Archive Juni, 2009

Geschrieben von Michael Kausch am 30 Jun 2009

Johannes Rau seine Frau ihre Freundin hat’s total verbloggt – Hannelore Kraft an der Klagemauer

spd

Die SPD muss dringend über ihren Werbeauftritt nachdenken. Hier ein Vorschlag aus dem Zeitgeist-Blog

Hannelore Kraft, Nordrhein-Westfalens SPD-Chefin (nicht im Bild), mit Christina Rau und der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Zeit  in Israel auf Wahlkampftour, hat sich den Zorn der ruhrpöttischen Bloggerei zugezogen. Dem Bottroper Journalisten und Blogger David Schraven war aufgefallen, dass auf ihrer Web Site im Lebenslauf plötzlich der Hinweis auf Krafts früheren Arbeitgeber Zenit GmbH (Zentrum für Innovation und Technik NRW) gelöscht war. Und so mutmaßte er im eigentlich recht netten Ruhrbarone-Blog, dass diese Textkürzung mit den Untersuchungen gegen die Zenit im Zuge eines der landestypischen Fördermittelskandale in Zusammenhang stünde.

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Autor Michael Kausch Dieser Artikel wurde von Michael Kausch geschrieben.
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Geschrieben von Alexander Broy am 30 Jun 2009

Hat Rick Astley ausgerickrolled?

Die Gerüchte wurden noch nicht bestätigt, aber der Schock wäre weit grösser, als der über Michael Jacksons Tod (Wir alle kennen und bewundern ihn für seine großartigen Werke: “Malt Whisky”, “Bier”, “Biere der Welt” um nur einige zu nennen), Rick Astleys soll in einem berliner Hotelzimmer gestorben sein. Wurde die Welt nur ein weiteres mal gerickrolled, oder ist etwas dran an dieser schrecklichen Nachricht?

Bei Twitter ist, während ich diesen Beitrag schreibe der zweite Trending Topic “Berlin Hotel Room” gleich nach “Michael Jackson”. Auf Astleys offizieller Website wird allerdings berichtet, er hielte sich im norwegischen Stavanger auf, sein Tod in Berlin wird nicht erwähnt - möglicherweise hält sein Ableben ihn aber auch von der Aktualisierung seiner Homepage ab.

Rick, wo immer du jetzt sein magst, im schönen Stavanger, tot in einem Berlin Hotel Room, auf einer Wolke oder in den ewigen Jagdgründen … We Never Gonna Give You Up!

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Geschrieben von Alexander Broy am 25 Jun 2009

Print und Online – Eine kleine Geschichte der Zeit

zeit-printonlioneDie ZEIT  hat es als erstes (Print)Medium verstanden, Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten. Nur so kann man die schwindende Zahl an Totholzlesern bei Laune halten und gleichzeitig der “hippen”, neuen Onlinezielgruppe um den Bart streichen. Den Artikel über die Diskussion der Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen wird online als

… streiten über die Stoppschilder vor Kinderpornoseiten.

 angekündigt.

In der Printausgabe, die wie angenommen wird, eher von der Generation “Internet ist Teufelswerk” gelesen wird, kann man es ruhig auch mal ein bisschen drastischer formulieren:

Die Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von Kinderpornografie

Eine tolle Idee, ich bin gespannt, ob auch andere Medienhäuser nachziehen und auch ihre Inhalte zielgruppengerecht aufbereiten, vieleicht ist das der Weg aus der Krise.

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Geschrieben von Tim Cole am 24 Jun 2009

Coelho und der Arzt von Neda

Kleines Drama am Rande des großen Dramas, das sich gerade im Iran abspielt: Der brasilianische Beststeller-Autor (“Der Alchimist”) und UN-Friedensbotschafter Paulo Coelho hat in auf dem mittlerweile millionenfach abgerufenen YouTube-Amateurvideo, das die Erschießung von Neda Agha Soltan zeigt, seinen Freund, den iranischen Arzt Arash Hejazi, wiedererkannt. Auf seinem Blog gibt er einen geradezu gespenstigen Email-Wechsel wieder zwischen ihm und Hejazi, in dessen Armen Neda starb, und der mittlerweile aus Angst vor Repressalien nach London geflohen ist. Coelho selbst hat darüber auf Twitter berichtet: “# Iran My friend, the doc who tries to revive Neda, just landed in UK. You can see him, our emails at http://bit.ly/TNrPz“. Mit geht dabei ein ganz und gar analoger Schauer über den Rücken!

