Archive Februar, 2009

Geschrieben von Tim Cole am 26 Feb 2009

Just Twitter while you eat…

kogi

Korean Taco 2 Go – das Kogi-Restaurant macht wieder mal irgendwo in LA Station.

Einen wirklich sinnvollen Einsatz von Twitter hat Roy Choi aus Los Angeles gefunden. Der gebürtige Koreaner hat eine offenbar saganhafte „Fusion Cuisine“ aus koreanischen und mexikanischen Zutaten zaubert – gegrillte Schälrippchen in Sesam-Chili-Salsa oder Blutwurst mit Kimchi als Taco. Das Kogi Korean BBQ-To-Go gilt inzwischen als absoluter Geheimtip. Aber statt wie ein normaler Koch irgendwo in einer Küche zu stehen, kurvt er in einem umgebauten Reisemobil durch die Straßen der Stadt und kocht dort, wo seine Kunden gerade sind, zum Beispiel mittags auf dem Universitäts-Campus der UCLA oder abends vor den angesagten Bars und Clubs in Beverly Hills. Damit ihn die Feinschmecker finden, setzt er immer wieder über seinen Blackberry einen Twitter-Feed ab, der auch auf seiner Homepage niederschlägt, eine Art von digitaler Schnitzel, bzw. Taco-Jagd. So wußte ich beim Schreiben dieser Zeilen, dass mir morgen vor dem Alibi Room, einem angesagten Club in Culver City, offenbar einiges entgehen wird. Schade…

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Geschrieben von Michael Kausch am 23 Feb 2009

tipp: komm unter meine tweetdecke

tweetdeck

ein neues frontend für profi-twitterer hat adobe in der pipeline: das tweetdeck. die öffentliche beta erlaubt eine übersichtliche darstellung der follower, replies und direct messages in mehreren spalten. möglich ist u.a. ein schneller zugriff auf die profile der follower, link-verkürzung und twitpic.

das ganze basiert auf adobes air-technologie. reinschauen lohnt sich!

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Geschrieben von Tim Cole am 22 Feb 2009

Wo sind die Buchläden geblieben?

Der schönste Buchladen der Welt: Lello & Irmao in Porto (Foto: delviking Flickr.com)

Der schönste Buchladen der Welt: Lello & Irmao in Porto (Foto: delviking Flickr.com)

Pete Seegers Lied “Where have all the flowers gone” hat meine Generation geprägt, und selbst Udo Lindenberg habe ich verziehen, als er es eindeutschte. Es schwang so viel Melancholie mit in dem Refrain, wehmütige Erinnerung an etwas, das uns einmal viel bedeutet hat und das wir selbst aus Dummheit und Unachtsamkeit vernichtet haben. Deshalb habe ich besonders genau hingesehen, als ich die Überschrift über Alex Beams letzte Kolumne in der “Boston Globe” las: “Where have all the bookstores gone?”

Darin erinnert sich Beam wehmütig zurück an die Zeit, als es noch richtige Buchläden gab, in denen man stöbern konnte oder auch mal einen halben Tag sitzen und ungestört lesen. Ich habe auch solche Erinnerungen, zum Beispiel an Scribners an der Fifth Avenue in New York, dem früheren Sitz des Verlegergiganten, der Ernest Hemmingway und Scott Fitzgerald herausbrachte und der inzwischen ein Beneton “Superstore” beherbergt. Oder Borders im Turm II des World Trade Center, wo man in bequemen Ledersessel saß und beim Hochblicken auf den Friedhof von Trinity Church blickte. Heute klafft da natürlich ein riesiges Loch.

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Geschrieben von Sebastian v. Bomhard am 20 Feb 2009

Der verschollene Großcousin

Ein Großcousin des großen Czyslansky gab lange der Wissenschaft eine harte Nuß nach der anderen zu knacken. Czyslansky selbst hüllte sich immer in Schweigen, wenn er nach diesem Zweig seiner Ver­wandt­schaft gefragt wurde.

