Archive Dezember, 2009

Geschrieben von Tim Cole am 31 Dez 2009

Schluss mit Blind-Twittern!

itype2go

Mal sehen, was kommt…

Es wird jetzt langsam allerhöchste Zeit, sich fürs Neue Jahr seinen guten Vorsatz zurecht zu legen. Sobald “Dinner for One” vorbei ist, werde ich…

…nie wieder blind twittern. Ich habe bekanntlich beim Berlin-Marathon Texte auf meinem Handy verfasst und bin dabei immer wieder mit anderen Läufern zusammengestoßen, weil ich nicht geschaut habe, wo ich hinrenne. Das wäre mir nicht passiert, wenn ich erstens einen iPhone und zweitens das neue App “iType2Go” dabei gehabt hätte. Die Software schaltet beim Texten eine Verbindung zur eingebauten Kamera und ersetzt den standardmäßigen Hintergrund mit einem Echtzeitbild, auf dem das zu sehen ist, was vor einem liegt (Laternenmasten, Fußgänger, Gemüsestände, fahrende autos, etc.).

Es soll ja auch Leute geben (ich will keine Namen nennen, Michael, aber wir wissen alle,, wer gemeint ist), die beim Autofahren twittern. Bitte, bitte, besorgt Euch diese App, bevor es zu spät ist!

Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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Geschrieben von Sebastian v. Bomhard am 29 Dez 2009

Wikinger und Lecks…


Wikileakswird in der Öffentlichkeit immer gerne als “Whistle­blower Platt­form” bezeichnet. Was auch immer man sich darunter vor­stellen mag: Im modernen Manager­sprech ist ein Whistle­blower ein In­sider, der aus Ge­wissens­grün­den an die Öffent­lich­keit geht und Ge­heim­nisse verrät, die ihm an­ver­traut wurden oder auf die er als Teil des Sy­stems Zu­griff hatte. Dabei nimmt er in Kauf, zum Ver­räter an Kollegen, Partnern oder Freunden zu werden. Für die antiken Griechen handelt es sich hier ganz klar um ein moralisches Di­lemma, und die Götter haben ihre un­barm­herzige Hand im Spiel. Wir Deutschen sehen hier eher Luther vor uns, wie er sagt “hier stehe ich und kann nicht anders”.

Das entspricht aber nun ganz und gar nicht dem Bild, das ich von Wiki­leaks habe. weiter lesen »

Autor Sebastian v. Bomhard Dieser Artikel wurde von Sebastian v. Bomhard geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 18 Dez 2009

Digitale Deppen oder digitale Gutmenschen?

Die erste Live-Diskussion der Czyslansky-Gesellschaft zum Thema „digitale Deppen“ im Münchner Presseclub habe ich als ungewöhnlich lebhaft und stellenweise sogar als leidenschaftlich empfunden. Betroffenheit schwebte im Raum (klar, bei dem Durchschnittsalter auf dem Podium und im Saal), aber auch – so habe ich es jedenfalls empfunden – eine gewisse Skepsis gegenüber das, was Thomas Siegner auf seinem Cirquent-Blog als „Technologiefreundlichkeit bei Leuten, die es eigentlich besser wissen müssten“ bezeichnete. Er sieht darin einen Gegensatz zu Frank Schirrmachers bornierter Technikfeindlichkeit, und er hält sie wahrscheinlich für genauso borniert.

Ich kann das in gewisser Weise nachvollziehen, denn auch ich habe etwas gegen das, was man vielleicht als „digitales Gutmenschentum“ bezeichnen könnte, nämlich eine kritiklose Bejahung des technischen Fortschritts ums einer selbst willen. Der Streit um Schirrmachers Thesen trägt ja auch über weite Strecken Züge eines Glaubenskampfs, bei dem bekanntlich immer das vernünftige Menschenmaß als Erstes auf der Strecke bleibt.

