Datenschutz zum Selbermachen

Wie uncool!

Wie uncool!

Kids gehen völlig sorglos mit ihren Daten um – richtig? Falsch! In Wahrheit sind sie sogar sehr empfindlich. Und strafen diejenigen ab, die wie Facebook oder Twitter mehr oder weniger nach Gutsherrenart mit den persönlichen Informationen ihrer Mitglieder umgehen.

Dass Facebook uncool ist, pfeifen die Spatzen ja schon seit einiger Zeit von den Dächern. Doch nun liegen auch belastbare Zahlen vor. Die Social Media-Studie der Firma Magid, die auf der Befragung von 1934 User im Alter von 13 bis 64 Jahren beruht, hat einen deutlichen Abfall der „klassichen“ Anbieter gezeigt. Dafür sind solche Newcomer wie Snapchat und Instagram die großen Gewinner. Weiterlesen

Von Sinn und Unsinn der Digitalen Einsiedelei

Yoda lässt grüßen!

Yoda lässt grüßen!

Unser Wiener Käsblättle (a.k.a Die Presse am Sonntag) setzt ihre Serie von hinterhältigen kulturpessimistischen Technophobie-Attacken heute mit der Überschrift „Auszeit im sozialen Exil“ fort. Es handelt sich um eine Reportage über eine Dame, die beschlossen hat, ein halbes Jahr lang die digitalen Brücken hinter sich abzubrennen und ins soziale Exil zu gehen.

Ianina Ilitcheva heißt sie und gibt als Berufsbezeichnung „Künstlerin“ an. Sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben, das sie „183 Tage“ nannte und in dem sie auf sage und schreibe 288 Seiten von – ja wovon denn: eigentlich von nichts, also dem Fehlen von etwas, nämlich der sozialen Kommunikation – erzählt. Angeblich wollte sie herausfinden, aus welchen Quellen sie ihre Inspiration schöpfen würde, wenn sie den Kontakt zur Außenwelt abstellt. „Für mich war die wichtigste Frage: Brauche ich für meine Arbeit Einflüsse von außen, oder hab ich so viel in mir angesammelt, dass ich daraus schon etwas machen kann?“

Frau Ilitcheva hatte dazu nur 32 Jahre Zeit, denn sie ist 1983 in Usbekistan geboren. Sie studierte bis vor kurzem an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und legt gerade ein Zweitstudium über Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst nach. Sie beschreibt, wie sie ein Abschiedsfest feierte und sich dann in ihre Wohnung zurückzog. Manchmal sei sie nachts alleine durch die Wiener Straßen gegangen. Einmal im Monat meldete sie sich mit einem Blogeintrag bei Freunden und Kollegen, damit sie wüssten, dass sie noch lebt. Dann starb auch noch ihr alter Hund, und sie spürte angeblich da erst, „dass man wirklich allein in einem leeren Raum ist.“

So ganz konsequent war sie wohl nicht. „Im Sinne des wissenschaftlichen Experiments“ eröffnete sie einen anonymen Twitter-Account und postete dort Selbsterfahrungen. Und einmal nahm sie eine Auszeit von der Auszeit, um in Spanien ein Kongress zu besuchen, wo es ihr „richtig seltsam und ungewohnt“ vorkam, „wieder mit Menschen zu kommunizieren.“ Weiterlesen

Roboter sind die besseren Chefs

robotchef KopieBei Robotern denken die meisten Menschen wahlweise an riesige Maschinen mit Greifarmen, die in Autofabriken in Reih und Glied stehen und dort Schwerstarbeit verrichten, oder an kleine Haushaltsroboter wie elektronische Staubsauger oder Sonys niedlicher Aibo, der wie ein Hündchen aussah und auf Knopfdruck Pfötchen gab oder sich auf den Rücken legen konnte. Das Wort „Robota“ ist slawisch und bedeutet so viel wie „Frondienst“ oder „Zwangsarbeit“. In der Literatur werden sie gerne als „Maschinenmenschen“ thematisiert, die meist entweder als Helfer oder als Bedrohung dargestellt werden.

