Archive November, 2009

Geschrieben von Michael Kausch am 30 Nov 2009

Gruner & Jahr Chef Buchholz kündigt verlagsübergreifende Initiative für bezahlte Online-Inhalte an

buchholz

Bernd Buchholz, Vorstandsvorsitzender Gruner & Jahr

In einem Gespräch mit der Rheinischen Post kündigt Gruner & Jahr-Chef Bernd Buchholz den Aufbau eines Online-Grosso-Dienstes der deutschen Verlage an. Ziel ist die Vermarktung von Qualitätsjournalismus über ein gemeinsames Online-Angebot der Verlage. Nutzer sollen für einzelne Artikel zahlen.

Buchholz: “Reine News wird es weiterhin kostenlos  geben. Aber für besonders interessante und einzigartige Angebote werden die Menschen immer häufiger bezahlen. Wir müssen dafür endlich ein funktionierendes System für Micropayment aufbauen, damit die Leser Inhalte ganz einfach in Mini-Beträgen bezahlen können. … Wir brauchen eine Lösung, bei der die Angebote vieler Verlage einfach aufrufbar sind und die Nutzer diese auch einfach zahlen können. Es wäre schlau, wenn sich da Verleger für die erforderlichen technischen Strukturen in einem großen Rahmen austauschten. Ich spreche mit dem einen oder anderen darüber, wie sie das sehen. Da gibt es verlagsübergreifende gemeinsame Interessen, die ausgelotet werden müssen.”

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Geschrieben von Michael Kausch am 30 Nov 2009

Horst Köhler wird Ehren-Czyslansky?

stoppschild

Wer hätte das gedacht? Bundeshorst weigert sich das Internetsperre-Gesetz zu unterzeichnen, jenen Nachkommen von Zensursula, der nicht nur hier auf Czyslansky schon zu heftigen Diskussionen und Protesten geführt hat. Laut Spiegel hat der Präse die Regierung um “ergänzende Informationen” zum “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” gebeten. Aber warum weigert er sich? Weil er rechtsstaatliche Bedenken hat?

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Geschrieben von Tim Cole am 28 Nov 2009

Dreaming of a White IT

zensursula_christmas-kopie

Schöne Bescherung!

Manche Probleme lösen sich von ganz alleine. Ursula von der Layen, beispielsweise, ist nicht mehr Familienministerin, sondern zuständig für Arbeit & Soziales. Und ihre Schnapsidee, nämlich die Sperre von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten ist vorerst auch vom Tisch.

Dafür gibt es jetzt “White IT”. Nein, das ist kein Versuch, im Internet die Rassentrennung einzuführen (”whites only!”), sondern ein Gemeinschaftsportal von Politik, Verbände und Technologie-Firmen, die versuchen wollen, das Problem anderweitig zu lösen. Sie sagen auch , wie, nämlich erst mal, indem man der Sache auf den Grund geht (”Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Verfassungs-, Datenschutz- und Telekommunikationsrecht”).

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Geschrieben von Michael Kausch am 27 Nov 2009

Die Berlusconisierung des ZDF

brender

Nikolaus Brender wurde heute gründlich rasiert

Nikolaus Brender, unter Medienschaffenden bestens beleumundeter Chefredakteur des ZDF wurde der Parteipolitik geopfert. Heute entschied der ZDF-Verwaltungsrat, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Sieben der 14 Verwaltungsräte verweigerten Brender ihre Stimme. Das Ergebnis überrascht nicht, da Hessens Ministerpräsident Koch schon vor Monaten öffentlich ankündigte, dass er einen neuen Chefredakteur wünsche. Nun hat er sich erst mal durchgesetzt. Damit kehrt das ZDF nach 50 Jahren zu seinen Wurzeln zurück: als “Adenauer-Fernsehen” gegen die unabhängige ARD gegründet begibt man sich wieder unter die Knute der Parteipolitik.

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Geschrieben von Michael Kausch am 27 Nov 2009

Was dürfen PR-Agenturen in der PR 2.0?

pr 20 begriffs cloud

Der Streit ist so alt, wie das Internet: was dürfen PR-Agenturen in der Online-PR?

