Alle Beiträge von Lutz Prauser

Was noch fehlt: Das Geschenk Gottes

Achtung – Zynismus

zynismus

… und wieder ist die große Stunde der Heuchler, der Profiteure und der Stimmungsmacher gekommen.
Da macht einer für sie die Drecksarbeit, einen Scheißjob, der neun anderen Menschen das Leben kostet und 27 Menschen zum Teil schwer verletzt. Ein absoluter, mörderischer Scheißjob – und vollkommen unnötig noch dazu.
Und noch während niemand etwas Genaues weiß und die Münchner Polizei vorbildhaft agiert, ist sie da: Die Stunde der Hetzer und Heuchler. Weiterlesen

Ein Statement für nur 1,98 Euro – oder ein Kinderbild

Selten war es einfacher, ein politisches Zeichen zu setzen, 1,98 Euro zu investieren und sich gleich noch ein Genussmittel zu sichern.
Einfach Schokolade kaufen! Es muss allerdings die Richtige sein…

Natürlich ist es günstiger, wenn man einfach auf eine Demo geht, das kostet gar nichts. Laut AfD-Rosenheim und deren Facebook-Post wird man ja sogar dafür bezahlt, wenn man nur wacker gegen rechts marschiert. Das jedenfalls dachten die nur mit begrenzter Intelligenz ausgestatteten treudeutschen Bürger, als sie auf eine ebenso lautende Meldung des Postillon reagierten, diese für bare Münze nahmen und sich bei Facebook gar fürchterlich echauffierten. Keine 12 Stunden später war der Beitag gelöscht – nachdem das „linksversiffte“ Deutschland sich einmal abgerollt hat vor Lachen über die Dummheit der AfD-ler und es hunderte hämischer Kommentare hagelte.
Schade. Solche Zeugnisse der intellektuellen Überlegenheit der urdeutschen Dichter und Denker sollten der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben. Weiterlesen

Kondolenz – meine natürliche Grenze digitaler Transformation

Tim Cole, Czyslansky-Autor, Verfechter und Apologet der digitalen Transformtion wird nicht müde, selbige unablässig zu lobpreisen.
Und für das, was er meint, gebührt ihm meine Zustimmung. Sein Werk ist lesens- und diskutierenswert und zudem ein großer Erfolg. Unermüdlich verkündet Cole seinen Facebook-Freunden jubelpersisch und zyklisch, dass er es schon wieder auf der Amazon-Bestsellerliste in irgendeiner Rubrik wieder auf Platz 1 geschafft (man muss nur die Parameter ordentlich justieren, dann klappt das schon). Die Wandlung von der analogen zur digitalen Transformaton vornehmlich in Unternehmen ist sein big issue. Zu Recht.
Im Privaten aber gibt es Grenzen – zumindest für mich. Es gibt Bereiche der digitalen Transformation, zu denen ich nicht mitgehen werde. Ich weigere mich einfach. Als Beispiel nenne ich Kondolenz.

Tod, Sterben und den Verlust von Freunden in den sozialen Netzwerken zur Sprache zu bringen und zu verarbeiten, ist weder neu noch mir fremd. Gerade in den verangenen Wochen, als zwei Freunde starben, bin ich diesem Thema wieder oft begegnet.
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Ausgetrickst – Ihr Luschen

Ein Misanthrop ist ein Misanthrop ist ein Misanthrop.
Also einer, der die Menschen hasst, zumindest aber ihre Nähe ablehnt. Und er tut gut daran. Denn Menschen sind bisweilen kolossal anstrengend. So sehr, dass man sich gern in ein Schneckenhaus zurückzieht, um seine Ruhe zu haben. Das hat nicht unbedingt was mit Soziophobien zu tun, das Ergebnis ist aber ähnlich. Während die einen den Wunsch verspüren, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, fühlen sich die anderen von ihren Mitmenschen eher überfordert. Und halten sich fern.
Das geht aber nicht, wenn man ein intensives Leben in den sozialen Netzwerken betreibt.
Nun ist das mit Twitter eine entspannte Sache – kaum einer kennt einen und weiß, wer wirklich hinter dem Account steckt. Bei Facebook ist das anders, da steht man mit seinem guten Namen da. Facebook wird ja nicht müde, Accounts zu jagen, die unter Pseudonym geführt werden, und die Betreiber zu zwingen, ihre Klarnamen zu verwenden. Selbigen müssen sie, einmal von Facebook aufgespürt, sogar mit einem amtlichen Dokument nachweisen, wollen sie nicht, das Mark Zuckerberg den Account persönlich still legen lässt.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht…

Worum dann?
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In die Röhre schauen…

Wer macht das schon gern – also in die Röhre schauen?