In der Fertigung stecken Roboter meistens im Gefängnis, also in abgeschlossenen Gitterräumen, zu denen der Mensch keinen oder nur begrenzten Zutritt hat. Das liegt an der Gefahr, die tatsächlich von ihnen ausgeht: Wer nicht aufpasst, könnte dem Roboterarm in die Quere kommen und sich schwer verletzen oder sogar sterben, bevor irgendjemand auf den Stoppknopf drücken kann. Aber die Tage des Roboters in der Zelle sind bald vorbei. Im Zeitalter autonomer Maschinen wird es möglich sein, den Roboter bald endgültig von der Leine zu lassen. Weiterlesen

Die Zeugen Czyslanskys – Wann kommt der Weltuntergang?

Das jüngste Gericht

Hieronymus Bosch: Das jüngste Gericht

Ja ja, der Weltuntergang – Die Zeugen Jehovas haben ja oft genug versucht das genaue Datum des Armageddon vorauszusagen. Bislang aber war das jüngste Gericht noch immer nur ein jüngstes Gerücht: kein Weltuntergang 1914, keiner in 1925 und auch 1975 stieg allein Spaniens Franco ins Grab der Geschichte. Der Rest der Deppen blieb oben.

Weltuntergang: All along the watchtower

So ist es immer wieder bewundernswert, dass die Wächter des Wachtturms niemals an ihren prognostischen Fähigkeiten zweifeln. Erst jüngst schallte es aus dem Wachtturm „Kommt das Ende schon bald?“

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Ulysses liest sich am besten analog und digital – gleichzeitig!

ulysees

Seite an Seite, Seite um Seite…

Seit Jahren wird darüber gestritten, ob elektronische Bücher je ihre Vorgänger, die aus toten Bäumen gemacht werden, verdrängen können oder nicht. Puristen halten am gebundenen Buch fest, Digerati wie ich schwören auf ihren Kindle und würden am liebsten die Bücherverbrennung wieder einführen (wegen des Heizwerts!). Aber ich denke, die Wahrheit liegt wieder mal, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Vorausgeschickt sei das Geständnis, dass es mir bislang noch nie gelungen ist, Ulysses, das Schlüsselwerk von James Joyce, dem Aushängeschild der literarischen Avantegarde des 20sten Jahrhunderts, zu Ende zu lesen. Ja, ich habe es schon oft probiert, sicher ein Dutzendmal in den letzten 40 Jahren. Und ich schäme mich deshalb auch, weil ich ja einmal an meiner amerikanischen Uni moderne Literatur studiert habe und mir die „Lost Generation“ um Hemingway, Fitzgerald, Steinbeck, Los Passos, Faulkner oder Gertrude Stein innig vertraut sind. Nur an dem, von dem viele sagen, er sei der Größte gewesen, bin ich immer gescheitert.

Ich bin schon auf dem Martello-Turm in Sandycove bei Dublin gestanden, wo Buck Mulligan mit dem Rasierbecken die Heilige Messe verballhornt, habe Stephen Deadalus zur Schule und zum Strand begleitet und habe immer wieder gemeint, den Duft der verbrannten Lammniere zu riechen, die Leopold Bloom zum Frühstück brät. Aber irgendwie war spätestens in dieser vierten von 18 Episoden, aus denen sich Ulysees zusammensetzt, für mich Endstation. Ich legte das dicke Trumm zur Seite, um mich mit leichter Kost abzulenken, und dort lag es dann wochenlang, bis ich es endlich wieder ins Bücherregal räumte.

