Archive Dezember, 2008

Geschrieben von Alexander Broy am 22 Dez 2008

Holy fucking shit …

“Holy fucking shit I was just in a plane crash!”

absturz.jpg

Das war die erste Meldung, die es am Samstag über den Flugzeugabsturz einer Boing 737 in Denver, Texas zu lesen gab. Nein, keine Tickermeldung von CNN, nicht AP oder DPA; deren Nachrichten Stil ist eine Spur präziser und sprachlich auch etwas gewählter. Diese Meldung twitterte Mike Wilson unter seinem Twitter-Nickname: 2drinksbehind und zwar vom Rollfeld, ungefähr 7 Minuten nachdem er aus dem brennenden Wrack geklettert war. Danach twitterte er munter weiter aus der Flughafen-Lounge, in der die unverletzten Passagiere untergebracht worden waren. Vor allem die Tatsache, das die Fluggesellschaft Continental ihnen nicht einmal ein paar Drinks spendierte, machte ihn ausgesprochen ungehalten.

You have your wits scared out of you, drag your butt out of a flaming ball of wreckage and you can’t even get a vodka-tonic. Boo

Das ist verdammt schlechte PR für Continental. Ein Absturz kann jeder Fluglinie mal passieren, aber dass man auf den Schreck nicht mal einen Drink bekommt, ist schlechter Stil und absolut unverzeihlich.

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Geschrieben von Tim Cole am 22 Dez 2008

Wie Czyslansky den Glühwein erfand

Ein immer wiederkehrendes Thema, ja geradezu ein Leitmotiv im Leben Czyslanskys, war bekanntlich seine beharrliche Suche nach Mitteln und Methoden zur Erweiterung des Bewusstseins, das ihn mit zahlreichen großen Geistern seiner Zeit (siehe: Aldous Huxley, “Die Pforten der Wahrnehmung”, 1954) verband. Unter den zahllosen Stoffen, die er sich im Rahmen seiner rastlosen Suche nach kreativitätsfördernder Stimulans in fester, flüssiger oder vergaster Form einverleibte, spielte der zur Familie der Lauraceae (Lorbeergewächse) zählende cinnamomum (altgriechisch κιννάμωμον) eine herausragende Rolle.

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Geschrieben von Christoph Witte am 18 Dez 2008

Das Wachstumsmärchen

Heute morgen meldet der IT-Branchenverband BitKOM, dass die ITK-Branche in Westeuropa im kommenden Jahr um zwei Prozent wachsen werde. Das würde bedeuten sie würde auf dem alten Kontinent weit stärker wachsen als in den USA, wo der BitKom bzw. sein europäisches Forschungsinstitut Eito lediglich ein Plus von 0,8 Prozent voraussehen. Die bemüht optimistische Analyse liest sich im Original so.

„Die IT-Ausgaben der Wirtschaft werden auch in einer wirtschaftlichen Flaute weiter wachsen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Die Informationstechnik ist für Unternehmen in einer Krisensituation von strategischer Bedeutung, weil sie die Betriebe effizienter und wirtschaftlicher macht.“ Mit einer steigenden IT-Nachfrage sei auch von Auftragnehmern der öffentlichen Hand zu rechnen, deren Investitionen kaum von konjunkturellen Schwankungen abhängig sind. Laut der neuen Prognose werden in Westeuropa die Anbieter von Software und IT-Services im kommenden Jahr mit einem Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 228 Milliarden Euro kräftig zulegen können. Die Hersteller von IT-Hardware erwarten dagegen ein Minus von 1,3 Prozent auf 87 Milliarden Euro.

