Fallbeispiel: So funktioniert Social Media wirklich!

wordpressstats200316Wenn ich mal Zeit habe, schreibe ich eine Fallstudie über die letzten Tage auf Facebook und in den sonstigen sozialen Medien.

Es fing eigentlich ganz harmlos an mit einem Beitrag, den ich auf LinkedIn geschrieben habe und in dem es um den scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der einstigen „Leitmesse“ CeBIT ging. Die CeBIT 2016 war für mich eine riesige Enttäuschung, obwohl ich viele alte Freunde und Kollegen dort getroffen und tolle Gespräche geführt habe. Aber dazu hätte ich ja nicht unbedingt nach Hannover fahren und für 250 Euro die Nacht im Airport Maritim Hoetl übernachten müssen. Der Höhepunkt der Messe war für mich ohnehin schon am Vorabend, als ich mich mit Gunnar Sohn, Hannes Rügheimer, Christian Spanik und weiteren alten Mitstreitern im „Roma“ getroffen habe, um auf unseren viel zu früh verstorbenen Freund Ossi Urchs anzustoßen. Alles, was danach kam, war eher antiklimaktisch. Und den guten, alten Presse-Shuttle haben sie auch abgeschafft…

Der LinkedIn-Beitrag hat sechs Kommentare erzeugt, und ich dachte mir, das wäre doch ein gutes Thema für mein Blog, also habe ich den ursprünglichen Text und die Antworten dort veröffentlicht. Sobald ich etwas bei WordPress poste, erscheint automatisch ein Hinweis auf meinem Facebook-Account. Und dort kochte sofort die Suppe über: Mehrere FB-Freunde wie Lutz Becker von der Hochschule Fresenius, Thomas Kuhn von der Wirtschaftswoche, Winfried Felser von Netskill Solutions und Berthold Glass von Business Digital fingen an zu kommentieren, diskutieren, Erinnerungen an alte CeBITs auzutauschen oder einfach mal Kontra zu geben. Binnen Stunden stieg die Zahl der Besucher meines Blogs von durchschnittlich ca. 150 am Tag auf fast 300, und es gab mehr als 500 Kommentare auf Facebook zu meinen und verwandten Threads. Dazu ein paar Dutzend Tweets – es war jedenfalls plötzlich der Bär los.

Nun bin ich ja keine Firma, und ich verkaufe nichts (außer mich selbst), aber wenn ich bedenke, dass alleine ich fast 1800 FB-Freunde erreiche und meine Mitstreiter sicher ein Vielfaches, dann ist die reine Medienleistung einer solchen kleinen Aktion mit Geld nicht zu bezahlen. Was müssten ordentliche E-Marketeers schaffen können, wenn sie sich anstrengen und richtig auf dem Klavier der Social Media spielen können?

Wie gesagt, eines Tages schreibe ich das mal alles ganz genau auf, aber jetzt freue ich mich erst einmal, dass es so viele kluge Menschen gibt, mit denen ich mich auf diesem Weg austauschen kann. Wie einsam wären wir doch alle ohne Internet!

Ein Gedanke zu „Fallbeispiel: So funktioniert Social Media wirklich!“

  1. Das wirklich Spannende an deiner Erfahrung ist doch LinkedIn. Ich halte LinkedIn Pulse für eine der in Deutschland noch immer am meisten unterschätzten Blog-Technologien. Dort platzierte Postings adressieren mangels Edge Rank im Gegensatz zu Facebook-Artikeln eben nicht nur (potentiell) wirklich ALLE eigenen Kontakte, sondern sie haben auch eine Chance auf eine weitere Verbreitung an PULSE-Abonnenten. Einige Beiträge werden von der LinkedIn-Redaktion oder zum Teil wohl auch von deren Algorithmus an zusätzliche Zielgruppen verschickt. Man hat das selbst nicht im Griff und erfährt auch nur indirekt von dieser „Auszeichnung“, aber es geschieht.
    Mein Beitrag vom 10. Januar über Storytelling zum Beispiel führte zu rund 9.000 Aufrufen des dazu gehörenden Vortrags auf LinkedIn Slideshare an einem einzigen Tag. Und die Analyse der Abgriffe auf LinkedIn zeigt, dass zahlreiche Leser, mit denen ich NICHT vernetzt bin, auf den Beitrag positiv reagiert haben:

    Und das ist der wirklich attraktive Punkt von Blogbeiträgen auf LinkedIn Pulse: man kann alle „Likes“ analysieren und mit diesen „Liebhabern“ bei Bedarf Kontakt aufnehmen. Als Vertriebsinstrument und Tool zum Ausbau eines qualitativ wirklich spannenden Netzwerks macht sich LinkedIn mit Pulse auf einzigartige Art und Weise wichtig. Dagegen ist Facebook embryonal …

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