Archive Februar, 2010

Geschrieben von Michael Kausch am 28 Feb 2010

Czyslansky, Onassis und das griechische Wirtschaftsdesaster

Onassis

Der griechische Reeder Aristoteles Onassis – hier auf seiner Yacht “Christina O.” – war ein guter Freund Czyslanskys

Im Rahmen aktueller Recherchen über hervorragende griechische Wirtschaftsführer und -wissenschaftler – publizistisch arbeite ich eher antizyklisch – bin ich jüngst auf eine interessante Ansichtskarte Czyslanskys gestoßen, die dieser an Ostern 1953 aus seinem Kurzurlaub bei Aristoteles Onassis seinem Berliner Freund Gustav Grünkern zugedacht hat.

karte czyslansky

Diese Karte vom 9. April 1953 dokumentiert Czyslanskys Besuch bei Onassis

Czyslansky verbrachte einige Tage mit dem großen griechischen Reeder auf Euböa, als er während eines Tagesausflugs nach Piräus in der Eignerkabine der Yacht “Christina O.” mehrere hundert Zigarrenkisten der spanischen Manufaktur Fortuna entdeckte. Der ganze Raum war, so Czyslansky, “kaum mehr betretbar, da über und über mit Kisten voller Lonsdale Zigarren zugestellt”.

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Geschrieben von Tim Cole am 24 Feb 2010

Digitale Maultaschen

Ich weiß nicht, warum ich nicht schon längst darauf gekommen bin. Die Lösung des Problems der digitalen Völlerei ist doch ganz einfach: digitales Fasten! Verzichten wir auf Surfen, Blogs und E-Mail, zumindest für ein paar Wochen im Jahr. Kein Twitter, kein Facebook. Stattdessen mal wieder ein richtiges Buch lesen. Und schon: Bingo! Keine Kognitivkrise mehr, keine Ich-Entfremdung. Das zermanschte Gehirn kann sich regenerieren, die verlorene Denkfähigkeit kehrt zurück und sogar Frank Schirrmachers Kopf kommt wieder mit. Einfach genial!

Gut, es gibt ein paar Probleme. Die Arbeit bleibt liegen, die Freunde sind verärgert, weil sie keine Antwort mehr auf ihre Mails bekommen, die Kunden beschweren sich beim Chef, weil die Bestellung liegen geblieben ist. Aber vielleicht liegt das Problem in der Wahl des religiösen Vorbilds!

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Geschrieben von Christoph Witte am 23 Feb 2010

Gewagte Gartner-Prognosen zu social Software in Unternehmen

Im Vorfeld des von ihm veranstalteten „Content and Collaboration Summit“ in London veröffentlicht das Analystenhaus Gartner fünf Schlüsselprognosen wie Unternehmen künftig mit social Software umgehen werden. Teilweise liegen sie so fern jeder Unternehmensrealität, dass sie gegenläufige Einschätzungen verdienen:
1. Prognose: Im Jahr 2014 werden 20 Prozent der Business-Nutzer social Networking Services als wichtigstes Transportmittel für interpersonelle Kommunikation benutzen und nicht mehr E-Mail. Laut Gartner werden die meisten Unternehmen in den nächsten Jahren interne soziale Netzwerke aufbauen oder ihren Mitarbeitern die Nutzung sozialer Netze für Geschäftszwecke erlauben. Diese höhere Verfügbarkeit, die größere Effizienz dieser Kommunikationsform und der demografische Wandel in den Unternehmen unterstützt laut Gartner diesen Nutzungswandel.
Kommentar: Trotz Facebook und anderen social Networks lassen die meisten hiesigen Unternehmen diese Kommunikationsplattformen links liegen. Nur einige Unternehmen experimentieren mit geschlossenen Nutzergruppen auf Facebook und Co. Aus gutem Grund: Noch ist der Datenschutz absolut nicht gewährleistet, die Collaboration-Tools der Plattformen lassen sehr zu wünschen übrig und die Betreiber machen bisher keine Anstalten, Unternehmen gezielte Angebote zumachen. Die Unternehmen dürften eher die von Microsoft, IBM und anderen Anbietern angebotenen Collaboration-Plattformen nutzen. Diese bieten ähnliche Funktionalitäten, lassen sich aber gut in die Enterprise IT einbinden. Das sogenannte Unified Communications and Collaboration (UCC) überlässt bei entsprechender Implementierung dem Nutzer die Wahl des passenden Kanals. Außerdem können die Unternehmen auf diese Weise die Beachtung von Compliance-Regeln und Security-Policies besser sicherstellen. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 22 Feb 2010

