klingende briefmarken

klingende briefmarken aus bhutan

ich weiß, wie man die komplette belegschaft einer deutschen zollbehörde in den wahnsinn treiben kann. ich hab’s probiert. ich hab’s geschafft. mit briefmarkenschallplatten aus bhutan. 

das königreich bhutan veröffentlichte im jahr 1972 sieben runde briefmarken mit musik und sprachaufnahmen. die marken/platten sind auf jedem plattenspieler mit 33 rpm abspielbar. zu hören sind volkslieder, aber auch die königliche nationalhymne. auf allen platten ist der wert als postwertzeichen aufgedruckt. man kann tatsächlich briefe und päckchen mit ihnen frankieren. der wert variiert von einer viertel rupie bis zu neun damaligen bhutan-rupien. die hübsche violette markenplatte für luftpost kostete drei rupien. die markenplatte mit der nationalhymne ist übrigens nicht die teuerste, sondern die billigste: sie war 25 chetrum wert, also eine viertel rupie.

wer nun also wie ich ein komplettes set im großen netz auftreibt und aus irgendeinem ausland bestellt, der darf seine kleine feine sammlung klingender briefmarken auf dem zollamt abholen. mit der frage konfrontiert, was das denn sei, antworte man: „schallplatten“. und nach ein wenigen sekunden: „briefmarken“. sodann entwickelte sich bei mir folgender dialog:

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warum keyword-clouds so wichtig im seo sind

eben habe ich auf dem blog der agentur vibrio eine kleine zusammenfassung der neuen searchmetrics-korrelationsdaten zwischen seo-kriterien und google-platzierungen veröffentlicht. um duplicate content zu vermeiden gibt’s hier nur einige ausgewählte kerndaten:

seo-ranking-faktoren

  • nichts ist wichtiger als die click through rate
  • immer wichtiger wird die thematische berücksichtigung von keyword-clouds
  • google+ und pinterest signals korrelieren am engsten mit der sichtbarkeit einer website
  • die interne verlinkung ist eine gute chance „technisch“ an der sichtbarkeit eines online-angebots zu drehen

den rest gibt es hier im artikel zur seo-redaktion.

czyslansky im presseclub

czyslansky verändert sich

war czyslansky ein verfechter der kleinschreibung?“ so überschrieb ich am 19. juni 2008, also vor mehr als acht jahren, den ersten beitrag hier auf czyslansky. seit diesem tag veröffentlichten wir auf diesem blog nicht weniger als 1.420 beiträge – meinungen und deinungen über digitale kultur, über daten und computer, aber auch über fussball, sex und rock’n roll. wir, das war ein autorenkollektiv mit wechselnder besetzung: tim cole, internetpublizist der ersten minute, sebastian von bomhard, als gründer und inhaber von spacenet ein deutscher internetpionier, christoph witte, langjähriger chefredakteur und herausgeber der computerwoche, alexander broy und lutz prauser, beides münchner edefedern und iron blogger. anfangs waren auch der deutsche internet-papst alexander holl mit an bord, sowie unsere beiden viel zu früh verstorbenen czyslansky-freunde ossi urchs (minister for tomorrow) und (anti-)bild-blogger hans pfitzinger.

die idee zu czyslansky entstand während einer weitschweifenden debatte zur allgemeinen lage der welt und den sinn des lebens im frühjahr 2008 in einer münchner kneipe.

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Digitale Transformation: Der perfekte Sturm

perfect-stormDigitale Transformation ist keineswegs ein einzelnes, alleinstehendes Phänomen, und das macht die Sache schwer zu verstehen. Sie entsteht vielmehr aus dem  Zusammenwirken von mindestens drei Entwicklungen, die jede für sich das Zeugs zum weltverändernden Megatrend hat: Digitalisierung, Vernetzung und Mobilität. Kommen sie, wie es jetzt geschieht, zusammen, dann sind die Folgen atemberaubend. Es entsteht sozusagen der perfekte Sturm – George Clooney lässt grüßen!

Der erste Megatrend ist die Digitalisierung. Sie mag ja heute in aller Munde sein, aber in Wirklichkeit ist sie ein alter Hut.

