Category Archives: Medien & Politik

„Just setting up my Twtr.“ – Twitter ist heute sieben Jahre alt!

 

Am 21. März 2006 tippte Twitter-Co-Gründer Jack Dorsey den Satz „Just setting up my Twtr.“ in die Maschine und damit war der erste Tweet in der Welt. Eine schöne Geschichte zu Twitter haben Ole ReißmannKonrad Lischka und Christian Stöcker schon vor zwei Jahren in SPIEGEL ONLINE zusammengetragen. Das braucht man nicht zu wiederholen. Aber man kann es gut wiederlesen: zum Artikel!

Ich bin seit Mai 2009 dabei (https://twitter.com/michaelkausch): in der Regel mit Hinweisen zu aktuellen Studien und Artikeln, die ich für wichtig halte und die also Themen betreffen, die für mich relevant sind: das reicht dann von der PR über Social Media Marketing bis zu Kultur und Politik.

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Ist Berlin für den Fall einer Zombie-Katastrophe gerüstet?

Die Überschrift dieses Beitrags ist deckungsgleich mit einer kleinen Anfrage, die die beiden Abgeordneten der Piraten Christopher Lauer und Simon Kowalewski am 18. Februar 2013 an den Berliner Senat gerichtet haben: Die US-amerikanische Seuchenschutzbehörde Centre for Desease Control and Prevention” hat ein Handbuch für das Szenario des Ausbruchs einer Zombie-Katastrophe verfasst so heißt es in der Anfrage. Plant der Senat ebenfalls, ein derartiges Handbuch für ein solches Katastrophenszenario in Berlin zu erstllen? Wenn nein, warum nicht?

Erwartungsgemäß fiel die Reaktion im Senat eher frostig und knapp aus. Es sei kein Handbuch sondern ein Comic zur Problemsensibilisierung Katastrophenvorsorge und -schutz. Gerichtet an Teenager. Eigentlich genial.
Ebenfalls erwartungsgemäß feuern seitdem die Geschichte bekannt wurde, die Berliner und mittlerweile auch die Bundespresse wieder einmal eine volle Breitseite gegen die Piraten. Damit, so ist sich Deutschlands Medienlandschaft eing, haben sich die Piraten wieder einmal disqualifiziert, der Lächerlichkeit preis gegeben. Vom Focus bis zur Augsburger Allgemeinen: diesen medial fetten Braten lässt sich niemand entgehen. Czyslansky allerdings auch nicht.

Zombies überall. In Berlin derzeit nur im Kino. Szenenbild aus “Warm Bodies”. (c) Concorde Filmverleih 2013

Natürlich hatte die Anfrage keinen anderen vernünftigen Hintergrund als ein mediales Feuerwerk zu zünden. Das aber geht, wen wundert’s, nach hinten los und trifft die Iinitatoren bzw. ihre gesamte Partei. Lauer ging es nach seinem Podcast tatsächlich auch darum, diese Anfrage zu nutzen, um die Piraten in die Medien zu hieven und sich damit einem jüngeren Zielpublikum zu empfehlen. Jetzt steht er, passend zur Zombiebildsprache im Kino, ein wenig im Regen. Häme ergießt sich über die Mandatsträger vor allem in den Kommentaren unter den Online-Beiträgen. Und natürlich ist auch das Totschlagargument, dass das alles unsere Steuergelder koste, wenn sich der Senat mit einem solchen Unfug beschäftige, mehr als einmal zu lesen.

Dabei ist die Anfrage gar nicht so abstrus. Man muss nur etwas weiter denken: Auch wenn die Intention eine andere war, so falsch ist die Überlegung der beiden Piraten nicht: Ein Blick in die Alterspyramide der Bundesrepublik zeigt doch, dass die Zombie-Apokalypse in spätestens dreißig bis vierzig Jahren bevorsteht.

Nicht nur in Berlin. Überall in diesem unserem Lande. Und dann kostet das wirklich unser aller Steuergelder.
Pardon, meine nicht mehr. Ich gehöre dann bereits zu den Zombies.

Der jüdische Witz

Am vergangenen Mittwoch trafen sich die Freunde Czyslanskys in einem jüdischen Lokal in München zum Redaktionstrunk. So war es denn auch wenig überraschend, dass wir uns in Verbindung mit der gleichzeitigen Papstwahl einen redlich schwachen jüdischen Witz anhören mussten. Was angesichts der versammelten Herren allerdings verwunderte, war,  dass dies nicht sogleich in einen regen Austausch gepflegter Altherrenscherze ausuferte. Noch nicht einmal über den “jüdischen Witz” als literarisches oder kulturelles Phänomen haben wir uns im Anschluss zerstritten.

