Alle Beiträge von Christoph Witte

Christoph Witte bloggt auch auf Wittes Welt

Scroll Edition: posthum

Bekanntlich gibt es ja nichts älteres als die Zeitung von Gestern, ob gescrollt oder geblättert. Trotzdem noch ein kurzer Nachtaroker: Weil viel kommentiert worden ist, auch von denen, die am 30. 07 im Springerhochhaus waren, möchte ich nochmal sagen, dass ich es toll finde, wie wir zusammen mit der Weltkompakt-Redaktion gearbeitet haben. Ich habe nicht nur tolle Blogger-KollegInnen getroffen, sondern auch extreme kompetente Redaktionsprofis, die uns geholfen haben und sich schon lange vorher extrem reingehängt haben, um die SE Wirklichkeit werden zu lassen. Von meiner Seite jedenfalls, den allergrößten Dank dafür!
Außerdem habe ich Springer an diesem Tag, vor allem Dank der RedakteurInnen und Volontäre der Springer-Akademie ganz anders erlebt als sonst, wenn ich mich über Diekmann und seine Kohorten ärgere.

Was ich an dem Projekt anders machen würde, habe ich bereits kommentiert. Hier noch einmal zu Erinnerung:

Es hat wirklich Spaß gemacht. Das Ergebnis finde ich ziemlich gelungen, wenn man einmal von den allzu breit laufenden Zeilen absieht. Dass sich die Redaktion abgesichert hat und uns Blogger im Vorfeld gebeten hat, etwas zu produzieren, halte ich für sehr verständlich. Die Welt-Kompakt-Redaktion konnte nicht wirklich wissen, auf wen sie sich einlässt und eine Tageszeitung steht immer mächtig unter Dampf. Abgabetermine sind einzuhalten, gedruckt und verteilt werden muss auch.
Ich wünsche mir für das nächste Mal (hoffentlich gibt es eins), dass wir die Vorproduktion schon mit einer virtuellen Redaktionskonferenz einleiten, um uns besser abzustimmen und die Stücke, die wir vorher schreiben, schon in unseren Blogs diskutieren können, so dass wir in die später zu druckenden Artikel die Diskussion im Netz mit einfließen lassen können. Dann könnten wir bloggen und zeitungmachen besser miteinander verzahnen. Auf jeden Fall war es eine spannende Erfahrung. Und toll war es, die vielen anderen BloggerInnen und Twitterees zu treffen und in Realiter zu erfahren, wie sie ticken. Super Gelegenheit.

IT und Marketing: Vereint in social Innovation

Nach social Networks, social Media und social Commerce dürfte niemand mehr von social Innovation überrascht sein. In die Diskussion geworfen hat den Begriff Nigel Fanwick, Analyst bei Forrester Research und fleißiger Blogger.
Seiner Meinung nach waren die 70er und 80er Jahre geprägt von technischen Innovationen (zum Beispiel der PC), die 90er und 00er Jahre dagegen von Marketing-dominierten Innovationen (zum Beispiel, AOL, E-Bay, Amazon). Die kommende Ära gehört laut Fanwick den social Innovations. Die jeweiligen Adjektive beschreiben allerdings nicht die Art der Innovation, sondern ihren Ursprung und ihre Treiber. Demnach spielte die IT bis in die frühen 90er eine zentrale Rolle im Innovationsprozess. In den 00er Jahren geriet sie allerdings an den Katzentisch, weil sie sich erst zu spät mit dem Internet-Paradigma anfreunden konnte und ihre Versuche, dort Innovationen zu treiben oder zu unterstützen, größtenteils scheiterten. Weiterlesen

Gewagte Gartner-Prognosen zu social Software in Unternehmen

Im Vorfeld des von ihm veranstalteten „Content and Collaboration Summit“ in London veröffentlicht das Analystenhaus Gartner fünf Schlüsselprognosen wie Unternehmen künftig mit social Software umgehen werden. Teilweise liegen sie so fern jeder Unternehmensrealität, dass sie gegenläufige Einschätzungen verdienen:
1. Prognose: Im Jahr 2014 werden 20 Prozent der Business-Nutzer social Networking Services als wichtigstes Transportmittel für interpersonelle Kommunikation benutzen und nicht mehr E-Mail. Laut Gartner werden die meisten Unternehmen in den nächsten Jahren interne soziale Netzwerke aufbauen oder ihren Mitarbeitern die Nutzung sozialer Netze für Geschäftszwecke erlauben. Diese höhere Verfügbarkeit, die größere Effizienz dieser Kommunikationsform und der demografische Wandel in den Unternehmen unterstützt laut Gartner diesen Nutzungswandel.
Kommentar: Trotz Facebook und anderen social Networks lassen die meisten hiesigen Unternehmen diese Kommunikationsplattformen links liegen. Nur einige Unternehmen experimentieren mit geschlossenen Nutzergruppen auf Facebook und Co. Aus gutem Grund: Noch ist der Datenschutz absolut nicht gewährleistet, die Collaboration-Tools der Plattformen lassen sehr zu wünschen übrig und die Betreiber machen bisher keine Anstalten, Unternehmen gezielte Angebote zumachen. Die Unternehmen dürften eher die von Microsoft, IBM und anderen Anbietern angebotenen Collaboration-Plattformen nutzen. Diese bieten ähnliche Funktionalitäten, lassen sich aber gut in die Enterprise IT einbinden. Das sogenannte Unified Communications and Collaboration (UCC) überlässt bei entsprechender Implementierung dem Nutzer die Wahl des passenden Kanals. Außerdem können die Unternehmen auf diese Weise die Beachtung von Compliance-Regeln und Security-Policies besser sicherstellen. Weiterlesen

