Digitales Leben

Ein Leben ohne E-Mail

Das klingt erstmal – nun seltsam – so wie nicht mit Seife waschen, ein Handy, aber keinen Mobilfunkturm in der Nachbarschaft, nie auf Fliesenfugen zu treten, weil das Unglück bringt und wie viele andere Ticks, die Leute pflegen und auch noch als das Alleinseligmachende verkaufen. Nun, Luis Suarez versucht jetzt seit 23 Wochen ohne E-Mails zu leben und veröffentlicht jede Woche einen Statusreport .

Suarez ist kein ungewaschener Müsli-Esser, sondern Berater bei IBM Global Services, genauer Evangelist für Social Networking, also sicher kein Technikhasser.
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Newton 2.0

Die Jungs von Apple mögen zwar von Kundendienst keine Ahnung haben (siehe dazu mein Kommentar vom 8. Juli) aber hochfliegende Erwartungen produziert keiner so gut wie sie.

Am besten geht das, indem man sagt, man habe ein tolles neues Produkt in der Pipeline, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Nur drüber reden können wir leider noch nicht. Nichts macht Journalisten wilder, als wenn sie ankitzelt und dann unbefriedigt sitzen lässt.

Der Trick funktioniert perfekt, wie Apple-COO Tim Cook am Montag wieder mal bewiesen hat.
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Öffentlich-Rechtlicher (Online-)Rundfunk, die Zwoote

Angesichts der erfreulich angeregt geführten Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet erlaube ich mir einfach noch einen Nachschlag zum Thema. Nicht nur weil dabei so wunderbar die kontroversen Positionen auf der Plattform selbst (siehe die Kommentare von Tim Cole, Michael Kausch und Christoph Witte) und weit darüber hinaus (Dank an Stephan Fink et al.!) deutlich wurden, sondern weil mir im Verlauf der Debatte auch einige neue Ideen und Anregungen durch den Kopf gingen, die die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema vielleicht ja noch weiter anregen könnten.

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Das schmutzige Geheimnis der Fernsehmacher

Interessante Unterhaltung heute mit einem Freund, der ein hohes Tier in der ARD ist. Das „schmutzige Geheimnis“ sei, dass die TV-Redakteure selber gerne die Bälle im Internet flacher halten würden. Denn siehe da: Es gibt bei der öffentlichen Sendern genau die gleiche Kluft zwischen Fernsehmachern und den Kollegen der Onlineredaktion wie zwischen Print-Redakteuren und den Jungs von der Online-Front. „Die können kein Fernsehen machen“, sei die vorherrschende Meinung – ein abfälligeres Urteil kann es unter Fernsehleuten nicht geben.

Erinnert mich alles fatal an frühere Print-Zeiten, als die „echten“ Schreiber auf die Emporkömmlinge in den Online-Redaktionen herabblickten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von „richtigem“ Journalismus hatten und ihnen nichts als zusätzlichen Arbeit und Ärger machten.
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Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Verleger und das Internet

Da haben sich also in München die Vertreter der großen deutschen Verlage von Springer über Gruner & Jahr bis zu Burda zusammen getan und eine „Münchner Erklärung“ formuliert. Ziel dieses Papiers (sic!): Die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland einzudampfen und radikal zu beschränken. Deren Angebote dürften im Web weder journalistischen Charakters sein, noch Ratgeber-Funktionen beinhalten und auf gar keinen Fall mit Werbung garniert werden, in jedem Fall aber nach 7 Tagen zu löschen sein. Eigentlich, so der Tenor der Erklärung, sollte das ZDF in Zukunft am besten nur noch die Mainzelmännchen im Internet zur Verfügung stellen.

Grund des grotesk anmutenden Ansinnens: Das bekanntlich aus Zuschauer-Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Angebot gefährde die publizistischen Aktivitäten der privatwirtschaftlichen Presse im Internet. Mann will sich also einen unliebsamen Wettbewerber vom Hals schaffen. Verständlich – zumal keiner der erklärenden Verlage bislang auch nur ansatzweise ein ähnlich gelungenes, modernes und multimediales, zugegeben: auch aufwändiges Informations- und Unterhaltungsangebot im Internet an den Start gebracht hat, wie etwa die „Mediathek“ des ZDF.
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IT wie auf Wolke sieben

Seltsamerweise diskutieren wir in der IT immer sehr grundsätzlich. Digital eben: Strom, kein Strom. Funktioniert, funktioniert nicht. Eigentlich absurd in ihrer Grundsätzlichkeit, die Debatten um Windows versus Linux, um Client-Server-Computing versus Mainframe, um Thin- versus Fat-Client und über allem der Streit und die große Frage Make or buy? Dabei wurde zwar immer grundsätzlich gefragt, aber gehandelt wurde und wird von den meisten IT-Verantwortlichen pragmatisch. Ein bisschen Linux geht schließlich immer, genauso wie Thin-Clients in bestimmten Bereichen Sinn ergeben oder auch Teile der IT durchaus von Dienstleistern einkaufbar sind.