Herrn Scheers Analyse ist zwar richtig – IT ist ein Effizienztool – aber bisher haben die Erfahrungen gezeigt, dass die IT-Ausgaben den Konjunkturzyklen folgen und nicht gegenläufig sind. Außerdem gehen die meisten IT-Verantwortlichen davon aus, dass ihre Budgets im kommenden im besten Fall stabil bleiben. Bliebe als Wachstumsmarkt der Consumerbereich, aber da kann ich mir noch schwerer vorstellen, dass Endverbraucher in einer Wirtschaftskrise mehr Geld ausgeben als im guten Jahr 2008. Folglich wird sich der IT-Markt eher so verhalten entwickeln wie in den USA, vielleicht sogar noch schlechter.

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Geschrieben von Michael Kausch am 18 Dez 2008

wer keinen dabei hat, der existiert nicht – zum tot der omd

am 18. september hat czyslansky es vorausgesagt: die verdiente düsseldorfer online-messe omd ist tot! die kölner dmexco hat dieser wunderbaren event, von alexander felsenberg mit großer leidenschaft über jahre erfolgreich aufgebaut, den todesstoß versetzt.

meinem abgesang vom september habe ich nichts hinzuzufügen:

“eine hightech-messe in deutschland mit zweistelligen zuwachsraten? mit vollen gängen und ständen? mit zum bersten übervollen vortragssälen? mit immer mehr ausländischen ausstellern und besuchern? mit einem funktionierenden match making-system? gibts nicht? gibts doch! noch! die “online marketing düsseldorf” – oder kurz omd – war … ein tolles ereignis. alle waren sie ins killepitschland gekommen: microsoft, yahoo, google, tommorow focus, springer und und und. die qualität der speaker und aussteller war hervorragend.”

einen killepitsch drüber :-(

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Geschrieben von Tim Cole am 17 Dez 2008

Digitale Gefangene

Eigentlich sollte das Internet befreiend wirken. Als ich vor einigen Jahren mein erstes Buch über dieses Thema schrieb, “Erfolgsfaktor Internet”, habe ich das Internet mit den Volksempfängern im Dritten Reich verglichen, mit denen die Menschen in Deutschland heimlich BBC-Nachrichten gehört haben -  ein Fenster alternativer Informationen. Weil die Machtbasis totalitärer Regime in der Vergangenheit nur durch Gleichschaltung aller Medien und die möglichst lückenlose Überwachung ihrer Bürger zu erreichen war (siehe Orwells “Gedankenpolizei”), müsse die grenzenlose Freiheit der Online-Kommunikation zwangsläufig zu einem Abbau totalitärer Strukturen in Ländern wie China, Saudi-Arabien, Iran oder Irak (wo damals noch Saddam Hussein herrschte) führen.

Nun, gerade China hat gezeigt, dass es auch anders geht. Und nicht nur ich frage mich warum. Evgeny Morozov vom Open Society Institute in New York hat neulich in einem Meinungsbeitrag für die International Herald Tribune eine mögliche Antwort geliefert.

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Geschrieben von Christoph Witte am 16 Dez 2008

Web statt Sex


Amerikanische Frauen würden eher zwei Wochen lang auf Sex verzichten, als auf ihren Internetzugang. Der amerikanische Newsdienst Cnet bezieht sich in seinem Bericht auf eine entsprechende Umfrage von Harris Interactive, in der über 2000 Erwachsene befragt wurden. Männer übrigens würden eher auf das Web verzichten als auf Sex. Klar, die Hormone und so. Noch schlimmer an der Befragung ist, dass die Bereitschaft, auf den Beischlaf zu verzichten bei jungen Frauen und Männern zunimmt. 49 Prozent der unter 35 jährigen Frauen geben danach dem Virtuellen den Vorzug vor dem fleischlichen. Auch die jungen Männer scheinen nicht mehr so libidogesteuert. 39 Prozent haben ihren Web-Anschluss lieber als ein Weib.
Wo endet das?

