war czyslansky ein verfechter der kleinschreibung? nein!

tim cole hat mich vor wenigen tagen darauf angesprochen, ob czyslansky wirklich ein verfechter der konsequenten kleinschreibung gewesen sei. frühe kontakte zu den gestaltern des bauhauses, aber vor allem ein heute verschollenes traktat czyslanskys über die brüder grimm und ihr wörterbuch würden auf eine solche radikale position czyslanskys hinweisen. (an dieser stelle sei auf jacob grimms berühmte verteidigung der minuskel verwiesen: „den gleichverwerflichen misbrauch groszer buchstaben für das substantivum, der unserer pedantischen unart gipfel heißsen kann, habe ich … abgeschüttelt.“)

ich glaube das nicht. vielmehr arbeitete czyslansky, soweit ich weiss, immer schon auf einer alten remington noiseless no.6. das gute stück stammte aus der ersten fertigung von 1929 und die umschalttaste hakte von beginn an ein wenig. czyslansky hat sich damit arrangiert, in dem er sie – so gut es eben ging – ignorierte. „die anderen tasten schnurren noch immer wie ein jaguar“, so czyslansky am 6. mai 1959 in einem brief an seine damalige geliebte eireen brokenshire. das erklärt doch einiges …

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