Mit der Digitalisierung kamen die Menschen massenweise Mitte der 80er Jahre in Berührung, als Philips und Sony gemeinsam die Audio-CD auf den Markt brachten. Was Akio Morita, Jan van Tilburg und ich (ich war allerdings nur für die Pressetexte und die Abstimmung der Reden zuständig, aber das ist eine ganz andere Geschichte…) damals am Rande der Salzburger Osterfestspiele 1981 der Weltpresse vorführten war in Wirklichkeit ein Zwischending zwischen Schallplatte und Digitaltonträger. Die digitale Information war in vielen Millionen Vertiefungen auf der Oberfläche einer Kunststoffscheibe gebrannt, die von einem Laser abgetastet und in (analoge) elektromagnetische Signale umgewandelt wurden. Das Ergebnis war vor allem eine störungsfreie Wiedergabe der Musik ohne die lästigen Kratzer, die oft beim Abspielen einer Vinylschallplatte entstanden. Ansonsten änderte sich aber nicht sehr viel. Der Preis einer Compact Disc entsprach ungefähr dem einer herkömmlichen Langspielplatte. Und es gab sogar Hifi-Puristen, die behaupteten, die Vinylplatte klinge irgendwie „wärmer“ und deshalb angenehmer als die „kalten“ Digitaltöne der CD. Das ist zwar technischer Blödsinn, hält sich aber bis heute hartnäckig in gewissen Kreisen, denen alles Digitale ohnehin eher Teufelszeugs ist. Weiterlesen

Digitalisierung – Fluch und Segen

Internet of things

Das Netz der Dinge

Der folgende Artikel über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft basiert auf einem Vortrag, den ich auf der Trivadis-Konferenz „Mainhattan 2016“ als Keynote halten durfte.

„Welches Silicon-Valley-Start-Up mit einer guten Idee und jeder Menge Venture-Kapital denkt gerade darüber nach, wie man Ihr Geschäftsmodell ruinieren kann?“

Diese Frage stellt Tobias Kollmann, Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, gerne Unternehmern aus Nordrhein-Westfalen. Und dieser Frage müssen wir alle uns stellen, wollen wir im Zeitalter der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, im Zeitalter von Industrie 4.0 und Kunde 2.0, nicht zu den Verlierern, sondern zu den Gewinnern zählen. Dabei drohen nicht diejenigen an uns vorbeizuziehen, die unser Geschäftsmodell besser verstehen, sondern diejenigen, die neue Geschäftsmodelle entwickeln, die unsere alten ersetzen werden.

Warum arbeiten BMW und Mercedes an Carsharing-Projekten? Nicht weil sie fürchten, dass Uber Autos baut. Und auch nicht so sehr, weil sie glauben künftig weniger Autos zu verkaufen. Sondern weil sie fürchten, dass Uber ihnen die Kundenbeziehungen nimmt. Das sind die Wettbewerber im Zeitalter der Digitalisierung: diejenigen, die nicht unsere Dinge besser machen, sondern jene, die neue Dinge tun, die unsere alten Dinge überflüssig machen.

Wie bestimmen der digitale Kunde und die digitale Fabrik und Verwaltung unsere Zukunft? Warum müssen neue digitale Geschäftsprozesse auch zu neuen digitalen Geschäftsmodellen führen? Haben wir in Deutschland in der globalen Digitalisierungswelle überhaupt eine Chance? Wie machen wir aus Daten wertvolle Rohstoffe?

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Czyslansky’s Koch-Blog. Heute: Fischfilet in Fichtennadel

Fisch Sous Vide

Heute starte ich Czyslansky’s Koch-Blog, den ich meinem Czyslansky-Freund Tim Cole widmen möchte. Tim war ja früher Journalist beim Feinschmecker, heute ist er Feinschmecker und Journalist. Also er isst.

Bei mir gab es heute erstmals ein Steak „Sous Vide“. Und das scheint der neueste Trend in der Küche zu sein, die jenseits der bajuwarischen Freuden SvBs angesiedelt ist. Dabei zäumt man das Pferd – Verzeihung: das Rind – in der Pfanne von hinten auf: es wird nicht erst angebraten und dann gegart, sondern erst sehr lange bei niedriger Temperatur gegart und dann kurz angebraten. Bei Sous Vide verliert das Fleisch weniger Flüssigkeit. Das freut den Restaurant-Betreiber, dessen 300-Gramm-Lappen schwerer bleibt.

Man macht dies vorzugsweise im „Thermalisierer“, was wieder die Küchenzubehörindustrie freut. Es geht aber auch ohne. Das Steak liegt dann, wie bei mir heute, 90 Minuten vakuumiert bei lauen 56 Grad im Wasserbad um anschließend kurz scharf angebraten zu werden.

