vibrio sucht die Alternative zur Birne: "Ich hab da eine Idee" braucht eine neue Form der Visualisierung

Das Zeitalter der guten alten Kohlefaden-Glühbirne gilt aus umweltpolitischen Gründen als abgelaufen. Wer heute noch eine klassische Glühbirne befeuert gilt als gemeingefährlich und kann auch gleich mit einem 57er Chevy Bel Air Brötchen holen gehen oder in der Sperrzone des bayerischen Landtags Zigarre rauchen. Was aber kann künftig die beliebte Glühbirne als Signet für „Kreativität“ und „Geistesblitz“ ersetzen?

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Aus diesem Grund haben wir bei vibrio einen Wettbewerb ausgeschrieben:

Gesucht: Die beste Visualisierungsalternative zur Glühbirne!

Der Preis: ein 3stündiger Kreativworkshop an der Agentur-Bar bei freier Whisky-Wahl

vibrio bar

Ideen einfach in der dampfLog posten: http://www.vibrio.eu/blog/?p=1616

Ein Gedanke zu „vibrio sucht die Alternative zur Birne: "Ich hab da eine Idee" braucht eine neue Form der Visualisierung“

  1. Ich bezweifele, dass selbst die EU die Macht besitzt, 130 Jahre Symbolgeschichte per Dekret aus den Köpfen der Menschen zu löschen. Oder als Frage formuliert: Wie viele EU-Kommissare braucht man, um die Glühbirne in unseren Köpfen auszuwechseln? Aber da dieser Wettbewerb vermutlich einen ernsten Hintergrund hat (ich stelle mir den armen Vibro-Grafiker vor, der stundenlang am Zeichenpult sitzt und die Glühbirne der Erleuchtung über seinem Kopf will und will einfach nicht aufleuchten…), wollen wir die Sache ernsthafter angehen.

    Die einfachste Möglichkeit, nämlich die Glühbirne durch eine Leuchtdiode zu ersetzen, scheidet leider aus. Also brauchen wir eine andere Idee…

    Das Auge der Vorsehung

    EyeOfProvidenceDollarnote
    Wie wär’s zum Beispiel mit dem „Auge der Vorsehung„, der sich auf der Rückseite jeder 1-Dollar-Note befindet. Das von einem Strahlenkranz umgebene Auge soll das alle Geheimnisse durchdringende Allsehende Auge Gottes darstellen und wird gewöhnlich von einem Dreieck umgeben, das von Alters her als Annäherung an die Kreiszahl bekannt war und daher als heilige göttliche Zahl galt.

    Der Circumpunkt
    Circumpunkt
    Wer den Verschwörungstheorie-Roman „Das verlorne Symbol“ des Illuminati-Autoren Dan Brown gelesen hat, kennt den „Circumpunkt„, ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte, der ursprünglich den ägyptischen Sonnengott Ra symbolisierte, später in der Astrologie als Symbol des kreativen Funkens des göttlichen Bewußtseins gedeutet wurde, der die Menschheit mit dem kreativen Geist des universellen Gottes verbindet und uns damit alle zu Mitschöpfern des Weltenkreises macht.

    Das Pentagramm
    Drudenfuß
    Oder wie wär’s mit dem Pentagramm? Den Freimaueren dient er schließlich als Symbol für die fünfte Wissenschaft der heiligen Geometrie und ist damit ein Sinnbild des nach Wahrheit suchenden Geistes. Man muss ihn nur sauber zeichnen, denn ein Pentagramm, bei dem eine Spitze nach unten zeigt heisst „Drudenfuß“ und stellt den Abdruck eines Koboldfusses dar.

    Das Kuumba
    Kuumba
    Die Suahelisprache kennt schließlich das Verb „kuumba“, das so viel bedeutet wir „machen“ oder „erschaffen“ und das mit sieben unterschiedlich langen kreisförmig angeordneten Strichen dargestellt wird, die sich in der Mitte treffen. Die in den Sechzigerjahren aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung heraus entstandene Pseudo-Religion Kwanzaa verwendet das Zeichen für „Kreativität“. Für sie ist es eines von ingesamt sieben heiligen Symbolen.

    Die Swastika
    Swastika
    Eher ungeeignet dürfte dagegen das mehr als 6000 Jahre alte Symbol des Hakenkreuzes oder Swastikas sein, dessen Bezeichnung sich bekanntlich im Sanskrit aus Silben su- („gut“) und asti (Substantiv zum Verb as- „sein“) zusammensetzt, also eher die Bedeutung von „Heil“ oder „Segen“ besitzt. Auch wenn eine guter Idee natürlich durchaus etwas Heilbringendes innewohnen kann.

    Der Groschen
    Groschen
    Früher sagte man, wenn einer nach längerem Grübeln eine Idee hatte: „Bei dem ist endlich der Groschen gefallen.“ Die Bezeichnung leitet sich vom italienischen „denaro grosso“ oder der lateinischen Bezeichnung des Turnosen ab, dem „grossos denarius“, zu Deutsch dem „dicken Denar“ und bezeichnete in der Vergangenheit diverse Münzen. Im deutschen Sprachraum war er meist 12 Pfennige wert. Zu D-Mark-Zeiten wurde aus der krummen Zahl eine ordentliche Dezimale, denn man nannte das Zehnpfennigstück umgangssprachlich einen „Groschen“. Aber vielleicht ist das auch keine so gute Idee, denn mit dem Groschen verbindet sich auch die Vorstellung von geringem oder gar keinem Wert. In Russland gab es den „Grosch“ (eine Kupfermünze im Wert von 2 Kopeken) schon seit dem 17. Jahrhundert, und es gibt auch heute noch ein russisches Sprichwort: „Das kostet keinen gebrochenen Grosch.“ In Albanien gibt es das Wort „Grosh“, das sich auf die alte türkische Münze „kuruş“ (1/20 Lira) bezieht, aber auch „Bohne“ heißt – daher auch der Ausspruch: „Das ist keine Bohne wert“.

    Sollte da noch nichts dabei sein, empfehle ich die Lektüre von Herders Lexikon der Symbole (Herder-Verlag, Freiburg). Vielleicht findet sich ja dort die endgültige Erleuchtung…

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