Andererseits war gestern für mich ein redliches Bemühen aller Beteiligten herauszuhören, wirklich eine persönliche Antwort auf die Fragen zu finden, die diese Diskussion aufwirft, nämlich in wieweit sind wir Menschen überhaupt selbstbestimmt, welche Rolle spiele externe Kräfte bei unseren Entscheidungsfindungen und ist unser Bewusstsein beliebig manipulierbar? Wenn der Computer uns dumm macht – könnte er uns auch gescheit machen, wenn wir anders mit ihm umgingen? Würde ein Internet-Führerschein irgendetwas ändern, oder wohnt der Netzwerktechnik eine immanente Kraft inne, die uns entmündigt und unserer Geisteskräfte raubt? Das sind keine trivialen Fragen, und ich bin Frank Schirrmacher ausdrücklich dankbar, dass er dazu beigetragen hat, dass ernsthafte Menschen sie ernsthaft stellen, egal was ich über die journalistische Qualität seiner eigenen Bemühungen in dieser Richtung denke.

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Geschrieben von Tim Cole am 17 Dez 2009

Tweed-Träger und Tweet-Schreiber: Das war die erste Czyslansky-Runde

Der Hauptdarsteller des Abends glänzte zwar (trotz Einladung) durch Abwesenheit. Richtig vermißt hat ihn aber keiner auf der Adventsfeier der Czyslansky-Gesellschaft am Donnerstag im Münchner Presseclub, wo es um Frank (“Mein Kopf kommt nicht mehr mit”) Schirrmacher und die Frage ging, ob das Internet dumm macht. Eine ausführliche inhaltliche Würdigung des Events steht noch aus, aber vorab schon mal ein paar Impressionen in Wort (Dank an Twitter) und Bild ( Dank an meine Frau Gabi).

Christoph schreibt

Christoph macht letzte Moderationsvorbereitungen

Schundroman Einführende Worte von Christoph Witte 25 Gäste sind bereits erschienen weiter lesen »

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Geschrieben von Michael Kausch am 17 Dez 2009

Plädoyer für das Fach Computerpädagogik

Mein Freund Tim Cole hat in seinem Kommentar zu meiner Rezension von Frank Schirrmachers Payback die Notwendigkeit eines Unterrichtsfachs Computermädagogik abgestritten. Das ist natürlich falsch.

Ein Unterrichtsfach Computerpädagogik, das in Kombination mit Medienpädagogik für verschiedene Altersstufen aller Schulen zu realisieren wäre, hätte auch nicht die Aufgabe die Schüler in der Bedienungstechnik von Soft- oder Hardware einzuweisen. Das soll die Informatik tun. Vielmehr geht es um die richtige Einordnung des Werkzeugs Computer in das Alltagshandeln und in andere wichtige Kulturtechniken. Deshalb wäre ein Fach Computerpädadogik ein Querschnittsfach mit zahlreichen Schnittstellen in den überkommenen Fächerkanon.

Was könnte man in einem solchen Unterricht lernen?

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Geschrieben von Tim Cole am 17 Dez 2009

Zum Advent: Czyslanskys Widerrede gegen Schirrmacher

In ein paar Minuten werden wir uns im Münchner Presseclub zur Czyslansky-Weihnachtsfeier zusammensetzen, um über die Thesen von Frank Schirrmacher und die Frage zu diskutieren: „Sind wir bald die digitalen Deppen?“ Zur Einleitung folgendes:

Ich lebe seit vielen Jahren davon, dass ich als „Internet-Urgestein“ (danke für diesen Ehrentitel, Sebastian) und digitaler Berufsoptimist in Vorträgen, Büchern, Fernsehauftritten, Kolumnen und Blog-Artikeln über die Veränderung und Bereicherung des beruflichen und privaten Alltags durch das Internet und durch das Phänomen der Vernetzung schreibe und rede. Herr Schirrmachers Thesen in seinem Buch „Payback“ sind ein Frontalangriff auf diese Weltsicht, und sie haben mich deshalb zu einer heftigen Gegenrede auf czyslansky.net veranlasst.

