Geschrieben von Tim Cole am 17 Aug 2010

Warum sich neue Medien immer schwer tun

Aber wie soll man damit Geld verdienen?

Das Internet wird im Englischen häufig als eine „dispruptive technology“ beschrieben. Leider ist der Ausdruck schwer zu übersetzen, auch wenn Wikipedia etwas vorlaut Synonyme vorschlägt wie „etwas Bestehendes auflösend“ oder „ zerstörend“. Im Englischen ist der Begriff viel subtiler und suggeriert einen schleichenden Niedergang, eine unverhoffte Zeitenwende, deren Bedeutung sich den meisten erst sehr viel später erschließt. Es ist kein Säurebad, in dem eine Cleopatra ihre Perle vor den Augen eines staunenden Markus Antonius auflöst und trinkt, sondern schon eher ein saurer Regen, der eine mächtige Kathedrale über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte hinweg auffrisst und bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet.

Das Internet wird gerne als die endgültige „disruptive“ Technologie beschrieben, und die Auswirkungen werden gerne mit denen der Druckerpresse verglichen. Wenn der Sprecher allerdings gebeten würde zu sagen, was genau die disruptiven Folgen der Erfindung beweglicher Lettern sei, geriete er vermutlich (ich schließe mich da ausdrücklich mit ein) schnell ins Stottern: Na ja, die Kopisten in den Klöstern waren irgendwann arbeitslos, aber sonst? Irgendwie scheint der Übergang vom Handgeschriebenen zum Bedruckten doch rückblickend ziemlich glatt über die Bühne gegangen zu sein.

Deswegen bin ich Andrew Pettegree dankbar, dem britischen Historiker, der an der ehrwürdigen St. Andrews-Universität die Geschichte der Reformation lehrt und der jetzt ein wunderbares Buch geschrieben hat, „The Book in the Renaissance“, in dem er einen Überblick über die turbulenten Frühtage des Buchdrucks gibt.
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Geschrieben von Tim Cole am 03 Jul 2010

5:1 für das Tablett

Na, welches Tablet hätten Sie gerne?

Wir Blogger hatten bekanntlich beim größten Medienexperiment aller Zeiten (GMAZ) in Berlin ziemlich viel Zeit, die jeder auf seine Weise totschlug. Nachdem man mehr oder weniger einstimmig (nämlich mit der Stimme von Projektchef Frank Schmiechen) beschlossen hatte, auf eine Aktualisierung zu verzichten und die “Scroll Edition” der “Welt Kompakt” weitgehend aus Stehsatz zu basteln, haben manche Blogger das getan, was sie ohnehin am besten können, nämlich über das Ereignis (oder über Gott weiß was sonst) gebloggt. Ich hingegen habe die Gelegenheit genutzt, einen längst überfälligen Vergleichstest zu starten, nämlich: “Tablett gegen Pad”.

Anlaß war der Mega-Hype, der seit Wochen um Apples “iFlounder” herrscht, wie aufmerksame Czyslansky-Leser den “iPad” umgetauft haben, und um den angeblich Menschen tagelang angestanden sind wie einst nach Tickets für ein Beatles-Konzert (ja, liebe Blogger-Jünglinge und -Maide, so weit kann ich mich noch zurück erinnern!). Und da in den Räumen der Springer-Akademie dankenswerterweise gleich zwei prominente Vertreter der Gattung “Tablett” vorhanden waren, schritt ich sofort zur Tat, um die bislang offene Frage zu beantworten: Welches Tablett-Modell ist für mich das Richtige?

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Geschrieben von Michael Kausch am 01 Jul 2010

Die Scroll-Edition der WELT KOMPAKT – Gedruckte Postings sind noch keine Tageszeitung

weltkompakt

Heute liegt sie also endlich am Kiosk: die vor einigen Wochen angekündigte “Blogger-Ausgabe” der Tageszeitung WELT KOMPAKT, der “kleinen Schwester” der ganzen WELT. Der Verlag hatte einige deutsche Blogger – von Mode-Bloggern über Wein-Surfer bis hin zu Politik- und Kultur-Bloggern – eingeladen, einen Tag lang die Print-Ausgabe der WELT KOMPAKT zu gestalten.