iPad statt SOA

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Was soll das denn schon wieder? Ganz einfach, das wird der nächste IT-Trend sein, für den sich das Business nach Blackberry und iPhone tatsächlich begeistern kann. Etliche Manager werden angestrengt zu begründen versuchen, warum sie Apples schicken neuen E-Reader für ihre Arbeit brauchen. Das klingt vielleicht zynisch, lässt sich aber leicht in Gesprächen mit CIOs bestätigen. Jeder von ihnen kann Geschichten darüber erzählen, wie wichtig es dem Management ist, jederzeit mit einem funktionierenden Smartphone zu reüssieren und wie gleichgültig ihm dagegen das Funktionieren entscheidender Unternehmensanwendungen zu sein scheint – seien es Buchungs- oder Abrechnungssoftware, SCM oder CRM-Systeme. Das alles scheint Manager – von generellen Klagen über die IT hinaus abgesehen – nicht wirklich zu interessieren, zumindest scheint es sie, anders als ihr iPhone, kalt zu lassen. Wahrscheinlich sind IT-Systeme zu abstrakt und unpersönlich, solange man sie nicht in der Sakkotasche mit sich herumtragen kann. Weiterlesen

Besitzen? Nein danke!

Manchmal ist Stagnation eine gute Nachricht: Zum Beispiel wenn die IT-Budgets in EMEA nicht um acht Prozent wie im Vorjahr fallen, sondern sich laut Gartner für 2010 bei 1,3 Prozent einpendeln. Damit nicht genug der guten Botschaften, die Gartneranalysten schieben nach, dass die CIOs trotz des niedrigen Budget-Niveaus – es entspricht in etwa dem des Jahres 2005 – recht gut klarkommen werden. Den Grund dafür sieht Gartner in einer Verschiebung des Einkaufsmodells: Der IT-Markt befindet sich demnach im Übergang von einem IT-Investment-Modell zu einem IT-Gebrauchs-Modell. Weiterlesen

Apples gefürchteter Geheimdienst

Apple unterhält offenbar ein eigenes Team zur Spionageabwehr. Es nennt sich selbst World Wilde Loyality Team, ist aber unter den Mitarbeitern besser bekannt als „Apple Gestapo“. Ihre Methoden sind berüchtigt. Sie reichen von der kollektiven Konfiszierung aller Handys an einem Standort, über die Überprüfung aller E-Mail- und Chatkommunikation bis hin zu Einzelbefragungen, in denen in Verdacht geratenen Mitarbeitern mit drastischen Strafen gedroht wird. Der Gadget-Blog Gizmodo hat zum Treiben der Apple Gestapo einen wirklich beeindruckenden Bericht veröffentlicht. Gerüchteweise hat man immer mal wieder von Apples und vor allem Jobs Paranoia gehört, aber hier tun sich echte Abgründe zwischen Saubermann-Image und Brutalo-Methoden auf. Bei Tiger Woods ist der Unterschied zwischen öffentlichem Auftreten und heimlichen Affären weniger drastisch als bei Apple

Fast überall mehr Frauen

Tja, Freunde. Die Zeiten, in denen Männer mit ihren Computern, ihren Mails und Blogs unter sich waren, sind offenbar vorbei. In praktisch allen social networks und micro blogs stellen inzwischen Frauen die Mehrheit. Warum? Gegenfrage: Wer hat schon immer länger telefoniert? Genau, Frauen haben sich offenbar mehr zu sagen und sind anscheinend auch die „sozialeren“ Wesen. Bleibt uns nur, weiter einsam World of Warcraft zu spielen. Die Grafik stammt übrigens von pingdom.com

Quelle:Pingdom09_12_01female-versus-male

Milchkuh Softwarekunde

Die SAP hat Anfang November angekündigt, die Gebühren für den Standardsupport zu erhöhen. Je länger die aktuellen Verträge laufen, desto höher fallen die Preisaufschläge aus, die die Walldorfer analog des sogenannten Lohnkostenindex des statistischen Bundesamtes berechnen wollen (CW berichtete). Deshalb kann es durchaus sein, dass ein Anwender, dessen Vertrag sei 2002 unverändert läuft, so viel mehr zahlen muss, wie sich die Löhne in Deutschland entwickelt haben. Berechnungen in anderen Medien gehen davon aus, dass Unternehmen im Extremfall statt 17 Prozent künftig 20,7 Prozent vom Lizenzpreis jährlich an die SAP überweisen müssen. Weiterlesen