Category Archives: Analoges & Avatare

High End 2013 – wo gehörnte Ehemänner in die Röhre hören. Hörbilder.

High End

Ich liebe sie – die High End, die jährliche Weltleitmesse unserer Audio-Anbieter, die zur Zeit gerade im Münchner M.O.C. stattfindet. Man hört in der Regel leider eher schlechte Musik, aber in bester Auflösung und Wiedergabequalität. Man sieht unzählige Asiaten hinter wunderschönen mechanischen Leica-Kameras baumeln – vorzugsweise an den Ständen der international renommierten deutschen Laufwerksbauer, also der Hersteller kleiner Industrieanlagen, die man früher Schallplattenspieler nannte. Man gewinnt einen Überblick über die unterschiedlichen Design-Ansprüche in den großen highfidelen Märkten China, Russland, Amerika und Europa.

Ein Blog eignet sich nun wirklich am allerwenigsten zur Berichterstattung über Audiophiles. Man hört zu wenig. Also beschränke ich mich im Folgenden lieber auf die Wiedergabe einiger visueller Eindrücke. Bilder vom Hören. Hörbilder.

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Hörtipp: Zigeunermusik aus Niederbayern

Czyslansky ist vermutlich der einzige Blog der noch “Neger” und “Zigeuner” usw. schreibt und zwar, weil – wenn – dann nicht Worte, sondern Menschen diskriminieren. Nachweislich stehen Czyslansky und seine Jünger jedoch seit Jahrzehnten in der Tradition niemanden wegen seiner Religionsangehörigkeit, ethnischer Herkunft, sexueller Ausrichtung o.ä. zu diskriminieren, sondern immer nur wegen Blödheit, Arroganz und Rückgratlosikeit, dann aber g’scheit!

Was die Zigeuner angeht gibt uns – hartnäckig immer alles und jeden beim Namen Nennenden – Rolf Bauerdick in seinem neuen Buch Zigeuner recht. Sie gutmenschen-angeblich-politisch-korrekt “Sinti und Roma” zu nennen ist schlichtweg falsch und blöd und deswegen nach unseren Statuten diskriminierungswürdig. Verwendet wird dieser Doppelausdruck, den Bauerdick sinngemäss mit “Deutsche und Bayern” vergleicht, also per se schon beknackt ist, weil eine Teilmenge mit der Gesamtmenge gleichgesetzt wird, von Leuten, die vermutlich nicht mal in der Lage sind, den Singular dieser Wortschöpfung zu bilden. Die meisten Zigeuner nennen sich Zigeuner und das nicht ohne  Stolz, sagt Bauerdick und er ist damit nicht alleine. Dem Wort Zigeuner weht Romantik, Wildheit, Sehnsucht, nach … Nur weil die Nazis diesen Begriff in den Dreck gezogen haben, ist er deshalb noch nicht schlecht. Die Juden haben sich nach der Shoa auch nicht umbenannt, warum auch …
Das Kinderbuch von Enid Blyton heisst jedenfalls jetzt nicht mehr “Fünf Freunde und ein Zigeunermädchen” sondern irgendwie anders, ich hab’s vergessen ist ja auch Wurscht.

Spätestens nachdem ich die Website für den Film” The Man Who Cried” mit Johnny Depp erstellt habe, bin ich durch den Soundtrack angefixt, den ich für einen der Besten überhaupt halte. Ich bin ein absoluter Fan von Zigeunermusik. Jammernde Geigen sind das Höchste für mich.

Meine neueste Entdeckung möchte ich mit euch teilen, liebe Leser: Django 3000 – Das sind niederbayrische Zigeuner und machen Balkanbeats vom allerfeinsten. Vor ein paar Wochen konnte ich die vier auf einem Livekonzert in Augsburg erleben – Der Saal hat getobt, aber hört und seht selbst.

Gender und Gentleman

Liebe “Männer” und liebe Jungs, werdet ihr gerade von einer immer unangenehmer werdenden “Gender-Diskussion” heimgesucht?

