Tag Archives: Zensursula

Unterbeschäftigung bei der EU?

Hört man von EU-Kommissaren, deren Namen man eher selten hört, wenn überhaupt, im Zusammehang mit wie auch immer gearteten “Maßnahmen”, ist milde Panik nicht ganz unbegründet. Aktuell hört man von einer gewissen Neelie Kroes, sie denke über eine Meldepflicht von Cyber-Attacken für Unternehmen nach. “Ich bin ein großer Befürworter von Selbstregulierung, aber in diesem Fall fürchte ich, dass wir damit nicht weiterkommen”, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

Die Panik verstärkt sich, wenn man liest, daß die Dame 71 Jahre alt ist und für Cloud Computing zuständig. Dabei wollen wir hier keineswegs irgendeinem Jugendwahn erliegen, bewahre, ich selbst darf ja auch schon länger ins Kino, ohne die Altersfreigabe zu beachten. Aber bei Menschen, die deutlich älter sind als ich, nagt doch das Vorurteil an mir, daß sie wenig Ahnung haben von Netzen, Computern und eben auch “Hackern”. Es entspricht zumindest meiner Lebenserfahrung und zahlreichen Gegenbeispiele mögen mir bitte nicht böse sein. Frau Kroes hat darüber hinaus etwas zweifelhafte Ziele: Zur vereinfachten Kollaboration durch die Cloud fällt ihr neben Jubel auch ein (Quelle: Derselbe Artikel in der Süddeutschen):

Aber es ist auch ein Weckruf”, betont sie. “Denn natürlich können sich Unternehmen ihre Entwickler so auch in China und Indien suchen. Dazu dürfen wir es nicht kommen lassen.

Diesen merkwürdigen Eurochauvinismus ignorieren wir sicherheitshalber. Ebenso die Tatsache, daß sich, wenn man in ihren Statements das Wort “Cloud” durch “Internet” ersetzt, der Sinn nicht ändert. Weiterlesen

Zensursula hat ein neues Ziel: die Verhinderung des 365/24-Mitarbeiters

“Jeder 5. Beschäftigte bearbeitet in der letzten halben Stunde vor dem Schlafengehen noch berufliche E-Mails” schreibt die BILD-Zeitung (http://bit.ly/M1SsV0). Nun sollte man an dieser Stelle nicht mit halbgaren Witzen über Beamte kommen, bei denen der Schlaf ja durchaus mitten in die Arbeitszeit fallen könnte. Und auch ein Hinweis auf die journalistische Qualität der BILD-Zeitung hilft hier nicht weiter. Hinter diesem Artikel steht ja ein reales Problem: immer mehr Menschen sind für ihren Arbeitgeber heute auch am Abend oder am Wochenende grundsätzlich per E-Mail oder soziale Medien erreichbar. Die Ansprüche von Arbeitgebern an die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit wachsen. Doch muss man das gesetzlich regeln? Und wenn: wie?

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, auch bekannt als “Zensursula”,  fordert “glasklare Regeln”: „Auch das Arbeitsschutzgesetz verlangt mit seinem knallharten Strafenkatalog von jedem Chef, dass er Körper und Geist seiner Mitarbeiter aktiv schützt – werktags genauso wie am Wochenende. In der Praxis heißt das zum Beispiel: glasklare Regeln, zu welchen Uhrzeiten muss ich erreichbar sein und wann bekomme ich dafür meinen Ruheausgleich. Wann muss ich Mails checken und wann ist es okay, dass ich mich später darum kümmere. Die Technik ist kein Problem für die Gesundheit, wir müssen nur lernen, vernünftig damit umzugehen!“

Und BITKOM-Geschäftsführer Bernhard Rohleder  springt ihr bei: “Mehr und mehr Firmen haben erkannt, dass die Mitarbeiter Unterstützung bei der Balance zwischen Job und Privatleben brauchen. Sie führen Regeln zur Erreichbarkeit in der Freizeit ein.”

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Böses Netz

Am Wochenende hat Klaus Ott auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung mit seinem Artikel über Telephonbetrug eine Lawine losgetreten:

Abkassieren per Telefon

Der Telefonbetrug wächst drastisch – und die Polizei ist völlig hilflos. Inzwischen kapitulieren bereits die Behörden, weil die Täter meist im Ausland sitzen. Zehn­tausende Geschä­digte haben Anzeige erstattet. Ihre Aus­sicht auf Erfolg? Bescheiden.

Viele Zeitungen griffen das Thema in der Saure-Gurken-Zeit dankbar auf. Auf Bayern2 konnten besorgte Bürger Radio­state­ments zum Thema ab­geben. Aller­dings per Telephon, was an­ge­sichts des Themas nicht ohne Brisanz war. Ich hätte Internet­tele­phonie via Skype empfohlen. Oder gleich die “Jetzt red i”-Variante, direkt über­tragen aus einem Wirtshaus.