Bislang haben wir von vibrio uns da immer extrem zurückgehalten: wir haben uns noch nicht mal als Ghostwriter für unsere Kunden betätigt. Während es gang und gäbe ist, dass wir für die Geschäftsführer unserer Kunden Vorträge und Namensartikel für große Tageszeitungen schreiben, haben wir für die Blogs unserer Kunden bislang ausschließlich Themenrecherche angeboten. Bloggen mussten die Leute dann schon selbst – abgesehen von einigen wenigen Postings, die ich unter eigenem Namen ab und an in den virtuellen Raum meiner Kunden stelle. Das wird sich ändern:

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Geschrieben von Michael Kausch am 25 Nov 2009

Zwickts mi, i glaub i spinn …

pullnavi

Die Technology Review berichtet:

“Bald schon könnte die freundliche Frauenstimme des Navigationsgerät Geschichte sein. Kein „Bitte biegen Sie jetzt rechts ab“ mehr. Jedenfalls dann nicht, wenn man die Idee von Wissenschaftlern der japanischen University of Electro-Communication konsequent zu Ende denkt: Sie haben ein Interface entwickelt, dass den Benutzer an den Ohren zieht, um ihm die Richtung zu weisen. Bislang wirkt das erstmals auf der Siggraph-Konferenz vorgestellte so genannte Pull-Navi allerdings eher etwas grotesk: An einem Fahrradhelm sind rechts und links große, weiße Klemmen angebracht, die eine Art Seilzug halten. Dieser wiederum ist durch Klammern mit den Ohren des Helmträgers verbunden. Kleine Motoren treiben das System an; sie sind ebenfalls auf dem Helm montiert.”

Das ganze ist eigentlich für Sehbehinderte gedacht. Wenn die jetzt damit die Straßen bevölkern wie Al Pacino im “Duft der Frauen” wird’s spannend …

Eins noch: das hier vorgestellte Navi gibt nicht nur Tipps für rechts und links und vorne und hinten, sondern auch für oben und unten!

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Geschrieben von Tim Cole am 24 Nov 2009

Twittern im Stehen

zoomsafer

Sicher ist sicher

Endlich gibt es eine Lösung für diejenigen unter uns (@michael: du weißt schon, wer gemeint ist), die meinen, beim Fahren twittern oder von mir aus auch nur telefonieren zu müssen. Die amerikanische Firma ZoomSafer hat eine Kombination aus Software und Service aufgesetzt, die automatisch die Verwendung eines Handys unterbindet, so bald sich der Besitzer mit mehr als 10 Meilen pro Stunde fortbewegt.

Die Idee dazu kam dem Gründer, einem gewissen Matt Howard, angeblich kurz nachdem er fast ein neunjähriges Kind überfahren hätte, nur weil er durch eine eingehende E-Mail auf seinem Mobiltelefon abgelenkt war. Das Erlebnis hat offenbar einen reiferen Menschen aus ihm gemacht. Ob es ihn auch einen reicheren Menschen aus ihm machen wird, bleibt abzuwarten.

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Geschrieben von Michael Kausch am 23 Nov 2009

"Don’t be evil, do not Skype …"

Skype-Chef Josh Silverman verkündete dieses Wochenende in einem Video-Interview mit TechCrunch starke Wachstumszahlen des Internet-Video-Telefonie-Pioniers: Zu den heute schon mehr als 500 Millionen Skype-Nutzern kommen Tag für Tag 300.000 neue Kunden hinzu.

Ungemach droht Skype aber von Google:

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Geschrieben von Christoph Witte am 23 Nov 2009

Ohne Twitter in den Knast

Obwohl ich ein eingetragener Nicht-Twitterer bin, fand ich diese Meldung wirklich kolportierenswert:
“Here´s a first: Man arrested for not using twitter”

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Geschrieben von Tim Cole am 22 Nov 2009

Twitter macht blind

paracelsusjpg

Na, siehst noch was, du alter Säufer?

Es wurde ja auch mal Zeit. Endlich haben sich, wie der Nachrichtendienst pressetext.de vermeldet, Mediziner mit dem Phänomen SMS befasst, vor allem unter Jugendlichen. Und wir können deshalb auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse behaupten, dass SMSen schlecht ist für die Gesundheit. Die Kids kriegen Hals- und Schulterschmerzen, was Rachel Gold, Leiterin des Labors für Ergonomie und Arbeitsphysiologie an der Temple University in Philadelphia auf die schlechte Körperhaltung beim Verfassen von Texten am Handy zurückführt.

Zwar beschränkt sich die Studie ausdrücklich auf das Phänomen des “texting”, wie die elektronischen Kurznachrichten auf Englisch heißen, aber es ist davon auszugehen, dass die Forschungsergebnisse sinngemäß auch für Twitter-Nachrichten gelten, womit der Beweis erbracht ist: Twittern macht krank!

Ich musste beim Lesen dieser Nachricht unwillkürlich an meine Mutter denken, Gott hab sie selig, die mir im Pickelalter die  ersten zaghaften Experimente mit der Autoerotik mit der ernsthaften Warnung auszutreiben versuchte, Onanieren mache blind. Ich habe das auch geglaubt, was mich zwar nicht davon abhielt, es stundenlang unter der Bettdecke zu treiben, aber wenigstens hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen. Ich nehme an, das war es, was Frau Mama wollte, aber da ich werde wohl meinen Therapeuten nochmal fragen müssen.

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