Dabei ist der gute jüdische Witz eine Waffe des Widerstand, entstanden im Mittelalter mit den “Badchonim”, den wandernden jüdischen Minnesängern, die das – jüdische – Volk auf unterhaltsame Weise zu belehren trachteten. In Anbetracht der zahlreichen antisemitischen Pogrome – aber auch der häufig autoritären und vermachteten Strukturen in den jüdischen Gemeinden – durften Wahrheiten oftmals nur in komödiantisch verkleideter Form ausgesprochen werden. Insofern ist die gesellschaftliche Funktion des jüdischen Witzes durchaus mit dem deutschen Karneval zu vergleichen.

Carlo Schmid etwa schreibt treffend: “Der jüdische Witz ist heiter hingenommene Trauer über die Antinomien (Widersprüche) und Aporien (Unlösbarkeiten) des Daseins.” (Quelle: DER SPIEGEL 51/1960)

Was aber ist ein guter jüdischer Witz? Na, das hier zum Beispiel:

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Vor 80 Jahren wurde das Dachauer Konzentrationslager eröffnet

In wenigen Tagen jährt sich zum 80igsten Mal die Eröffnung des Konzentrationslagers Dachau. Am 20. März 1933 gab Heinrich Himmler die Eröffnung des ersten KZs auf deutschem Boden bekannt. Mehr als 40.000 Menschen kamen in Dachau und seinen Außenlagern ums Leben. In einer Pressekonferenz verkündete Himmler: “Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet. Es hat ein Fassungsvermögen von 5.000 Menschen. Hier werden die gesamten kommunistischen – und soweit notwendig: Reichsbanner- und marxistischen – Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden zusammengezogen.”

Erst am 29. April 1945 wurde das Konzentrationslager Dachau befreit. Damit war das Dachauer KZ nicht nur das erste, sondern auch das letzte KZ in Nazi-Deutschland.

Ich wohne nicht weit von der Gedenkstätte entfernt. Es ist mir ein Bedürfnis an den 20. März 1933 zu erinnern:

 

Problemzone Porno im Internet… Jetzt wird hart durchgegriffen

Ausschnitt aus Hieronymus Boschs Gemälde “Garten der Lüste”: Bald wegen frauenfeindlicher, pornographischer Darstellung auf dem Index und im Netz nicht mehr ansehbar?

Pornographie…

Sie sind doch auch dagegen, oder? ODER?
Na also. Dann gehören Sie zu den Gutmenschen, die Pornographie aus moralischen, ethischen oder sonstigen Gründen ablehnen. Alles in bester Ordnung.
Wirklich?
Der schwedische EU-Parlamentarier Christian Engström, Abgeordneter der Piraten sieht das auch nicht anders. Trotzdem will er – so verkündet er in seinem Blog in der kommenden Woche gegen eine Anti-Porno-EU-Resolution stimmen: I will be voting against this resolution next week.
Die nämlich, also die Europäische Union, debattiert gerade über ein Verbot von Pornografie in allen Medien, das sie gern durchsetzen möchte.
Wie jetzt?
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Wenn’s wirr wird: Das Leistungsschutzrecht kommt…

Googlen Sie doch, was Sie wollen. Zum Beispiel: Leistungssschutzrecht…

Stellen Sie sich vor, Sie sind fremd in einer Stadt, dort aber für drei Tage auf Geschäftsreise. Am Anreiseabend haben Sie noch etwas Zeit und Hunger. Sie fragen Ihren Concierge im Hotel, wo denn in der Nähe ein gutes Restaurant sei.
Der Concierge empfiehlt Ihnen drei, vier Restaurants in unmittelbarer Nähe. Nachdem Sie ihm gesagt haben, dass Sie besonders gern mediterrane oder auch kreolische Küche mögen, hat er in kurzer Zeit ein paar hilfreiche Tipps parat. Ja, er weiß sogar von ein paar besonders schmackhaften Gerichten auf der Speisekarte. Als sie ihn fragen, wo man danach noch in netter Atmosphäre einen Absacker zu sich nehmen kann, empfiehlt er Ihnen auch noch ein paar Bars in der Nachbarschaft. Weiterlesen

Ein Clown ist ein Clown ist ein Clown…

Wenn einer Witze über Witzfiguren macht und selbige beim Namen nennt, muss das noch lange nicht für alle komisch sein.

Auch ein Chagall Clown ist ein Clown ist ein Clown.

