Czyslansky’s Christmas: Geschenke für Digitalomane

Alle Jahre wieder macht stellt man sich als Anhänger des großen Vordenkers der Digitalität die bange Frage: Was hätte sich Czyslansky zu Weihnachten gewünscht? So auch heuer, und nach wochenlangem Sichten des allfälligen Angebots der Techie-Branche sowie ausführlichen Selbstversuchen bin ich auf drei Dinge gekommen, die unbedingt beim Gadget-Freund unterm Baum liegen müssen.

Lieber röter als töter!

Da wäre zunächst einmal der Simvalley RX-180, das wahrscheinlich roteste Handy der Welt und vermutlich auch das winzigste. Gerade eben 88 mm misst das Kleinteil vom Scheitel bis zur Sohle, fast ein Drittel kürzer als ein iPhone. Dass damit auch der berühmte Mund-Ohr-Abstand neu definiert wird, ist sozusagen eine notwendige Nebenerscheinung, aber zumindest Männer hören ja nicht zu wenn sie reden, also kann man das Ding wechselweise hierhin und dorthin halten. Für Frauen ist es sicher weniger geeignet – die können bekanntlich beides gleichzeitig. Und mit einem Gesamtgewicht von nur 43 Gramm ist dieses Mobiltelefon ein eindeutiger Anorexianer. Geschenkt ist es obendrein – gerade mal €9,90 (gesehen bei pearl.de).

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Jetzt aber ganz genau hinhören!

Wohin damit? Das fragen sich Leute wie ich schon lange angesichts einer überbordenden Sammlung von Music-CDs. Bei mir füllt sie schon einen ganzen Ikea „Billy“ in der Abstellkammer und metastasiert bereits hinüber ins Schlafzimmerregal. Gut, die meisten habe ich inzwischen nach iTunes und von dort aufs iPad importiert, aber Mahlers Vierte klingt per Kopfhörer irgendwie nicht so prickelnd. Als ich neulich bei einer Pressekonferenz der Bluetooth-Allianz als kleines Gastgeschenk einen Wireless Lautsprecher-Adapter von Logitech in die Hand gedrückt bekam, muss mein Gesichtsausdruck wohl eher skeptische Distanz verraten haben. Jedenfalls meinte die Dame von der PR-Agentur: „Probieren Sie’s einfach mal aus.“ Wie Recht sie hatte: Das Teil hat mein Leben grundlegend verändert! Seitdem ich das Ding an meine Bose-Anlage im Wohnzimmer angeschlossen und erfolgreich per Bluetooth mit dem Apple-Flachmann gekoppelt habe, kann ich im Wortsinn aus dem Vollen schöpfen. Dafür platzt der Pad bald aus den Nähten – gerade noch 2 Gigabyte freien Speicher meldet er. Werde wohl irgendwann über einen Zweit-Pad nachdenken müssen (gesehen bei Reichelt-Elektronik).

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Keine Zuflucht mehr, nirgends!

Als ausgewiesener Bücher-Freak habe ich es immer mit Czyslansky gehalten, von dem der hintersinnige Spruch stammt: „Es leben die toten Bäume!“ Tatsächlich hätte ich nie gedacht, dass Digitaltechnik Papier aus diesem hinterletzten Rückzugsgebiet des Analogen würde verdrängen können. Ich habe mich geirrt: Das Kindle von Amazon ist für mich eindeutig das Gerät des Jahres! War ich früher eine Leseratte, so bin ich inzwischen zu einer Art Lese-Godzillamonster mutiert. Es gibt keinen Ort mehr, der vor meiner Lesewut sicher ist. Ich lese in der Küche, während ich auf das Teewasser warte, auf der Toilette, wenn ich den Tee wieder wegbringe, und ziemlich überall dazwischen. „Multum temporis consumpsi legendo“, wie der alte Lateiner sagt. Apropos alt: Das Beste am Kindle ist für mich die Möglichkeit, die Schrift beliebig zu vergrößern. Mit den Jahren habe ich wie weiland Czyslansky der Große nämlich immer mehr Probleme damit, Kleingedrucktes zu entziffern. Wenn er das doch nur hätte erleben können!

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In diesem Sinne allen Freunden Czyslanskys (und solchen, die es werden wollen) eine anregende Jahreswende!

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