Alle Beiträge von Alexander Broy

Künstler, Autor und Internet-Professional

Entzweit uns Pluseins?

Ja, ich bekenne mich schuldig. In meinem aktiven deutschen Wortschatz befinden sich ein paar Wörter und Wendungen, die von zweifelhafter sprachlicher Schönheit sind und sicher noch ein paar Jahre brauchen, um von der Dudenredaktion geliked zu werden. (Oops!)

Ja, ich habe schon gedownloadet, etwas geupdatet und auch schon das eine oder andere gebackupt oder heruntergestreamt. Dass ich ständig was google ist selbstverständlich und das ist inzwischen ja schon salonfähig.

Beim Liken tu ich mich noch etwas schwer, aber dass ich etwas Pluseinse? Das geht mal gar nicht, wie man heute so schön sagt. Oder heisst es +1sen? Für die unter Ihnen, die noch nichts gepluseinst haben, +1 ist ein neuer Dienst von Google, der die Googlesuche um ein soziales Empfehlungs-Element bereichern soll.

Weiterlesen

Benzin im Blut

Alkohol und Autofahren soll sich ja angeblich nicht so gut vertragen – bekommt man zumindest heutzutage immer wieder zu hören. Obwohl von Czyslansky berichtet wird, dass er immer eine Flasche Schnaps im Handschuhfach bereit hielt, um im Falle eines Unfalls auf Unzurechnungsfähigkeit durch Alkoholeinfluss plädieren zu können. Ob er jemals damit durchgekommen ist und ob er überhaupt einen Führerschein zu Verlieren hatte, ist jedoch nicht überliefert.

Was auch immer dieser E10 ist, der gerade durch die Medien geistert, er enthält jedenfalls 10% Ethanol, damit ist es in etwa mit Wein oder Sekt vergleichbar. Bei einem Literpreis von rund 1,5o Euro ist er sogar vergleichsweise günstig, fast hätte er dadurch das Zeug zum „Champagner des kleinen Mannes“, aber das Gesöff ist erstaunlicherweise recht unbeliebt – vermutlich – weil es ausschliesslich an Tankstellen verkauft wird und das neuerdings nur noch bis 22 Uhr.

Was haben die Hersteller von Uzo 12, Pastis 51 und Licor 43 besser gemacht, als die Mineralölindustrie mit ihrem E10? Das wird bestimmt der Benzin-Gipfel klären und dann haben die Motorsportfreunde nicht mehr nur Benzin im Blut.

Braucht Czyslansky eine Quotenfrau?

Also ich persönlich habe ja schon eine Quotenfrau, sogar noch zusätzlich eine Quoten-Exfrau und dazu auch noch eine Quoten-Tochter. Allerdings habe ich drei Söhne und nur eine Tochter und bin ich damit mal wieder politisch unkorrekt oder mache ich mich damit sogar irgendwie strafbar?
Aber wie schaffe ich es denn genauso viele Töchter wie Söhne zu zeugen und was ist, wenn mir das erst mit 10:10 gelingt, kann sich die Bundesregierung überhaupt so viel Kindergeld leisten?

Ich finde die Diskussion über Frauenquoten total „retro“, passt irgendwie in das Revival der 1980er, so wie Schulterposter und Collegeschuhe.
Also Unternehmen sollen jetzt von genauso vielen Frauen, wie Männern geleitet werden. Aber was ist, wenn es nicht genug Frauen gibt, die genauso korrupt, verantwortungslos sowie macht- und geldgierig wie ihre männlichen Kollegen sind? Dann hat die Wirtschaft ein Problem und wo soll dann unsere nächste Banken- und Wirtschaftskrise herkommen?

Und was ist mit der Czyslansky-Gesellschaft? Es gibt nicht eine einzige Czyslansky Jüngerin!

Meine Herren! (diese Anrede ist noch okay)
Was gedenken wir zu tun?

  • TV-Casting Show CSDQF (Czyslansky Sucht Die Quoten Frau)
  • Geschlechtsumwandlung eines Freiwilligen

Ich bitte um weitere Vorschläge

Hunde wollt ihr ewig leben?