Moses Czyslansky emigrierte in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts in die U.S.A., da ihm aufgrund diverser Vorfälle der Boden in Deutschland zu heiß unter den Füßen geworden war. Dort gab er sich zuerst als Holländer aus,. Später behauptete er, in Indiana geboren zu sein, um Diskussionen über seine Staats­bürger­schaft im Keim zu ersticken.

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Geschrieben von Michael Kausch am 18 Feb 2009

die ganze wahrheit zum handywahnsinn

barca2

das handelsblatt definiert heute die aktuellen toptrends der handy-entwicklung auf der basis aktueller produktpräsentationen auf der mobile world in barcelona. schauen wir uns diese “megatrends” mal genauer an:

trend 1: mehr multimedia

adobe bringt flash aufs handy. damit wird das handy zur spiele- und videokonsole. briefmarkenfernsehen? mikrogolf? ein hosentaschenspiel nur für augenoptiker! nein danke.

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Geschrieben von Michael Kausch am 18 Feb 2009

zdnet spekuliert über die chancen der münchner discuss & discover gegen cebit & co

messe muc

der branchendienst zdnet spekuliert heute über die chancen der messe münchen mit der neu angekündigten “discuss & discover” mittelfristig der cebit den rang abzulaufen. mit einem neuen event-format versuchen die münchner ja eine alternative zu herkömmlichen it-messen wie der eigenen SYSTEMS zu etablieren.

zdnet meint: “Schraudy (geschäftsbereichsleiter neue technologien der messe münchen; mik) und die Messe München könnten recht behalten und am Ende – also in drei oder vier Jahren – die lachenden Dritten sein. Auch in Hinblick auf den alten Rivalen CeBIT. Noch ist unklar, wie sich diese Messe entwickelt. Spätestens nach der Abschlusspressekonferenz liegen aber auch in Hannover die Karten für jeden offen sichtbar auf dem Tisch. … Aus der weltweit größten IT-Messe im Handumdrehen ein kleines, aber feines Branchenevent zu machen dürfte deutlich schwieriger sein, als dem Aschenputtel Systems ein neues Kleid zu schenken.”

die messe münchen selbst informiert derzeit auf einer roadshow interessierte potentielle aussteller und partner. nach messeangaben haben sich mehr als 400 unternehmen für die diversen termine angemeldet. in münchen musste sogar ein zweiter termin festgesetzt werden. soviel nachfrage ist zumindest für die jüngeren messekollegen eine neue erfahrung …

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Geschrieben von Michael Kausch am 18 Feb 2009

grüße aus dem jenseits

finalpopup

wie oft haben sie sich schon gedacht: “warte nur, eines tages sag ichs dir: dass du eine alte wiederwärtige ratte bist, mein ganzes leben habe ich mit dir versaut, du nichtsnütziges unwürdiges etwas. nur weil du die macht hast, habe ich mich ein leben lang geduckt. immer habe ich geschwiegen aus angst vor deiner rache und deinen schwirmeligen anwälten. aber heute – JETZT – ist es soweit: ich schreie es in die welt: du bist das kabel nicht wert, durch das ich diese letzte mail schicke …”

famous last words können nun endlich gesprochen und gesendet werden: auf der site “final pop up” darf ein letztes mal geschimpft werden, was das email hält. endlich gibt es ihn: den service für den letzten digitalen fluch.

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Autor Michael Kausch Dieser Artikel wurde von Michael Kausch geschrieben.
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Geschrieben von Alexander Broy am 18 Feb 2009

Aus 300 mach 20

Eigentlich freue ich mich ja über jeden Sieg, den die Onliner gegen die Printdinos gewinnen, aber bei dieser Nachricht auf Turi2 gefror mir der Kaffee im Becher.

WAZ streicht 300 Print-Stellen und stellt 20 Onliner ein.
Print zerrinnt, Online gewinnt: Die WAZ-Gruppe sagt jetzt klar, wo’s langgeht.

Das haben wir sicherlich nicht gewollt, als wir nach schnelleren, flexibleren und interessanteren Medien riefen.

Aber sind es wirklich die Online Medien, die den Printausgaben den Garaus machen? Ist es nicht die, über die Jahre immer schlechter werdende Qualität der alten Medien, die es erst möglich machte überholt zu werden?