Ich bin übrigens keineswegs allein: Ich kenne viele Leute, die es nur bis zur Niere geschafft und dann aufgegeben haben, Irgendwie ist das so eine Schlüsselstelle, an der sich die literarische Spreu vom Weizen trennt. Dabei würde ich ja so gerne den berühmten Monolog der Molly Bloom lesen um die ganze Aufregung zu verstehen, die dazu geführt hat, dass Ulysses jahrelang beidseits des Atlantik verboten war (nur nicht in Irland, wie der Spiegel noch 1961 fälschlicherweise behauptet hat). Aber so weit bin ich eben noch nie gekommen, und mein Schamgefühl verbot es mir immer, einfach nach hinten zu blättern und zu „spicken“. Weiterlesen

Offener Brief an Josef Bryla

Sehr geehrter Herr Bryla,

ich kenne Sie nicht, Sie kennen micht nicht. Offengestanden bin ich mir ziemlich sicher, dass ich Sie auch nicht kennenlernen möchte. Trotzdem schreibe ich Ihnen diesen offenen Brief. Denn mir sind Ihre Kommentare aufgefallen, die Sie unter die Focus-Meldung „„Antifa-Zigeunerhure“: ARD-Moderatorin wird nach Flüchtlingskommentar massiv beleidigt bei Facebook abgesondert haben. Diese Kommentare finde ich in gewisser Weise herausragend – nämlich nach unten. Und da nicht jeder Facebook nutzt, erlaube ich mir, Ihre Hasspostings hier zu zitieren. Denn es ist ja eine öffentliche und mitnichten eine rein private Äußerung.

Sie kommentierten und antworteten also so:

bryla bryla2

Das hat mich neugierig gemacht und ich habe Ihr Profil besucht.
Offensichtlich stammen Sie, das spekuliere ich aus dem was ich dort lese, aus Polen. Das würde dann auch das überaus bescheidene Deutsch erklären, in dem Sie schreiben.

Sind Sie vor der „Wende“ nach Deutschland gekommen? Sind sie vielleicht sogar ein Anhänger der damals verbotenen Gewerkschaft Solidarnosc gewesen?
Vielleicht sind sie ein politisch Verfolgter des Regimes von Woiciech Jaruzelski, der das Land verlassen musste, als dieser im Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen hatte?

Dann wären Sie ja ein politischer Flüchtling… Gut, dass Sie es geschafft haben, dem langen Arm des diktatorischen Regimes unbeschadet zu entkommen.

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Warum sich selbst ein Asylant heute ein Smartphone leisten kann – allerdings nicht von Apple!

iPhone für Arme

iPhone für Arme

„Smartphone am Ohr vor der Flüchtlingsunterkunft. Dieses Bild verstört viele Menschen, wenn es um Asylbewerber geht, denn in Deutschland gelten die Geräte als Luxusartikel.“ Das schreibt die Süddeutsche Zeitung heute in einem Artikel im Politikteil.

Mein Czyslanksy-Freund Lutz Prauser hat das heute auf Facebook gepostet. Erste Antwort aus dem Cyberspace: „Die telefonieren uns die Freiminuten weg!“ Bei uns in Österreich hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Beitrag einer Dame, die offenbar aus dem rechten Fremndenhassersumpf stammt, weitergepostet, die sich über das „auffällig große“ Smartphone in der Hand eines dunkelhäutigen Flüchtlings beschwerte. Gut, er hat den Beitrag später wieder gelöscht, aber nur, weil seine Seite von Protestlern zugemüllt wurde.

Ich denke, das Thema verdient es aber, genauer untersucht zu werden. Warum sind Smartphones bei uns Luxusgüter? Das liegt natürlich an den Wucherpreisen, die hierzulande verlangt und bezahlt werden. Mit uns kann man’s ja machen, denn wir Wohlstandsbürger bezahlen klaglos 700 bis 750 Euro und mehr für ein Gerät, das in der Herstellung gerade mal $150 kostet. Oder was glauben Sie, wieso Apple im vergangenen Quartal den höchsten Firmengewinn der Wirtschaftsgeschichte eingefahren hat? Oder anders gefragt: Wer kann sich außer Apple eine Gewinnaufschlag von 500 Prozent leisten?

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„Blogs werden immer mehr zu einer wichtigen Wegstation auf der Customer Journey.“

Gute Reise!

Gute Reise!

