„nie wieder microsoft“

das postuliert der „netzökonom“ der faz holger schmidt heute in seinem blog in bezug auf die einführung des microsoft explorer in seiner achten version. er verweist darauf, dass es microsoft mit dem explorer wieder einmal nicht gelungen sei, den technologischen vorsprung der inzwischen mannigfachen wettbewerber im browsermarkt von google bis firefox einzuholen. „Wer einmal erlebt hat, wie schnell Googles Chrome Seiten aufbaut oder wie komfortabel die Zusatzfunktionen den Firefox machen, wird nie wieder zu Microsoft zurückkehren.“ (holger schmidt)

unter den czyslansky-besuchern führt microsoft den browserkrieg übrigens noch gaaaanz knapp (5 prozent vorsprung) vor firefox. google spielt gar keine rolle.

die sonne wird blau

bluesun

„ibm will sun kaufen“. das berichtet jedenfalls das wall street journal von heute. angeblich hat ibm für die komplette übernahme von sun mehr als sechseinhalb milliarden dollar geboten. das wäre ein wenig mehr, als der doppelte aktuelle börsenwert von sun. was hätte ibm davon? natürlich einen besseren zugang zum markt für web server und web infrastruktur. sun ist hier immer noch mit seinen solaris-rechnern hervorragend aufgestellt. sun ist auch in der open source community stärker verankert, als der blaue riese. vielleicht wäre eine übernahme von sun auch vor dem hintergrund der jüngsten angriffe von cisco interessant: cisco hat ja angekündigt künftig mit eigenen rechnern in den networking-markt zu expandieren. und networking: das ist künftig immer ip-networking. cisco kommt, sun geht! damit es nicht gar so eng wird im markt.

aber vielleicht scheitert das ding ja auch noch. die überschneidungen zwischen blau und sonne sind ja nicht zu übersehen: konkurrierende ansätze im cloud computing, im betriebssystem, im servermarkt. bei einem merger müssten wohl viele mitarbeiter, produkte und technologien gehen. und gehen würden die produkte und mitarbeiter von sun. denn letztlich kauft sich ibm wohl in erster linie den markt von sun.

schade wäre das allemal. und nicht nur aus nostalgischen gründen. sun ist zweifelsohne heute eines derjenigen unternehmen mit den innovativsten und zukunftsorientiertesten mitarbeitern, mit einer starken firmenkultur, die sich seit mehreren jahren schon deutlich der internet- und open source-community öffnet.

lesetipps: heise und czyslansky witte.

Blowjobs – Ryanair wirbt mit Extraservice in der Businessclass …

Das nenne ich eine unterhaltsame und unkonventionelle Ansprache, die Michael O’Leary,  CEO von Ryanair auf dieser Pressekonferenz gehalten hat, aber sehen sie selbst.
Ein Horror für seine Pressereferentin, aber ein viraler Lacher … politisch nicht 100% korrekt, aber wer will das schon sein, wenn er fast eine Million Zuschauer verbuchen kann.

Einer der Themen auf dem letzten Czyslansky-Treffen war auch die Armut der deutschen Sprache, auch wir fanden kein wirklich deutsches Wort für „Blowjob“

Microsoft und das Ende der Software

Dass Microsoft auf Wolke sieben schwebt, ist schon länger bekannt. Steve Balmer hat schon vor Jahresfrist gesagt, dass er die weltgrößte Softwareschmiede aufs Mietmodell einschwören will, und auf der CeBIT-auptpressekonferenz des Unternehmens hat Deutschlandchef Achim Berg heute Details verraten. Die „Business Productivity Online Suite“ (BPOS) soll Firmenmitarbeitern wie Homeworkern übers Internet alle Werkzeuge zur Verfügung stellen, die sie zum Arbeiten brauchen. Das alles als Teil der Cloud Computing-Strategie des Hauses.

Ja ja, ist man als alter Microsoft-Watcher geneigt zu sagen: Abwarten, bis es alle machen, und sich dann draufsetzen. Damit ist Micorosoft schon immer erfolgreich gewesen.

