Europawahl bei München: Widerliche Plakate der rechtsradikalen Kleinstpartei „Der dritte Weg“

In Emmering bei Fürstenfeldbruck haben sie sie an die Laterne gehenkt: Wahlplakate mit der Aufschrift „Reserviert für Volksverräter“:

Volksverräter Plakat

Etwas widerlicheres habe ich noch in keinem Wahlkampf gesehen: Platzreservierung am Laternenmast für jene, die in den Augen der Rechtsradikalen „Volksverräter“ sind.

Auch in anderen Städten hat die rechtsradikale Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ diese Plakate bereits „aufgehängt“, so zum Beispiel in Chemnitz. Dort hat die Stadtverwaltung die Plakate eingesammelt und weggesperrt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Verantwortlichen dieses Machwerks der Volksverhetzung angeklagt werden können.

Jede Minute, in denen diese Plakate öffentlich zur Schau gestellt werden, ist eine Minute zu viel. 

DER DRITTE WEG ist ein Weg ins Verderben

  • „Ziel der Partei DER DRITTE WEG ist die friedliche Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen.“ 
  • „Völkische Gemeinschaft statt Ellenbogengesellschaft!“
  • „In Schullandkarten der BRD-Lehranstalten stehen bei Brünn und Eger heute inzwischen nur noch ihre slawisierten Ortsnamen und in großen Lettern prangt darüber befremdlich die Nationalbezeichnung „Tschechische Republik“. Breslau wird in bundesdeutschen Geschichtsbüchern wahrheitswidrig als polnische und Königsberg als russische Stadt ausgegeben. „
  • „Erst unser Volk, dann alle anderen“

Programmatik und Sprache der neonazistischen Splittergruppe erinnern fatal an die Sprache der NSDAP. Die Organisation organisiert eine „Deutsche Winterhilfe“ und feiert auf ihrem Frauen-Blog die Nazi-Filmemacherinnen Leni Riefenstahl und Thea von Harbou. 

Hoffen wir, dass dem Spuk bald ein Ende gemacht wird. In Emmering und anderswo. Lieber ein MÜHSAMer Lampenputzer, als Nazis, die von Laternen träumen.

5 Gedanken zu „Europawahl bei München: Widerliche Plakate der rechtsradikalen Kleinstpartei „Der dritte Weg““

  1. Wenn Du denkst, das ist jetzt die Unterkante, belehrt Dich die Realität eines Besseren.
    Es ist wirklich das Widerlichste, was der Wahlkampf bisher zu bieten hatte.

  2. Nicht prüfen, ob man anklagt, sondern anklagen! Und –vor allem — alle öffentlichen Mittel, etwa nach dem Parteiengesetz, aus denen diese Plakate vermutlich finanziert sind, kappen.

  3. Auf dem Plakat ist eine Gefängniszelle abgebildet auf die sich wohl auch der Spruch bezieht. Aber gut, manchmal sieht man das, was man sehen will.

  4. @Julia: das macht es doch nicht besser. Ein Straftatbestand war der „Volksverrat“ in der Nazidiktatur. Und wenn heute z.B. AfD-Politiker Merkel oder – wie die AfD in Sachsen-Anhalt – gleich die ganze SPD als Volksverräter bezeichnen, dann drohen die Rechten den Sozialdemokraten mit Inhaftierung. Der badenwürtembergische AfD-Politiker Räpple bezeichnete gleich SPD, Grüne, CDU und FDP als „Volksverräter“. Auch der Dritte Weg bezeichnet regelmäßig Politiker von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP als „Volksverräter“. Sollen die alle hinter Gitter? Wer jeden, der anderer Meinung ist als „Volksverräter“ denunziert, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er als Nazi demaskiert wird.

  5. Die — vermutlich gewollte — Assoziation kann noch eine andere sein, wenn man solche Plakate mit dem Text „Reserviert für Volksverräter“ an Laternen-Masten anbringt: Zu Nazi-Zeiten hat man „Volksverräter“ auch schon einmal an Laternen-Masten aufgeknüpft, die damals noch geeignete Querstreben enthielten.

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