Im Wasserbad? Meine kleine philosophische Anleitung nimmt dies wörtlich:

„Sous-Vide in der Badewanne und im Whirlpool … Hört sich doof an, klappt aber tatsächlich. Zumindest bei Fisch. Füllt das Wasser einfach mit 44 Grad in die Wanne, packt Eure vakuumierten Fischfilets in die Wanne und wartet 10 Minuten. Dann sollte das Wasser so abgekühlt sein, dass Ihr es auch darin aushaltet. Steigt zum Fisch in die Wanne und genießt Euer Badevergnügen für weitere 15 – 20 Minuten. Eventuell müsst Ihr immer wieder ein bisschen warmes Wasser nachlaufen lassen, damit die Temperatur nicht unter 40 Grad sinkt. Den Fisch nach ca. 30 Minuten Gesamtzeit aus dem Wasser nehmen, auspacken und die Filets kurz durch die Pfanne mit heißer Butter ziehen. Würzen und noch im Bademantel genießen.“

Was der Bademantel dabei soll ist mir zwar unklar, aber ich werde es probieren. Ich denke da an ein Fichtennadelbad. Dann hilft der Fisch auch gegen Erkältung. Tim – darf ich Dich zum Bade laden?

Trend Dienstrad: Deutsche Personaler: Weder radlos noch ratlos!

Zukunft Personal

Vor wenigen Tagen ging die Messe Zukunft Personal mit einem neuen  Besucherrekord zu Ende: Fast 17.000 Führungskräfte und Mitarbeiter von Personalabteilungen kamen an den drei Messetagen nach Köln. Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 732 Ausstellern sieht sich die Kölner Messe als „Europas größte Messe für Personalmanagement“. Jedenfalls zeigt die Zukunft Personal, mit welchen Themen sich Deutschlands HR-Verantwortliche zurzeit so beschäftigen. Einige Stichworte:

  • Arbeit 4.0
  • Remote Offices
  • Home Offices
  • Social Recruiting

Das Dienstrad: Vom Kampf um die besten Köpfe zum Kampf um die feistesten Wadeln

Insgesamt scheint der Wettbewerb um die besten Köpfe härter zu werden. Die Unternehmen lassen sich inzwischen viel einfallen, um junge gut qualifizierte Mitarbeiter anzuwerben. Dabei wird der Kampf um die besten Köpfe offenbar zunehmend auch ein Kampf um die feistesten Wadeln. Fuhr man jedenfalls über die Rolltreppe in die Halle 2.1 ein, dann standen da erstmal Fahrräder herum. Und gleich mehrere Aussteller warben um ihre Konzepte für das neue „Dienstrad“.

Dienstrad auf der Zukunft Personal

Trendsetter auf der Zukunft Personal: Anbieter von Dienstrad-Modellen

Tatsächlich entdecken immer mehr Arbeitgeber das Dienstrad als zeitgemäße Alternative zum Dienstwagen. Das Auto hat in der Generation der „Millenials“ massiv an Statusanzeige verloren. Junge Arbeitnehmer definieren sich immer seltener über die Größe der Alufelgen, aber immer öfter über attraktive Arbeitsbedingungen und über Arbeitgeber, die individuelle Lösungen für ihre Bedürfnisse und Interessen anbieten. Und sie sind sportlicher unterwegs, als ihre Eltern. Und umweltbewusster obendrein. Ein Blick auf die kunterbunten Zweiradschmetterlinge, die jedes Wochenende über die Landstraßen rauschen, reicht eigentlich als Beweis. Aber tatsächlich steigt auch der Anteil des Fahrrads am Verkehrs-Mix auf dem Weg zur Arbeit.

company bike solutions auf der Zukunft Personal

Markus Maus, Geschäftsführer von company bike solutions, war einer der „Dienstrad-Service-Provider“ auf der diesjährigen Zukunft Personal:

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Da hört der Spaß aber auf!

Die sind doch nicht zum Vergnügen hier!

Wir leben in der Spaßgesellschaft. Alles muss lustig sein, holla die Gams, ich gib‘ Gas, und das möglichst 24×7.

Mir flattert eine Pressemeldung des Internet-Verbands eco ins Haus: „Sicherheit muss Spaß machen“.

Sicherheit? Ja seid Ihr denn noch ganz bei Trost? Sicherheit muss sicher sein. Es muss schmecken wie Lebertran, weil es gut für dich ist. Aber Spaß? Nee, also wirklich nicht.

