Archiv der Kategorie 'Analoges & Avatare'

Geschrieben von Alexander Broy am 27 Aug 2010

Jemand zu Hause, McFly?

Als sich die Nikes von Marty McFly in “Zurück in die Zukunft II” von selbst zubanden, staunten die einen über diese vielversprechende Innovation der Sneaker-Industrie und die anderen über das dreiste Product-Placement der Firma Nike.

Jetzt 2010 meldete Nike das Patent für sich selbst zubindende Turnschuhe an und versucht wohl “Just in Time” 2015 damit auf den Markt zu kommen.
Ob Michael J. Fox sich darüber freuen wird, ist er doch durch seinen Morbus Parkinson beim Schuhe binden gehandikapt, ist nicht bekannt. Mich persönlich lassen Nikes mit Bindeautomatik relativ kalt, ausser sie sind handgenäht und aus Boxcalf oder Cordovan, aber Martys Hoverboard, ja das könnte mich reizen, es ist allerdings noch nicht ansatzweise in Sicht.

Bis sich an dieser Front etwas getan hat, träume ich weiter von einem De Lorean mit Flux-Capacitor und ärgere mich nicht weiter darüber, dass dieser Flux-Generator auf eine Idee Czyslanskys zurückgeht und dass mal wieder im Abspann vergessen wurde, den Meister zu erwähnen.

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Geschrieben von Alexander Broy am 16 Aug 2010

Survival of the Fattest

“Survival of the Fattest” heißt die Skulptur von Jens Galschied, die den Hafen der kleinen dänischen Stadt Ringkøbing ziert. Leider vergaß der Künstler darauf hinzuweisen, dass der Titel seines Werkes auf ein Bonmot Czyslanskys zurückgeht: Bei einem Badeurlaub an der Adriaküste stellte Czyslansky einmal lakonisch fest, dass sich wohl die Beleibtesten in der Evolution am ehesten durchsetzen konnten und verärgerte die beiden anwesenden Damen damit nicht unerheblich. (Die Staturen der Freunde Czyslanskys beweisen seine Theorie bis auf eine Ausnahme im Übrigen).

Ob der dänische Künstler sich direkt auf den Ausspruchs Czyslanskys bezieht, einen aufgeblasenen Justiziappararat aufs Korn nimmt oder lediglich eine Erste Welt, die fett und schwer auf Kosten einer verhungerten Dritten Welt lebt, anprangern will, kann der Autor dieser Zeilen nicht mit Bestimmtheit behaupten.

Das Werk an sich kann man bei aller Zurückhaltung jedenfalls nur als epochal, genial oder gigantisch bezeichnen. Es sorgt bei allen fünf bis sechs Touristen, die sich hier an dieses abgelegene Fleckchen verirren, für große Heiterkeit und kulturelle Erbauung.

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Geschrieben von Alexander Broy am 07 Jul 2010

Wollt ihr das totale Verbot?

Schon immer hat der Pöbel “hier” geschrien, wenn etwas verboten, oder zur Pflicht erklärt werden soll, was ihn selbst nicht betrifft. Demokratie bedeutet aber nicht nur, dass die Mehrheit bestimmt, sondern auch, dass die Minderheit geschützt wird. Kann mir irgendwer erklären, wen es gestört hätte, wenn ein paar ältere Herren in einer Zigarrenbar sitzen und kubanische Tabakerzeugnisse abbrennen? Oder warum der Wirt von “Gusti’s Pilsbar zum schwarzen Lüngerl” (nur echt mit Apostroph) nicht mit seinen Gästen im Qualm stehen darf?
Verstehen Sie mich nicht falsch, das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten hat doch jeder verstanden und auch begrüsst, weil es die Gesundheit der Nichtraucher schützt. Aber bei diesem letzten Schritt ging es darum, dass es keinerlei Ausnahmen geben darf.

