Alle Beiträge von Alexander Broy

Künstler, Autor und Internet-Professional

Mindestlohn für Blogger?

Da gibt es diese neue Jobbörse für Blogger: Bloggerjobs.de.
Weil die auf Basic Thinking ein Werbebanner schalten und Robert sein Blog verkauft, und mich das interessiert hat, und ich mir seinen letzten Blogeintrag mit der Verlinkung auf „I did it my Way“ von Ol‘ Blue-Eye angeguckt habe, habe ich dieses Banner gesehen und drauf geklickt. Ich weiß nicht, ob ich das tat, um Robert noch ein paar Cents zuzuspielen, wenn seine Auktion doch nicht so gut laufen sollte, oder ob ich tatsächlich einen Job als Profiblogger gesucht habe …
Da werden also Blogger gesucht, die für Geld, für Spaß, für Ruhm und Ehre, oder aber für eine Beteiligung an einem sicherlich hochseriös und stockkonservativ businessplanisierten Geschäftsmodell bloggen.
Eine Anzeige habe ich mir dann mal genauer angesehen, denn ich Blogge gerne für Geld oder eben ganz für die Katz. Da heißt es also:

Ich suche einen zuverlässigen Blogger, für den Bereich Online-Marketing.
<blabla> Themen, Anforderungen </blabla>

Dann wurde es interessant:

Vergütung: Bezahlt wird Monatlich, pro Beitrag 10 € (bei mindestens 250 Wörtern).

10 Euro also für min. 250 Wörter, das sind durchschnittlich 1300 Anschläge, dass macht dann gerundet pro Zeichen 0,77 Cent. Zum Vergleich im PR Bereich werden ungefähr 10-15 Cent pro Zeichen gezahlt.
Wenn ich ein Thema recherchiere und brauche dazu, sagen wir mal mindestens eine Stunde, dann schreibe ich noch eine Stunde lang die geforderten 250 Zeichen, dann bin ich mit meinem 5 Euro Stundenlohn schon wieder mitten in der Mindestlohn-Diskussion und das bei einem Fachgebiet (Online Marketing) in dem man an einen Stundenlohn im dreistelligen Bereich gewohnt ist.
Der Deutsche Journalistenverband geht im übrigen in seinem Honorarleitfaden bei Kurztexten (<1000 Zeichen) von einer Pauschalvergütung von 120 Euro aus.

Das war jetzt bestimmt nicht repräsentativ, aber ich denke man kann schon ein wenig aufs Ganze schließen: Bloggen in Deutschland ist ein schönes Hobby, aber noch lange kein Beruf.

Dieser Blogeintrag hat 310 Wörter und ist für lau.

Basic thinking bei ebay? Czyslansky ist unverkäuflich!

Robert Basic kündigte an, er würde sein Blog Basic Thinking bei ebay versteigern: inklusive Domain, Blogbeiträgen und Kommentaren. Diese etwas überraschende Nachricht brachte dem A-Blogger 208 Kommentare ein, sowie (von mir) ungezählte Blogbeiträge in anderen Blogs.

Allerdings ohne ernsthafte Kaufabsicht, bin ich dann mal in das Online-Auktionshaus und habe die Suchfunktion betätigt. Ein einziges in Frage kommendes Angebot konnte ich unter „Basic Thinking“ finden, und zwar ein mausgraues T-Shirt in Größe XS.

T-SHIRT / TOP maat XS merk: *basic thinking* à 1 €Ist das ein Fetisch Artikel? Hat Robert dieses T-Shirt wirklich getragen? Ich bezweifle das, denn ich kenne seine Statur, XS passt ihm niemals!

Ich werde die Bucht weiterhin aufmerksam beobachten und bin gespannt, ob er es wirklich tut und Deutschlands Nr. 1 Blog auf ebay verhökert, oder ob es nur ein PR Trick ist, um im neuen Jahr ein wenig für Aufsehen zu sorgen.

Eines ist jedoch gewiß: Czyslansky wird nicht verkauft, Ehrenwort.

Nachtrag 15.1.09: Heute ist Auktionsende: hier ist das Interview mit Robert Basic auf 3sat.

Holy fucking shit …

„Holy fucking shit I was just in a plane crash!“

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Das war die erste Meldung, die es am Samstag über den Flugzeugabsturz einer Boing 737 in Denver, Texas zu lesen gab. Nein, keine Tickermeldung von CNN, nicht AP oder DPA; deren Nachrichten Stil ist eine Spur präziser und sprachlich auch etwas gewählter. Diese Meldung twitterte Mike Wilson unter seinem Twitter-Nickname: 2drinksbehind und zwar vom Rollfeld, ungefähr 7 Minuten nachdem er aus dem brennenden Wrack geklettert war. Danach twitterte er munter weiter aus der Flughafen-Lounge, in der die unverletzten Passagiere untergebracht worden waren. Vor allem die Tatsache, das die Fluggesellschaft Continental ihnen nicht einmal ein paar Drinks spendierte, machte ihn ausgesprochen ungehalten.

You have your wits scared out of you, drag your butt out of a flaming ball of wreckage and you can’t even get a vodka-tonic. Boo

Das ist verdammt schlechte PR für Continental. Ein Absturz kann jeder Fluglinie mal passieren, aber dass man auf den Schreck nicht mal einen Drink bekommt, ist schlechter Stil und absolut unverzeihlich.

Achtung: Bloggen kann die Freiheit gefährden

Ist es nicht fahrlässig Thesen wie: “ Weil der Journalist sich ändern muss“ in die Welt zu Posaunen, wenn man doch weiß, wie leicht einen Bloggen und Online-Berichterstatten im weitesten Sinne, in den Knast bringen kann.
Laut einer Studie des Komitee zum Schutz von Journalisten befinden sich gerade 125 Journalisten hinter Gittern. 56 davon sind Onliner. In chinesischen Gefängnissen ist das Verhältnis 24 Blogger zu 4 klassischen Qualitätsjournalisten, von dieser Quote träumt so manch einer hier in unserem Land.
Jetzt hat der chinesische Journalist sich geändert, wie Thomas Knüver es ja fordert, und was hat er davon? Wäre er brav bei den öffentlich rechtlichen geblieben und hätte geschrieben, was der Regierung gefällt … Nein, er musste ja Staatsgeheimnisse ausplauderntwittern und in seinem Blog nationale Interessen verletzen. (Das sind die Hauptanklagepunkte, so die Sudie)

Man sollte auf jeden Fall zuerst eine Whitelist der Länder bekanntgeben, in denen man gefahrlos Bloggen darf, bevor man die Kollegen fahrlässig gefährdet.