Einen völlig entgeisterten Gesichtsausdruck hat die Nachricht über die Helmpflicht für Skifahrer und Snowboarder in Österreich bei mir hervorgerufen, als ich nach vielen Jahren Wintersportabstinenz, mal wieder auf mein Brettel gestiegen bin. Bisher gilt sie allerdings wohl nur für Jugendliche und Kinder.

Aber warum hat mich das verwundert? Das war doch nur eine logische Folge:

Wir „feiern“ dieses Jahr das 30-Jährige Jubiläum der Anschnallpflicht, Warnwesten sind Pflicht geworden, Rauchverbot in der Gastronomie, Verbot für Alkohol, sowie für fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel werden sicherlich auch bald folgen. Die Helmpflicht gilt sicherlich auch bald für Fahrradfahrer und Fussgänger. Schwimmwestenpflicht für Segler und Surfer ist auch schon in einigen Ländern Usus. Dass der Papst in gewissen Situationen Kondome erlaubt, mündet doch sicherlich in einer allgemeinen Kondompflicht – Gibt es die in Schweden nicht sogar schon, oder verwechsle ich da was?

Muss ich, aufgewachsen in den Siebzigern, wo noch im Bundestag geraucht wurde, der als Kind noch auf dem Rücksitzen herumgeturnt ist, der Mitschüler, die mit Helm radeln mussten noch als „Helmi“ verunglimpft hat … muss ich bald mit Warnweste, Helm, Kondom und Rückenprotektor über die Strasse laufen?

Warum?, frage ich mich. Wer hat denn ein Interesse daran, dass ich ewig lebe? Bin ich als Konsument so wichtig für die Wirtschaft, bin ich als Steuerzahler so unverzichtbar, oder hat die Krankenkasse Angst davor mir könnte etwas zustossen?

Wem ist mein Leben und meine Unversehrtheit wichtiger als meine Selbstbestimmung und meine Freiheit?
Wer erklärt mir das bitte?

Musiktipp: Dan Reeder – Blues vom Allerfeinsten

Als es den Pfarrerssohn aus Minnesota in den Achtzigern nach Franken verschlagen hat, dürfte das einen gewaltigen Kulturschock erzeugt haben, von dem sich allerdings anscheinend sowohl Dan Reeder, als auch das Frankenland einigermassen erholt haben dürften. Gäbe es einen Czyslansky-Award für Musik, dann würde ich die Jury mit etlichen Kisten Single-Malts und kubanischen Zigarren bestechen, dass Dan ihn bekommt. (Das ist übrigens das von Czyslansky anerkannte, ja gewünschte Verfahren: „Der, welcher seine Jurykollegen am trefflichsten mit Geist und Rauch zu versorgen weiss, der soll den Gewinner bestimmen“)

Dan Reeder beschränkt sich auf das Wesentliche, sowohl lyrisch, musikalisch, als auch sonst wie. Seine größten Songs heissen: „Food and Pussy“, „All my Money is gone“, „Po Po Dancing“, „I Drink Beer“ aber auch noch Tiefgründigeres, wie „Titty Pussy“. Einen vierten Accord konnte ich bisher auch noch nie heraushören, es ist halt einfach Blues. Dan spielt diese wundervollen Weisen auf selbstgebastelten Instrumenten und bezeichnet sich selbst nicht als Musiker, sondern als Maler.

Dass John Lee Hooker und Tom Waits immer noch als die Stars der Blues gelten und nicht Dan Reeder, liegt nur daran, dass das schüchterne Genie sich weigert vor Publikum aufzutreten, weil ihm der Applaus irgendwie peinlich ist. Eine im angebotene USA Tournee hat er einfach abgelehnt. Das eingefügte Video ist auf einem seiner wenigen Konzerte in einer Musikkneipe entstanden.

Drei CDs gibt es von ihm zu kaufen ( 2 davon auch bei iTunes), die ich Ihnen, lieben Leser, als das perfekte Weihnachtsgeschenk für die Freunde niveauvoller, spiritueller Musik ans Herz legen möchte: Amazon Link.