Um was geht es eigentlich? Weiterlesen

Diskussion zu Internetsperren am Montag im Deutschen Bundestag und im Livestream

zensur

Am kommenden Montag, den 22. Februar 2010, befasst sich von 13:00 bis 16:00 der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags mit der Petition gegen das Internet-Sperren-Gesetz – Stichwort: “Zensursula”. Die Petition wurde von 134.000 Personen unterstützt. Die Petitionsführer werden im Rahmen dieser Debatte nochmals angehört. Das Ganze wird live im Bundestags-Video-Stream übertragen: http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen.

Der Bundestag debattiert über das Zensurgesetz am Donnerstag, den 25. Februar. Auch diese Debatte wird live im Parlamentsfernsehen übertragen.

So schlägt ein Diplomat

Bei manchen Meldungen bleibt einem die Spucke weg. So erging es mir heute. Es geht natürlich um das unselige Zu­gangs­er­schwer­nis­ge­setz, den Zugang zu Kinder­porno­graphie. Der ist zwar verboten, aber er sollte seit etwas über einem Jahr ja auch noch erschwert werden. Die Roten wollten das Gesetz nie (das ist gelogen, erst seit sie Oppo­sition sind, sind sie dagegen). Die Schwarzen wollten es eigent­lich nicht (was macht denn die Ursula da? Ach egal. Es ist ja für die Kinder, da darf es keine Bedenken geben). Alle anderen waren Oppo­sition. Aber da redet man viel, so un­be­schwert, ohne Regie­rungs­ver­ant­wortung. Und allen ist heute klar: Das alles war eine von vorne bis hinten ver­un­glückte Aktion, deren Spät­folgen noch nicht wirk­lich ab­ge­sehen werden können. Weiterlesen

Horst Köhler wird Ehren-Czyslansky?

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Wer hätte das gedacht? Bundeshorst weigert sich das Internetsperre-Gesetz zu unterzeichnen, jenen Nachkommen von Zensursula, der nicht nur hier auf Czyslansky schon zu heftigen Diskussionen und Protesten geführt hat. Laut Spiegel hat der Präse die Regierung um “ergänzende Informationen” zum “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” gebeten. Aber warum weigert er sich? Weil er rechtsstaatliche Bedenken hat?

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Dreaming of a White IT

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Schöne Bescherung!

Manche Probleme lösen sich von ganz alleine. Ursula von der Layen, beispielsweise, ist nicht mehr Familienministerin, sondern zuständig für Arbeit & Soziales. Und ihre Schnapsidee, nämlich die Sperre von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten ist vorerst auch vom Tisch.

Dafür gibt es jetzt “White IT”. Nein, das ist kein Versuch, im Internet die Rassentrennung einzuführen (”whites only!”), sondern ein Gemeinschaftsportal von Politik, Verbände und Technologie-Firmen, die versuchen wollen, das Problem anderweitig zu lösen. Sie sagen auch , wie, nämlich erst mal, indem man der Sache auf den Grund geht (”Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Verfassungs-, Datenschutz- und Telekommunikationsrecht”).

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winnenden für jeden: apple killerspiel machts möglich?

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ein fall, den man nicht undiskuktiert zensursula überlassen sollte: techcrunch berichtet heute von einem “spiel” namens “zombie school” für das iphone:

“It let’s you turn your classmates or teachers into zombies, after which you can use a machine gun, bow or grenades to kill them.”

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Print und Online – Eine kleine Geschichte der Zeit

zeit-printonlioneDie ZEIT  hat es als erstes (Print)Medium verstanden, Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten. Nur so kann man die schwindende Zahl an Totholzlesern bei Laune halten und gleichzeitig der “hippen”, neuen Onlinezielgruppe um den Bart streichen. Den Artikel über die Diskussion der Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen wird online als

… streiten über die Stoppschilder vor Kinderpornoseiten.

 angekündigt.

In der Printausgabe, die wie angenommen wird, eher von der Generation “Internet ist Teufelswerk” gelesen wird, kann man es ruhig auch mal ein bisschen drastischer formulieren:

Die Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von Kinderpornografie

Eine tolle Idee, ich bin gespannt, ob auch andere Medienhäuser nachziehen und auch ihre Inhalte zielgruppengerecht aufbereiten, vieleicht ist das der Weg aus der Krise.

Koscher surfen heisst sauber surfen!

Die Idee ist so einfach, so genial, dass er uns schon längst hätte einfallen müssen. Sie ärgern sich über Schmutz und Schund im Internet, über Kinderporno, Nazis, terroristen, Protestler, Andersdenkende? Alles Dinge, die uns herkömmliche Suchmaschinen ständig liefern, obwohl wir doch etwas ganz anderes abgefragt haben?

Versuche, den Unrat auszufiltern oder durch die Polizei verbieten zu lassen, scheitern am faktischen Imperativ des TCP/IP-Protokolls, das Zensur als Störung definiert und den ganzen Müll einfach drum herum leitet.

Orthodoxe Juden haben nun die einfachste denkbare Lösung gefunden: Die “koshere” Suchmaschine.  Koogle liefert im Gegensatz zur großen Suchmaschine der Goyim, die so ähnlich heisst, nur Ergebnisse, die den mosaischen Glaubensregeln entsprechen. Und am Sabbat arbeitet sie gar nicht! Weiterlesen