Als Jugendlicher in den 80ern habe ich mich – Kind meiner Zeit – natürlich mit dem Feminismus beschäftig, habe Alices kleinen Unterschied gelesen, den Tod des Märchenprinzen und noch mehr der damaligen “Feministische Literatur” und fühlte mich eigentlich gut unterhalten. Irgendwann habe ich dann meine Mutter – eine zweifellos echte “Dame” – gefragt, warum sie sich nicht um Feminismus und Gleichberechtigung bemühe. Sie antwortete lakonisch, sie sei doch nicht verrückt und verzichte freiwillig auf ihre vielen, wunderbaren Privilegien. Das leuchtete mir ein. Sie arbeitete genau das und so viel sie wollte, erfüllte natürlich ihre Pflichten, aber ansonsten tat sie genau das wozu sie Lust hatte und so verbrachte ich viele vergnügliche Stunden meiner Kindheit in der Innenstadt beim Dallmayer oder im Caféhaus. Ihr Mann, mein Vater, las ihr die Wünsche von den Augen ab und wenn er dies einmal übersah, erfüllte sie sich diese eben selbst, immer mit Maß und Respekt vor seiner Person und seiner Leistung als Haupternährer.

Von ihr erzogen, verwundert es vermutlich nicht, dass ich weitgehend vom Aufbegehren der unterdrückten Frauenwelt verschont blieb. Gab es je eine Genderdiskussion, während man einer Dame die Tür aufhielt, in den Mantel half, oder sie zu einem Cocktail nach einer schönen Abendveranstaltung einlud? Sicher nicht.  Es ist eben immer eine Frage gegenseitigen Respekts. Für den Gentleman ist der Respekt einer Dame gegenüber selbstverständlich, anders herum sollte man sich den Respekt aber verdienen.

Wie kann ich erwarten respektiert zu werden, wenn ich unaufmerksam, stoffelig in kurzen Hosen und Trekkingsandalen durch die Welt latsche? Wenn ich mich mit Mitte 40 noch wie ein Teenager kleide? Werde ich als Mann oder gar “Herr” ernst genommen, wenn ich die 270m zum Kindergarten mit Helm auf dem Fahrrad zurück lege? Wenn ich klaglos die Werbeblöcke des Unterschichten-Privatfernsehens über mich ergehen lasse? Wenn ich ein Auto fahre, für das ich ein gesamtes Jahresgehalt hinblättern musste und von dem ich durch einen enervierenden Piepton zum anschnallen gezwungen werde, auch wenn ich nur eben zum Briefkasten fahre? Wie wird mich die Damenwelt wohl beurteilen, wenn ich statt Blumen, Plastik-Tand von NKD und Tschibo mitbringe?
Viele brave Männer putzen Samstags mit der Liebsten, gemeinschaftlich in Jogginghose, die Wohnung. Das ist ja im Prinzip löblich – also das gemeinsame Putzen – aber völlig unnötig. Ein Herr beschäftigt eine Haushaltshilfe, selbstverständlich mit Sozialversicherung und Urlaubsanspruch, und führt seine Dame Samstags lieber zum Frühstücken aus. Aufmerksamkeit statt Gleichschalterei.

Und an unsere Leserinnen gerichtet mein Appell:
Heiratet einen richtigen Mann, erzieht eure Söhne zu Gentlemen und ihr bekommt mehr, als ihr je mit Feminismus, Gender-Wahnsinn und sonstigem Terror erreichen könntet.

Gesundmachen war gestern

AU-Bescheinigung

Grippewellen nerven – die Kollegen werden dahingerafft, die eigene Gesundheit wird auf die Probe gestellt. Wer sich mit Triefnase und röchelnd in die Arbeit schleppt, tut der Firma nur auf den ersten Blick etwas Gutes. Häufig ist der Respekt vor dem demonstrierten Leistungswillen geringer als die Angst vor Ansteckung. Jeder vernünftige Arbeitgeber wird daher erkennbar kranke Kollegen wieder nach Hause schicken. Auch dann, wenn die Personaldecke erschreckend dünn wird.

Blaumacher von Kranken zu unterscheiden ist ohnehin oft nicht schwer. Mancher wäre überrascht, wieviele Menschen nach längerer Krankheit mit Farbresten im Haar aus einer frisch renovierten Wohnung wieder zur Arbeit erscheinen oder braungebrannt und bestens gelaunt. Man sieht sehr wohl, dass es hier dem einen oder anderen durchaus möglich gewesen wäre, zumindest stundenweise zu arbeiten. Nicht jede Firma ist eine Schmiede oder ein Steinmetzbetrieb.

Dünnes Eis, klar. Weiterlesen

Social Dongle – Single- und Partnerbörsen im Social Media Zeitalter

Ich bin ja ein großer Fan von Singles. Man hat einfach mehr Bewegung, als mit LPs, die man nur alle 20 Minuten umdrehen muss…

Außerdem habe ich mich vor einigen Wochen in einer Single-Börse, die eigentlich eine Partner-Börse ist, angemeldet. Meine Frau hat das erst ein wenig irritiert. Nachdem ich ihr aber klar gemacht habe, dass meine Profilierung als “attraktiver und finanziell unabhängiger Mann in den besten Jahren” rein beruflich veranlasst ist – ich habe mich derart auf einen Pitch um den Social Media Etat eines großen Partner-Portals vorbereitet – war sie auch wieder beruhigt. Den Mann aus dem von mir angelegtem Profil kannte sie eh nicht.

