Achtung: Bloggen kann die Freiheit gefährden

Ist es nicht fahrlässig Thesen wie: “ Weil der Journalist sich ändern muss“ in die Welt zu Posaunen, wenn man doch weiß, wie leicht einen Bloggen und Online-Berichterstatten im weitesten Sinne, in den Knast bringen kann.
Laut einer Studie des Komitee zum Schutz von Journalisten befinden sich gerade 125 Journalisten hinter Gittern. 56 davon sind Onliner. In chinesischen Gefängnissen ist das Verhältnis 24 Blogger zu 4 klassischen Qualitätsjournalisten, von dieser Quote träumt so manch einer hier in unserem Land.
Jetzt hat der chinesische Journalist sich geändert, wie Thomas Knüver es ja fordert, und was hat er davon? Wäre er brav bei den öffentlich rechtlichen geblieben und hätte geschrieben, was der Regierung gefällt … Nein, er musste ja Staatsgeheimnisse ausplauderntwittern und in seinem Blog nationale Interessen verletzen. (Das sind die Hauptanklagepunkte, so die Sudie)

Man sollte auf jeden Fall zuerst eine Whitelist der Länder bekanntgeben, in denen man gefahrlos Bloggen darf, bevor man die Kollegen fahrlässig gefährdet.

2 Gedanken zu „Achtung: Bloggen kann die Freiheit gefährden“

  1. interessant ist es zu beobachten welche reichweite kritische blogger in autoritären staaten inzwischen haben. so wurde vor wenigen tagen auf einer tagung des berliner aspen-instituts für den iran dem internet immerhin eine reichweite von knapp über 20 prozent zugesprochen. demgegenüber verfügen rund 30 prozent der iraner über satellitenfernsehen, der zweiten informationsquelle, die von den behörden nicht kontrolliert werde kann.
    die anzahl der blogs im iran wird je nach quelle auf 60.000 bis 1,5 millionen geschätzt. da varianz macht natürlich deutlich, wie schwierig es ist, hier zu vernünftigen daten zu gelangen. auch widmet sich nur jeder dritte blog politischen themen.
    eines aber darf wohl als sicher gelten: die bedeutung des blogging in autoritären staaten als gegenöffentichkeit ist enorm. und sie wächst täglich. dieses subversive moment des bloggens ist ebenso eindeutig wie gut.
    siehe auch: http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/kampf_gegen_teherans_informationskontrolle_1.1358328.html

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