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Geschrieben von Alexander Broy am 22 Jun 2009

Ich bin nicht mehr politikverdrossen!

Politik macht irgendwie wieder Spass.
Zunächst werde ich mich wohl auch einmal öffentlich outen müssen: ich bin eigentlich kein Demokrat. Ich glaube nicht an Politik, an Staaten und Regierungen: ich bin in meinem Herzen zutiefst anarchistisch. Schreibt Oskar Lafontaine ein Buch mit dem Titel: “Das Herz schlägt links”, so sage ich: “Meines schlägt da wo es eben will, aus basta!” (Wäre aber ein blöder Buchtitel)
Was die Durchsetzung meines revolutionär, anarchistischen Weltbildes angeht, halte ich es mit Konstantin Wecker, der sang: “Wer macht si scho die Plag und revoluzzt an ganz’n Tag.”
Ich bin schlicht und ergreifend zu faul und zu bequem zum Revoluzzen und da es keine “Nichtwählerpartei” mehr gibt, weil die Herrn Beuys zu anstrengend wurde, bin ich seit vielen Jahren politikverdrossen.

Aber langsam wird es wieder spannend.
Konzerne gehen den Bach herunter, Banken und Unternehmen werden verstaatlicht. Die “Bürger” haben wieder Angst und flüchten in Moral und Werte, die Sozialisten pfeiffen auf dem letzten Loch, weil sie einfach zu doof sind. Die Liberalen schicken Brüssels Next Topmodel, die Weinkönigin Silvaner Silvana, in den Wahlkampf und räumen ab … und es gibt endlich Piraten!

Politik macht wieder Spass, geht das nur mir so?

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Geschrieben von Christoph Witte am 22 Jun 2009

Brauchen wir eine Ethik des Informationsmanagements?

moralischer-kompass
Vielleicht ist es Zufall, vielleicht schauen die Medien genauer hin, vielleicht häufen sich die Datenskandale in letzter Zeit aber auch. Schludrigkeit im Umgang mit Kundendaten wie bei der Telekom; gezieltes Ausspähen von Mitarbeitern wie bei Schlecker und der Deutschen Bahn oder ein wahrscheinlicher Fall von Wirtschaftsspionage wie bei der Deutschen Bank.
Unterschiedliche Fälle mit unterschiedlicher Motivation, aber mit einer Gemeinsamkeit: Die Daten waren nicht ausreichend geschützt. Damit ist allerdings eine Absicherung gemeint, die weit über den Schutz personenbezogener Daten hinausgeht . Moderne Unternehmen sind heute sehr stark über ihre Daten definiert. Sie beschreiben inzwischen nicht nur ihren momentanen Zustand, sondern spielen eine entscheidende Rolle für ihre Zukunft. Beispiele? Die Höhe der liquiden Mittel: Ein Datum, das durch die Referenz auf Daten eines anderen Unternehmens bestätigt wird und damit als real gilt. Und die Zahl der Autos , die in einer bestimmten Zeit in einer Fabrik produziert werden -was ist wichtig, die Zahl oder die Autos selbst? weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 22 Jun 2009

Twitter: Ein zweischneidiges Schwert?

In dem Drama, das sich derzeit in den Straßen Teherans abspielt, haben moderne Medien, allen voran Twitter, eine unverkennbar große Rolle gespielt. Der intuitive Schluß, den viele westliche Beobachter daraus ziehen (der Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen) ist, dass Twitter & Co. wirksame Waffen im Kampf gegen Unterdrückung und Autokratie sind. In der heutigen Ausgabe der “International Herald Tribune” wagt der Technologie-Experte Evgeny Morozov eine ganz andere Sichtweise: Twitter ist ein wirksames Mittel, Andersdenkende besser zu überwachen und noch wirkungsvoller zu unterdrücken. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 20 Jun 2009

Sollen wir lachen oder weinen?

