Fachkräftemangel in Bayern dramatisch

Der wachsende Fachkräftemangel in den deutschen Wachstumsregionen erfordert phantasievolle Lösungen – und viele parallele Lösungsansätze. Weder ist es mit einigen zusätzlichen Förderprogrammen getan, noch mit ein paar Reformen in der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Allein in Bayern fehlen bald 450.000 Fachkräfte

Im eben veröffentlichen Fachkräftereport der bayerischen IHKs wird die Mangelwirtschaft sichtbar:

  • Aktuell sind in Bayern 4,4 Millionen Fachkräfte beschäftigt.
  • Ende 2017 rechnen die Kammern mit rund 227.000 fehlenden Fachkräften in Bayern.
  • Bis zum Jahr 2030 steigt der Engpass auf etwa 451.000 Personen an.
  • Gesucht werden vor allem beruflich Qualifizierte. Ende 2017 werden in Bayern 195.000 (2030: 406.000) beruflich Qualifizierte und 31.000 Akademiker (2030: 45.000) fehlen.
Fachkräftemangel in Bayern

Aktuelle Strukturdaten zum Fachkräftemangel in Bayern

Stellt man sich vor Augen, dass demnach in wenigen Jahren jeder zehnte Arbeitsplatz für eine Fachkraft in Bayern nicht mehr besetzt werden kann, dann wird offensichtlich, dass einzelne Maßnahmen immer zu kurz greifen werden. Gefragt ist eine umfassende Qualifizierungsoffensive und eine neue  intelligente regionale Verteilung des Wachstums.

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Trend Dienstrad: Deutsche Personaler: Weder radlos noch ratlos!

Zukunft Personal

Vor wenigen Tagen ging die Messe Zukunft Personal mit einem neuen  Besucherrekord zu Ende: Fast 17.000 Führungskräfte und Mitarbeiter von Personalabteilungen kamen an den drei Messetagen nach Köln. Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 732 Ausstellern sieht sich die Kölner Messe als „Europas größte Messe für Personalmanagement“. Jedenfalls zeigt die Zukunft Personal, mit welchen Themen sich Deutschlands HR-Verantwortliche zurzeit so beschäftigen. Einige Stichworte:

  • Arbeit 4.0
  • Remote Offices
  • Home Offices
  • Social Recruiting

Das Dienstrad: Vom Kampf um die besten Köpfe zum Kampf um die feistesten Wadeln

Insgesamt scheint der Wettbewerb um die besten Köpfe härter zu werden. Die Unternehmen lassen sich inzwischen viel einfallen, um junge gut qualifizierte Mitarbeiter anzuwerben. Dabei wird der Kampf um die besten Köpfe offenbar zunehmend auch ein Kampf um die feistesten Wadeln. Fuhr man jedenfalls über die Rolltreppe in die Halle 2.1 ein, dann standen da erstmal Fahrräder herum. Und gleich mehrere Aussteller warben um ihre Konzepte für das neue „Dienstrad“.

Dienstrad auf der Zukunft Personal

Trendsetter auf der Zukunft Personal: Anbieter von Dienstrad-Modellen

Tatsächlich entdecken immer mehr Arbeitgeber das Dienstrad als zeitgemäße Alternative zum Dienstwagen. Das Auto hat in der Generation der „Millenials“ massiv an Statusanzeige verloren. Junge Arbeitnehmer definieren sich immer seltener über die Größe der Alufelgen, aber immer öfter über attraktive Arbeitsbedingungen und über Arbeitgeber, die individuelle Lösungen für ihre Bedürfnisse und Interessen anbieten. Und sie sind sportlicher unterwegs, als ihre Eltern. Und umweltbewusster obendrein. Ein Blick auf die kunterbunten Zweiradschmetterlinge, die jedes Wochenende über die Landstraßen rauschen, reicht eigentlich als Beweis. Aber tatsächlich steigt auch der Anteil des Fahrrads am Verkehrs-Mix auf dem Weg zur Arbeit.

company bike solutions auf der Zukunft Personal

Markus Maus, Geschäftsführer von company bike solutions, war einer der „Dienstrad-Service-Provider“ auf der diesjährigen Zukunft Personal:

