Archiv der Kategorie 'Privatheit & Security'

Geschrieben von Tim Cole am 25 Aug 2010

Der Laptop-Klau geht um

Den Flug von Mallorca nach Stuttgart werde ich in meinem Leben nie vergessen. Es fing schon damit an, dass wir vier Stunden Verspätung hatten und mitten in der Nacht ankamen. Und dann fiel mir im Taxi ein, dass ich meinen Laptop vor der Landung zusammengeklappt und in die Sitztasche vor mir verstaut hatte. Sie war natürlich weg, was mich am Ende viel Geld und noch mehr Ärger gekostet hat, denn natürlich hatte ich vergessen, ein Backup meiner Daten zu machen.

Sowas kommt ziemlich häufig vor, wenn man den Zeitungsmeldungen glauben darf über Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer, denen immer wieder Laptops mit sensitiven Kundendaten oder den persönlichen Daten von Hunderttausenden oder gar Millionen von Benutzern im Flieger abhanden kommen. Einer Studie des Ponemon Instituts zufolge gehen in europäischen Flughäfen jedes Jahr rund 4.000 Notebooks verloren – pro Woche! Weltweit sind es im Jahr angeblich mehr als 800.000. Wie viele Smartphone, Internet-Handys und iPhones verschwinden, vermag keiner zu sagen. Und auf all diesen Geräte befinden sich wertvolle und häufig für den Dieb auch verwertbare Informationen: Gestohlene oder verlorene Mobilgeräte gilt als eine der größten Quellen von Industriespionage, die es gibt.

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Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 17 Mrz 2010

Wie viel Erdnüsse können sich die Banken noch leisten?

peanuts

Eine ernste Bedrohung

Eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Kreditkartenbranche wurde gestern Abend ganz nebenbei auf einer Informationsveranstaltung in München gelüftet. Monika Kummer, Abteilungsleiterin Risikomanagement bei der Bayern Card-Service GmbH (eine Tochter der Bayerischen Landesbank und der Bayerischen Sparkassen) bezifferte auf einem Infroabend für Journalisten den Schaden, den Kartenbetrüger Jahr für Jahr anrichten, auf zwischen 0,2 und 0,3 Prozent vom gesamten Kartenumsatz. Dieser betrug bei BCS 2009 rund 16 Milliarden Euro. Gauner haben also rund 32 Millionen Euro erbeutet – Peanuts., könnte man meinen, jedenfalls aus Sicht der Bankenwelt.

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Geschrieben von Alexander Broy am 11 Mrz 2010

An den Haaren herbeigezogen: DNA Parfums

Es gibt ja bekanntlich Sammler für so gut wie alles, von Ü-Eiern über Vinyl-Platten, Single Malts bis zu Feinden bei der FAZ, alles wird gesammelt und auch so manch ein Jünger Czyslanskys ist nicht frei von dieser Leidenschaft.

Die Passion von John Reznikoff sind Haare, genauer Haarlocken von Prominenten: Elvis, Albert Einstein, Abraham Lincoln, Marilyn Monroe … die üblichen Verdächtigen eben. Was auf den ersten Blick wie eine harmloses Hobby erscheint, hat, seit es möglich ist die DNA eines Menschen aus seinen Haare zu gewinnen, eine nicht ganz unproblematische Komponente.

Auf der DNA sind die ureigensten Daten eines Lebewesens gespeichert und bei Daten meine ich nicht irgendeinen uninteressanten Mist, wie meine Steuernummer, Browserverlauf, Adresse, oder der Mädchenname meiner Mutter … Nein, die echten Daten, die Baupläne meiner Leberzellen, meiner Kniescheibe und natürlich auch die meines Körpergeruchs …

parfumUnd genau da setzt die Geschäftsidee dieses Herren und seines Partners Carlton Enoch an. Sie entwickeln auf der Basis der DNA der Haarsträhnen Düfte, die sie unter dem Label My DNA Fragrance vertreiben. Das hat ein G’schmäckle, gell?

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass irgendjemand je auf die Idee kommen könnte, aus meinen im Alter immer mehr ausfallenden Haaren ein Rasierwasser zu entwickeln, was entfernt an meinen Duft nach einem Viertelmarathon  erinnert. Aber trotzdem … Ich bestehe auf Datenschutz! MyFragrance einen deutlichen Schritt weiter gegangen als MyMüsli, MyMarmalade, MyShirt, MyObstler usw.

Obwohl, vielleicht sollten wir die beiden fragen, ob sie uns …. Sagt mal, hat jemand eine Haarlocke von Czyslansky?

