Author Archives: Michael Kausch

Null Toleranz für PEGIDA – Wenn PEGIDA die Mitte ist, ist PEGIDA das Arschloch der Nation

“Mein Vorschlag für ein besseres Deutschland: Für jeden neuen Mitbürger moslemischen Glaubens schmeißen wir einen PEGIDA-Anhänger raus.”

Der bayerische Ministerpräsident Seehofer beschwichtigt: “[Bei den PEGIDA-Demonstrationen sind auch] viele Bürger mit berechtigten Sorgen [dabei].” Und weiter: “Mit denen muss man in einen Dialog treten und darf sie nicht pauschal verurteilen”. Bei Seehofer könnte man ja noch darauf setzen, dass er ein zwei Tage später das Gegenteil behauptet. Aber er ist ja nicht allein mit seiner Beschwichtigungspolitik gegenüber dem neuen Rechtsradikalismus. Bundesinnenminister De Mazière behauptet gar unter den Teilnehmern seien viele, die “ihre Sorgen zum Ausdruck vor den Herausforderungen unserer Zeit” bringen.

PEGIDA: Ja geht’s denn noch?

Nur weil die Krawallchöre der PEGIDA-Demonstranten dümmlich sind, sind sie nicht als Bewegung ernst zu nehmen? Nur weil emotionale und irrationale  Angst aus ihren Plakaten schreit, haben die Claqeure des Faschismus nichts mit dem Faschismus zu tun? Ist denn Hitler Kanzler geworden, weil die deutsche Intelligenz ihn gefördert hat? Waren seine Reden denn intelligent? Bildete die SA etwa das Podium des rationalen Diskurses um Blut und Boden? Bildeten denn im Gegenteil nicht gerade die vom sozialen Abstieg bedrohten alten Mittelschichten den Gärteig des Nationalsozialismus?

PEGIDA kommt aus der Mitte der Gesellschaft! Was ist das für ein Gerede? Wo kamen die Nazis Ende der zwanziger Jahre plötzlich her? Vom Mars?
Weiterlesen

“Oh … der Chef liest mit …” – Netiquette2014.beta #03

keep-calm-and-follow-netiquetteDies ist der dritte Text unserer kleinen Serie zumThema Nett im Netz – Netiquette2014.beta. Weitere Beiträge folgen in loser Reihenfolge. Eine Übersicht über die erschienenen Beiträge finden Sie jeweils am Ende des Textes.

——————————————————————————

FatzebuckJa, in meiner Agentur haben wir uns alle lieb. Wir duzen uns natürlich. Die Hierarchien sind flacher noch, als meine Absätze – obwohl man mir in früheren Jahren schon mal zu höheren Absätzen geraten hat. Und ich meine nicht meinen Steuerberater, der schon mal seine Finger auf Absatzschwierigkeiten gelegt hat, sondern eine frühe Jugendfreundin, die sich immer zu mir bücken musste – Jungs sind ja Spätentwickler, wenn überhaupt.

Und doch stellt sich die Frage, ob man sich als “Boss”, selbst wenn man von seinen Mitarbeitern nicht immer als solcher angesehen wird, und zwar vor allem zumeist dann nicht, wenn man sein Chef-sein mal so richtig raushängen lassen möchte, darf man sich also als Arbeitgeber mit seinen Mitarbeitern und erst recht mit seinen Mitarbeiterinnen  auf Fatzebuck befreunden?

Dies ist eine Frage, die ich mit einem entschiedenem JEIN beantworten möchte:

Weiterlesen

Darf Gauck vor der Linken warnen? – Ein Plädoyer für einen kritischen und zu kritisierenden Bundespräsidenten

Bundespräsident Gauck

(Quelle: Tobias Kleinschmidt – www.securityconference.de)

Gauck stellt die (rhetorische) Frage, ob die Linke bereits in der Demokratie angekommen sei – und die Linke empört sich. Und nun meine ich mit der “Linken” nicht die Partei, sondern all jene, die sich in unserem Land als “links” verstehen, wesalb auch viele in der SPD und bei den Grünen nun über Gauck herziehen. Ich finde das falsch.

Gauck interpretiert das Amt des Bundespräsidenten nicht als dasjenige eines Repräsentanten des kleinsten gemeinsamen Nenners der Bundesbürger. Nicht zu jedem Thema, das in unserer Gesellschaft umstritten ist, darf er keine Meinung haben. Er will – und soll – kein Bonner Grußaugust sein, sondern ein Berliner Anreger. Nur wenn er seine Meinung sich zu sagen wagt, repräsentiert er wirklich den Kern unserer Gesellschaft: die auf Diskurs basierende Meinungsbildung und Meinungsfreiheit.