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Digitale Beduinen am Wasserloch. Eine Diskussion zur Zukunft der Arbeit im PresseClub München

„Digitale Beduinen in München und die Zukunft der Arbeit“ – über dieses Thema diskutierten am 18. Oktober im Münchner PresseClub auf Einladung des Unternehmerkreises MUK IT (von links nach rechts): Dr. Klaus von Rottkay (COO Microsoft Deutschland), Moderator Dr. Michael Kausch (vibrio), Diana Coso (Senior Director Channel EMC) und Laurent Brückner (Geschäftsführender Gesellschafter Brückner Architekten).

Podium

Diskutierten die Zukunft der Arbeit: Dr. Klaus von Rottkay, Dr. Michael Kausch, Diana Coso und Laurent Brückner.

Vor wenigen Tagen eröffnete Microsoft Deutschland in München seine neue Zentrale. Die Presse feierte die neue Firmenzentrale in zahlreichen Artikeln als „wegweisend für die Zukunft der Arbeit“. Im Kern geht es dabei um Smart Workspaces, also darum, dass fest zugeordnete Standardarbeitsplätze durch Arbeitsplätze ersetzt werden, deren Gestaltung sich an unterschiedlichen Arbeitssituationen orientiert. Dr. Klaus von Rottkay erläuterte im PresseClub das Konzept wie folgt:

Dr.-Klaus-von-Rottkay

Dr.-Klaus-von-Rottkay

Angeboten werden vier verschiedene „Zonen“, die die wesentlichen Arbeitsanforderungen abdecken: den „Think Space“ nutzen die Mitarbeiter für konzentrierte Alleinarbeit, im „Converse Space“ arbeiten Teams an gemeinsamen Projekten, im „Share & Discuss Space“ finden Meetings statt und zum Telefonieren stehen individuelle Telefonkabinen zur Verfügung. Mitarbeiter suchen sich je nach ihren aktuellen Anforderungen einen Platz in einem der Workspaces.

Microsoft Smart Office

Die Zukunft der Arbeit bei Microsoft: Smart Workspaces (Bild Microsoft)

Die Diskussion im PresseClub drehte sich allerdings vor allem um den vielleicht wichtigsten fünften Workspace: den Homespace.

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Wer sich blind aufs Navi verlässt ist selber schuld!

TeslaDer Unfall eines selbstfahrendenTesla, bei dem ein Mann in Florida ums Leben kam, hat eine breite Dikussion um SInn, Unsinn, Grenzen und Möglichkeiten autonomer Fahrzeuge angezettelt.

Tesla, wie jeder weiß, ist nach dem serbischen Erfinder Nokila Tesla benannt, der einst Thomas Edison herausforderte, was zu dem berühmten „Krieg der Spannungen“ führte: Edison war ein Anhänger des Gleichstroms, Tesla machte sich für die Wechselspannung stark. Am Ende gewann Tesla, aber er bekam zunehmend einen Ruf als „verrückter Wissenschaftler“. So lebte er die letzten Jahrzehnte zurückgezogen in einem New Yorker Hotel, wo er 1943 starb.

Kurz vorher besuchte ihn Czyslansky, und die beiden heckten (unter erheblichem Aukolholeinfluß!) die Idee einer „Quantenspannung“ aus, in der Strom gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen fließen sollte. Beim Versuch, eine Pilotanlage zu bauen, brannten sie das Hotel bis auf die Grundmauern ab, und Tesla war gezwungen, ein allerletztes Mal umzuziehen, während sich Czyslansky unauffällig in einem Trampfrachter außer Landes brachte.

