Alle Beiträge von Alexander Broy

Künstler, Autor und Internet-Professional

Nicht lustig!

Es hat wahrscheinlich inzwischen jeder mitbekommen, dass der Vatikan ein Verbot des Titelbildes der Juliausgabe der Titanic erwirkt hat, weil es „uns“ – also unseren Papst mit Pipi- und Kackaflecken zeigt. (Bild bitte selber googeln) Ausgesprochen hat dieses Urteil mal wieder unser Lieblingsgericht in Hamburg, das immer gerne alles zensiert und verbietet.

Hier eine Liste alle Dinge, über die man sich jetzt echauffieren kann. Bitte drucken Sie diesen Artikel aus und kreuzen Sie Ihre Lieblings-Aufreger aus:

  • Verlust der Meinungsfreiheit
  • Verlust der Pressefreiheit
  • Fehlender Respekt vor dem Oberhaupt der kath. Kirche
  • Geschmacksgrenzen werden überschritten
  • Zensur
  • über die kath. Kirche im Allgemeinen
  • Dass der Papst über allen steht, aber eben nicht über Allem
  • über die Protestanten, die nicht mal einen Papst haben
  • über die Gottlosigkeit der Presse
  • Verhöhnung inkontinenter Menschen
  • …. (Platz für Ihre eigene Aufreger)

Konnten Sie einiges aus dieser Liste verwenden, um sich richtig aufzuregen? Dann freue ich mich, Ihnen geholfen zu haben.

Wollen Sie wissen, worüber ich mich aufgeregt habe?
Ja? Nein?
Egal, ich sage es Ihnen ohnehin:
Über die Humorlosigkeit! Es ist einfach nicht lustig, gar nicht! Der Papst, der Kaiser, Czyslansky, Robben … egal Pipiflecken sind NICHT lustig, nicht mal Heinz Erhardt, der Kalauerkönig der 50er Jahre hätte Pipiflecken lustig gefunden. Nicht mal mein dreijähriger Sohn lacht noch über Pipiflecken!
Und das ist Deutschlands bestes und tollstes und lustigstes Satiremagazin? Na dann gute Nacht und jetzt haben sie auch  noch so viel Aufmerksamkeit bekommen …
Der Papst und die Bischöfe haben auch keinen Humor, okay, aber dafür wurden sie weder gewählt noch werden sie dafür bezahlt. Ich weiss zwar auch nicht, wozu und warum sie gewählt und bezahlt werden, aber das ist einen andere Geschichte.

Es bleibt nur noch in Erinnerungen zu schwelgen, als es noch Cover gab wie Zonen-Gabi mit ihrer ersten Banane … wissen Sie noch?

Da hilft nur noch die Selbsthilfegruppe …

„Hallo, ich bin der Alexander und ich habe früher die FDP gewählt.“ Klatschen, verständnisvolles Nicken, die Selbsthilfegruppe anonymer Liberaler heißt mich willkommen. „Danke, dass du dich geöffnet hast, Alexander“, freut sich der Leiter der Gruppe. Entschuldigend führe ich an, dass als noch Grafen und gelbe Pullunder in der Partei zu finden waren, das nicht verwerflich war, aber spätestens als die Fallschirmspringer und Guidomobilfahrer auftauchten, wurde es peinlich und ich habe es nicht bemerkt, wie so viele Andere, die sie in die jetzige Regierung gehoben haben.

Aber ich habe NIE inhaliert, ich habe nie ein Parteibuch besessen, immerhin …
Seit ein paar Jahren bin ich jetzt relativ aktiver Pirat und es ist Wahnsinn, was man sich als ein solcher ausserhalb der IT-Nerd Kreise anhören muss.

„Ihr kämpft doch für die Legalisierung von Kinderpornografie, für die Einführung eines Einheitslohnes und die Abschaffung des Urheberrechtes“, bekomme ich zu hören. Da braucht man schon viel Humor und ein paar Engelszungen (also nicht Marx und Engels), um diesen von den „Etablierten“ aufgehetzten Menschen zu erklären, dass es um die Ablehnung von Zensur, das Grundeinkommen und eine Reform des Urheberrechts geht … Mühsam.

Und jetzt noch Westerwelle, der den Unterschied zwischen Urheberrecht und Markenrecht ignorierend, vom Schaden der Piratenpartei für die deutsche Exportwirtschaft faselt.

Warum erzählt ihr nicht gleich, dass Piraten auch kleine Kinder fressen?
Aber die Menschen sind nicht mehr so dumm, euren Verleumdungen zu glauben. Das Diskreditieren politischer Gegner klappt nicht mehr so gut wie damals. Jeder Dreck, der auf die Piratenpartei geworfen wird, bringt ihr ein Prozentpünktchen mehr bei der nächsten Wahl und die BWLer Partei unter „Sonstige“.
Nur die Scham, sie ein paar Mal gewählt zu haben, bleibt, aber dafür habe ich ja meine Selbsthilfegruppe.

Neuheit: Die digitale Wurst mit QR Code!

