Archive Mai, 2009

Geschrieben von Tim Cole am 27 Mai 2009

Journalisten ersaufen in Arbeit. Und das Internet ist schuld!

suffmaschine

Der Grund für den an dieser Stelle häufig beklagten Niedergang des Qualitätsjournalismus ist jetzt gefunden worden, jedenfalls in Großbritannien, aber es gibt keinen Grund zu glauben, dass es hierzulande anders ist.

Schuld ist natürlich der Alkohol!

Das mag zunächst keinen überraschen, der je eine Redaktionsstube von innen gesehen hat. Die Whiskyflasche neben der (mechanischen) Schreibmaschine – Czyslanskys alte Remington lässt grüßen – gehört zu den klassischen Stereotypen der Filmgeschichte. Aber wie das so ist mit Vorurteilen: Manchmal stimmen sie. weiter lesen »

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Geschrieben von Michael Kausch am 26 Mai 2009

twitter-skandal (?) in der bundesversammlung

kelber

nachträglich muss bundestagspräse lammert recht belämmert geguckt haben: er war dieses mal nicht der erste, der das ergebnis der wahl zum deutschen bundespräse verkündet hat. vor ihm waren bereits diverse twitternde abgeordnete aktiv.

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Geschrieben von Christoph Witte am 26 Mai 2009

Die IT-Revolutionen fressen Ihre Kinder

Dass die französische Revolution ihre Kinder gefressen hat ist bekannt. Aber dass die IT ähnlich grausam mit ihren eigenen Ideen umspringt wie Robespierre anno 1790 mit den Idealen der brürgerlichen Revolution ist – zugegebenermaßen etwas verstiegen.
Aber vielleicht wird der Gedanke nachvollziehbar wenn man Revue passieren lässt, wie viele Ideen die IT in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht, dann zunächst wieder kassiert und erst sehr viel später (oft unter neuem Namen) frisches Leben eingehaucht hat. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 21 Mai 2009

Big in Japan: Broy-san!

technorati_japan1

Unser Freund und Mit-Czyslansky hat viele Fans. Die seien ihm auch gegönnt, denn sein Cyberpunk-Thriller “Die Urlauber” ist in der Tat sehr lesenswert (oder von mir aus auch hörenswert; schließlich ist er als Podcast auch zum Download da). Trotzdem werde ich das leise Gefühl nicht los, dass mit ihm irgendwas nicht ganz stimmt.

Einen Hinweis habe ich heute morgen entdeckt, als ich neugierdehalber Google nach “czyslansky.net” fragte und einen Link, irgendwo weit hinten unter den Suchtreffern versteckt, ausgerechnet auf die japanische Ausgabe von Technorati fand. Dort ist Alexander Broy offenbar ganz groß – größer wie Alphaville!

Und jetzt fragen sich die Fachleute: Was steckt dahinter? Ist Alexander womöglich ein an den Lidern gelifteter Asiate, der sich heimlich unter die Rundaugen gemischt hat, um die Czyslansky-Gesellschaft zu unterwandern und die Machtergreifung Japans im Cyberspace vorzubereiten? Soll Twitter komplett auf Kanji umgestellt werden?  Wird in den Biergärten rings um Fürstenfeldbruck demnächst nur noch Sushi serviert?

Rätsel über Rätsel. Aber keine Angst: Wir bleiben dran!

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Geschrieben von Michael Kausch am 20 Mai 2009

ein nachruf macht karriere – "per twitter trauern" erlebt einen kleinen run

gestern erlebte der kleine czyslansky-blog einen kleinen run: wenn’s gut geht hat czyslansky am tag vielleicht mal 200 besucher. damit sind wir eigentlich auch ganz zufrieden. gestern aber kamen weit über tausend! was war geschehen?

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Geschrieben von Michael Kausch am 19 Mai 2009

europawahl: die "violetten" oder doch die "europeans" wählen?

European boy

da haben sich die etablierten parteien doch wieder arg blamiert: der wahl-o-mat empfiehlt mir: wähl violett oder european. das jedenfalls ist das ergebniss MEINER testwahl auf dem wahlvorbereitungsservice von zeit, faz, tagesspiegel, handelsblatt, zdf und und und …

ein nettes spielzeug, dass junge erstwähler aber doch arg überbewerten. jedenfalls haben die freunde meines sohnes ihre erstwahl mit dem wahl-o-maten vorbereitet. aber wahlen funktionieren nicht nach rationalen punktesystemen. individuelle emotionale erfahrungen und die frisuren der regionalen abgeordneten spielen schon auch eine wichtige rolle.

wichtig für czyslanskys: die “piraten” schneiden zumindest in MEINER wahlempfehlung ganz gut ab. rationale argumente haben schon bedeutung. aber gegen zensur im web zu sein alleine reicht nicht.

die liste, die ich wirklich wählen werde, landet bei meinem trockentest mittels wahl-o-mat gerade mal im mittelfeld. beruhigend immerhin, dass republikaner und dvu mit abstand die schlusslichter meiner individualisierten wahlempfehlung bilden. probiert doch mal den wahl-o-mat: spass machts allemal.

