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Parlamentspiraten

Vielleicht hat es ja jemand mitgekriegt: Nach dem Urteil gegen die Internet-Tauschbörse „Pirate Bay“ haben einige Leute aus dem IT-Bereich in Schweden eine Partei gegründet. Sie setzt sich gegen die zunehmende staatliche Überwachung und Reglementierung des Internets ein. Bei den Wahlen zum Europa-Parlament hat die „Piratenpartei“ auf Anhieb 7,1 Prozent der Stimmen erreicht und wird in Zukunft mit einem Abgeordneten in Sraßburg vertreten sein. Ich finde das ganz beachtlich, wenn man bedenkt, dass sich ihr politisches Programm auf Gesetzgebung fürs Internet beschränkt.
Wie notwendig eine solche Partei auch hierzulande wäre, zeigt diese afp-Meldung von gestern: „Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz will die bei der Kinderpornografie geplante Sperrung von Internetseiten auf andere Bereiche ausdehnen. ‚Natürlich werden wir mittel- und langfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden‘, sagte Wiefelspütz der Berliner Zeitung.“
Schon interessant, was solche Leute für „natürlich“ halten.

Wer will schon recht haben?

Ich nicht, vor allem, wenn die Verdummung so deutlich praktiziert wird – ich fühle mich unter meinem Niveau verarscht. Der folgende Text hat das Datum vom 13. März 2009 – zwischen Beginn der Kampagne von Roche, dem Hersteller von Tamiflu (25. April), und Vollzug durch die Bundesregierung liegen nicht mal drei Wochen:

Mangelndes Vertrauen in Vorräte der Länder
Bund kauft eigene Grippemittel

Angesichts der Gefahr einer Grippe-Pandemie befürchtet die Bundesregierung, dass die Vorräte der Länder an antiviralen Mitteln nicht ausreichen könnten. Sie will daher eine eigene Bundesreserve anlegen, wie aus einer Vorlage an den Bundestags-Haushaltsausschuss hervorgeht. In dem Papier beantragt das Gesundheitsministerium eine außerplanmäßige Ausgabe von bis zu 90 Millionen, um Medikamente wie Tamiflu und Relenza anzuschaffen.

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Zwischen Bhagwan und Autowahn

Das Elend des Philosophen

Friedrich Nietzsche hatte sein Leben lang ein gesundes Misstrauen gegen fest angestellte Philosophen, vom Staat bezahlte Denker, Professoren, die sich den Luxus von Wortspielereien und ein materiell sorgloses Leben auf unkündbaren Lehrstühlen leisten konnten. Einer von diesen heißt in der Gegenwart Peter Sloterdijk. Er hat sich zu einer Art philosophischem Popstar entwickelt, mit eigener Fernsehsendung und alle Jahre wieder einer mehr oder minder umfangreichen Buchveröffentlichung. Früher hing er mal dem Bhagwan an und reiste ins indische Poona, um den Ashram in Augenschein zu nehmen und die sexuelle Befreiung zu begutachten (oder zu erfahren). Nietzsche hat er auch gelesen und darüber geschrieben. Naja, spricht wirklich nicht gegen ihn, und wenn Universitäten für folgenloses Wörterjonglieren auch noch Geld ausgeben … Wer wollte es ihm verdenken, wenn er es sich überweisen lässt und sich heimlich ins Fäustchen lacht.

Nun hat er also ein neues Werk herausgebracht, und ich nehme es zum Anlass, wie der Igel dem Hasen zuzurufen: Ich war zuerst da. Weiterlesen