Keine Zeitung mehr? Dann verhökern wir unsere Texte eben bei Scribd.

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Wo Geschriebenes noch was wert ist: Homepage von „Scribd“.

In Deutschland klagen alle über den Niedergang des Qualitätsjournalismus. In Amerika wird wenigstens gehandelt: Die Website „Scribd“ bietet sich als Veröffentlichungs-Plattform für Texter, die keinen Abnehmer für ihr Geschriebens mehr finden. Und man darf dafür sogar richtig Geld verlangen!

Auf Scribd kann jetzt jeder einen x-beliebigen Text hochladen, zum Beispiel einzelne Buchkapitel oder ganze eBooks, Artikel, Reportagen, Gedichte, Kochrezepte – was auch immer. Der Autor entscheidet, ob der Besucher für lau lesen darf, oder ob er dafür abstecken muss und wenn ja, wie viel es kostet. 80 Prozent der Einnahmen bekommt der Schreiber, den Rest behält Scribd für seine Mühe.

Der Autor entscheidet auch, ob der Text verschlüsselt sein soll, oder ob es als PDF herunterzuladen ist, damit man es auch einem eBook-Reader wie Amazons „Kindle“ oder irgendeinem anderen mobilen Gerät lesen kann. Dem Vernehmen nach wird es demnächst auch möglich sein, Texte im iPhone-Format zu beziehen.

Das einzige echte Problem von Scribd ist die Tatsache, dass man auch die Texte von jemand anderem hochladen kann, also beispielsweise ein gekauftes oder sonstwie beschafftes eBook eines anderen Autoren. Damit Scribd nicht zum nächsten Online-Piratennest à la „Pirate Bay“ wird, baut Scribd angeblich derzeit eine Datenbank mit urheberrechtlich geschützten Titeln auf und fordert die Verleger auf, ihnen dabei zu helfen.

Das zweite Problem ist nur eines für uns hier in Deutschland – denn die Bezahlfunktion tut im Augenblick nur, wenn der Autor seinen Sitz in den USA hat. Mal sehen, ob Scribd mit dem Modell eines Tages auch den Sprung über den großen Teich schafft.

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