Und glaubt man bei der WAZ tatsächlich, die Qualität des Angebotes, sei es nun Print oder auch Online, mit Stellenstreichungen verbessern zu können?

Wie schreibt Florian Treiß so treffend:

Und die Kinder bringt der Klapperstorch.

mit besten Grüßen, ein traumatisierter Onliner, der gleich irgendein Printmedium kaufen geht, um den Markt zu stützen.

P.S. Einen Kampfblog mit dem Namen Medienmoralnrw möchte ich als Zeichen meiner Solidarität noch verlinken. er hat sogar einen Twitteraccount mit immerhin schon 82 Followern, obs das noch rumreisst?

Autor Alexander Broy Dieser Artikel wurde von Alexander Broy geschrieben.
bloggt auch auf www.broy.de Twitter: @schundroman



Geschrieben von Tim Cole am 17 Feb 2009

Der eigentliche Pirat ist Google!

Hans Pfitzinger, der als Freund Czyslanskys und “TAZ-Blogger stets ein waches Auge hat für Dinge, die die digitale Welt bewegen, schickt mir ein Link zu einem sehr lesenswerten Beitrag in der heutigen TAZ-Ausgabe zum Thema “Schwedische Tauschbörse gegen Hollywood“. Es geht um die Website Pirate Bay, dem Freihafen für Musik- und Video-Downloads, den die Musikindustrie mit einer vollen juristischen Breitseite versenken will.

Ich habe folgenden Kommentar dort hinterlassen:

Eigentlich steht nicht Pirate Bay vor Gericht – sondern Google! Deren Geschäftsmodell lässt sich ebenfalls treffend als die unbefugte Weitergabe von geistigem Eigentum beschreiben. Sie kopieren Inhalte von www.czyslansky.net (und ein paar hundert Millionen weiteren) in ihre Cache-Speicher und halten sie dort für jedermann frei zur Verfügung. Da ich keine Möglichkeit habe, diese gecachten Inhalte zu löschen, verliere ich mein informationelles Selbstbestimmungsrecht. Der einzige Unterschied: Ich bin kein Musik-Multi mit einem Stall voller Rechtsanwälte, die für mich den Prozess führen.

Sollte Pirate Bay aber in Stockholm verlieren, müssen sich auch Google & Co warm anziehen, denn dann hätte womöglich eine Sammelklage Aussicht auf Erfolg. Zumindest in Schweden…

Dem wäre – jedenfalls aus meiner Sicht – nichts hinzufügen.

Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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Geschrieben von Alexander Broy am 17 Feb 2009

Der Grubenhund Wilhelm

Zugegeben diese Geschichte ist nicht mehr ganz neu, aber sie hat mich eben später erreicht. Sie hat mich nicht nur spät erreicht, auf einem ganz ungewöhnlichen Wege hat sie zu mir gefunden.

Weil mein Notebookakku langsam schlapp zu machen drohte und ich eine längere Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vor mir hatte, ging ich in einen Kiosk (Analog Shop-System) und erwarb eine Art “Papier-Ausdruck” von Spiegelonline, den sie dort unter dem Namen “Der Spiegel” feilboten. Dieses Medium besticht durch seine Unabhängigkeit von Stromspeichermedien, hat allerdings den Nachteil nicht immer ganz aktuell zu sein. Aber jetzt zu der Geschichte, die ich in diesem Offline-Qualitätsjournalismus Medium geradezu verschlang.

Wir haben seit ein paar Tagen einen neuen Wirtschaftsminister, weil der alte keinen Bock mehr hatte amtsmüde war. Dieser neue Minister ist von adeliger Herkunft und hat, standesgemäß, nicht nur einen oder zwei Vornamen, wie wir bürgerlichen Leute, sondern in seiner Geburtsurkunde sehen sich ganze Heerscharen von Ahnen verewigt. “Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg” heisst der Gute. weiter lesen »

Autor Alexander Broy Dieser Artikel wurde von Alexander Broy geschrieben.
bloggt auch auf www.broy.de Twitter: @schundroman



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