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Geschrieben von Michael Kausch am 11 Dez 2008

die sieben wirklich dicksten angeberautos

mein gott, diese CHIP! die grande dame der deutschen it-presse beweist seit kurzem, dass sie bis 10 zählen kann und listet unter www.zehn.de nun regelmäßig die zehn dinge auf, die man unbedingt haben, kennen, vermeiden oder sonstwas muss. dabei weiss doch seit czyslansky wirklich jedes kind, dass die zahl 10 eine der zehn zahlen ist, die die welt nun wirklich nicht braucht. lasst uns den meister zitieren: “es mögen sieben um mich sein, keiner mehr. auch möge nicht einer fehlen.“ schließlich habe die woche sieben tage. die welt sieben wunder. es gebe die wolke sieben, die sieben siegel, die sieben göttinger, die sieben zwerge, die sieben schwaben, die sieben apostel. und berichtet die alte irische ballade nicht von den „seven drunken nights“? eben. selbst die wikipedia postuliert ja treffend: „sieben ist der nachfolger der sechs und der vorgänger von acht“. auch im brockhaus stehe nichts gegenteiliges. czyslansky habe dies anhand seiner handbibliothek – so berichtet er – überprüft.

und dann diese auswahl der CHIPendales:

- die zehn wichtigsten assecoires für den mann

- die zehn größten softwarepannen

- die zehn besten dvd-recorder unter 350 eur (warum nicht unter 249,89 euro?)

- die zehn dicksten angeberautos

liebe CHIPendales: sowas muss man doch ganz anders anpacken. im czyslanskynischen sinn. neben wir euere dicksten angeberautos mal als beispiel. da listet ihr die frisösenschleuder dodge viper neben einem f430 auf. wo gibts denn sowas? und was ist denn daran dick?

was sind denn die sieben (!) wirklich dicksten angeberautos? czyslansky verklärt euch das mal:

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Geschrieben von Michael Kausch am 11 Dez 2008

"Ich bin eine kleine BILD-Zeitung"

basic robert basic

"Wozu braucht man noch Journalisten? Es ist relativ wahrscheinlich, dass normale Menschen Nachrichten produzieren. Lokal und viel aktueller als die Journalisten."

das sagt deutschlands blog-papst robert basic in der axel-springer-akademie. und weiter: "Ich bin eine kleine BILD-Zeitung".

das aber ist genau das problem bloghausens. was hat die BILD-zeitung bitte mit journalismus zu tun?

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Geschrieben von Christoph Witte am 10 Dez 2008

Schnäppchenjagd im IT-Markt

Normale Geschäfte fangen erst nach Weihnachten mit dem Schlussverkauf an. IT-Hersteller, vor allem die, deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr endet, versuchen zurzeit noch ihre Auftragsbücher zu füllen beziehungsweise Umsätze zu realisieren. Weihnachtszeit ist also Kundenzeit. In diesem Jahr lastet wegen der Wirtschaftskrise sogar noch größerer Druck auf den Anbietern als sonst zum Jahresultimo üblich. Deshalb werden die Anbieter kaufinteressierten Kunden preislich noch eher entgegen kommen. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 09 Dez 2008

GPS als Grundrecht

Homepage von gadgetsarabia

Apple liefert in Ägypten iPhones ohne Navi-Funktion aus – und verletzt damit die Menschenrechte.

Als Yahoo 2005 den chinesischen Dissidenten Shi Tao ans Messer lieferte (er wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, weitgehend aufgrund von Beweismaterial, das Yahoo den Behörden übergeben hatte), ging ein Aufschrei der Entrüstung um die Welt. Ein Jahr später stellte der US-Abgeordnete Christopher H. Smith Google, Microsoft und Cisco ebenfalls an den Pranger wegen angeblich “widerlicher Zusammenarbeit” mit den totalitären Machthabern im Reich der Mitte.

Man sollte also meinen, dass Apple gewarnt gewesen sein müsste. Gerade deshalb kommt die Nachricht so überraschend, dass der US-Hersteller auf Druck der Regierung in Ägypten die GPS-Funktion ihres modischen Flachmanns iPhone abgeschaltet hat.

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Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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