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Geschrieben von Tim Cole am 03 Jan 2010

Die nackte Wahrheit

xray-glasses

Da schaust aber, gell!

Als Pubertierender haben mich immer die  Anzeigen in den amerikanischen Comic-Heftchen fasziniert, in denen “X-Ray”-Brillen beworben wurden. Der Werbetexter war natürlich sehr vorsichtig (wir lebten schließlich im prüden Amerika!) und hat nicht wirklich behauptet, dass man damit durch Kleider hindurch sehen konnte. Aber jedem war klar, was er meinte, als er schrieb: “Wenn du deine Freunde anschaust,  wirst du die erstaunlichsten (und peinlich komischsten) Dinge sehen.” Von wegen Freunde: Er meinte natürlich Freundinnen! Endlich würde man aufhören können, Vaters alte “Playboy”-Heftchen aus der Nachttischkommode zu klauen. Was für eine wunderbare Erfindung!

Eines Tages war der Hormonstau dann so groß, dass ich mein Taschengeld zusammenklaubt, den Coupon ausgefüllt und so lange jeden Tag auf den Postboten gewartet habe, bis endlich das ersehnte Päckchen ankam. Die Enttäuschung war aber riesig als ich merkte, dass ich (wie vermutlich Millionen anderer Halbstarker) auf einen Betrüger reingefallen war. Die “Brille” bestand aus Pappdeckel und hatte zwei winzige Löcher, die mit einem Stück Vogelfeder zugeklebt waren. Wenn man durch sie hindurch schaute und die Hand gegens Licht hielt, sah es aus tatsächlich ein bisschen aus wie ein altes, unscharfes Schwarzweiß-Röntgenbild – eine dunkle Hand mit einem hellen Umriss. Von wegen nacktes Fleisch! Ich habe das Ding umgehend in den Papierkorb befördert und mich schwarz geärgert.

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Geschrieben von Tim Cole am 01 Sep 2009

Was uns der Nicht-Wahlkampf erspart hat

burqaniqab

Bilderrätsel für Schleier-Gegner: Burka (links) und Niqab (rechts).

Nur das Fehlen eines echten Wahlkampfs hat uns in Deutschland bislang vor einem Aufflammen der Diskussion um einen Verbot des Burka bewahrt, wie er gerade in Frankreich tobt. Nicolas „Sarko“ Sarkozy, der kleinste französische Staatschef seit Napoleon, macht sich dafür groß und sagt: „Die Burka ist auf dem Gebiet der französischen Republik nicht willkommen.“  Der konservative dänische Politiker Naser Khader, selbst syrisch-palästinensischer Herkunft, stößt ins gleiche Horn und will das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit verbieten lassen. In der Schweiz, in Holland, und in Großbritannien schwelt der Streit seit Jahren, wobei es interessanterweise einen „Channel Gap“ zu geben scheint, wie Frans Timmermans, der niederländische Sozialdemokrat und Europaminister, unlängst konstatierte: In Frankreich gelte es als “links”, für ein Burkaverbot einzutreten, während dies in Großbritannien als “rechts” bewertet werde. Diesseits des Ärmelkanals gehe es darum, in republikanischer Tradition die Religion aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, Jenseits davon, werde der Religionsfreiheit und der individuellen Entscheidung der Vorrang eingeräumt.

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Geschrieben von Michael Kausch am 21 Aug 2009

Virtuelle Alkies und Orthografie-Junkies im Bann der Personalmanager: Reputation Management gewinnt an Bedeutung

twitter

Wer in Twitter erklärt, dass er dabei niemals inhaliert hat und im Xing-Profil die Interpunktion nicht beherrscht, dem wird künftig nur noch der Weg in die Selbstständigkeit bleiben!

Die New York Times berichtet heute, dass 45 Prozent aller Personalverantwortlichen vor einem Einstellungsgespräch die Rolle von Kandidaten in sozialen Netzwerken analysieren. Damit werden Facebook, Xing, Linked In und MySpace zu wichtigen Reputationsfeldern für Berufseinsteiger und Jobwechsler.

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Geschrieben von Alexander Broy am 15 Aug 2009

Biometrische Erfassung der Seele

Über den biometrischen Reisepass regt sich ja inzwischen kaum einer mehr auf. Es ist eben so, man muss sich eindeutig zu erkennen geben, basta. Aber was nutzt einem engagierten Überwachungsstaat so ein Fingerabdruck im Reisepass, wenn er nicht ständig Fingerabdruck und Mensch abgleicht? Einzig bei der Einreise in das Land unserer terrorparanoiden amerikanischen Freunde wird verlässlich gearbeitet.