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Geschrieben von Michael Kausch am 16 Dez 2009

Payback – die Rache des Frank Schirrmacher

„Schaurig-schön, aber holprig inszeniert.“
TV Movie übe “Der Rächer”

 Lesebericht zu Frank Schirrmacher: Payback anläßlich der Diskussion der Freunde Czyslanskys am 16.12.09 ab 15 Uhr im Münchner Presseclub

schirrmacher2

Die Messlatte ist hoch gesteckt, über die Frank Schirrmacher mit seinem Buch “Payback” springen will. Dessen Klappentext verspricht nichts weniger, als “die ersten Schritte aus dem Labyrinth … [der Technik] anhand von bahnbrechenden wissenschaftlichen Ergebnissen”.  Wer so viel verspricht, der muss es sich gefallen lassen, wenn man genauer hinsieht, wenn man auch zwischen den Zeilen liest und wenn man nicht zimperlich ist mit Kritik.

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Geschrieben von Christoph Witte am 16 Dez 2009

Apples gefürchteter Geheimdienst

Apple unterhält offenbar ein eigenes Team zur Spionageabwehr. Es nennt sich selbst World Wilde Loyality Team, ist aber unter den Mitarbeitern besser bekannt als “Apple Gestapo”. Ihre Methoden sind berüchtigt. Sie reichen von der kollektiven Konfiszierung aller Handys an einem Standort, über die Überprüfung aller E-Mail- und Chatkommunikation bis hin zu Einzelbefragungen, in denen in Verdacht geratenen Mitarbeitern mit drastischen Strafen gedroht wird. Der Gadget-Blog Gizmodo hat zum Treiben der Apple Gestapo einen wirklich beeindruckenden Bericht veröffentlicht. Gerüchteweise hat man immer mal wieder von Apples und vor allem Jobs Paranoia gehört, aber hier tun sich echte Abgründe zwischen Saubermann-Image und Brutalo-Methoden auf. Bei Tiger Woods ist der Unterschied zwischen öffentlichem Auftreten und heimlichen Affären weniger drastisch als bei Apple

Autor Christoph Witte Dieser Artikel wurde von Christoph Witte geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 10 Dez 2009

Der fröhliche Tod

Ich gebe zu: Ich habe Angst vor dem Sterben. Diese Furcht teile ich mit vielen Menschen, aber nicht mit meinem Freund Hans.

Ich habe ihn heute in im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Nymphenburg in seinem schönen, hellen Zimmer im Sterbehospiz besucht. Die Möbel sind aus warmem Holz, vorm Fenster klettert ein Eichhörnchen emsig den Baum rauf und runter, und Hans freut sich darüber wie ein kleines Kind. Er ist ganz klein geworden, seitdem der Krebs an seinem Körper nagt. Die drei Chemotherapien haben ihn zusätzlich ausgemergelt, aber aus seinem schmalen Kopf zwischen den eingefallenen Wangen blitzen zwei wache Augen, die vor Lebensfreude funkeln.

Er ließt gerade den schwedischen Krimiautoren Stieg Larrson. “Nein, ich lese ihn nicht – ich habe ihn verschlungen”, sagte er mir.

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Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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Geschrieben von Michael Kausch am 08 Dez 2009

Czyslansky’s Schlittschuhe

schlittschuhe

Bei Sanierungsarbeiten am Eibsee unterhalb der Zugspitze sind in der vergangenen Woche überraschend Czyslansky’s Schlittschuhe aufgetaucht. Die Echtheit des Sportgeräts konnte zweifelsfrei am eingeschnitzten Namenszug am rechten Außenrist nachgewiesen werden (siehe Foto).

Es handelt sich ganz offenbar um jenes Modell, mit dem unser verehrter Czyslansky am 5. Januar 1955 bei der Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele, die im folgenden Winter in Cortina d’Ampezzo stattfinden sollten, in einem Trainingslauf schwer stürzte. Czyslansky galt als Gold-Hoffnung der deutschen Equipe im Abfahrtslauf der Schlittschuhläufer, der damals noch olympische Disziplin war. Unser Freund stürzte bekanntlich am Steilhang oberhalb des Eibsees nach einem Zusammenprall mit dem damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Kai-Uwe Hassel so schwer, dass er den Sport kurz darauf endgültig an den Nagel hängte. In Squaw Valley, bei den Spielen von 1960, war der Schlittschuhabfahrtslauf dann auch schon Geschichte.

Autor Michael Kausch Dieser Artikel wurde von Michael Kausch geschrieben.
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