QR-Code auf der WurstTransparenz bei Lebensmitteln wird zwar immer wieder gefordert, aber nur wenige Nahrungsmittel werden diesem Anspruch gerecht, ausser vielleicht bei gewissen Sülzen und Käse mit grossen Löchern ist für den Verbraucher das Konsumierte fast immer eine Black-Box. Natürlich versuchen die Lebensmittelhersteller immer mehr Informationen auf die Umverpackung zu drucken, aber wer will diese hässlichen Plastikverpackungen schon auf seinem Frühstückstisch liegen haben, und was ist mit den Menschen, die Ihre Wurst noch beim Metzger kaufen?
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Dr. h.c. Czyslansky

Die Miami Life Development Church bietet nicht nur Theologie-Studienabrechern wie mir und ehemaligen Verteidigungsministern, DIE Chance für 150 Euro einen Doktortitel (Dr. h.c.) zu erwerben, den man dann sogar im Namen führen darf und das ganz ohne Copy & Paste.

Und das beste daran, jetzt kann man den Doktortitel schon für 39,00 Euro bei Groupon bekommen, wenn das kein Schnäppchen ist. Wenn man dem Zähler bei Groupon glauben darf, haben wir schon bald über 2000 neue Doktoren hier in Deutschland.

Ich finde wir sollten als Gesellschaft der Freunde Czyslanskys auch akademische Titel verleihen dürfen, diese wäre allerdings bestimmt sehr viel exklusiver und deutlich teurer, als die aus Miami.

Ich wäre sehr gerne: Professor am Czyslansky Institut für digitales Leben und den ganzen Rest, lässt sich das irgendwie machen?

Rübennase, Rübennase … #EVAG

Wenn du noch einmal Rübennase sagst, dann … dann … dann…
… Was ist dann, Rübennase? (Das Leben des Brian, Monty Pythons)

Torsten, der Twitterknecht Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit in den Sozialen Medien (BfÖiSM) der Essener Verkehrsbetriebe war von einem eher mittellustigen Twitterer, der sich selbst als Satiriker versteht so genervt, dass er ihm kurzer Hand den Hashtag #EVAG verboten hat: Er schrieb:

@VRRdeFanpage Bitte keine hashtag-Nennungen mit der EVAG bitte. Letzte Warnung. *t

Die eifrigen Netzaktivisten, Wutbürger, Wichtigtuer, Hysteriker riechen natürlich sofort Zensur, Bevormundung und so weiter und was tun sie nun?
Na klar, sie Twittern was das Zeug hält mit dem Hashtag #EVAG … und erreichen im Nu Platz 1 der Deutschen Charts … In Social-Media-Berater Kreisen schwadroniert man wissend kompetent über den Barbara Streisand Effekt und macht sich recht wichtig, Torsten rudert sofort zurück:

Generell wollen wir natürlich kein #Verbot aussprechen. Dumm formuliert, sorry! *t

Mensch Torsten, klar nicht und jeder vernünftige Mensch hätte das auch nicht von dir gedacht … Ich seh dich vor meinem geistigen Auge, wie du an deinem Rechner sitzt, irgendwo in Essen, der kalte Angstschweiss läuft dir von der Stirn in die von der letzten Karnevalsfeier übermüdeten Augen und du denkst dir: Was hab ich mir damit nur angetan? 

Ich fühle mit dir und mit all den anderen Corporate Twitterern, die ihr dem Netzmob ausgeliefert seid.

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling …

… aber hilft den Winter überstehen.
Heute möchte ich Sie, geneigter Leser, mit einem Testbericht langweilen beglücken, welchen ich mir, in einem schon Monate dauernden, heroischen Selbstversuch erarbeitet habe.

Ich fahre diesen Winter mit Spikes, um genauer zu sein, den Schwalbe Marathon Winter, einen Fahrradreifen mit Spikes. Was den motorisierten Kollegen untersagt ist, ist uns Radlern erlaubt und reine Freude. Da sieht man sie rutschen und hupen und im Staustehen, Scheibenkratzen, Diesel-fremdstarten und ich rase mit meinen Spikes den verschneiten Amperweg entlang ins Atelier.

Schwalbe Marathon Winter Spikes

Schwalbe Marathon Winter Spikes

Für diejenigen, die sich das Prinzip nicht ganz vorstellen können: In den Fahrradreifen sind Metallstifte von unten hineingeschraubt. Auf der Lauffläche sind Wenige, in Richtung Rand werden es mehr, denn bei schneefreier Fahrbahn sollen sie ja keine Reibung verursachen und sich auch nicht so schnell abnutzen. Legt man sich jedoch in die Kurve, oder  fährt in Schnee und Eis greifen die Metallstifte. Es ist mit diesen Reifen tatsächlich kaum ein Unterschied zum Fahren auf trockener Strasse zu bemerken. Den ziemlich stattliche Preis von 100 Euro (den will ich in diesem Test nicht verheimlichen) sind sie wert und er ist definitiv gerechtfertigt, spätestens wenn man weiss, dass die Spikes in Handarbeit eingeschraubt werden. Weiterlesen

The Queen, you get what you pay for …

Zum heutigen 60. Thronjubiläum der Queen schliesst die TAZ ihren sehr lesenswerten Artikel mit folgendem Satz:

… Wenn die Briten über den Kanal blicken, sehen sie Nicolas Sarkozy und Christian Wulff – und schätzen sich glücklich.

