Archive Oktober, 2008

Geschrieben von Tim Cole am 31 Okt 2008

Zuhören will gelernt sein

Eines der neuen Gesetze der Sozialökonomie lautet: Erfolgreich ist nur derjenige, der seinen Kunden kennt. Wissen um den Kunden ist die neue Währung im Online-Zeitalter. Dieses Wissen lässt sich am besten durch intelligentes Zuhören sammeln. Weshalb das noch recht junge Feld des Dialog-Marketings schon seit geraumer Zeit als ein entscheidendes Wachstumsfeld erkannt worden ist. Jedenfalls von einigen.

Doch selbst wenn altgedienten Marketingprofis Worte wie „Web 2.0“ oder „Mitmach-Internet“ ganz schön flott über die Lippen kommen, sieht die Praxis leider noch ganz anders aus. Der Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat in seinem letztes Halbjahresreport festgestellt, dass die klassischen „Push“-Formen der Online-Werbung wie Banner und andere grafische Werbeelemente mit mehr als 1,8 Milliarden Euro der Löwenanteil der Werbeinvestitionen ausmacht – wie in den Vorjahren. Suchmaschinenoptimierung liegt an zweiter Stelle. Von Dingen wie Dialogmarketing oder Interaktion ist aber in den Bericht noch keine Rede.
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Geschrieben von Michael Kausch am 31 Okt 2008

mozart googlen

mozartkugel

gemeinsam komponieren im internet: das konzerthaus dortmund – im unterirdischen kennt man sich dort ja aus – bietet mit seinem web-angebot die nievollendete jetzt diese möglichkeit. der online-komponist wählt dabei zeitmaß, melodie und musikalische struktur aus fünf vorgaben aus und erhält im anschluss eine reihe von musikschnipseln, die er flexibel zusammenkleben darf.

ich habs natürlich gleich ausprobiert:

der nachwuchsmozart darf sich entscheiden zwischen allegro, andante, barock, grave und fuge. als arroganter tastenklopfer hab ich mich natürlich gleich in der königsdisziplin der fuge versucht. meine letzte fuge – eher ein fügchen – datiert übrigens auf das jahr 1973 und war ein werk für eine kofferorgel und zwei schnelle finger.  bei meinem aktuellen opus "czyslansky seine fuge" handelt es sich um ein gewagtes werk, das die grenzen des barock aber auch so was von auslotet. der geneigte leser mag zum hörer werden und durch einen klick sich dem monstrum aussetzen. viel spaß!

ps: man sollte sich von der langsamen website nicht irritieren lassen. bis man im odeon seinen platz findet dauerts ja auch ein weilchen. eine chance zur kontemplation, ehe sich die gestärkte seele den gezeiten des musikalischen genius ausliefert.

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Geschrieben von Michael Kausch am 29 Okt 2008

kleindatenhaltung – hätte czyslansky doch nur rechtzeitig das patent angemeldet …

in deutschen blogs machen derzeit zahlreiche unsinnige und obskure blogger namens “kleindatenhaltung” auf sich aufmerksam. gleichzeitig erscheinen aufschlussreiche geschichten rund um die offenbar allgemein angesagte kleindatenhaltung. wer wissen will, was man unter einer “kleindatenhaltung” eigentlich  versteht, der findet bei goggle aktuell 2.960 fundstellen. seltsam nur, dass bis vor zehn tagen der begriff “kleindatenhaltung” noch gar nicht zu googeln war …

des rätsels lösung: ein wettbewerb zur suchmaschinenoptimierung von webmasterpark.net. gesucht wird im rahmen dieses virtuellen rennens die website, die es schafft, am stichtag (17.11.2008) bei der suche nach dem begriff “kleindatenhaltung” durch suchmaschinenoptimierung in google ganz oben zu stehen.

auf http://kleindatenhaltung.mit-oder-ohne.de/ werden inzwischen tools zur kleindatenhaltung vorgestellt und die österreicher (!) haben sogar eine kleindatenhaltungsfarm aus dem steirischen boden gestampft.

ein irrsinn mit methode. die ganze sache erinnert heftig an die alte c’t-aktion um die “hommingberger gepardenforelle“. im jahr 2005 hat das magazin c’t eigentlich genau das gleiche gemacht, nur dass der damalige suchbegriff eben die besagt hommingberger gepardenforelle war.

eigentlich könnte mir die ganze kleindatenhalterei am a… vorbei gehen, wenn da nicht unser guter alter czyslansky wäre:

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Geschrieben von Christoph Witte am 29 Okt 2008