Ich wünsche euch politisch korrekte Feiertage

„Delirant isti Amerikani“ würde Obelix dazu sagen. „Die spinnen die Amerikaner“

Damit man auch ja keinen irgendwie Andersgläubigen beleidigt, wünscht man sich drüben nur noch „Happy Holidays“ statt „Merry Christmas“ weil das Gegenüber ja vielleicht Hanukkah, den Todestag von einem heiligen Blauwal oder sonst etwas feiern könnte und dann natürlich brüskiert wäre.
Präsident Obama ist mit seiner Weihnachtsansprache auch mächtig in die Kritik geraten, weil er seinem Volk sogar drei Mal Fröhliche Weihnachten gewünscht hat.

Wisst ihr was? Ich scheiss drauf:

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Neger, liebe Zigeuner, liebe Eskimos, liebe Zwerge, liebe Ausländer, liebe Deppen, ich wünsche euch allen ein friedvolles Weihnachtsfest.

P.S.

Also gut, aber nur weil bald Weihnachten ist …

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe stark Pigmentierte, liebe Angehörige einer mobilen ethnischen Gruppe, liebe Inuit, liebe Mitbürger, die vor vertikalen Herausforderungen stehen, liebe Bürger mit Migrationshintergrund, liebe Bildungsferne, ich wünsche euch allen schöne Feiertage und möge euch der Gott/die Götter eurer Wahl segnen, oder auch gar nichts passieren, solltet ihr Atheisten sein.

Bannerwerbung mit Profil

Gestern hat es mich echt vom Hocker gehauen, ich lese gerade auf Bild.de irgendeinen hochwichtigen Klatsch & Tratsch Artikel, als mir das Werbebanner darüber ins Auge springt. Darin wird genau das Produkt beworben, das ich ein paar Stunden zuvor im Internet recherchiert hatte. Ein kleines „i“ in der oberen, rechten Ecke erklärt auf Mouseover:

Sie sehen in diesem Banner Produkte, die aus Sie zugeschnitten sind. Wenn Sie wissen wollen wie das funktioniert, klicken Sie hier

Dahinter steht die Firma Adnologies GmbH aus Hamburg, die sogenanntes Contextual-AdServing vertreibt. Natürlich sehe ich lieber Werbung von einer LED-Leuchte als von Damenbinden. Allerdings war ich darüber geschockt, dass hier jemand ein Profil von mir angelegt hatte, ohne mich vorher zu fragen.

Ich habe auf der Website von Adnologies.com zwar die Möglichkeit das Cookie von der Händlerwebsite zu löschen, aber das verlangt eine Aktion von mir, dem arglosen Besucher.

Ganz ehrlich, mich kotzt das an. Aber wenn mich Abmahn-Anwälte nicht noch mehr ankotzen würden, ich würde es probieren.

Der ultimative Handytest: Android, WinPho7, iPhone4

Es weihnachtet sehr. Die Lebkuchen und Spekulatius sind in den Supermarktregalen bereits hart geworden, draussen sind schon die ersten Schneeflocken vom Himmel gefallen und auch der härteste Griller musste einsehen, dass die Barbecue-Saison vorbei und die „High-Tech Spielzeug unterm Weihnachtsbaum“-Saison begonnen hat.

Das Smartphone hat die Kravatte und Perlenkette als perfektes Weihnachtsgeschenk schon lange abgelöst und der Schenker steht jetzt vor der quälenden Wahl. Welches der Geräte soll man denn der/dem Liebsten unter den Baum legen? Das schicke und sauteure iPhone4? Oder soll es gar ein Telefon mit Windows werden, über das sich der Beschenkte dann die nächsten 2 Jahre ärgern kann …

Die technischen Spezifikationen versteht keiner, die Features sind eh nur reine Werbeversprechungen und funktionieren nie so (brauchen tut sie ohnehin keiner) Aussehen tun sie inzwischen auch sehr ähnlich … Da hilft nur ein wirklich aussagekräftiger Produkttest und den möchte ich Ihnen hier vorstellen:

Welches Handy lässt sich besser grillen?

Alter Mann am Arsch … R.E.D.