Quelle: Wikipedia - Foto: NASA

Die Briten erleben seit 60 Jahren ein Staatsoberhaupt, das beständig und pflichtbewusst, überparteilich und diskret ihren Dienst tut. Eine Ikone der Verlässlichkeit und Stils – und was haben wir? Christian Wulff, ein profilloses Milchgesicht mit Kredit-, Immobilien-, Auto-, Flugupgrade und sogar Bobbycar-Affären.

Die Queen lässt sich in ihrem Rolls-Royce Phantom VI, der zu Ihrem 25 Thronjubiläum, extra für Sie entwickelt wurde, herumchauffieren.
Das zeigt mal wieder, dass wenn man sich ein vernünftiges Autos schenken lässt, man auch mindestens 35 Jahre Freude daran hat.

Phantom

Quelle: Wikipedia

Ich wage zu bezweifeln, dass irgend ein Q3-5 oder 7 aus Ingolstadt da mithalten kann. Ich weiss auch nicht, ob der PriStaatsoberhauptnce of Wales ein Bobbycar hatte, vermutlich war es eher ein Schaukelpferd auf dem er seine spärliche kindliche Freizeit verbrachte, eines auf dem schon sein Urgroßvater saß und irgendwann seine Urenkel reiten werden.

Fakt ist, dass jeder genau das Staatsoberhaupt hat, dass er verdient. Unsere Schnäppchen – Geiz ist geil – Mentalität beschert uns eben unseren Billig-Präsidenten – eine ordentliche Monarchie kostet ja SO VIEL GELD!!!! Schon allein die Hochzeiten …

You get what you pay for, GOD SAVE THE QUEEN!

 

Warum wir unbedingt einen Bundestrojaner brauchen.

Ich habe mich immer gefragt, warum die Strafverfolgungsbehörden unbedingt eine Software brauchen, mit der sie die Computer von Verdächtigen ausspähen können. Ich will die ganzen Risiken für die Demokratie, den Rechtsstaat, das Recht auf Privatsphäre usw.  jetzt hier an dieser Stelle gar nicht ausbreiten und diskutieren. Auch die Tatsache, dass die bisherigen Versuche eine solche Schad-Software  extrem jämmerlich waren, will ich nicht vertiefen. Mir geht es schlicht und ergreifend um den Sinn diesen Vorhabens, um die simple Frage nach dem Warum. Weiterlesen

Der Dürer Skandal

Wenn man mit einer Fränkin, genauer noch mit einer Nürnbergerin verheiratet ist, erlebt man hin und wieder überraschende Ausbrüche von Nationalstolz. So schlenderten wir vor ein paar Wochen durch Wien und beschlossen doch auch mal in die Albertina reinzuschauen. Kaum betreten wir das Gebäude, da reisst mich ihr Aufschrei aus den Gedanken:
Der Hase gehört doch uns!“ ruft meine Gattin plötzlich fassungslos und bleibt wie angewurzelt vor dem Plakat des Kunst-Merchandising-Laden stehen. Dann fällt sie sogar – für sie untypisch – in ihren Heimatdialekt. Das klang dann in etwa so: „Was machd denn unser Dürer-Haaas in der Alberdina?“

Der neueste Schock den die Franken und damit auch meine geliebte „Beutebayerin“ verkraften müssen ist, dass das berühmte Selbstbildnis des grossen Nürnbergers, wohl in der Münchner Pinakothek bleiben wird, wenn die Nürnberger dieses Jahr ihren größten Sohn der Stadt mit einer umfassenden Ausstellung ehren wollen. Angeblich ist das Bild zu fragil und kostbar, um quer durch den Freistaat transportiert zu werden. Weiterlesen

Ich heuchle jetzt mal Pinteresse

Der Name des Social-Network-Dingsbums Pinterest ist ein Bisserl gewollt und vordergründig: Ich pinne meine Interessen. Damit ist es auch schon erklärt – vielleicht ist er doch gar nicht so schlecht, der Name.

Zur Zeit kommt man nur durch Einladung, oder aber durchs geduldige Verharren auf der Warteliste zu einem Account, der  Betreiber wird vom Erfolg ein wenig überrollt, nehme ich an.

Wenn meine besonderen Freunde die Abmahn-Anwälte dieses Portal entdecken, wird es bei Porsche mal wieder ordentlich Umsätze geben, denn das Urheberrecht, kann dort unmöglich gewahrt werden, geht einfach nicht.

Ich mag das neue Ding, ist kein Geschwafel, wie Facebook und Google+ oder Business-Kasperkram wie Linkedin und wie hieß es noch gleich, ach ja Xing.

Es sind einfach Pinwände mit Fotos, denen man „Folgen“ kann, oder die man nach Interesse sortiert, aus basta.

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