Eine Reise mit dem Mini

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HP hat einen wunderschönen kleinen Laptop herausgebracht, der sogar aufs Wort gehorcht.

Wenn man als Journalist über ein Thema schreiben soll ist es stets hilfreich, etwas davon zu verstehen. Als ich also von den Kollegen von „ProFirma“ den Auftrag erhielt, ein Stück über die neuen Kleinst-Laptops, den so genannten Netbooks, zu schreiben, habe ich mich gleich an die Pressestelle von HP gewandt und darum gebeten, ein solches Teil für ein paar Tage ausliehen zu dürfen, um mich damit vertraut zu machen.

Das Testgerät, ein nagelneuer HP Mini 2140, machte auf dem Klapptisch der Lufthansa-Maschine von Bilbao nach München eine sehr gute Figur. Zum einen, weil es dort reichlich Platz hat, im Gegensatz zu meinem sonstigen Reisebegleiter, ein Standard-Laptop, der links und rechts über die Tischplatte hinauszuragen pflegt. Vor allem aber macht sich der kleine Bildschirm bezahlt, denn der Herr im Sitz vor mir hat die Lehne nach hinten geklappt, um ein Nickerchen zu machen, was normalerweise das Aufklappen eines Laptops unmöglich macht. Der Bildschirm des Mini ist nur etwa halb so hoch wie der eines normalen Laptops und passt sogar unter die Klapplehne.

Womit wir allerdings bei einem Manko des Mini wären, nämlich der kleine Bildschirm mit einer Diagonale von 10,1 Zoll. Das ist guter Mittelmaß unter den „Sub-Notebooks“, die bei anderen Herstellern zwischen 7 und 12 Zoll groß sind. De facto zeigt der HP, wie die meisten solcher Geräte, nur den halben Bildschirminhalt auf einmal an, so dass man sehr oft rauf- und runterscrollen muss, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Und manchmal ist es sogar richtig ärgerlich, zum Beispiel als ich die Einstellungen meines Browsers verändern wollte und es nicht konnte, weil der alles entscheidende „OK“-Knopf unterhalb des Bildschirmrands und damit für mich unerreichbar war. (Der Vollständigkeit halber: Ich habe das Problem dadurch gelöst, dass ich den Mini vorübergehend an einen richtigen PC-Monitor angeschlossen habe, um die Einstellungen zu ändern. Leider hat man aber unterwegs meistens keinen Monitor zur Hand…).

Der Mini ist klein und silbern und ungeheuer elegant, was zu bewundernden, respektive neidvollen Blicken der Umstehenden führt und mir mehrere Kommentare von wildfremden Menschen einbrachte. Sie reichten von „ist der aber schön“ bis zu einem etwas spöttischen „so klein und schon ein Computer!“ Ein Kollege verstieg sich sogar zur Frage: „Na, ist das dein neuer Taschenrechner“, was unsinnig ist, denn der Mini passt nicht in die Jackentasche: Er ist etwa so groß und wiegt auch etwa so viel wie ein Autoatlas, also deutlich weniger als ein Laptop. Die Tastatur empfang ich dagegen als gewöhnungsbedürftig: Sie besteht aus lauter glatten, silbernen Tasten, auf den die Finger leicht ausrutschen können, so dass ich mich ziemlich vertippe und korrigieren muss. Und das Touchpad-Feld mit den links und rechts daneben liegenden Mausknöpfen ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss: Irgendwie komme ich immer mit dem Handballen auf das Berührungsfeld, wenn ich klicken will, so dass der Mauszeiger blitzschnell von dem Punkt weghuscht, den ich eigentlich anvisiert hatte, also mussich nochmal von vorne zielen.

HP ist nach meinen Informationen so ziemlich der einzige Hersteller, der sich traut, einen Netbook mit Windows Vista anzubieten. Alle anderen rüsten ihre Kleinchen mit XP aus oder gleich mit Linux. Ich kann verstehen, warum: Auf meinem Bürorechner habe ich Vista nach kurzen, leidvollen Erfahrungen gleich wieder runtergeschmissen, weil es das Arbeiten langsam und ärgerlich macht. Das gilt auf einem Mini-Notebook gleich doppelt. Fachleute, mit denen ich gesprochen habe, sagen allerdings, dass Netbooks generell ganz wunderbar mit dem neuen Windows 7-Betriebssystem laufen, das bislang nur als Beta verfügbar ist, aber vielleicht sollte man gleich daran denken, wenn man dieses Gerät von HP kauft.

Richtig unglücklich war ich eigentlich nur mit der Batterielaufzeit des HP Mini. Kollegen, die mit ähnlichen Geräten anderer Hersteller arbeiten wie zum Beispiel Asus, Acer oder Dell berichten mir von vier, fünf oder sogar sechs Stunden, die sie ohne Steckdose ausgekommen sein sollen. Ich habe es mit dem HP genau auf zwei gebracht – nämlich auf die Dauer des Rückflugs von Bilbao zurück nach München. Kurz bevor die Stewardess uns nämlich über Bordlautsprecher aufforderte, unsere elektronischen Geräte zur Landung auszuschalten, tat es der HP von ganz alleine.

Nun, vielleicht hat HP ja heimlich eine ganz neu Art von Sprachsteuerung für PCs erfunden und sie versuchsweise schon mal in den Mini eingebaut. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Batterie einfach ein bisschen schwach ist auf der Brust.

2 Gedanken zu „Eine Reise mit dem Mini“

  1. ich habe jahrelang mit einem kleinen sony vaio gearbeitet, der kein bisschen größer als dieser „revolutionäre“ hp war, und dessen kompakter akku hinten bequem mit einem handgriff gegen einen größeren auszutauschen war. mit dem großen akku konnte man bequem rund 8 bis 10 (!) stunden arbeiten. das war so um 1999 bis 2005. wo ist der fortschritt?

  2. Lustig, dass zur Zeit sowohl die ganz großen Notebooks mit ab 18“ Bildschirmen, sowie die ganz kleinen mit 10“ oder 11“ ganz groß in Mode kommen.
    Die einen sollen den PC ersetzen und die anderen das mobile Arbeiten handlicher machen. Bald werden wir mit zwei Rechnern herumlaufen. Eine fürs Surfen in der Economy-Class und eines zum Arbeiten in der Airport Launch … Und nicht zu vergessen: das Smartphone zum Arbeiten in überfüllten U-Bahnen und Aufzügen.

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