Ich persönlich bin reiner Genussraucher von Pfeife und Zigarre. Ich habe kein Suchtproblem wenn ich irgendwo nicht rauchen darf. Ich trage auch auf längeren Motorradfahrten einen Helm. Ich würde ja vielleicht auch Mitglied in einem Berufsverband werden, aber warum werde ich ständig bevormundet? Warum müssen Selbstständige Zwangsmitglied in einer nutzlosen und korrupten IHK werden? Warum muss ich mich im Auto anschnallen? Mein Auto, mein Körper, mein Risiko (Meine Krankenkasse kann ja von mir aus den Beitrag erhöhen)

Ich frage mich, warum tun die Menschen das? Warum lässt man die Anderen nicht in Ruhe?

Warum gibt es kein Volksbegehren zur Abschaffung von Benzinverbrennung in Automobilen?
Ach ja, das würde ja die Mehrheit betreffen …

Auch mich würde es jucken einmal ein Volksbegehren zum totalen Verbot von Trecking-Sandalen anzuregen, tue ich aber nicht, weil ich auch einfach wegschauen kann …

Aber wo ich nicht wegschauen kann ist, wenn aus Gleichheit, Gleichmacherei wird und aus Freiheit, Bevormundung … Das ist Faschismus und vor dem sollten wir uns alle fürchten.

Neuer Social-Vorschlag-Service:
User die das Rauchen verboten haben, würden auch gerne das verbieten:
Paintball, Killerspiele, Waffenbesitz, Alkohol, Sahnetorten, Schokoriegel, Schweinespeck, Minigolf, Fahrradfahren ohne Helm, Tattoos, Kirchenaustritte, Feuerzeuge, Nacktbaden, Surfen im Eisbach, Moscheen,”Neger” zu sagen, Latein, Pornografie, abstrakte Kunst, Comics

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Geschrieben von Tim Cole am 18 Jun 2010

Digitaler Jungbrunnen

Was geschieht in Ames Hanger wirklich?

Der Mensch lebt schon immer in Symbiose mit seinen Werkzeugen. Indem er immer intelligentere Werkzeuge ersinnt und einsetzt, verändert er sich. Das ist ein natürlicher Vorgang, und er ist wertfrei. Der Fehler, den auch Schirrmacher begeht, besteht darin, diesem Vorgang ein Attribut zu geben. Ein typisches Beispiel ist die Vorstellung von “Fortschritt” (als ob der Mensch seit Anbeginn seiner Geschichte auf dem Weg zu einem klar definierten Endziel voran schreitet). Ein anderes ist die von durch Technik induzierte Degeneration, Frank Schirrmachers “vermanschtes” Gehirn.
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Geschrieben von Alexander Broy am 29 Apr 2010

Prügel Bischof

Bisher hatten wir nur einen Prügelprinzen aber jetzt gibt es auch einen Prügelbischof, das ist nur folgerichtig, Adel und Klerus haben sich noch nie etwas geschenkt. Der Ausdruck “Prügelknabe” hat in diesem Zusammenhang auch eine andere Bedeutung bekommen. Jetzt jedenfalls bezieht die katholische Kirche ordentlich Prügel und wie wir wissen: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ertappen Sie sich eigentlich auch immer wieder dabei, wie Sie Freunde, die auf einem Internat waren, nach ihrem persönlichen Grad der Misshandlung fragen, sei es aus Sensationslust oder auch aus echter menschlicher Teilnahme?

Eigentlich ist Schule an sich schon immer Misshandlung. Junge Menschen werden zu einem Unterricht gezwungen, der im besten Fall langweilig ist. Auch Langeweile ist Folter, das ist nichts Neues.Wäre es nach meiner Mutter gegangen, wäre ich auf das Internat in St. Otilien geschickt worden, mein Vater hat sich aber durchgesetzt und ich bin auf eie Gymnasium in München-Giesing gekommen, mit dem Unterschied, dass einen dort die älteren Schüler und nicht die Lehrer verprügelt haben.

