Microsoft kündigt eigene Shops an

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Microsoft kündigte gestern an, dass der Marktführer unter der Regie des Ex-Wal Mart-Managers David Porter, eine eigene Flagship-Store-Kette aufbauen will. Damit wollen sich die Leute aus Redmond gegen die gut etablierten Apple Shops aufstellen, riskiert aber Unbill mit dem klassischen Computerhandel. Über die Anzahl der geplanten Läden und die konkrete Zeitplanung schweigt sich Microsoft noch aus.

Die Diskussion über den „Stil“ der neuen MS-Läden ist aber in der Community bereits eine lebhafte Diskussion im Gange.

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Meine Meinung: gegen die transluzente Edeloptik der Macianer wird man über klassische Wege kaum ankommen. Vielleicht sollten die Microsofties bewußt ein Gegenmodell entwickeln. Das würde ja auch dem Erfahrungshintergrund eines Wal Mart-Verkäufers eher entsprechen: Kisten-Berge statt Designer-Tischchen, Krabbelkisten und vollgestellte Gänge statt Designerleere.

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Ein qualifizierte Verkäuferteam im Stil der 70er hinter der Theke, und die Sache könnte was werden.

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Dann fehlt eigentlich nur noch eine Kundentoilette, um die Bedürftigen von der Straße zu locken. Apple wird sich warm anziehen müssen …

7 Gedanken zu „Microsoft kündigt eigene Shops an“

  1. Ui, was fuer eine grandiose Idee. Da freu ich mich schon richtig drauf.

    Dann hab ich endlich eine wirkliche Person, der ich mein Laptop so richtig um die Ohren hauen kann, wenn Vista zum zwoelften Mal haengt. Und waehrend ich meinen Frust so wunderschoen nicht-virtuell an dem armen Arschloch auslasse, rufe ich staendig „We are sorry for the inconvenience!“.

    Irgendwann wird dann jemand bemerken, dass die arme salesperson ja nix fuer die schlampige Codierung kann, aber das ist mir dann auch wieder wurscht, weil ich schrei ja schliesslich auch das airline Bodenpersonal an, wenn sie schon wieder meinen Flug ueberbucht haben und ich trotz eines $500 investments in Seattle festsitze waehrend die Oma mit ihrem $49 Seniorenticket in die happy skies abduest.

    Ha! Bring it on.

  2. im ernst,

    ich finde das ist eine spannende herausforderung für microsoft: die kreierung einer attraktiven consumer-marke!

    es ist ja nicht nur so, dass microsoft im gegensatz zu apple über – nahezu – keine hardware verfügt, die man mit designmerkmalen emotional aufladen kann. auch der herausforderer- und aussenseiterstatus, den apple seit alten ibm-pc-tagen pflegt, ist microsoft schon vor jahren verloren gegangen. die marktanteile für die klassischen consumer-orientierten online-produkte hotmail, live messenger und vor allem live spaces sind größtenteils rückläufig. die firmenkultur ist nicht gerade web 2.0-affin. und wann war microsoft eigentlich das letzte mal mit einer wirklichen produktinnovation erfolgreich? das sind alles barrieren auf dem weg zum erfolgreichen consumer brand.

    dabei gibt es einige strukturelle stärken für den aufbau eines starken consumer brand:
    – mit windows eine marke, die – ja tom: trotz aller unzulänglichkeiten – über eine marktverbreitung und markenbekanntheit verfügt, die global einzigartig ist
    – eine – lang zurückliegende – firmenhistorie, die so jugendlich und unorthodox ist, wie der lebenslauf und die persönlichkeit von bill gates (das ist durchaus ein netter und interessanter „typ“, der jederzeit gegen jobs bestehen kann)
    – eine verankerung bei tausenden von entwicklern überall auf der welt.
    aber die spannbreite zwischen einer innovativen und kreativen marke microsoft und der business-marke microsoft, die heute ach so seriös und gediegen ausgeprägt ist – man musste halt allzu lange bei meetings mit den etablierten oems in restaurants an den katzentischen platz nehmen – wird nur schwer zu überbrücken sein.

  3. Oh, die Kreation einer Konsumer-Marke ist sicherlich eine attraktive Herausforderung, ich bin mir nur nicht sicher, ob der Weg ueber eine lifestyle shop Kette so ein brilliantes Manoever ist.

    Radio Shack war mal DER hang-out fuer geeks, heute kaufst Du gerade mal einen Blackberry Adapter. Gateway 2000 stores, Dell stores, Sony stores – sind alle mit grossem Trara ausgerollt worden, und dann dem Beispiel des Dodo gefolgt.

    Zugegeben, Bose Stores erfreuen sich im Augenblick einer gewissen Beliebtheit (hier zumindest) aber ich bin mir nicht sicher wie lange das gutgehen kann.

    Am Ende scheinen lifestyle stores immer dann zu ueberleben wenn sie der populaere hang-out einer Fangemeinde werden. Microsoft-Fan zu sein ist im Augenblick nicht cool (mit Ausnahme der Xbox, obwohl sich auch da die meisten Fans als Xbox aficionados outen, und den Namen Microsoft eher links liegen lassen). Zune user werden im Schulhof von der iPod Clique verspottet, genauso wie die Levis/Wrangler Mafia annodazumal C&A Jeans Traeger ausgelacht hat.

    Mit anderen Worten, der lifestyle store muss so eine Art Mekka sein, wo ich gerne hinpilgere, um neues cooles gear anzuschauen und Gleichgesinnte zu beobachten. Wenn er lediglich ein display fuer eine langweilige Produktpalette ist, ueberlebt er nicht lange.

    Case in point: Jimmy Buffett’s Margaritaville Stores. Ich kann mir mein beach bar t-shirt auch per Post schicken lassen, aber es ist dieses Gefuehl von community, dass die stores tagtaeglich ueberlaufen laesst. Und so pilgert man halt nach Key West oder wasweissichwohin um sich das reinzuziehen. So a la Star Trek. Harley Stores sind da ein anderes Beispiel.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Erstmal cool sein und dann stores etablieren. Stores allein machen keinen cool. Und Ray Ozzie hilft da auch nicht.

  4. Es geht auch anders: man kann auch total uncool sein und Stores aufmachen in denen dann ganz viele uncoole Leute total uncoole Verträge abschliessen, uncoole Produkte reklamieren und auch sonst das tun, was uncoole leute eben so tun.

    Von was ich spreche?
    Natürlich von einem T-Punkt Laden!

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