Geschrieben von Michael Kausch am 31 Jul 2009
25 Jahre E-Mail in Deutschland – von Nieder-Stäben und Schneller-Uhren!
Am Sonntag ist es genau 25 Jahre her, dass die elektronische Post in Deutschland Einzug hielt. Am 2. August 1984 klingelte es im Eingangsfach von zorn@germany und Werner Zorn von der Universität Karlsruhe hatte die erste deutsche E-Mail mit dem schlichten Inhalt „Willkommen im CSNET“ erhalten. Werner Zorn ist der deutsche E-Mail-Pionier, der die ganze Technik überhaupt erst zum Laufen brachte – in Zeiten der zeitgeist-grauen Fernmeldeamts-Lieferwägen und des Fernmeldemonopols auf Drehwählscheibenendgeräte eine wahre Großtat. Werner Zorn erinnerte sich vor etwa zwei Jahren auf tagesschau.de:


Wir haben einen Denkstau. Nicht fehlende Technik hält uns auf, sondern unsere Art zu denken. Obwohl alle Experten eine engere Vernetzung von Unternehmen untereinander fordern, damit sie zielgenauer auf die Wünsche ihrer Partner und Kunden eingehen können, effizienter entwickeln und ihre Waren und Dienstleistungen mit weniger Aufwand distribuieren können, vernetzen sich viele Firmen gar nicht oder nur sehr punktuell. Dabei könnten vor allem Mittelständler so viel mehr erreichen, wenn sie mit anderen zusammenarbeiten würden. Allein sind sie nicht groß genug, um zum Beispiel genügend Einkaufsmacht zu entwickeln. Gemeinsam kämen sie dagegen schnell auf das Einkaufsvolumen eines Großunternehmens und könnten ausreichenden Preisdruck auf ihre Lieferanten ausüben. Wenn dieses Defizit an Kooperation beklagt wird, geißeln die gescholtenen Unternehmen sehr häufig Software, Netzwerke oder Schnittstellen, die eine engere Zusammenarbeit erschweren. Das stimmt. Es kann eine Sisiyphos-Arbeit sein, eine Warenwirtschaft mit einer anderen zu verbinden und aus den Tiefen ihrer Datenbanken gemeinsame Bestellmengen eines bestimmten Halbfertigproduktes und einen verträglichen Wunschpreis zu generieren. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Mindestens genau so stark fällt ins Gewicht, dass viele Mittelständler (und Großunternehmen) sich von einer intensiveren Vernetzung nicht viel versprechen. 


Wer mir allerdings leid tut, ist die Karikaturistin und Bloggerin 