Ein bisschen Fight-Club auf dem Pausenhof war eigentlich gar nicht so übel, nicht so langweilig wie der Unterricht. Mir hat es jedenfalls nicht geschadet, aber das wird einer ordentlichen Tracht Prügel ja auch nachgesagt – dass sie noch nie jemanden geschadet hat.

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Geschrieben von Alexander Broy am 11 Mrz 2010

An den Haaren herbeigezogen: DNA Parfums

Es gibt ja bekanntlich Sammler für so gut wie alles, von Ü-Eiern über Vinyl-Platten, Single Malts bis zu Feinden bei der FAZ, alles wird gesammelt und auch so manch ein Jünger Czyslanskys ist nicht frei von dieser Leidenschaft.

Die Passion von John Reznikoff sind Haare, genauer Haarlocken von Prominenten: Elvis, Albert Einstein, Abraham Lincoln, Marilyn Monroe … die üblichen Verdächtigen eben. Was auf den ersten Blick wie eine harmloses Hobby erscheint, hat, seit es möglich ist die DNA eines Menschen aus seinen Haare zu gewinnen, eine nicht ganz unproblematische Komponente.

Auf der DNA sind die ureigensten Daten eines Lebewesens gespeichert und bei Daten meine ich nicht irgendeinen uninteressanten Mist, wie meine Steuernummer, Browserverlauf, Adresse, oder der Mädchenname meiner Mutter … Nein, die echten Daten, die Baupläne meiner Leberzellen, meiner Kniescheibe und natürlich auch die meines Körpergeruchs …

parfumUnd genau da setzt die Geschäftsidee dieses Herren und seines Partners Carlton Enoch an. Sie entwickeln auf der Basis der DNA der Haarsträhnen Düfte, die sie unter dem Label My DNA Fragrance vertreiben. Das hat ein G’schmäckle, gell?

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass irgendjemand je auf die Idee kommen könnte, aus meinen im Alter immer mehr ausfallenden Haaren ein Rasierwasser zu entwickeln, was entfernt an meinen Duft nach einem Viertelmarathon  erinnert. Aber trotzdem … Ich bestehe auf Datenschutz! MyFragrance einen deutlichen Schritt weiter gegangen als MyMüsli, MyMarmalade, MyShirt, MyObstler usw.

Obwohl, vielleicht sollten wir die beiden fragen, ob sie uns …. Sagt mal, hat jemand eine Haarlocke von Czyslansky?

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Geschrieben von Alexander Broy am 11 Feb 2010

Exzessives Urheberrecht – Axolotl Roadkill vs. Strobo

Da ist doch das Lieblingskind des deutschen Feuilletons, glatt beim Klauen erwischt worden und alle sind entsetzt. Üblicherweise werden siebzehnjährige Mädchen wie Helene Hegemann beim H&M mit einer zusätzlichen Schicht Blusen unter dem Pulli gestellt. Dieses Kind hat einen Roman mit dem Titel „Axolotl Roadkill“ geschrieben und dabei einige Passagen kackdreist beim Blogger und Autor Airen abgeschrieben. Ja genau abgeschrieben, nicht zitiert, nicht geremixt, nicht gemashupt, einfach geklaut und als Eigenes ausgegeben.

Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen ins Feuilleton.

Als der Kaufhausdetektiv sie überführt hatte, hat sich sich auch sehr zerknirscht gezeigt, sich artig entschuldigt, dann aber auch ganz frech die Flucht nach vorne angetreten und gemeint

Ich suspendiere das Urheberrecht und überwinde so den Exzess.

Das ist cool und erinnert  auch so ein bisschen ans Ende der 1960er Jahre, als Ladendiebstahl noch politisch war. Man hat nicht geklaut, sondern den übermächtigen Feind, den Kapitalismus bekämpft …

Wenn ihr mich fragt, Schwamm drüber, sie ist siebzehn: 50 Euro Strafe und eine Woche Fernseh- – äh – Youtube-Verbot.

