Danke, Andreas Zwilling

Kennen Sie Andreas Zwilling?
Nein?

Ich auch nicht. Bevor Sie jetzt reflexartig den Namen googlen und auf irgendwelche Träger dieses Namens stoßen, kann ich Ihnen versichern: Ich habe diesen Namen für ebendiesen Beitrag frei erfunden. Das geschieht zum Schutz der Person, deren realen Namen ich natürlich kenne. Im Erfinden von Namen bin ich geübt, auch den Nick DanielschafftEuchAlle habe ich vor einiger Zeit für Czyslansky erfunden, um meinen Quizduell-Gegner eine gewisse Anonymität zu gönnen.
Überhaupt gibt es zwischen DanielschafftEuchAlle und Andreas Zwilling einige Gemeinsamkeiten.
Beide arbeiten offensichtlich nicht weit entfernt von unserer Firma, denn beide verkehren hin und wieder in dem gleichen Restaurant-Bistro, in dem auch ich öfters zu Mittag esse. Nun habe ich den alle schaffenden Daniel seit jenem denkwürdigen Tag, von dem ich hier berichtet habe, dort nicht mehr gesehen. Vielleicht ist es ihm nicht mehr ganz geheuer, seit ich seinen Quizduell-Nick aufgeschnappt habe, vielleicht übt er unentwegt, um sich das Mittagessen, um das ich gegen ihn spielen will, zu sparen.
Bei Andreas Zwilling ist der Fall anders.
Den habe ich noch nie dort gesehen. Ich gebe zu: Ich weiß nicht mal, wie er aussieht. Ich weiß nur, dass er da ist (wenn er da isst) und wie er heißt. Das ist schon mal eine ganze Menge.
Und woher weiß ich das? Mein ach so schlaues Smartphone verrät es mir. Denn das kommuniziert hinter meinem Rücken bzw. in meiner Jackentasche mit Andreas Zwillings Netbook.
Immer, wenn Andreas Zwilling in diesem Bistro seine Mittagspause verbringt, dann verbindet sich mein Smartphone mit seinem Netbook. Selbiges  nämlich sendet das verführerisch einladende Signal aus: Hier ist ein unverschlüsselter WLAN-Zugang. Wer will noch mal hinein in mich? Solchen Avancen gegenüber ist mein Handy leider sehr aufgeschlossen. Schwupps ist es drin, das garstige, böse kleine Ding.
Ein kurzes Summen in der Tasche kündigt an: Ich habe offenes WLAN gefunden und ich werde jetzt eindringen. Gern auch in „Andreas Zwillings Netbook“. Denn so hat Andreas Zwilling seine offene Flanke der sigitalen Sicherheit getauft. Gesichert hat er sie nicht.  Ein wenig fühle ich mich wie in der Wasserlilien-Welt, von der Tim Cole hier mal geschrieben hat. Aber so ist es ja nicht. Denn Andreas Zwilling möchte ganz bestimmt nicht, dass mein Smartphone sein WLAN nutzt. Und doch passiert es genau so.

Hoppla.
So etwas tut man einfach nicht. Man hängt sich doch nicht einfach in fremde Netbook WLAN.
Wenn das alle machen?
Machen ja nicht alle.
Nur ich. Und ich weiß, dass sich das nicht gehört.

Es gehört sich nebenbei bemerkt auch nicht, dass man während des Essens twittert, whatsappt, tumblrt, treemat, facebookt, snapchattet oder gar den Teller vor sich instagrammt oder pinterestet. Das ist Phubbing.  Aber wenn man alleine isst?
Dann ist das Smartphone schnell in der Hand, bevor man wieder Gespräche vom Nebentisch aufschnappt. Denn das gehört sich auch nicht.
Und dank Andreas Zwillings fröhlichem WLAN geht es in erstaunlichem Tempo kreuz und quer durch’s Netz… zumindest schneller als mit 3G, denn mehr ist in dem Betongebäude nicht rauszuholen. Natürlich halte ich mich von Seiten fern, bei dem man Accountdaten hinterlegen müsste, Passwörter einträgt oder gar Mails abruft. Aber eben mal so’n bisschen auf Kicker.de lesen ist ja wohl drin. Oder? ODER?
BfoXbXNIEAAIZb8So… Teller leer. Andreas Zwilling ist gegangen. WLAN ist vorbei. Bis morgen. Vielleicht geht ja was.
Sonst tut’s zur Not auch ’ne Unterhaltung, wenn jemand von den Kollegen mit am Tisch sitzt.
Wenn nicht, dann vielleicht ’ne Runde Quizduell gegen DanielschafftEuchAlle. Der schuldet mir eigentlich noch ein Mittagessen, der Drückeberger.

2 Gedanken zu „Danke, Andreas Zwilling“

  1. Sei froh, wenn Andreas Zwilling unfähig ist, seinen Laptop zu konfigurieren. Vielleicht ist er aber auch eher böse und freut sich, dass Dein kleines Handy so vertrauensselig ist und sich gleich über ihn konnektiert, obwohl er ja nur mitlesen will. Merke: Willst Du Passwörter sniffen? Bau ein „offenes“ WLAN und trag es durch die Stadt. Aber nenn es nicht Andreas Zwilling, da sind ja jetzt alle gewarnt 🙂

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