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Geschrieben von Tim Cole am 19 Mai 2009

Keine Zeitung mehr? Dann verhökern wir unsere Texte eben bei Scribd.

scribd

Wo Geschriebenes noch was wert ist: Homepage von “Scribd”.

In Deutschland klagen alle über den Niedergang des Qualitätsjournalismus. In Amerika wird wenigstens gehandelt: Die Website “Scribd” bietet sich als Veröffentlichungs-Plattform für Texter, die keinen Abnehmer für ihr Geschriebens mehr finden. Und man darf dafür sogar richtig Geld verlangen!

Auf Scribd kann jetzt jeder einen x-beliebigen Text hochladen, zum Beispiel einzelne Buchkapitel oder ganze eBooks, Artikel, Reportagen, Gedichte, Kochrezepte – was auch immer. Der Autor entscheidet, ob der Besucher für lau lesen darf, oder ob er dafür abstecken muss und wenn ja, wie viel es kostet. 80 Prozent der Einnahmen bekommt der Schreiber, den Rest behält Scribd für seine Mühe.

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Geschrieben von Sebastian v. Bomhard am 19 Mai 2009

Feigheit

seite_gesperrtEine Zensur findet nicht statt. Das geht heute subtiler. Man braucht eine Drohkulisse, also eine Prise Nötigung, und einen Unternehmer, der sich beeindrucken läßt.

Was ist passiert? Da hat sich ein Blogger namens Thorsten Förster eine kleine nette Bildsatire ausgedacht, über die ich mal gestolpert bin. Im Vorfeld der Diskussionen um das berüchtigte Stoppschild des BKA fanden viele die Aktion sehr witzig.

Viele fanden es auch mutig. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 18 Mai 2009

Keine Werbung für Czsyslansky!

In letzter Zeit treten immer häufiger Interessenten an die Gesellschaft der Freunde Czylanskys mit dem Ansinnen heran, Werbung auf der Website des genialen Vordenkers der digitalen Revolution schalten zu dürfen. Dies hat eine durchaus kontroverse Diskusssion ausgelöst, die stellenweise das übliche Dekorum des ansonsten der reinen Lehre Czyslanskys geweihten Quorums zu stören droht.

Da einerseits die Gesellschaft dank der Tantienmen aus den unzähligen Erfindungen des großen Meisters (das Internet, die Coca Cola-Formel, das Perpetuum Mobile et al.) finanziell unabhängig ist, die Gesellschafter andererseits dem Lebensmotto Czyslanskys verpflichtet sind (“Geld macht nicht glücklich, aber es finanziert die Illusionen”), wären Werbeeinnahmen aus der Vermarktung der überaus erfolgreichen Online-Präsenz willkommen. Andererseit ist ein gewissenes Enui einzelner Gesellschafter unüberhörbar, etwa Michael Kausch (“… das bringt ja nur geld und wir wissen dann nicht wohin damit”).

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Geschrieben von Tim Cole am 18 Mai 2009

Per Twitter trauern

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In memoriam: @tohug twittert nicht mehr.

Ich habe plötzlich ein echtes Netiquetten-Problem. Eigentlich ist es ja ein Twittiquetten-Problem, denn mein junger, ungemein sympathischer Kollege Martin Hug (@tohug) ist am Samstag nach einer Notoperation verstorben. Er hatte erst am 5. März seinen ersten Tweet abgesetzt (“Nun wird mit toolbar getwittert – und mobil krieg ich’s auch noch hin…”) und war mit Lust und Freude bei der Sache.

Er war nicht nur als Twitterer witzig und charmant (“Frühjahrswetter: die reizende Nachbarin reagiert kleidungstechnisch völlig angemessen aufs warme Wetter…hüstel, hüstel”), eher hintersinnig als vordergründig (“Gehe gleich zu einem Vortrag von Ba-Wü-Miniprä Oettinger. Mal sehen, ob ich so schnell hören kann wie der spricht.”). Von ihm stammte vor kurzem die wunderbar zeitgemäße Frage: “wenn die grippalen Symptome nicht gaaanz so schlimm sind, ist das dann #meerschweinchengrippe?”.

Am 8. Mai hat er einen letzten Kurztext abgesetzt (“mal so gefragt: hat zufällig jemand so ein Münzfernrohr abzugeben? So eines, wie sie an Aussichtspunkten installiert sind?”). Und nun verstehen seine Kollegen und seine junge Frau die Welt nicht mehr.

Ich habe versucht, ihm einen dem Medium entsprechend knappen Nachruf hinterher zu schicken (“Mein netter junge Kollege @tohug aus Freiburg wird nicht mehr twittern: Er ist am Wochenende nicht mehr aus der Narkose aufgewacht…”). Und nun weiß ich nicht: Soll ich – muß ich – ihn jetzt aus der Liste derjenigen löschen, die ich bei Twitter verfolge? Ist das pietätlos? Soll ich erst ein paar Tage oder Wochen (wie viele?) verstreichen lassen, oder gleich tabula rasa machen? Und bin ich vielleicht verrückt, weil ich mich überhaupt mit einer solchen Frage herumplage? Vielleicht weiß ja einer von Euch eine Antwort.

Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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