Cloud Computing – zuerst einmal kleine Wolken in den Himmel malen

Manche Merksätze degenerieren nicht zu 75 Cent Sprüchen, sondern bleiben gültig: Groß denken und klein anfangen. CIOs, die sich so verhalten haben, konnten vielen Technologiefallen entwischen. Auch auf den neuesten „Paradigmenwechsel“ – in der IT kann man so große Wörter leider nur noch in Anführungszeichen setzen – sollten IT-Manager sich nicht mit aller Macht stürzen. Sicher, Cloud Computing erscheint sehr vielversprechend, ist aber eben auch noch sehr neu und in vielen Dingen unausgegoren. Beispielsweise lassen Datenaustausch, Security und Migrationsmöglichkeiten noch genau so zu wünschen übrig wie die Zahl der ernst zu nehmenden Anbieter.
Allerdings sollte niemand glauben, dass sich das Thema Cloud Computing selbst erledigt. Es wird der Anwender-IT alles abverlangen – organisatorisch und technisch. Allein die Frage, wie viel IT-Mitarbeiter es noch braucht, wenn viele Services aus der Cloud kommen, dürfte so manchen Verantwortlichen um den Schlaf bringen. Als eine Alternative zum unausweichlichen Personalabbau könnten zwar auch Anwender der Cloud Services zur Verfügung stellen, aber dazu bräuchten die IT-Abteilungen ganz andere Skills als heute. Mit SAP-Know-how, Projektmanagementfähigkeiten und einigen Datenbankkenntnissen allein, lassen sich in der Cloud nur schwerlich attraktive Services anbieten.
Gut also, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis Cloud Computing Mainstream wird. Das bedeutetet allerdings keineswegs Zeit zum Zurücklehnen, sondern höchste Zeit zum Üben. Jetzt können Anwender relativ einfach und für wenig Geld ausprobieren, was die ersten Cloud Offerten taugen. Wie flexibel ist denn Amazons Elastic Compute Cloud (E2C); wie einfach und funktionsreich ist die Googles App Engine und sind auf der Entwicklungsplattform von Salesforce,force.com, tatsächlich 60 000 Entwickler wie CEO Marc Benioff immer wieder vollmundig behauptet?
Probieren Sie es aus. Beauftragen Sie jemanden aus Ihrem Team, sich mit diesen Plattformen und den neuen Services zu beschäftigen und regelmäßig zu berichten. Vielleicht gibt es eine Webanwendung oder einen Service, den sie wegen der größeren Flexibilität und kürzeren Einrichtungszeit über die Cloud zur Verfügung stellen könnten. Probieren Sie es aus. Lernen Sie mit. Nur so bleiben Sie auf dem Laufenden und müssen sich kein X für ein U vormachen lassen. Wer sich noch einige O-Töne zum Thema Cloudcomputing anhören will, kann das gerne hier tun. Auf der DLD Conference in München fand erstmal auch ein technischer Track statt, in dem über Cloud Computing diskutiert wurde. Da ich die Ehre hatte, dieses Panel zu moderieren, möchte ich es natürlich niemandem vorenthalten:-))

Link: Cloud Computing - Panel 1 - TES

Ein Gedanke zu „Cloud Computing – zuerst einmal kleine Wolken in den Himmel malen“

  1. Ich kann zumindest die Frage aus der Anmoderation beantworten. Aus welchem Song kommt „There’s too much confusion“? Antwort:

    All Along The Watchtower (Bob Dylan)

    „There must be some way out of here,“ said the joker to the thief,
    „There’s too much confusion, I can’t get no relief.
    Businessmen, they drink my wine, plowmen dig my earth,
    None of them along the line know what any of it is worth.“

    Das bringt uns einen großen Schritt weiter im Cloud Computing 🙂

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