Cyzslansky inside

Anlässlich des aktuellen 40sten Firmenjubiläums von Intel ist es wert daran zu erinnern, welche Rolle Czyslansky als Geburtshelfer des größten Halbleiterherstellers der Welt gespielt hat. Bekanntlich verbrachte Czyslansky formative Jahre im Silicon Valley Kaliforniens, wo er einen weitläufigen Bekannten- und Freundeskreis aufbaute. In Czyslanskys Berghütte, im Wald oberhalb von Redwood City gelegen, trafen sich viele Studenten sowie aufstrebende Jungingenieure aus den nahegelegenen Entwicklungszentren. Unter ihnen waren ein gewisser Gordon Earle Moore, der 1950 seinen Chemiedoktor am Caltech gemacht hatte, sowie der Physiker Robert Noyce, der am MIT in Boston mit einigen Pionieren der noch in den Kinderschuhen steckenden Halbleiterforschung gearbeitet hatte.

Die allabendlichen Sitzungen in der „Casa Czsylansky“, wie die aus Lehmbacksteinen gebaute Hütte des genialen Vordenkers des Digitalzeitalters hieß, waren meist lang, der Ton oft rauh, die Ideen, die die jungen Menschen dem Meister vor die Füsse legten, häufig nur halb ausgegoren – im Gegensatz zum schwarzgebrannten Mescal, den Cyslanskys 105jährige mexikanische Haushälterin Juanita in dem von ihm selbst gebauten Destillierapparat hinterm Haus brannte und dem John Steinbeck in „Strasse der Ölsardinen“ ein unvergeßliches Sprachdenkmal gesetzt hat („Wir nannten es nur ‚Old Tennis Shoes'“).

Noyce und sein Freund Moore wollten eine eigene Firma gründen, aber sie konnten sich nicht auf einen passenden Namen einigen. Ihr erster Vorschlag, „Noyce Moore“, lehnte Czsylansky mit einem spöttischen „nice, Moore, but try something else“ ab. Der zweite Versuch, „Moore Noyce“, erntete von ihm sogar nur offenen Hohn: „More noise – wollt Ihr allen ernstes einer Elektronikfirma einen Namen geben, der an ein Störsignal erinnert?“

Enttäuscht und gedemütigt schlichen die beiden durch die Redwoods davon. Kurz darauf wurde die Firma „NM Electronics“ angemeldet und nahm den Geschäftbetrieb auf. Moore traf ein Jahr später den großen Alten im Supermarkt von Santa Clara, wo er gerade Einmachgläser und Rohrzucker für Juanita einkaufte. Sie unterhielten sich über die neue Firma, die gerade ihren ersten Auftrag für ein Speicherchip, den 4004 Prozessor, von einem japanischen Taschenrechnerhersteller bekommen hatten.

Czyslansky war außer sich. „Was soll das heißen? Newtonmeter? New Mexico? Nature Medicine? Lasst Euch gefälligst etwas einfallen, das sagt, was Ihr macht. Wie wär’s zum Beispiel mit ‚Integrated Electronics‘?“ „Zu lang“, meinte Moore, der Name passe nicht auf die Rückseite einer Halbleiterplatine. „Kein Problem“, beschied ihm der geniale Geist, „dann kürze ihn einfach ab.“

Der Rest ist, wie wir wissen, Geschichte.

2 Gedanken zu „Cyzslansky inside“

  1. Sehr amuesant.

    Gerade komme ich von Ossi Urchs‘ blog entry wo er moniert, dass wohl niemand so recht wisse, wie man Cuil aussprechen sollte/koennte/muesste, und dass doch der Name Google so schoen einfach sei.

    Waehrend ich noch so vor mich hindenke, dass, na, „Czyslanksy“ ja auch nicht gerade ein internationalisierter Mueller oder Schmidt ist, stolpere ich ueber Tim Cole’s entry ueber „Czyslansky inside“, und muss feststellen, dass er in seine 382 Worten vier verschieden Schreibweisen desselben offeriert.

    So grinse ich mir halt einen, und geniesse weiterhin diese schoene website und meinen 1994er Port von der Quinta do Panascal.

    Cheers!

  2. So, jetzt gibt’s aber Strafarbeit: 100x „Czsylansky“ schreiben:

    Czsylansky,
    Gylsnaksy´,
    Czslansky,
    czsylanaky,
    Szcslanskjy,
    Czsyiskalsy,
    Czsyslansky…. (Fortsetzung folgt)

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