Michael Kausch schreibt auf czyslansky.net über das neue Bürogebäude von Google in München, es sei dort die Absicht gewesen, „Arbeit und kreatives Spiel miteinander kombinieren“ und zitiert einen Diskussionsteilnehmer mit den Worten: „Google will seine Mitarbeiter bespaßen.“ Weiterlesen

Digitale Beduinen am Wasserloch. Eine Diskussion zur Zukunft der Arbeit im PresseClub München

„Digitale Beduinen in München und die Zukunft der Arbeit“ – über dieses Thema diskutierten am 18. Oktober im Münchner PresseClub auf Einladung des Unternehmerkreises MUK IT (von links nach rechts): Dr. Klaus von Rottkay (COO Microsoft Deutschland), Moderator Dr. Michael Kausch (vibrio), Diana Coso (Senior Director Channel EMC) und Laurent Brückner (Geschäftsführender Gesellschafter Brückner Architekten).

Podium

Diskutierten die Zukunft der Arbeit: Dr. Klaus von Rottkay, Dr. Michael Kausch, Diana Coso und Laurent Brückner.

Vor wenigen Tagen eröffnete Microsoft Deutschland in München seine neue Zentrale. Die Presse feierte die neue Firmenzentrale in zahlreichen Artikeln als „wegweisend für die Zukunft der Arbeit“. Im Kern geht es dabei um Smart Workspaces, also darum, dass fest zugeordnete Standardarbeitsplätze durch Arbeitsplätze ersetzt werden, deren Gestaltung sich an unterschiedlichen Arbeitssituationen orientiert. Dr. Klaus von Rottkay erläuterte im PresseClub das Konzept wie folgt:

Dr.-Klaus-von-Rottkay

Dr.-Klaus-von-Rottkay

Angeboten werden vier verschiedene „Zonen“, die die wesentlichen Arbeitsanforderungen abdecken: den „Think Space“ nutzen die Mitarbeiter für konzentrierte Alleinarbeit, im „Converse Space“ arbeiten Teams an gemeinsamen Projekten, im „Share & Discuss Space“ finden Meetings statt und zum Telefonieren stehen individuelle Telefonkabinen zur Verfügung. Mitarbeiter suchen sich je nach ihren aktuellen Anforderungen einen Platz in einem der Workspaces.

Microsoft Smart Office

Die Zukunft der Arbeit bei Microsoft: Smart Workspaces (Bild Microsoft)

Die Diskussion im PresseClub drehte sich allerdings vor allem um den vielleicht wichtigsten fünften Workspace: den Homespace.

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An ihren Koffern sollt Ihr sie erkennen!

An ihren Koffern soll Ihr sie erkennen!

An ihren Koffern soll Ihr sie erkennen!

Im Internet bin ich bekannt wie ein bunter Hund. Aber daran bin ich natürlich selber schuld.

Ich fülle ja dauernd irgendwelche Online-Formulare aus, um mir Zugang zu irgendwelchen mehr oder weniger nützlichen oder unterhaltsamen Websites zu beschaffen oder um etwas in einem E-Shop zu bestellen. Und da heißt es jedesmal von Neuem: Name eintragen, Straße, Postleitzahl, Wohnort, Telefonnummer, E-Mail, manchmal wollen die auch noch die Faxnummer (obwohl ich seit Jahren kein Fax mehr gesendet oder bekommen habe), häufig auch mein Geburtsdatum, beim Online-Einkauf natürlich auch die Kreditkartennummer. Und falls ich mein Passwort einmal vergessen sollte, werde ich häufig auch nach dem Geburtsnamen meiner Mutter oder dem Vornamen meines Hundes gefragt.

Leider habe ich gar keinen Hund, aber ich sollte mir vielleicht einen zulegen. Den könnte ich dann auf solche Leute wie den Betreiber von Vistaprint hetzen. Eigentlich ist Vistaprint eine ganz tolle Firma: Es handelt sich um eine Druckerei, die Visitenkarten, Briefbögen und andere unverzichtbare Kommunikationsmittel liefert. Man kann dort per Internet bestellen, tippt (wieder mal) seine persönlichen Daten ein und bekommt das Gewünschte pünktlich und zu einem wirklich günstigen Preis ins Haus geliefert. Weiterlesen

das blog zur analog- und digitalkultur