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Geschrieben von Tim Cole am 30 Jun 2010

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Czyslanskys Fab Four im Flughafen Munich (Michael Kausch ist unser Pete Best)
Heute ist ein großer Tag. Ja, gut, Deutschland wählt sich einen neuen Bundespräsidenten, aber darum geht es gar nicht. Heute ist der Tag, an dem die Welt den Bloggern gehört. Das ist wörtlich gemeint: „Die Welt“, oder jedenfalls die Kompaktausgabe der Tageszeitung, wird heute von Bloggern produziert. Und vier Mitglieder der Gesellschaft der Freunde Czyslanskys sind mittendrin.

Von schäumender Vorfreude aus dieses bislang einzigartige crossmediale Experiment war aber in der Abflughalle des Münchner Flughafens noch nichts zu spüren, als sich Christoph Witte, Sebastian von Bomhard, Alexander Broy und der Schreiber dieser Zeilen bei lauwarmer Morgen-Latte und belegte Brötchen von schwammartiger Konsistenz versammelten. Jedenfalls hielt sich die gemeinsame Mitteilsamkeit, offline wie online, in Grenzen. „Wir würden ja Live-Bloggen, wenn wir schon wach wären“, fasste SvB die Stimmung in einem für die Uhrzeit erstaunlichen Ausdruck von Feinformulierung feststellte.

Im Taxi zum Springerhaus dagegen schienen sich die schlaffen Lebensgeister wieder aufzurichten. Zitate von Ringelnatz, Anekdoten über die Witwe von Michael Jackson sowie eine ausführliche lexigrafische Erörterung des Begriffs „Hagiografie“ verkürzten die Fahrt. Nun warten wir auf den Startschuss: Um 11:15 treffen sich rund 20 Blogger, darunter Robert Basic (@robertbasic), Jim Jarvis und Tina Pickhardt (@PikiHH), zur Redaktionskoferenz.

We’ll keep you posted, und zwar auf #weltkompakt

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Geschrieben von Michael Kausch am 23 Jun 2010

Darf man für Springer bloggen? – eine Replik auf die aktuelle Diskussion um die Blogger-Ausgabe der WELTkompakt

“’Wir bloggen nicht für Springer’ = Jugendsprache für ‘Enteignet Springer’” lese ich eben in meiner Twitterrolle. Und Deef Pirmasens echauffiert sich in seiner “gefühlskonserve” darüber, dass die WELTkompakt für ihre Ausgabe zum 1. Juli Blogger eingeladen hat KOSTENLOS eine Ausgabe der Zeitung redaktionell zu übernehmen. @bov zwitschert vom “embedded journalism”. Man hat den Eindruck, ganz Bloggingen empört sich. Bald werden wir Czyslanskys als letzte Vollstrecker Josef Bachmanns vorgeführt. Ja, habt Ihr sie noch alle?

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Geschrieben von Michael Kausch am 21 Apr 2010

Blog-Südwest trifft sich zum Barcamp Bodensee

Bodensee

Bild: Google Earth

Die Südwest-Blogger treffen sich vom 4. bis zum 6. Juni zum Barcamp Bodensee in Konstanz. Links zu den Anmeldeseiten gibt’s hier:

https://www.xing.com/events/barcamp-bodensee-konstanz-4-6-2010-500946

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Geschrieben von Tim Cole am 19 Mrz 2010

Für wen bloggen wir?

internet-stats2

Und wo liegt Deutschland?

Blogs sind Worte im Wind, ziellos in die endlose Freiheit des Netzes entlassene Gedankenfetzen, von der wir hoffen, dass sie wie Brieftauben irgendwann und irgendwie zum Empfänger gelangen. Doch wie groß ist die Chance? Etwa eins zu drei, wenn man der jüngsten Studie “(N)Onliner-Atlas 2009” der Initiative D21 und TNS-Infratest glauben darf. Demnach sind bislang nur 26 Prozent der Deutschen “in der digitalen Alltagswelt angekommen”, wie es in der einschlägigen Pressemitteilung heißt. 30 Prozent zählen sich zu den “Gelegenheitsnutzern”. Und die bei weitem größte Gruppe – 35 Prozent – haben mit Internet & Co. überhaupt nichts am Hut. Sie bezeichnen die Studienschreiber als “digitale Außenseiter”.

Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht? Kommt wohl auf den Standpunkt an. Das ist so wie die Sache mit den Optimisten und den Pessimisten: Der Optimist sieht beim Schweizer Käse den Käse, der Pessimist die Löcher. Die gute Nachricht lautet doch: Wir Blogger können bis zu 56 Prozent der Deutschen erreichen, allerdings nur mit etwas Glück und viel Rückenwind. Ein Drittel unserer lieben Mitbürger sind – auch wieder eine Frage des Standpunkts – ausgeschlossen oder wehren sich erfolgreich gegen die digitale Aufdringlichkeit.

