informationsquellen wäre kritischer Journalismus überhaupt nicht möglich.

Normalerweise denkt man beim Thema Informantenschutz an Dissidenten in China, dem Nahen Osten oder Nordafrika, wo ein falsches Wort ins falsche Ohr tatsächlich den Kopf kosten kann. Aber auch in einem so genannten Rechtsstaat wie Deutschland wird die Obrigkeit nicht müde, an diesem Grundrecht eines freien Journalisten zu kratzen, wie zuletzt das Bundesverfassungsgericht, das dieser Tage im Namen des Volkes entschied, dass Journalistentelefone abgehört werden dürfen, wenn dadurch der Aufenthaltsort eines gesuchten Verbrechers festgestellt werden kann. Wobei selbstverständlich dieselbe Obrigkeit entscheidet, ob ein solcher Fall vorliegt. De facto sind Journalisten also der Willkür von Staatsbeamten und Juristen ausgeliefert.

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