Aber das nur am Rande. Zum Thema selbstfahrende Autos hat Czyslansky nur eine Skizze hinterlassen über einen „Robo-Chauffeur“, der auf festen Routen fahren und so einen individualisierten Gegenentwurf zur Straßenbahn und zum Personennahverkehr bilden sollte. Weiterlesen

High End 2016 – Der verzweifelte Versuch auf einer Messe nichts zu verkaufen

High End 2016

Vielen High End Ausstellern fehlt der Drive

Es gibt wenige Branchen, die seit so vielen Jahren auf so hohem Niveau jammern, wie die gehobene Hifi-Branche, die sich selbst High End nennt. Während die Medien vom Hype um Plattenspieler kreischen und Journalisten ob der Preisschilder auf Röhrenverstärkern und Edel-Playern sich verwundert die Augen reiben, klagen auch in diesem Jahr viele Aussteller der Weltleitmesse High End (seit heute im Münchner M.O.C.) über die Unlust der Menschen, für hochwertige Musikanlagen Geld auszugeben. Weiterlesen

Fallbeispiel: So funktioniert Social Media wirklich!

wordpressstats200316Wenn ich mal Zeit habe, schreibe ich eine Fallstudie über die letzten Tage auf Facebook und in den sonstigen sozialen Medien.

Es fing eigentlich ganz harmlos an mit einem Beitrag, den ich auf LinkedIn geschrieben habe und in dem es um den scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der einstigen „Leitmesse“ CeBIT ging. Die CeBIT 2016 war für mich eine riesige Enttäuschung, obwohl ich viele alte Freunde und Kollegen dort getroffen und tolle Gespräche geführt habe. Aber dazu hätte ich ja nicht unbedingt nach Hannover fahren und für 250 Euro die Nacht im Airport Maritim Hoetl übernachten müssen. Der Höhepunkt der Messe war für mich ohnehin schon am Vorabend, als ich mich mit Gunnar Sohn, Hannes Rügheimer, Christian Spanik und weiteren alten Mitstreitern im „Roma“ getroffen habe, um auf unseren viel zu früh verstorbenen Freund Ossi Urchs anzustoßen. Alles, was danach kam, war eher antiklimaktisch. Und den guten, alten Presse-Shuttle haben sie auch abgeschafft… Weiterlesen

Finanzkrise: Das Internet ist schuld – und die Lösung zugleich!

Wie konnte das passieren? Google hat es doch schon lange gewusst, was sich da in den Finanzmärkten der Welt zusammenbraut. Wer nach „mortgage crisis“ sucht, findet Artikel aus den Jahren 2003, in denen bereits vor dem Platzen der Immobilien-Blase in den USA gewarnt wurden. Es kann also keiner behaupten, er habe es nicht gewusst.

Das In­ternet war Schuld an dem globa­len Zu­sammenbruch der Fi­nanzmärkte. 2016 kann es Teil der Lösung sein.

Eigentlich müsste das Internet wie ein Frühwarnsystem funktionieren – tut es aber offensichtlich nicht. Das kann nicht daran liegen, dass Banker nicht surfen. Wohl aber, so scheint es, schauen sie sich die falschen Seiten an. Wer immer nur wie ein Kaninchen die Schlange auf die Aktienkurse bei Bloomberg starrt, dem geht über kurz oder lang die Übersicht übers große Ganze verloren. Weiterlesen

Das Ende einer Erfolgsstory, oder warum ich meinen Tee jetzt bei Amazon bestelle

Schön war's - aber nun ist's vorbei...

Schön war’s – aber nun ist’s vorbei…

Die Wiege des Onlinehandels in Deutschland stand in Oldenburg in Holstein. Studenten der Fachhochschule Flensburg waren auf der Suche nach einem typischen Einzelhändler, den sie als Fallstudie ins neugeschaffene World Wide Web stellen und damit beweisen konnten, dass dieses Webs-Dingsda auch als Verkaufsplattform taugt und nicht nur als akademische Spielwiese. Der alte Frank Franken, der in Oldenburg seit vielen Jahren ein Teegeschäft betrieb, schien ihnen ein geeignetes Opfer zu sein, und sie bauten mit seiner Zustimmmung einen noch recht primitiven Webshop, der aber funktionierte. Das Problem war nur: Der alte Herr Franken hatte keinen Computer. Macht nichts, sagten sich die Kids, und programmierten ihm eine Fax-Weiche, so dass die Online-Bestellungen bei ihm halt ganz altmodisch aus dem Faxgerät herausgerattert kamen.