Trotzdem werfen wir uns immer wieder mit frischer Verve auf die neuesten Trends. Zur Zeit baut sich eine Kontroverse um Cloud-Computing auf, die sachlich eigentlich nicht nötig ist, aber hoffentlich dazu beiträgt, den Gedanken zu verbreiten.

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Das Kursbuch ist tot – Print stirbt doch

Hans-Magnus Enzensberger schreibt in der FAZ.NET einen Nachruf auf das Kursbuch. Nein, nicht auf „sein“ Kursbuch, jene von mir einst gelesene und von ihm einster gegründete Zeitschrift. Das wirkliche, wahre und echte Kursbuch der Deutschen Bahn wird eingestellt. Ein letztes Mal erscheint der dicke Wälzer, der auf dünnem Papier auflistet, wann, wo, welche Züge eigentlich abfahren sollen. Ein Werk, das in alter Zeit ebenso unverzichtbar war, wie das gelbe Telefonbuch.

kursbuch

In der elektronischen F.A.Z. erzählt der große Erzähler von seinem Vater, einem leidenschaftlichen Zeigefingerreisenden und seinem „Amtlichen Kursbuch für das Reich, Teil 4, Fremde Länder, Jahrgänge 1928-1939“, einem frühen Helge Schneider, der uns von ein paar Jahren den Expeditionsroman „Globus Dei“ auf gleicher Wissensbasis geschenkt hat.

Mein alter Freund Walter war in den 70iger Jahren weithin (jedenfalls im Fränkischen) dafür bekannt, dass er zahllose selten und nur von unbekannten Reisenden genutzte Provinzverbindungen inklusive Anschlussdaten zu den roten Bahnbussen auswendig aus dem Kursbuch rezitieren konnte. Erzählte er uns zu nächtlicher Kneipenzeit aus dem Kursbuch, so erschloss sich auch mir die Poesie dieses Werks. Ich erinnere mich auch an einen Vortrag von Gedichten Wolf Wondratscheks, in dem eines der Werke bloß aus einer Zusammenstellung solcher Kursverbindungen bestand.

Ich werde es vermissen, das Kursbuch der Deutschen Bahn, auch wenn ich es schon lange nicht mehr zur Hand genommen habe. So wie ich bald schon das konservative Rascheln der F.A.Z. vermissen werde, auch wenn ich sie seit langem schon nur in den Ausschnitten eines Clippingsdienstes lese.

Das Ende von eBay

eBay hat sein Geschäftsmodell verraten – und damit seine Kunden und Partner!

Wie die New York Times heute berichtet, hat der neue eBay-Chef John Donahue heimlich einen Mega-Deal mit dem Marktplatzbetreiber Buy.com abgeschlossen, der diesem erlaubt, die Seiten von eBay mit Millionen von Festpreisangeboten zu überfluten und damit kleineren Händler („Power Seller“) quasi das Wasser bis an den Hals steigen zu lassen.

Der Handelsriese Buy.com mit seinen knallhart kalkulierten Margen bekommt offenbar deutlich bessere Konditionen als die bisherigen Partner und kann mit Lockangeboten wie kostenloser Versand, Rücknahme- und Telefonservice kleinere Händler ausstechen.
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Czyslansky und das digitale Leben!

Welchen Wert hat eine Webseite?

Unlängst habe ich auf meinem Performance Marketing Blog über meine Positionierung in den Suchergebnissen von Google und Yahoo geschrieben. Das Ergebnis : Bei meiner Recherche der Position in den Suchergebnisseiten unter dem Begriff “Performance Marketing” findet man meinen Blog bei Google auf Position 239. Bei Yahoo bereits auf Position 35.  Immerhin wird nach dem Begriff „Performance Marketing“ ca. 2.500-3000/Monat auf Google & Yahoo  gesucht und mein Ziel ist relativ klar. In einem Jahr  bei der Suche nach Performance Marketing unter den ersten 5 Ergebnissen auftauchen. Auch wenn man einschränkend erst einmal folgendes festhalten muß

Interesse am Suchbegriff “Performance Marketing * Marktanteil Yahoo * Position 35 = 0 Klicks
Interesse am Suchbegriff “Performance Marketing ” * Marktanteil Google * Position 239 = 0 Klicks

Digitales Leben

Nun ist ja bekannt, das Suchmaschinen bestimmen was wichtig ist und was nicht wichtig ist.
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