Den Hammer hat Berg aber eher beiläufig in einem Nebensatz fallen lassen: Bis 2011 will Microsoft 25 Prozent seiner Software-Umsätze online machen. Das Ende der Software, wie wir sie kennen, nämlich auf Plastikscheiben gepresst, wäre damit mit einem Schlag in greifbare Nähe gerückt. Wenn das stimmt, dann wäre Microsoft ausnahmsweise mal in einer ziemlich ungewohnten Rolle – nämlich Anführer eines Megatrends zu sein…

Mehr Handys als Wasserhähne?

handy

Die Financial Times Deutschland berichtet heute anläßlich der Eröffnung der Mobile World in Barcelona eine eigentlich erschreckende Zahl: weltweit seien derzeit knapp vier Milliarden Handy-SIM-Karten im Einsatz. Damit würden mehr Menschen mobil telefonieren, als Wohnungen an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen sind!

Ich weiß nicht recht, ob wir uns über diesen Zahlenvergeich freuen sollen …

Microsoft kündigt eigene Shops an

ms store2

Microsoft kündigte gestern an, dass der Marktführer unter der Regie des Ex-Wal Mart-Managers David Porter, eine eigene Flagship-Store-Kette aufbauen will. Damit wollen sich die Leute aus Redmond gegen die gut etablierten Apple Shops aufstellen, riskiert aber Unbill mit dem klassischen Computerhandel. Über die Anzahl der geplanten Läden und die konkrete Zeitplanung schweigt sich Microsoft noch aus.
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Cloud Computing – zuerst einmal kleine Wolken in den Himmel malen

Manche Merksätze degenerieren nicht zu 75 Cent Sprüchen, sondern bleiben gültig: Groß denken und klein anfangen. CIOs, die sich so verhalten haben, konnten vielen Technologiefallen entwischen. Auch auf den neuesten „Paradigmenwechsel“ – in der IT kann man so große Wörter leider nur noch in Anführungszeichen setzen – sollten IT-Manager sich nicht mit aller Macht stürzen. Sicher, Cloud Computing erscheint sehr vielversprechend, ist aber eben auch noch sehr neu und in vielen Dingen unausgegoren. Beispielsweise lassen Datenaustausch, Security und Migrationsmöglichkeiten noch genau so zu wünschen übrig wie die Zahl der ernst zu nehmenden Anbieter. Weiterlesen

Flaues Gefühl bei Satyam

Es wäre jetzt billig zu sagen: „Ich hab’s gewusst!“ Aber irgendwas war komisch bei dem Gespräch, dass ich letztes Jahr mit Ramalinga Raju, dem Vorstandsvorsitzende von Satyam Computer, dem viertgrößten IT-Dienstleistungsunternehmen Indiens, in seinem Büro in Hyderabad (Foto oben) geführt habe. Es war irgendwie eigenartig: Die Floskeln, die Firmenbosse im Presseinterview so von sich geben – „wir sind hervorragend aufgestellt“, „wir werden unsere ehrgeizigen Wachstumsziele erreichen und übertreffen“ – klangen bei ihm besonders hohl und mechanisch, als ob er irgendwie mit dem Kopf ganz woanders gewesen sei.

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Das Internet ist schuld an der Finanzkrise

Was wir im Augenblick durchleben ist die erste echte Finanzkrise im Zeitalter des Internet. Vergessen Sie die Dotcom-Blase – das war, um Alan Greenspan zu zitieren, nichts als „irrationaler Überschwang“. Heute ist das Internet ein Teil des Problems. Vielleicht ist es auch ein Teil der Lösung.

Auslöser der Finanzkrise (nicht der möglicherweise daraus entstehenden Wirtschaftskrise) sind zwei Dinge: Einmal immer kompliziertere und selbst für Fachleute nicht mehr zu überblickende Finanzprodukte wie Derivate, Credit Swaps, Subprime-Hypothekenfonds und „asset-backed securities“, und zum anderen die immer raffinierteren elektronischen Trading-Systeme, über die Kapitalflüsse in Milliardenhöhe völlig unreguliert um den Globus gelenkt werden können. Sie möchten einen Credit Swap von $100 Millionen aufsetzen? Ein Instant Message an einen Hedge Fund auf den Caymans genügt.

Derivate sind heute, wie Paul Kedreosky in „Newsweek“ treffend schreibt, heute „eine Art Kreuzung zwischen Dorfklatsch und Videospiel“: Triviale Konversationen über Blackberry mutieren plötzlich zu Transaktionen, unbeaufsichtigt, unkontrolliert, aber am Schluss mit einem Smiley signiert.

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