Der Web-Laden war ein großer Erfolg, und auch ich habe dort von Anfang an meinen Tee gekauft, zumal Herr Franken einen wunderbaren, allerdings auch sehr teuren Oolong namens „Butterfly of Taiwan“ anbot, der mir bis heute sehr gut schmeckt. 20 Jahre lang habe ich dort brav meinen Tee bestellt, auch später, als Herr Franken längst tot war und seine Nachfolger das alte Ladengeschäft geschlossen hatten und den Tee nur noch per Internet vertrieben. Ich benützte das Beispiel auch in meinen Vorträgen als eine der typischen kleinen Erfolgsstories des E-Commerce in Deutschland. Weiterlesen

Heute ist der „International Homeoffice Day“

Jeder Anlass hat seinen Tag. Heute ist der „Internationale Home Office Tag„.

Home Office Day

„Ich packe meinen Office-Rucksack“. Die Mitarbeiter werden mobil und wandern vom Home Office direkt ins Lager der digitalen Beduinen.

In meiner Agentur vibrio haben wir das zum Anlass genommen, heute einmal alle komplett im Home Office zu bleiben (Zur aktuellen Diskussion über Home Offices siehe auch den Bericht zu einem Event im PresseClub: Zukunft der Arbeit). Nur die Server bleiben im Server-Raum. Das ist neu. Und eine kleine Generalprobe.

Home Office? und wo soll ich dann mit dem Photo meiner Kinder hin

Angefangen hat alles im Jahr 2003. Nein, eigentlich hat es damals eben NICHT angefangen. Im Herbst jenen Jahres schlug ich meinen Kolleginnen und Kollegen vor, das Büro zu verkleinern. Ich wollte die feste Zuordnung von Arbeitsplätzen auf Mitarbeiter aufgeben: jeder sollte nur mehr einen Rollwagen für sein persönliches Habitat haben und sich morgens einfach mit seinem Office-Rollator einen freien Schreibtisch suchen.  Ich hatte es so unendlich satt, ständig auf leere Schreibtische zu gucken. Schließlich nahm schon vor mehr als zehn Jahren die Zahl unserer Teilzeitmitarbeiter/innen massiv zu. „Schuld“ war eine Regelung, die es jedem Mitarbeiter erlaubt, seine individuelle Arbeitszeit auch individuell zu regeln: der eine arbeitet 20 Stunden in der Woche, der nächste 28, wieder ein anderer 32 oder 40. In Halbtagsschritten ist alles Mögliche denkbar und alles Denkbare möglich.

Um genau zu sein waren es – leider „natürlich“ – vor allem Kolleginnen, die gerne die Möglichkeit zur Teilzeitpräsenz wählen. Es sind nun einmal bei uns wie anderswo auchl vor allem die Frauen, die die Last der doppelten Berufstätigkeit zu tragen haben:

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Digitale Transformation erfasst das Handwerk

Mobile Generalisten gefragt!

Mobile Generalisten gefragt!

In Zukunft werden wir alle arbeiten, wann und wo wir wollen. Das ist eine Kernthese aus meinem neuen Buch, „Digitale Transformation“, das letzte Woche im Vahlen-Verlag erschienen ist. Wenn ich den Satz aber in meinen Vorträgen wiederhole, bekomme ich häufig Kontra von Leuten, die das Beispiel des Handwerksmeisters zitieren, der viel Zeit in seiner Werkstatt verbringen muss. Manchmal hat man da den Eindruck, das deutsche Handwerk stecke noch im digitalen Mittelalter fest. Dieser Eindruck ist aber falsch.

Woher ich das weiß? Weil ich gerade den „Hagebau Report“ gelesen habe, der den Untertitel trägt: „Die deutsche Bauwirtschaft im Wandel –Herausforderungen für das traditionelle Handwerk“. Darin ist von so genannten „mobilen Generalisten“ die Rede, nämlich Handwerksmeister, die keine feste Werkstatt mehr haben, aber ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten. Ihre Zahl soll in den vergangenen 10 Jahren so stark gewachsen wie sonst keine andere Branche im Bauhandwerk und beträgt angeblich schon mehr als 120.000 Betriebe in Deutschland. Weiterlesen