Nicht über, in der Wolke herrscht IT-Freiheit

Den Auguren zufolge werden die Ausgaben für CRM on Demand in den nächsten Jahren zweistellig wachsen. Doch nicht nur in bestimmten Anwendungsbereichen, ganz allgemein sagt die Analystengilde Software as a Service oder Computing as a Service eine große Zukunft voraus. In diesen Dunstkreis und zu den großen Hoffnungsträgern der IT-Branche gehört auch das Thema Cloud Computing. Noch harrt es zwar einer genauen Definition – handelt es sich bei CC lediglich um so triviales Zeug wie eine weltweit vernetzte Infrastruktur aus Rechenpower und Speicherkapazität, die der Nutzer flexibel je nach Bedarf anmieten kann? Oder beinhaltet die Cloud, ihrem nebelhaften Ursprung folgend, mehr, nämlich nicht nur Infrastruktur, sondern auch Applikationen und Services, die aus dieser Wolke, wenn schon nicht adhoc, so doch zumindest sehr flexibel zur Verfügung gestellt werden können?
Höchstwahrscheinlich wird CC stellvertretend für den Trend zum IT-Service stehen: weg vom Besitz von Rechnern, Software und Netzen und hin zur bedarfsgerechten Miete. weiter lesen »

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Geschrieben von Tim Cole am 28 Okt 2008

Das Internet ist schuld an der Finanzkrise

Was wir im Augenblick durchleben ist die erste echte Finanzkrise im Zeitalter des Internet. Vergessen Sie die Dotcom-Blase – das war, um Alan Greenspan zu zitieren, nichts als „irrationaler Überschwang“. Heute ist das Internet ein Teil des Problems. Vielleicht ist es auch ein Teil der Lösung.

Auslöser der Finanzkrise (nicht der möglicherweise daraus entstehenden Wirtschaftskrise) sind zwei Dinge: Einmal immer kompliziertere und selbst für Fachleute nicht mehr zu überblickende Finanzprodukte wie Derivate, Credit Swaps, Subprime-Hypothekenfonds und „asset-backed securities“, und zum anderen die immer raffinierteren elektronischen Trading-Systeme, über die Kapitalflüsse in Milliardenhöhe völlig unreguliert um den Globus gelenkt werden können. Sie möchten einen Credit Swap von $100 Millionen aufsetzen? Ein Instant Message an einen Hedge Fund auf den Caymans genügt.

Derivate sind heute, wie Paul Kedreosky in „Newsweek“ treffend schreibt, heute „eine Art Kreuzung zwischen Dorfklatsch und Videospiel“: Triviale Konversationen über Blackberry mutieren plötzlich zu Transaktionen, unbeaufsichtigt, unkontrolliert, aber am Schluss mit einem Smiley signiert.

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Geschrieben von Michael Kausch am 28 Okt 2008

komm, wir spielen social net

xbox2

spielekonsolen entwickeln sich immer mehr zum begleitmedium für das klassische fernsehen. so sehen es nach einem bericht des wall street journals zumindest die analysten von jupitermedia. damit eröffnen sich den vermarktern der konsolen natürlich völlig neue möglichkeiten als werbeplattform. warum soll sixt den neuen heesters spot nicht auf der xbox, statt im fernsehen schalten? jopi in der xbox – völlig neue perspektiven für kreative werbevermarkter in redmond.

laut jupitermedia nutzen immer mehr anwender der microsoft spielekonsole xbox den mit dieser konsole verbundenen live-service als social community plattform. sie eröffnen online spiel-sessions nur um miteinander zu chatten und ihre meinungen und empfehlungen zum aktuellen fernsehprogramm auszutauschen. eigentlich war social networking gar nicht als anwendung für spielekonsolen vorgesehen. microsoft will aber nun die nächste version von x-box live serienmässig mit einem chat-programm ausrüsten, das dann auch den einfachen austausch von bilddateien erlauben wird. avatare können in virtuellen umgebungen miteinander kommunizieren. auch sony plant für die playstation die einführung virtueller welten.

social networking wird zum spiel. und die konsolen zur abspielbasis für klassische fernsehwerbung.