Als ich bei der Lektüre des Kackblogs auf die Erfindung des Designers Tomomi Sayuda stieß, wurde mir sofort klar, dass sich dieses Sitzmöbel perfekt zur biometrischen Überwachung einsetzen ließe, denn jeder setzt sich irgendwann mal hin. In Warteräumen von Einwohnermeldeämtern, Rathäusern und Standesämtern …

Mit Wolfgang Schäuble haben wir einen Innenminister, der nicht nur ein großer Freund der Bürgerüberwachung und Biometrie, sondern auch ein Spezialist für “ständig auf dem Arsch sitzen”, ist.

Gemäss dem Leitsatz von Tomomi Sayuda

The arse is the window of the soul.

empfehle ich  ihm, ab sofort nicht nur die Identität der Bürger zu erfassen, sondern auch ihre Seele.

Autor Alexander Broy Dieser Artikel wurde von Alexander Broy geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 01 Aug 2009

Sage mir, was du suchst und ich sage dir, wer du bist

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Voller Durchblick – oder nur eine Fliege unterm Mikroskop?

Lawrence Summers, der ehemalige amerikanische Finanzminister und heutige Nationale Wirtschaftsberater von Barak Obama, will das moderne Gegenstück zum delphischen Orakel entdeckt haben: Google. Summers hat herausgefunden, dass im Frühjahr 2009 besonders häufig der Suchbegriff „Great Depression“ eingegeben worden ist, inzwischen aber kaum noch. Für ihn ist das ein eindeutiger Wirtschaftsindikator und Beweis dafür, dass die Wirtschaftskrise vorbei ist.

Nun ist Summers nicht der erste, der Suchanfragen als Mittel der Marktforschung benützt. Google selbst betreibt eine Seite namens „Google Zeitgeist“ mit Trendauswertungen und einer Liste der „Top 100“-Suchbegriffe. Die so genannten Trends sind allerdings äußerst kurzlebig. Als ich heute morgen nachschaute, lag ein gewisser Casey Kotchman auf Platz eins, weil er von der Baseballmannschaft von Atlanta nach Boston zu den Red Sox wechselt. Ob morgen noch ein Hahn nach ihm kräht, ist eher zweifelhaft, aber wie sagte doch Andy Warhol, jeder wird einmal für 15 Minuten berühmt sein.

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Autor Tim Cole Dieser Artikel wurde von Tim Cole geschrieben.
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Geschrieben von Tim Cole am 17 Jul 2009

Die digitale Entschleierung

Interessante Frage: Darf man jemanden, der anonym twittert, outen? Aktuell wird das gerade bei einem ziemlich heftigen Kommentar-Krieg der sich rund um das angeküdigte Video-Weinportal “TVino” des Hamburger Weinverkosters Hendrik Thoma entzündet hat. Es handelt sich nämlich ganz offensichtlich um eine PR- und Marketingmaßnahme des mächtigen Hanseatischen Weinhandelskontors HAWESKO, was aber in den Pressemitteilungen zu einer “Zusammenarbeit” mit Thoma verniedlicht wird.

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Geschrieben von Christoph Witte am 08 Mai 2009

Ohne IT-Verantwortung kein Datenschutz

gebrannte-dvd1Ist Datenschutz eigentlich CIO-Sache? Manchmal ist sie es zwar per Definition, weil der IT-Chef auch gleich zum Datenschutz-Chef erkoren wurde (weil es kein anderer machen wollte) , aber moralisch fühlt er sich meistens nicht zuständig. Natürlich sind die Datenschutzskandale bei Bahn, Telekom oder Schlecker und co. völlig ohne Zutun der IT entstanden. Dass Daten unautorisiert erhoben, für missbräuchliche Auswertungen herangezogen werden oder in falsche Hände geraten, liegt meistens nicht an der internen IT. Allerdings geht es auch nicht ohne sie. Es hat überhaupt keinen Sinn, Mitarbeiter nach dem Grund für ihr Krankfeiern zu fragen, wenn das Unternehmen die Antworten nicht speichert und auswertbar macht. Also lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Jeder Missbrauch von Daten wird erst durch die IT und die Leute möglich, die Systeme und Applikationen zur Verfügung stellen und dafür verantwortlich sind. weiter lesen »

Autor Christoph Witte Dieser Artikel wurde von Christoph Witte geschrieben.
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