Dieses Interview mit mir erschien gerade auf der Homepage von eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

Er zählt zu den ersten Bloggern im deutschsprachigen Raum: Tim Cole, Journalist, Buchautor und Referent. Sein Blog „cole.de“ feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Im Interview berichtet er über die Anfänge, Hürden mit HTML und wie das Blog seine berufliche Tätigkeit verändert hat.

Herr Cole, wann gab es Ihren erster Blogeintrag und zu welchem Thema?

Das war im Januar 1995, und es ging um ein Thema, das bis heute hochaktuell geblieben ist, nämlich um das Abhören von Handys. Die Polizei wollte, dass Telekom und Mannesmann die bis dahin abhörsicheren GSM-Netze nachträglich für Staatsschutzorgane öffnen sollten, was ein klarer Rückschritt war.

Damals habe ich geschrieben: „Lasst alles, wie es ist! Ich finde es ganz beruhigend zu wissen, dass mir niemand, aber auch niemand zuhören kann, wenn ich im D-Netz telefoniere. Wir werden im Leben schon genug beschnüffelt und erfasst.“ Leider hat man nicht auf mich gehört.

Wie sind Sie überhaupt zum Bloggen gekommen?

Ich war damals Chef der Redaktionsgruppe Multimedia bei der Motor Presse Stuttgart, und wir haben ein neues Heft entwickelt namens connect. Dort schrieb ich jeden Monat eine Kolumne mit dem Titel „Mein Leben im D-Netz“. Um diese Zeit hörte ich zum ersten Mal von etwas, das sich „World Wide Web“ nannte, und ich wollte das sofort haben.

Mein Freund Sebastian von Bomhard von Spacenet in München richtete mir einen Server ein und reservierte die Domain „cole.de“ für mich. Nur hatte ich keine Ahnung, was ich mit meiner schönen neuen Webseite machen sollte. Da kam mir die Idee, die Kolumne einfach scheibchenweise ins Netz zu stellen, denn irgendwie war mir damals schon klar, dass eine Homepage leben muss, also ständig irgendwelche neuen Inhalte dort zu sehen sein sollten. War ja auch irgendwie logisch.
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Manchmal ist es nur erbärmlich…

Eine Frage:erbaermlich

Finden Sie das witzig?
Falls Sie darüber lachen können, dann sind Sie in der Facebook-Gruppe Mein Niveau ist tiefer als der Marianengraben 8.0. richtig. Hier aber vielleicht nicht.

Falls Sie das auch nicht witzig finden, vielleicht sogar nicht nur niveau-, sondern auch geschmacklos,  dann treten Sie dieser Gruppe besser nicht bei. Denn in dieser Gruppe erwartet Sie nur solch „Humor“… und rechtes Gedankengut.
Falls Sie darüber hinaus der Meinung sind, das verstößt gegen die guten Sitten und Gebräuche, sei vielleicht sogar rassistisch, fremdenfeindlich, menschenverachtend… dann sind sie in bester Gsellschaft.
Viele sehen das so, nur einer nicht: Weiterlesen

… und raus bist Du!

Ob das Rote Kreuz, der Arbeitersamariterbund oder Porsche in Wels/Österreich: Die Fälle mehren sich, in denen Unternehmen ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen, wenn diese in der Öffentlichkeit Hassbotschaften verbreiten.
Der Mechanismus ist dabei meist der Selbe. Zunächst postet ein Mensch unverhohlen seine meist gegen Flüchtlinge und Asylsuchende seine Hassbotschaften.
Bei Facebook gepostet…und raus bist du

Der Arbeitgeber war not amused:
hass2 Im Fall des Lehrlings von Porsche in Österreich war es ein Kommentar unter einem Bericht über die Feldkirchener Feuerwehr. Als diese nämlich angesichts der großen Hitze mit einem Löschfahrzeug für eine gehörige Abkühlung sorgte, war die Freude der Kinder groß.
Besagter Lehrling aber empfahl, so war es in der Presse zu lesen, statt Wasserdusche den Flammenwerfer zu nehmen. Weiterlesen