Aber was red ich hier schon wieder. Es geht mir um etwas ganz anderes.

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Apotheken, wozu genau gibt es die noch?

Möglicherweise bin ich etwas vorbelastet als Kind von Heilpraktikern und Enkel eines Naturheil- Biochemie-Homöopathie-Herstellers und nicht immer ganz objektiv … Zugegebenermaßen wirke ich vielleicht auch etwas spleenig wenn ich im Tweedanzug in eine Apotheke gehe und ein Fläschchen Lebertran verlange. Ich bin halt “oldschool” und will keine Kapseln sondern richtig ekligen Lebertran. Vor dem Frühstück ein Löffelchen Dorsch für die Kinder und mich, danach ganz schnell Orangensaft hinterher… Kindheitserinnerung und sehr gesund. Die Isländer schwören darauf; nicht nur wegen der Vitamine, die uns in der dunklen Jahreszeit fehlen, sondern auch als Mittel gegen die Winterdepression und DIE müssen es ja wissen.

Lebertran gibt es in der Apotheke nicht, sondern nur Kapseln und als ich starrsinnig auf Tran bestehe, heisst es, der würde so schnell ranzig, deshalb füllen sie ihn nicht mehr ab. Tatsächlich schlägt mir die Verkäuferin vor, einen ganzen Liter zu nehmen, den könnte ich haben … 1 Liter Lebertran? Also so viele Kinder habe nicht mal ich und so viel Hass am Frühstückstisch halte ich nicht aus (über die 3-4 Jahre, die ich mit einem Liter Tran auskäme).

Einen Hustensaft nach dem Rezept meines Vaters zubereiten zu lassen, habe ich längst aufgegeben. Vermutlich wüsste die Arzneimittelverkäuferin gar nicht mehr was ein Dekokt ist. Einen Tee bekomme ich natürlich auch nicht mehr gemischt und wenn dann nur säckeweise.

Die anderen obskuren Naturheilmittelchen, die ich noch haben will, muss sie natürlich auch bestellen, aber das ist ja normal und auch nicht so schlimm, geht ja schnell. Ich habe dann noch kurz gefragt, ob es nicht frustrierend ist, fünf Jahre lang Pharmazie zu studieren, um dann nur kleine Päckchen zu verkaufen und bin gegangen.

Den Lebertran, meinen Naturheil/Kurpfuscherkram, Hustensaft etc. habe ich, zurück im Büro, gerade im Internet bestellt und dabei 17 Euro gespart …

Das war mein letzter Besuch in einer Apotheke, es ist eine traurige, arme Welt geworden, aber sagt nicht, ich hätte es nicht wenigstens versucht …

Melancholischer Abschied

2012-12-28 19.01.08Morgen ist Aschermittwoch. Für manch einen mag das Grund zur Melancholie sein, aber ich bin kein Rheinländer und wenn ich mir die Ballsaison in München ansehe, brauche ich keinen Aschermittwoch, um melancholisch zu werden. Nein, es geht um etwas ganz anderes: Diese Melancholie hat mir eine Firma eingebrockt, genauer die Firma Maurer Söhne, die im Münchener Norden am Frankfurter Ring zu finden ist. Viele Münchener kennen die Firma. Jeder Oktoberfestbesucher war schon in Kontakt mit Produkten dieser Firma. Die “Wilde Maus” zum Beispiel haben Maurer Söhne entworfen und gebaut.

Diesen Winter gab es eine neue Attraktion zu bestaunen: Der Welt größtes mobiles Riesenrad wurde hier gebaut. Wunderschön sah es aus, wie ein Raumschiff, das bei uns gelandet ist. Ohne Vergleich mit anderen Attraktionen sah man ihm nicht an, ob es nun das größte Riesenrad war oder einfach nur riesengroß. Dennoch, nahezu alle, die häufig im Münchener Norden unterwegs waren, wünschten sich insgeheim, dieses wahrzeichenhafte filigrane Kunstwerk möge uns erhalten bleiben. Dieser Wunsch wird nicht erfüllt, der Abbau ist seit ein paar Tagen nicht zu übersehen, es steht nur noch die Nabe und die Stützen des Rades. Weiterlesen

Ich bin bald nicht mehr Papst, schade …

Also ich war eigentlich gerne Papst. Na ja nicht richtig im Vatikan mit Häubchen, roten Slippern und so, sondern eher im Sinne der BILD Zeitung. Da war ich eben Papst, weil ich Deutscher bin und vor allem auch Bayer. Auch als Protestant war ich gerne Papst. Mia san halt mia und dazu gehörte es auch, Papst zu sein.