Diesen Filmtipp gebe ich nicht etwa deshalb ab, weil ich die Website zu dem Streifen produziert habe, oder weil der Concorde Filmverleih ein ganz besonders guter Kunde ist, nein, diese absolute „Muss man sehen“ Empfehlung kommt von Herzen. Mit R.E.D. habe ich endlich mal eine Comic-Verfilmung, für Erwachsene gesehen. Keine Helden in Strumpfhosen und beknackten Masken, sondern gestandene Männer und Frauen, die mit viel Witz und Gewaltbereitschaft grossartiges Popcorn Kino abliefern. Ich bin davon überzeugt, dass einige der Sprüche auch in unseren Sprachgebrauch übergehen werden und damit meine ich nicht nur Malkovichs „Alter Mann? Alter Mann am Arsch …“ Die Handlung ist schnell erzählt und auch gar nicht so wichtig. Ein paar CIA Rentner sollen von ihrem ehemaligen Arbeitgeber umgebracht werden, weil sie zu viel wissen, aber sie sind natürlich viel zu clever, sich einfach so abservieren zu lassen und zeigen den Jungen, was eine Harke ist. Einfach mal ins Kino, grosse Tüte Popcorn und ein Becks und einen phänomenalen Cast mit Bruce Willis, John Malkovich, Helen Mirren und Morgan Freeman geniessen.

Emanzipation 2.0 – Jetzt noch männlicher

Emanzipation bedeutet, dass man den gleichen Scheiss machen darf wie das andere Geschlecht. Deshalb dürfen schon seit längerem Frauen auch in überfüllten Hörsälen sitzen, irgendwelche korrupte und unfähige Politiker wählen, sich total toll in ihrer Karriere verwirklichen, Kampfjets fliegen, zur Feuerwehr gehen und am Herd steht der ambitionierte Möchtegern-Sternekoch und nimmt sich Elternzeit, weil er sein Vatersein auch ganz intensiv erleben will.

Was Alice Schwarzer und ihre eifrigen MitstreiterInnen allerdings nicht geschafft haben ist, dass Frauen aufhören sich zu kleiden wie der männliche Primat es haben will. Wir wissen Männer können besser glotzen, als denken, deshalb stehen sie eher auf hübsche, als auf intelligente Frauen. Fröhlich unterwirft sich die postemanzipierte Frau, zerstört ihre Füsse in High-Heals, lässt sich das Fett absaugen und puscht ihren Busen zu einem überquellenden Dirndl-Dekolleté – Ist das Leben nicht wonderbra?

Nach Jahren der sexuellen Bedeutungslosigkeit des männlichen Geschlechtsteils für die Partnerwahl – lediglich Geld, Erfolg und Ruhm waren für die nichtemanzipierte Frau entscheidend – ist der Mann jetzt auch ein Sexobjekt und darf es sein. Einen Männerpo öffentlich als knackig zu bezeichnen, ist inzwischen unter „Damen“ längst gesellschaftlich akzeptiert. Was liegt also näher, als dass sich der emanzipierte Mann ein Sixpack antrainiert, enge Hemden wie der Bundestrainer trägt und auf eine Spam-Mail zum Thema Penis-Enlargement antwortet!

Diesen neuen Markt von „Männern, die sich jetzt auch zum Affen machen, so wie die Frauen“ (so die inoffizielle Bezeichnung der Zielgruppe) erobert sich das Kaufhaus Marks & Spencer mit seiner Unterhosen Kollektion „Bodymax Extra Shaping“, einer Unterhose, die den Penis grösser wirken lässt, also eine Art Push-Up für Männer.

Damit folgen Sie der uralten Idee Czyslanskys, der als der Erfinder der „Hasenpfote-“ bzw. „Socke in der Unterhose“ gilt. Viele Rockstars der 70er, wie zum Beispiel Mick Jagger waren Nutzer dieser recht einfachen Technologie, um in engen Hosen männlicher auszusehen – ironischerweise haben zur gleichen Zeit die Frauen BHs verbrannt, um sich zu befreien.

Nun ja, dieses Bild zeigt den Cousin Czyslanskys in seiner Lieblingsbadehose, dem Czyslansky Push-Up Technology Prototyp.