In Memoriam Hans Pfitzinger (1945-2010)

hans-in-memoriam1

Leben!
Einzeln und frei wie ein Baum
und brüderlich wie ein Wald –
das ist unsere Sehnsucht.

(Nazim Hikmet)

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Geschrieben von Michael Kausch am 19 Feb 2010

Diskussion zu Internetsperren am Montag im Deutschen Bundestag und im Livestream

zensur

Am kommenden Montag, den 22. Februar 2010, befasst sich von 13:00 bis 16:00 der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags mit der Petition gegen das Internet-Sperren-Gesetz – Stichwort: “Zensursula”. Die Petition wurde von 134.000 Personen unterstützt. Die Petitionsführer werden im Rahmen dieser Debatte nochmals angehört. Das Ganze wird live im Bundestags-Video-Stream übertragen: http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen.

Der Bundestag debattiert über das Zensurgesetz am Donnerstag, den 25. Februar. Auch diese Debatte wird live im Parlamentsfernsehen übertragen.

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Geschrieben von Michael Kausch am 19 Feb 2010

20 Jahre Adobe Photoshop: ein Klassiker hat heute Geburtstag

photoshop 

Photoshop wird 20: Herzlichen Glückwunsch!

Photoshop ist seit eh und je – nein: seit 1990 – die Standardsoftware für die Bildbearbeitung am Computer. Für mich als leidenschaftlich dilettierenden Photographen, -sammler und -gucker ist PS seit Jahren ein wichtiges Werkzeug, ein Verbündeter und oftmals ein vertrackter “Enemy Mine”. In gewisser Weise war Photoshop für mich auch die Brücke von der geliebten Leica M6 zur digitalen M8, von der analogen zur digitalen Photographie, ein Culture Clash, vor dem ich mich lange Zeit drückte.

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Geschrieben von Sebastian v. Bomhard am 18 Feb 2010

So schlägt ein Diplomat

Bei manchen Meldungen bleibt einem die Spucke weg. So erging es mir heute. Es geht natürlich um das unselige Zu­gangs­er­schwer­nis­ge­setz, den Zugang zu Kinder­porno­graphie. Der ist zwar verboten, aber er sollte seit etwas über einem Jahr ja auch noch erschwert werden. Die Roten wollten das Gesetz nie (das ist gelogen, erst seit sie Oppo­sition sind, sind sie dagegen). Die Schwarzen wollten es eigent­lich nicht (was macht denn die Ursula da? Ach egal. Es ist ja für die Kinder, da darf es keine Bedenken geben). Alle anderen waren Oppo­sition. Aber da redet man viel, so un­be­schwert, ohne Regie­rungs­ver­ant­wortung. Und allen ist heute klar: Das alles war eine von vorne bis hinten ver­un­glückte Aktion, deren Spät­folgen noch nicht wirk­lich ab­ge­sehen werden können. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 16 Feb 2010

Henkel zu Gast bei Czyslansky: Das System Schirrmacher

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Der Täter und sein Opfer? Hans-Olaf Henkel (li.)