Am 28. Februar tritt “Uns Ratze” also zurück. Aus Altersgründen und Angela zollt ihm dafür ihren Respekt, habe ich gelesen, fein. Schön von ihr.  Meinen Respekt hat er auch, ist halt ein anstrengender Job und bei Rente mit 85 gilt man bei uns “noch” nicht als Frührentner. Ihm sei es gegönnt: “Pfiad di, Bene!”

Aber was kommt jetzt? Wer wird der Nächste? Müssen wir uns nach einem Polen und einem Bayern jetzt wieder auf Äonen von Italienern auf dem heiligen Stuhl einrichten? Nachdem ja grundsätzlich jeder Katholik zum Papst gewählt werden kann, habe ich ein wenig Angst, dass es Berlusconi werden könnte. Er hat Geld und Macht, ist Italiener, im richtigen  Alter und Bunga-Bunga-Päpste gab es auch vorher schon im Vatikan.

Ich fände es ja mal schön, wenn es eine Frau würde. Eine Päpstin, das hätte doch was, oder? Eine Bayerin fällt mir jetzt keine ein, aber auch ein Neger könnte doch mal Papst werden. Am besten gleich eine Negerin, was meinen Sie?
Aber das ist alles recht unwahrscheinlich, da wird eher ein Sozi bayerischer Ministerpräsident, oder ein Franke – oh das hatten wir doch sogar schon mal, zumindest kurz …
Dann doch lieber einen Franken als Papst, dann wäre ich wenigstens wieder ein bisschen Papst – als Bayer …

 

 

Haben Kochbücher ausgeblättert?

Der Internet-Kühlschrank ist im Grunde ein alter Hut. Wer kennt nicht die Möglichkeiten, die diese Form künstlicher Intelligenz bietet? Der Samsung Wireless ICE Pad Refrigerator beispielsweise verfügt über einen angeflanschten Tablet-PC, mit dem die Hausfrau surfen oder E-Mails schreiben kann, bis der Braten fertig ist. Der Internet-Kühlschrank könnte aber auch der Vorbote einer kleinen Revolution sein – und als Plattform für digitale Kochbücher dienen.

Tatsächlich sind Autoren und Grafiker schon dabei, das Kochbuch von morgen zu erfinden. Der Londoner Star-Designer Caz Hildebrand und Jacob Kennedy vom Londoner Gourmetrestaurant „Bocca di Lupo“ haben zum Beispiel ein Online-Kochbuch mit dem Titel „The Geometry of Pasta“  geschrieben und illustriert, bei dem die Farfalle wie lebendige Schmetterlinge über den Bildschirm flattern. Per Mausklick gelangt man dann zum passenden Rezept, zum Beispiel „Coniglio all’ischitana“ (eins meiner italienischen Lieblingsgerichte!).

Bob Huntely, Geoffrey Drummond und Chris Howard gehen noch einen Schritt weiter: Bei ihrem Projekt Culinapp  geht es darum, animierte elektronische Kochbücher als App zu vertreiben. James Beard und Dorie Greenspan – die in Amerika in etwa den Status von Johann Lafer und Sarah Wiener haben – sind schon mit an Bord. Ob die Kochlöffel-Promis bald etlichen ambitionierten Hobbyköchen vom Kühlschrank aus über die Schulter schauen, bleibt abzuwarten. Und auch, ob es auf die Dauer nicht nervt, wenn Johann Lafers Stimme aus dem Off einen unwirsch belehrt, dass man den Kochlöffel gefälligst richtig halten soll…

 

Alle Jahre wieder…

Wach auf Du verotteter Christ, mach Dich an Dein sündiges Leben.

Es gibt mindestens 10 gute Gründe, die mich von irgendwelchen Aktivitäten in Vereinen abhalten. Nehmen wir nur die Weihnachtsfeier:
Schon wochenlang kann man schlechte Laune schieben, weil man todsicher auf dieser Feier wieder in der Nähe der Leute sitzen wird, die man das ganze Jahr nicht mit dem Hintern anschauen würde. Vice versa übrigens, Ihr mich auch! Weiterlesen