Diese Erfahrung macht gerade der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der in einem Interview gesagt hatte: “Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben”. Damit bezog er sich auf den Ausgang der Wahlen in Italien und auf die beiden Wahlsieger Silvio Berlusconi und Beppe Grillo.
Prompt zog sich der Politiker nicht nur die Rüge der regierenden Koalitionäre aus CDU und FDP zu. Die nämlich nennen Steinbrück eine Axt im Walde. Und sie fürchten, dass der Kanzlerkandidat damit dem Ansehen des Landes bei seinen italienischen Nachbarn erheblich geschadet hat. Damit nicht genug. Verschnupft zeigt sich auch der italienische Präsident Girogio Napolitano, der kurzerhand ein Abendessen mit Steinbrück während seines Deutschlandbesuchs abgesagt hat. So zu lesen auf Spiegel Online .
Die Achse Berlin-Rom zeigt sich mal wieder von seiner glänzenden Seite – das gegenseitige Beleidigtsein hat schließlich beste Tradition. Erinnert Sie das an was? Weiterlesen

Eine Zeitung stirbt – und lebt doch weiter

Wenigstens muss er das nicht mehr erleben

Wenigstens muss er das nicht mehr erleben

Das Zeitungssterben ist ja in vollem Gänge. “Frankfurter Rundschau” und “Financial Times Deutschland” sind prominente Beispiele hierzulande. In meiner Heimat Amerika sieht es noch schlimmer aus. Dort sind Tageszeitungen laut einer von der Website “Newspaper Death Watch” veröffentlichten Studie die am schnellsten schrumpfende Industrie der USA. Der Passauer Prof. Wolfgang Henseler hat schon ausgerechnet, wann die letzte Tageszeitung das Erscheinen einstellen wird, nämlich ungefähr im Jahre 2036. Bis dahin, so hat er durch Extrapolation der bekannten Auflagen- und Anzeigenentwicklung errechnet, wird es sich für keinen Verlag mehr lohnen, Nachrichten und Meinungen auf tote Bäume zu drucken.

Und nun das: Die “International Herald Tribune”, seit mehr als 30 Jahren meine tägliche Morgenlektüre, verschwindet auch! Das schreibt die Zeitung selbst in ihrer heutigen Ausgabe, die ich – pikanterweise – neuerdings nur noch elektronisch auf dem iPad lese, weil die es die aktuelle Printausgabe leider morgens nicht bis in den fernen Lungau schafft, wo ich seit ein paar Monaten wohne.

Die gute Nachricht lautet: Die IHT wird weiterleben, jedenfalls vorerst. Sie wird nur anders heißen. Weiterlesen

Einfach mal abschalten!

Der Personalrat des Arbeitsministeriums in Berlin ist laut “Süddeutsche” sauer, weil bei den Mitarbeitern das Dienst-Handy aufhabendes und am Wochenende klingelt. Dabei wird Hausherrin Ursula von der Leyen nicht müde wird, den Menschen im Lande kluge Ratschläge zu geben, nach dem Motto: einfach mal abschalten!

Das Handy, nämlich. dabei klappt das bei Firmen wie VW oder EON ja längst. Das heißt: Bei der Telekom hebt vorsichtshalber keiner mehr ab, auch tagsüber nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich beim Kunden-Hotline anrufe. Aber diese Form der Sprachdienstverweigerung kennt man ja auch andernorts, bei der Telekom, Vodafon, eigentlich bei fast jedem großen Anbieter von Dingen, die oft kaputt gehen und wo man dringend mal mit jemandem reden müsste.

Um dem berüchtigten Beamten-Burnout vorzubeugen sollen jedenfalls nach Ansicht der Verdi-Betriebsgruppe im Arbeitsministerium schleunigst konkrete Vorschriften erlassen werden, die das Abschalten nach Feierabend zwingend vorschreiben.

Ich bin zwar kein Beamter, aber vom Burnout trotzdem akut bedroht.   Weiterlesen

Heute ist Welt-Radio-Tag: Warum ich das Radio liebe, wie kein anderes Medium

Heute ist – wie an jedem dreizehnten Februar, World Radio Day, ein Gedenktag, den die UNESCO ausgerufen hat, um auf die internationale Bedeutung des Radios für Meinungs- und Informationsfreiheit hinzuweisen.

Rund 44.000 Radiostationen gibt es weltweit. Und längst geht es nicht nur um UKW-Sender oder gar die guten alten Mittel- und Langwelle-Brummer, sondern immer öfter auch um Web-Radio-Stationen. Einige machen heute den alten Traum vom Freien Radio, in dem jeder zum Sender wird, wahr: auf http://www.wrd13.com./ kann heute jeder seine Aufnahmen hochladen und weltweit verfügbar machen. Man sieht: Das Radio kommt ins Internet. Und das ist gut so.

Wenngleich: ich bin und bleibe ein Fan des guten alten (Dampf-)Radios.

Sechs Gründe, warum ich auch in Zeiten von Facebook und Czyslansky ein Radio-Mann bin und bleibe:

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