Aber wenn, dann möchte man wenigstens, das Licht in der Röhre ist, wenn man einen Braten, einen Kuchen oder einen Auflauf in selbige schiebt. Das ist jetzt durchaus ernst gemeint. Die Backofeninnenbeleuchtung ist ein Segen der modernen Zivilisation. Und im Gegensatz zum Kühlschrank lässt sich selbige im Ofen auf seine Funktionalität hin überprüfen. Oder eben auf seine Dysfunktion. Dann nämlich bleibt es dunkel in der Röhre. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es auch kalt bleibt. Oder: Um es kurz zu machen: So ein Birnchen brennt gerne mal durch. Auch im Backofen. Aber der heizt dann trotzdem weiter.

Nun ist das Birnchen in einem AEG (Mod.: BP 5014321M) Einbauofen gar kein Birnchen sondern ein Halopin; genauer gesagt: Eine OSRAM Halogen Backofenlampe EEK D G9 bis 300 Grad Special Oven T-Kolben / 40 Watt / Stecksockel / warmweiß – 2700K.
halopinUnd ein solches Teil gibt im heimischen Herd seinen Geist auf – also kein Licht mehr ab. Und damit beginnt eine merkwürdiges Wiederbeschaffungsodyssee.

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Herr P. sagt „fertig“

Seit Langem wächt es… mal langsam, mal schnell. Tage gehen ins Land, Wochen, Monate. Es wechselt ständig seinen Namen. Heute habe ich es STWB-06-01-2016-1 genannt.
Das Dokument.
Und dann – ganz plötzlich – spürst Du dieses schwer beschreibbare Gefühl, dass Du sagen kannst: Fertig.

langtNach nur 35.143 Wörtern. Eine Mischung aus Stolz und Zweifel macht sich breit.
Plötzlich weißt Du, dass jedes weitere Wort eines zu viel wäre. Was jetzt vielleicht noch fehlt, kann ich mir aus meinem Kopf auch nicht mehr herauspressen. Wenn, dann müsste es schon weitaus mehr sein als nur ein weiterer Absatz, ein paar originelle Formulierungen oder eine Randbemerkung. All das braucht es nicht mehr. Es würde den Text nicht signifikant verbessern, nur noch verlängern – künstlich aufblähen und damit verwässern. Es wäre nur noch eine Kette aus Verschlimmbesserungen, die – wenn man einmal damit anfängt – nie mehr abreißt. Weiterlesen

Nachklapp zu #Naidoo: Thomas Schreibers Schuh

Kaum zwei Tage dauerte es, bis die ARD eingeknickt ist und einen Rückzieher machte: Xavier Naidoo wird Deutschland (Sie erinnern sich: Das Land, dass es nach Naidoos Anscht gar nicht als souveränen Staat gibt) nicht vertreten. Die über 25.000 Unterzeichner der verschiedenen Online-Petitionen können sich zurücklehnen, ebenso Twitterdeutschland, die vielen Naidoo-Kritiker auf Facebook und die großen Medien. Denn auch sie alle haben über die heftige Kritik gegen den Mannheimer Sänger berichtet, zum Teil mit sehr deutlich formulierten kritischen Worten.
Spiegel Online ist es immerhin eine Eilmeldung wert, die über dpa und andere Preseagenturen gestreute Meldung an seine Leser zu bringen:
spon-shotDort heißt es, ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sei klar gewesen, dass Naidoo polarisiert. Mit der Wucht der Reaktion habe der Sender jedoch nicht gerechnet. Weiterlesen

Muttertiere

Rebecca R ist ein Muttertier. Und das ist stinksauer. So bekundet Recca R. das auf Facebook und setzt gleich das entsprechende Emoticon dahinter. Denn Söhni wurde Leid angetan. Und schon ballen sich die Fäuste des Muttertiers – und noch mehr. Ihr brennen die Sicherungen durch, was heißt: Sie handelt ohne nachzudenken. Absolut emotional und absolut stinksauer.
Das Söhni eine geklatscht bekommen ist natürlich nicht in Ordnung, und das steht auch gar nicht zur Debatte, das nur vorweg…

Worum geht es?
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