stoppschild

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lustig, was sich die Online-Gemeinde alles einfallen lässt, um Zensursula zu verspotten und ihren “leyen-haften” Versuch, das Internet zu kontrollieren. Siehe diese wunderbare Abwandlung des nun beschlossenen und demnächst live beim Surfen erlebbaren Stoppschilds, die zur Sammlung gehört, die die Initiative “Rettet das Internet” ins Netz gestellt hat. Zugleich zeigt das, wie hilflos wir in Wirklichkeit sind gegen die Macht blinder populistischer Meinungsmanipulation. Gerade zwei SPD-Angebordnete haben gegen das Zugangs-Sperrgesetz gestimmt, die anderen haben sich von der CDU zur Schlachtbank führen lassen (oder glauben die, am 27. September gibt es keine Quittung?). Willy Brandt rotiert wahrscheinlich gerade in seinem Grabe…

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Geschrieben von Michael Kausch am 19 Jun 2009

morgen ist wandertag gegen zensursula – bundesweite demos angesagt

am morgigen samstag finden bundesweit zahlreiche demonstrationen gegen das neue zensurgesetz statt. unter der adresse http://loeschenstattsperren.de erfährt man ort, zeit und die liste der unterstützer und veranstalter für alle beteiligten städte.

wer also ein bisschen frische luft braucht, der kann sich ja mal umgucken, wer in seiner stadt mitwandert.

Autor Michael Kausch Dieser Artikel wurde von Michael Kausch geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 18 Jun 2009

Net-Zensur und das Virale in der Politik

Auch wenn die Große Kolatition der Ahnungslosen heute im Bundestag die Einführung der Internet-Zensur in Deutschland beschließt, bleiben doch drei bemerkenswerte Dinge festzuhalten, die sich im Verlauf der Diskussion der letzten Wochen herauskristallisiert haben:

  1. Ursula von der Layen hat ihren Spitznamen endgültig weg! Wer letztlich die Idee hatte, den Nachnamen der ehrgeizigen, aber häufig glücklosen Familienministerin mit dem, was sie der Internet-Gemeinde antut, zu verknüpfen, wird sich nie mit Sicherheit festellen lassen. Vermutlich war es bei vielen Menschen eine gleichzeitig auftretende spontane geistige Verknüpfung, die das Kompositum “Zensursula” gebar. Ossi Urchs hat den Begriff schon am Tag nach der Verkündung des geplanten Sperr-Gesetzes in einer E-Mail an mich verwendet, ein paar Wochen später war er schon allgemeiner Sprachgebrauch, wie Johannes Boie in der “Süddeutschen” schrieb: “Eine einfache Google-Abfrage ergibt derzeit 624 000 Treffer für diesen Begriff. Er wird im Netz mittlerweile dazu verwendet, die einzelnen Blogtexte und Twitter-Aufrufe zum Protest gegen die Netzsperren mit einem einheitlichen Stichwort zu versehen.”
  2. Das Internet ist auch in Deutschland endgültig eine politische Macht geworden, die keiner mehr ungestraft ignorieren kann. Das wird zu allererst die SPD zu spüren bekommen, deren borniertes Schweigen zum Thema Net-Zensur auf dem kürzlich zu Ende gegangenen Parteitag von der Online-Gemeinde laut und deutlich registriert worden ist, wie die “Zeit” feststellt (“Internet-Sperren: SPD schweigt zu Zensur“). Es ist damit zu rechnen, dass die Steinmeier-Partei dafür im September schmerzlich abgestraft wird. Bin gespannt, ob die überhaupt noch zweitstärkste Partei werden….
  3. Das Zensurgesetz hat denjenigen, die seit Jahren mehr direkte Demokratie in Deutschland fordern, den Rücken gestärkt. Franziska Heines Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” hatte heute morgen exakt 134.014 Mitzeichner – weit mehr als jede zuvor im Petitionsausschuß Bundestag registrierte  elektronische Eingabe. Es mag noch ein langer Weg vor uns stehen, aber wenigstens besteht Hoffnung.

Allen drei Phänomenen ist eines gemeinsam: die Viralität. Darüber reden wir zwar schon lange, aber so deutlich habe ich es noch nie “in action” erlebt. Im gleichen Kontext gesehen wie die Demonstrantionen im Iran oder in Moldawien (siehe: “Die Twitter-Revolution“), wo Hunderttausende sich spontan und dezentral per E-Mail oder Twitter zu Protestveranstaltungen organisieren, wird langsam deutlich, dass die Herrschenden keine Chance mehr haben, die Geister loszuwerden, die sie riefen. Und das, wie Herr Wowereit wahrscheinlich sagen würde, ist gut so!

Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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