Digitales Leben

Wir, die Techno-Beduinen

Wireless-Technologie und „always on“ Internet werden die Art und Weise verändern, wie wir arbeiten, leben, lieben und uns selber sehen: 10 Thesen zum Thema „Der Mobilmensch“

1. Der „Road Warrior“ von gestern war wie ein Astronaut, der seinen eigenen Sauerstoff mit sich führen musste. Statt ihn zu befreien, hat ihn das Gewicht seiner mitgeschleppten „Gadgets“ – Laptop, PDA, Mobiltelefon – gefesselt. Der Techno-Beduine trägt sein Wasser nicht mit, weil er weiß, wo er eine Oase findet.

2. Diese neue Freiheit verändert alles: Der Online-Nomade findet immer eine Möglichkeit, sich einzuwählen. Als echter Mobilmensch hat ein anderes Verhältnis zu Zeit, Ort und zu anderen Menschen als sein stationärer Zeitgenosse. Mobilität verändert nicht nur unser Verhalten, es verändert auch unsere Sprache – und damit unser Denken.

3. Während stationäre Menschen immer mehr Papier produzieren, reist der Techno-Beduine stets mit leichtem Gepäck. Er druckt nichts mehr aus, sondern speichert wichtige Dokumente entweder auf seinem mobilen Gerät oder auf einem Server daheim oder in der Firma. Für ihn ist das papierlose Büro heute schon längst selbstverständlich.
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Schalentiere werben für Potenzmittel

Alles, was unsere Aufmerksamkeit erregt wird von Werbern genutzt, um uns mit Reklame zu bombardieren. Werbung folgt uns überall hin. Wenn es genügend Taucher gäbe, wären die schönsten Korallenriffe der Welt begehrte Werbeumfelder. Dann würden Schalentiere auf ihrem Rücken für Potenzmittel werben oder für Verhütungsmittel (Condomi), Barsche würden Fähnchen hinter sich herziehen, auf denen die Vorzüge der neuesten Bademode beschrieben stünden und Haie trügen schwarze Schriftzüge auf weißem Bauch, die den dahin ziehenden Taucher für Kickboxen als Aggressionsventil gewinnen wollen. Weiterlesen

Mensch, der Computer!

Der Computer sei ein „ausgelagerter Teil des Körpers“, sagt Verfassungsrichter Winfried Hassemer in einem Interview der „Süddeutschen„. Fragt sich nur welcher?

Wie wäre es mit dem Bewegungsapparat? Ich träume schon lange von einem Gerät, das mir die Mühe des Fitnesstrainings abnimmt, etwa durch gezielte Stimulation von Muskelgruppen.

Und was ist mit den Geschlechtsorganen? Unterhalb der Gürtellinie hat die Computerrevolution ja längst begonnen: „Cyberdildonics“ nennt sich eine Unterdisziplin der Informationstechnologie, bei der es um die computerisierte Fernsteuerung des Lustempfindens mittels Sensoren und Stimulatoren an besonders empfindlichen Körperstellen geht. Ich erinnere mich an eine Cybersex-Messe in Frankfurt, auf der sich Paare, in Latex gehüllt und mit Drähten gespickt, sozusagen fernliebten. Für Sadomachoisten gab es damals schon die Variante mit spitzen Nadeln, um sich per Hyperlink gegenseitig am Po (oder sonst wo) zu pieksen.

An diesen Messebesuch denke ich nur fröstelnd zurück. Aber wenn wir schon beim Erinnerungsvermögen sind: Ich fände es toll, wenn wir Teile unseres Denkapparats auslagern könnten. In meiner aktuellen Lebensphase beginnt bekanntlich das Langzeitgedächtnis nachzulassen. Einfach in regelmäßigen Abständen eine Backup-Kopie machen! Fehlt dann nur noch der Stirnschlitz für die Memorycard. Am besten jeden Morgen das Gehirn mit Outlook synchronisieren!
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