geht mit Frank Schirrmacher hart ins Gericht

Journalisten betrachten sich gerne als Aufseher, als Kontrollinstanz, als neutrale Schiedsrichter bei gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. “Unabhängig, überparteiisch “: Die Worte prangen explizit  vom Titelblatt der “BILD-Zeitung”, und implizit umweht dieses Motto jede Ausgabe beispielsweise der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” und insbesondere des dortigen Feuilletons. Auch der oberste FAZ-Feuilletonist Frank Schirrmacher sieht sich als Ober-Aufseher, wobei er seine Wortgewalt nach gusto auch über Dinge ausgießt, die strenggenommen nicht dem deutschen Literaturgeschehen, seinem eigentlichen Kompetenzfeld, zuzuordnen sind. Dabei ist er in der Wahl seiner Medthoden nicht besonders zimperlich. Wer ihm in die Quere kommt, der kann sein blaues Wunder erleben.

Czyslansky.net hat sich zu einer Art zentraler Anlaufstelle für die Kritik an Schirrmacher und seinen Methoden entwickelt, seitdem dieser sich angemaßt hat, ein Buch über die digitale Zukunft zu schreiben, obwohl er vom Digitalen völlig überfordert ist, wie er selber schreibt. Dass er Millionen von Menschen mit kulturpessimistischen Floskeln wie “Multitasking ist Köprerverletzung”verängstigt und damit beschädigt, dass er die Akzeptanz des Digitalen insbesondere in der deutschen Wirtschaft um Jahre zurückwirft, ficht ihn nicht an, den “wilden Mann von Main”, wie ihn Hans-Olaf Henkel nennt.

Henkel ist einer von vielen Opfern Schirrmachers und seines Systems, das auf Vereinfachung, Veriwirrung und Angstmachen beruht. Er, einer der geachtesten Manager Deutschlands, langjähriger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Leibnitz-Gesellschaft, Träger des Internationalen Buchpreises Corine für sein Buch „Die Ethik des Erfolgs“, ausgerechnet ihn stellte Schirrmacher an den Pranger als einer derjenigen, die ein “Zeitalter des Unglücks” über Deutschland hereinbrechen ließen, indem sie uns sehenden Auges in die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit manöverierten.

Die meisten Opfer Schirrmachers halten sich bedeckt. Zu groß ist die Macht des FAZ-Chefs und seiner Schranzen, als dass man sich trauen würde, offen über die Methoden zu reden, mit denen er seinen Anspruch auf die intellektuelle Lufthohheit in Deutland verteidigt. Hans-Olaf Henkel gehört nicht zu den Ängstlichen. Er hat eine bislang unveröffentlichte Abrechnung mit dem “System Schirrmacher” verfasst, die er uns zur Verfügung gestellt hat und die wir gerne in unserer losen Reihe “Zu Gast bei Czyslansky” wiedergeben.

Denunziation ist eine unheimliche, schleichende, bisweilen tödliche Waffe. Kafka hat sie in seinen Romanen beklemmend beschrieben. In der Geschichtswissenschaft gilt Verdächtigung und Verleumdung als Spezialität der Presse in totalitären Systemen. Bevor man seine Gegner „erledigt“, zerstört man via Medien ihren Ruf. Dass dies auch in einer moderne Demokratie geschehen kann, habe ich selbst – sozusagen am eigenen Leib – am 18. September 2008 erlebt. Unter dem Titel „Das Zeitalter des Unglücks“ behandelte der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, die globale Wirtschafts- und Finanzkrise aus der Sicht des Feuilletonisten. Es ging Schirrmacher, einem der einflussreichsten deutschen Journalisten, nicht um Ursachenforschung, die man auch eher aus seinem Wirtschaftsressort erwartete, sondern um Namhaftmachung der Schuldigen. Unter diesen fand ich meinen Namen an prominenter Stelle wieder.
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Geschrieben von Alexander Broy am 16 Feb 2010

Tomatensaft im Flugzeug

Weil er von einem geradezu mörderischen Verlangen nach Tomatensaft heimgesucht wurde, musste der Flugpionier Czyslansky Ende der 1920er Jahre seinen Alleinflug über den Atlantik abbrechen. Bereits zwei Stunden nach dem Start übermannte ihn dieses unstillbare Bedürfnis und er musste den Versuch, als erster Pole jüdischen Glaubens allein über den Atlantik zu fliegen, leider sehr unrühmlich beenden. Er konnte sich diesen “Heisshunger” Zeit seines Lebens nicht erklären, war er doch weder zu diesem, noch zu einem anderen Zeitpunkt, je schwanger gewesen.