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Geschrieben von Tim Cole am 06 Feb 2010

Bye bye, Blogger

teenblogging

Wo bleibt der Nachwuchs?

Bloggen ist inzwischen das Uncoolste, was man im Internet machen kann. Das behauptet jedenfalls Nick Carr, der Mann, dem wie die legendäre Frage verdanken: „Does IT matter?“ Er beruft sich auf eine Studie von Pew Internet, wonach die Zahl der Jugendlichen Blogger seit 2006 dramatisch abgestürzt ist. Damals gaben 28 Prozent der Teenager und jungen Erwachsenen noch an, Blogs zu schreiben. Heute sind es nur noch 14 Prozent. Sie kommentieren auch die Blogs von anderen viel seltener als früher. Vor vier Jahren hinterließen noch 76 Prozent der jüngeren Internet-Nutzer Anmerkungen unter dem, was andere online abgesondert haben. Heute sind es nur noch 52 Prozent.

Nicht, dass die Kids dem Internet den Rücken kehren würden – im Gegenteil! 73 Prozent der amerikanischen Teens geben an, regelmäßig in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Im November 2006 waren es nur 55 Prozent. Aber die Beliebtheit bestimmter Features von Facebook & Co. hat sich verändert. Und sie sind offenbar auch unkommunikativer geworden.

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Geschrieben von Alexander Broy am 29 Jan 2010

Google-Ranking ist der neue Porsche

Früher brauchte man einen italienischen oder Stuttgarter Sportwagen, Breitreifen, Niederquerschnittfelgen, oder wenigstens einen Manta mit Ralleystreifen und Spoiler, um andere zu beeindrucken und sich so richtig wichtig zu machen. Eine Harley, ein Porsche, ein Rivaboot, das waren noch richtige Schwanzverlängerungen. (Notiz an mich: Schwanzverlängerung sagt man nicht mehr, das heisst jetzt Penis Enlargement)

… Aber heute?

“Du, mich findest übrigens auf Google Platz 1, wenn du suchst unter [Beliebige Branche einfügen]!”, heisst es heute in Angeberkreisen.

Eine Top-Platzierung in der Suchmaschine ist der neue Porsche. Sagte man früher Porschefahrern neiderfüllt nach, sie hätten bestimmt einen kleinen Penis, so ist das vielleicht eine Logik, die auch bei den Günstlingen von Google Anwendung finden könnte, ich weiss es aber nicht.

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Geschrieben von Sebastian v. Bomhard am 25 Jan 2010

Über das Überwinden von Sicherheitskontrollen

Beim Security-Check am Münchener Flughafen werden viele Tests vorgenommen. Einige kennt man, einige nicht, und man will auch nicht alles wissen, solange die Leute dort ihre Arbeit richtig machen. Was ich nicht weiß, wissen die Terroristen auch nicht. Hoffentlich. Nun wissen wir also, daß es dort ein Mini­labor gibt, in dem ver­däch­ti­ge Stoffe unter­sucht werden können. Sehr gut. Der Lap­top eines Rei­sen­den sollte dieser Unter­suchung unter­zogen werden, ob ver­dächtig oder Stich­probe ent­zieht sich meiner Kennt­nis. Von diesem Lap­top, an dem sich irgend­ein Stoff befand, wurde eine “Wisch­probe” genommen und an Ort und Stelle unter­sucht. Die Kontrolleurin bat den Mann auf Englisch, zu warten. Dieser hatte viel­leicht keine Lust zu warten, viel­leicht sprach er kein Englisch, jeden­falls ver­ab­schie­dete er sich auf französisch und ver­schwand in der Menge. Dann wurde die “Wisch­probe” positiv auf Spreng­stoff ge­testet, aber es war niemand mehr da, den man aufhalten konnte. weiter lesen »

Autor Sebastian v. Bomhard Dieser Artikel wurde von Sebastian v. Bomhard geschrieben.
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