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Geschrieben von Michael Kausch am 27 Okt 2008

mit 104 im cabrio durch die innenstadt

ich gebe zu: ich liebe die sixt-werbeanzeigen von jung von matt. laut horizont schicken sie uns jetzt den 104jährigen johannes heesters im schicken cabrio mit dem spruch "in einem sixt-cabrio fühl ich mich wieder wie 99". möge ihm der fahrtwind nicht den zylinder vom kopf reissen!

mir war ja lange schon klar, dass es mit der rente ab 65 endgültig vorbei ist. aber welche perspektiven tun sich für die senioren plötzlich auf: mccain im weissen haus, ron wood und mick jagger lassen die künstlichen hüftgelenke kreisen, reich-ranicki kandidiert als zdf-intendant, barbara rütting (spielte schon 1956 zwar nicht die gailtalerin, aber immerhin die nicht minder berühmte "geier-wally") eröffnet den neugewählten bayerischen landtag (das ist da, wo die csu künftig mit blockparteien regiert), genscher und schmidt könnten nochmal in berlin ran und hans meyer trainiert die borussen.

doch, lieber jopi, bitte bedenke, was ratiopharm empfiehlt: "kein älterer kraftfahrer ist verpflichtet, bedenken an seiner fahreignung einer behörde zu melden und seinen führerschein abzugeben … eine generelle beratung … ist fast nur bei spezifischen krankheiten wie einer demenz sinnvoll." also jopi: falls du wiederholt bei deinem navigationssystems den hinweis auf eine fähre übersiehst …

Automobile, travel

… oder beim rückwärtsparken in schwierigkeiten gerätst …

Automobile, travel

… dann gib dein cabrio einfach zurück und eröffne irgendeinen landtag.

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Geschrieben von Tim Cole am 23 Okt 2008

Digitaler Mundraub

Was macht man alos zwanghafter Blogger auf der Web 2.0 Expo in Berlin wenn man eine halbe Stunde frei hat? Klar: Man bloggt über die Web 2.0 Expo in Berlin. Aber was macht man, wenn man offenbar der einzige unter den rund 1000 Teilnehmern ist, der kein Laptop dabei hat? Man guckt durch die Finger.

Oder man begeht digitalen Mundraub.

Hier am Empfang steht ein halbes Dutzend Laptops, die von den Damen zur Registrierung und Namensschildausgabe verwendet werden. Nur lässt sich heute am letzten Tag keiner mehr registrieren, die Dinger stehen also unbenutzt herum. Ich habe mich also hinter die Absperrung geschlichen und mich an einen davon gesetzt, um heimlich diesen Eintrag zu tippen. Ist bislang gut gegangen.

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Geschrieben von Michael Kausch am 22 Okt 2008

eine letzte träne an die SYSTEMS – (k)ein nachruf

tschüss SYSTEMS. du warst meine erste it-messe als besucher (irgendwann anfang der 80iger jahre) und meine erste als aussteller (mit microsoft os/2 in halle 6 auf dem alten münchner messegelände im oktober 1987). ich weine eine kleine virtuelle träne um dich und freue mich sakrisch auf den nächsten herbst.
denn heute, am 22. oktober 2008 hat die messe münchen bekanntgegeben, dass es im nächsten jahr keine SYSTEMS mehr geben wird – sondern etwas völlig neues.
der security-teil der SYSTEMS wird erweitert und gemeinsam mit dem bisherigen partner – dem secumedia verlag – zu einer kompletten und eigenständigen security-messe mit termin im juni ausgebaut.
im herbst wird es an der stelle der SYSTEMS etwa völlig neues geben. es hat noch keinen namen, aber schon eine hübsche gestalt.
ich habe an anderer stelle – in der dampflog – ein wenig zur vermutlichen gestalt des neuen events geschrieben. das ist nicht viel mehr, als die messe selbst heute in einer kleinen presseveranstaltung bekannt gegeben hat. und es ist abgrundtief parteiisch. aber wer will, darf es natürlich trotzdem lesen.
mag jemand mit mir die SYSTEMS ein wenig still und diskret beweinen? für den fall sei hier noch ein wunderschöner link auf den letzten weg mitgegeben: http://bestatterweblog.de.

Autor Michael Kausch Dieser Artikel wurde von Michael Kausch geschrieben.
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Geschrieben von Christoph Witte am 22 Okt 2008

E-Mail lädt zum Lügen ein

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Foto: Rai`ke
E-Mail-Schreiber nehmen es mit der Wahrheit offenbar weniger genau als Freunde des gepflegten Briefes. Sueddeutsche.de berichtet über ein entsprechendes Experiment, das auf der Konferenz der Acadamy of Management vorgestellt wurde. Allerdings war der Anreiz zur Unwahrheit auch stark. Es ging ums Geld, das die Teilnehmer des Experiments mit einem fiktivien Partner teilen sollten. Sie konnten einen beliebigen Betrag abgeben, mussten aber die Höhe der zu teilenden Summe nennen. Das Ergebnis war eindeutig: Die E-Mail-Schreiber sagten zu 92 Prozent die Unwahrheit, die Briefschreiber nur zu 64 Prozent. weiter lesen »

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