Übrigens liegt Deutschland damit ziemlich gut im europäischen Durchschnitt, jedenfalls wenn man der Website Internet World Stats glauben darf. Im Vergleich zum Internet-Stammland USA fällt die Alte Welt allerdings weit zurück: Jenseits des Atlantik waren Ende 2009 angeblich 252.908.000 Menschen mehr oder weniger regelmäßig online, macht satte 74,2 Prozent!

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Geschrieben von Tim Cole am 06 Feb 2010

Bye bye, Blogger

teenblogging

Wo bleibt der Nachwuchs?

Bloggen ist inzwischen das Uncoolste, was man im Internet machen kann. Das behauptet jedenfalls Nick Carr, der Mann, dem wie die legendäre Frage verdanken: „Does IT matter?“ Er beruft sich auf eine Studie von Pew Internet, wonach die Zahl der Jugendlichen Blogger seit 2006 dramatisch abgestürzt ist. Damals gaben 28 Prozent der Teenager und jungen Erwachsenen noch an, Blogs zu schreiben. Heute sind es nur noch 14 Prozent. Sie kommentieren auch die Blogs von anderen viel seltener als früher. Vor vier Jahren hinterließen noch 76 Prozent der jüngeren Internet-Nutzer Anmerkungen unter dem, was andere online abgesondert haben. Heute sind es nur noch 52 Prozent.

Nicht, dass die Kids dem Internet den Rücken kehren würden – im Gegenteil! 73 Prozent der amerikanischen Teens geben an, regelmäßig in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Im November 2006 waren es nur 55 Prozent. Aber die Beliebtheit bestimmter Features von Facebook & Co. hat sich verändert. Und sie sind offenbar auch unkommunikativer geworden.

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Geschrieben von Michael Kausch am 04 Jan 2010

Für eine "Bewegung der blogfreien Tage"

blogschokolade

Wie halten Sie’s mit Bloggen unterm Weihnachtsbaum? Zünden Sie geistvolle Tweets an Sylvester? Ich frage dies, weil ich einen Anpfiff meines wertvollen Czyslansky-Kollegen Tim Cole parieren muss und auf der Suche nach Bundesgenossen bin. Er schimpft – das tut er gerne, was uns zumeist als verbitterte alte Männer herzlich verbindet – in einem Mail an die Freunde Czyslanskys über die träge Schreibunlust der Freunde, die diesen Blog – und nicht nur diesen – in den vergangenen beiden Wochen ein wenig verstummen lies: “Mit Weihnachten kann ich jedenfalls dieses beredte Schweigen nicht alleine erklären.” brummel brummel …

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Geschrieben von Tim Cole am 12 Aug 2009

Brauchen wir ein Gesetz gegen Unlautere Blogger?

Blogger investieren viel Zeit und Gehirnschmalz in ihre Online-Tagebücher, und man fragt sich manchmal warum. Ich blogge jedenfalls seit vielen Jahren und habe noch nie einen Pfenning – Verzeihung, einen Cent – dafür bekommen. Und so geht es fast allen Bloggern, die ich kenne.

Gut: Robert Basic hat es geschafft, seinen Blog „basicthinking“ für knapp 47.000 Euro über eBay zu versteigern. Und hier und dort sieht man ein einsames Werbebanner auf einer Blogsite. Aber reich werden tut keiner davon.

Das könnte auch daran liegen, dass die Werbefinanzierung von Blogs anders funktioniert als in anderen Medien, unauffälliger, vielleicht sogar heimlich. Der Blogger steckt nämlich in einem Zwiespalt: Lässt er Werbung zu, leidet seine Glaubwürdigkeit. Er hat das gleiche Problem wie ein guter Journalist, dessen Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit sozusagen sein Markenzeichen sind. Lässt er sich auf irgendwelche Schweinedeals ein, dann ist sein Ruf ganz schnell ruiniert und damit sein Wert für denjenigen, der ihn bezahlt.

In der deutschen Bloggerei gibt es bereits Anzeichen dafür, dass Werbegelder heimlich fließen. Das löst das Imageproblem, hat aber den Nachteil, unehrlich zu sein. Kommt es raus, ist der Schaden umso größer. weiter lesen »

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