Nach diesem Desaster  fügte Czyslansky seinem leider nicht so sehr beachteten Werk “Handbuch der Flugsicherheit aus Sicht eines Mannes der an seinem Leben hängt” ein Kapitel hinzu, in welchem er die Wichtigkeit der Versorgung mit Tomatensaft beschreibt. Er schlug darin vor, dass sich bei jedem Flug mindestens eine hübsche, junge Dame an Bord befinden solle, die sowohl Crew, als auch Passagiere mit dem Saft des Nachtschattengewächses versorgen sollte.

fast 100 Jahre später gibt ihm die moderne Forschung recht. Die Aroma-Chemikerin des Fraunhofer-Instituts in Holzkirchen Andrea Burdack-Freitag erklärt den imensen Verbrauch von Tomatensaft über den Wolken (1,7 Millionen Liter pro Jahr, allein bei der Lufthansa) mit  veränderten Geschmackseindrücken bei niedrigerem Luftdruck. Sie führte Studien mit Testpersonen in einer Unterdruckkammer durch und bewies, dass Essen unter solchen Bedingungen eigentlich immer labbrig und fad schmeckt. Einzige Ausnahme ist ein mit Salz und Pfeffer gewürzter Tomatensaft, der unter erdnahen Druckverhältnissen sonst eher verschmäht wird. Dieser entwickelt sich in großer Höhe zur absoluten Nr. 1, kulinarischen Genusses.

Was soll ich sagen? Czyslansky hat es mal wieder vor allen anderen gewusst …

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Geschrieben von Tim Cole am 16 Feb 2010

Ein kurzer Rock zieht immer

russen

Sex sells, online or off

Die GSMA Mobile World in Barcelona ist die Hitech-Messe Europas geworden, quasi die nachfolgerin der altersgrauen, neuerdings sich mit Unterhaltungselektronik schrill aufdonnernde CeBIT in Hannover. Hier am Plaza Espagne wimmelt es vor 3G und 4G, vor Location-Based Services und Konvergenz. Im “App Planet” sitzen die Nerds dicht an dicht. Es ist wahrscheinlich der unerotischste Ort der Erde in diesen Tagen.

Doch halt, nicht überall. In der Halle 1 stehen die Menschen – genauer: die etwas älteren Männer – noch dichter, und zwar vor dem “Russen-Stand”, wie er inzwischen kurz genannt wird. Keiner weiß ganz genau, was die dort ausstellen. Auf den Plakaten ist von “Convergent CSM” die Rede, was auch immer das sein mag. Und wegen des Präsentatoren, der mit monotoner Stimme und russisch gefärbtem Englisch vorträgt, sind die Typen bestimmt nicht da.

Nein, es ist das Ewigweibliche, das sie anzieht. Auf der weitläufigen Bühne stehen sechs blonde Damen in folkloristisch angehauchten Gardeuniformen mit festgeklebtem Lächeln und schauen ins Publukium. Nein, sie tun nichts, außer gut aussehen. Sie sind nicht Teil der präsentation, eher die Staffage. Aber sie stehlen den Hunderten von Techie-Ausstellern drumherum komplett die Show.  Millionen von Euro haben die Pros in ihren Standbau, in ihre Scripte und ihre Demos investiert. Aber nur die Russen haben sich an die Weisheit erinnert, die so alt ist wie die menschheit selbst, nämlich: Sex sells!

Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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