Gauck soll zum Diskurs anregen, in dem er seine Meinung, so sie einen relevanten Teil unserer Gesellschaft vertritt, in die Debatte wirft.  Und natürlich dürfen jene, die unter der SED gelitten haben, misstrauisch sein in Bezug auf die PDS und die “Linke”. Ihre Angst und ihre Sorge gehören zu unserem Land. Weiterlesen

Dichtung und Wahrheit – Der RESTEK EPOS+ CD-Spieler im Test

RESTEK EPOS CD-Spieler von vorne

ἔπος ist altgriechisch und steht – wie die Czyslansky lesende Bildungselite natürlich weiß – für “Wort” oder “Vers” und bezeichnet eine “erzählende Dichtung”, also eine Dichtung, da wo sich nix reimt. Und deshalb ist der Name für den “großen” CD-Spieler der deutschen Hifi-Manufaktur RESTEK eigentlich völlig falsch gewählt. Denn der EOPS (ἔπος ) dichtet der Musik nichts hinzu. Er lässt die Musik fließen, und zwar genau so, wie diese will. Freilich ist gerade das eine hohe Kunst: die Musik so wiederzugeben, wie sie auf einem Silberling drauf ist, also nichts zu beschönigen und zu verwischen, aber auch nichts zu zerlegen in analytisch sezierte Einzelheiten.

Ich habe schon so manche CD-Player gehört, in einfachen Preisklassen bis – sagen wir – 1.000 Euro, aber auch in gehobenen Preisregionen von 3.000 Euro und deutlich mehr. Und immer war ich dankbar, wenn ich nach dem Hören auf eine gute alte Vinylscheibe zurückgreifen konnte. Die Schallplatte hat mir immer mehr Details und zugleich mehr harmonischen Fluss präsentiert, mehr Dynamik und mehr Atmosphäre. Mit drei Ausnahmen: dem noch ziemlich neuen großen Laufwerk AURUM C5 DA von quadral, meinem guten alten Audiomeca Keops und – erst vor wenigen Wochen – dem Ear Acute III, einem Röhren-CD-Player für knapp 5.000,- Euro, den ich auf dem Hifi-Bauernhof hören durfte. Das ist alles kein Zufall, schließlich wurde der Keops von Audiomeca-Gründer Pierr Lurne entwickelt, einem der anerkannt besten Entwickler von Schallplattenspielern, und der Ear Acute von Tim de Paravicini, der neben zahlreichen Röhrenverstärkern auch einen ganz phantastischen Vinyldreher entwickelte und – was wenige wissen – so nebenbei den Magnetantrieb für Plattenspieler eigentlich “erfunden” hat.

Nun höre ich also den EPOS+ von RESTEK, entwickelt von Adrianus Elschot und seinem Sohn Dirk, von zwei deutschen Ingenieuren, die schon viele wunderbare Geräte entworfen haben – vor allem Verstärker und einige der besten jemals gebauten Tuner – aber definitiv niemals einen Plattenspieler. Und trotzdem ist der EPOS+ einer der vier oder fünf CD-Spieler, die ich gleichrangig neben meinem Scheu-Laufwerk dulden kann. Und das hat einige handfeste Gründe:

Weiterlesen

Mono – sonst nix!


 

Der neue Kult ist auf dem Weg. Wenn sogar die WELT bereits über neue Mono-Schallplatten berichtet, ist der Trend ja fast schon in der ZDF-Zielgruppe angekommen.

“Zum ersten Mal seit ihrer Auflösung veröffentlichen die Beatles und ihre Erben das Hauptwerk so, wie es klingen sollte. Auf Vinyl und im guten, alten Einkanalton. Eine Hymne auf die Monofonie …” stimmt die WELT an. Und ich gebe zu: das ist verlockend: Ein kleiner Röhren-Verstärker, ein Plattendreher mit einem Ortofon Mono-System und ein fetter Lautsprecher wie die Tannoy Westminster. Wohlgemerkt: EIN fetter Lautsprecher:

Tannoy Westminster

Ich denke ernsthaft darüber nach, einen meiner beiden Tonarme mit einem Mono-System auszustatten. Ein Ortofon SPU wäre naheliegend:

Ortofon SPU

Noch schöner aber wäre eine entsprechende Zweitanlage. Ein kleines Musikzimmer nur für Monoplatten. Ich hab ja schon zahlreiche gute alte Monoplatten. Und natürlich klingen diese Scheiben interessant. Und völlig anders, als gewohnt. Was interessiert mich Windows 10. …. Man muss mal drüber nachdenken …

Wer schießt auf die Apple Watch?

digisaurier

Eben habe ich meinen allerersten Beitrag auf einem neuen Blog platziert, den der bekannte ZDF-Computerguru Christian Spanik vor kurzer Zeit ins Leben gerufen hat. Auf http://www.digisaurier.de  bloggen Urgesteine der deutschen IT-Branche und es erfüllt mich mit Stolz neben Czyslansky nun auch dort ab und an (sicher seltener als hier) ein paar Gedanken streuen zu dürfen.

Heute geht es um meinen Widerwillen gegen die Apple Watch und alle smarten Watches anderer Provenienz. Mit einem Verweis auf das 1830er Revolutionsjahr in Paris drängt sich mir die Frage auf: “Wer schießt als erstes auf die Apple Watch?” Mal sehen. Mal lesen.

 

Endlich kommt er: der Second Screen für den Radiohörer. Gedanken zur Zukunft des Hörfunks.

Der Autor als Radiomann der ersten Stunde

Der Autor als Radiomann der ersten Stunde

Derzeit ist das Thema “Smart Radio” in aller Munde. Oder zumindest ist es doch ein Dauerthema auf allen Kongressen der Hörfunkmacher, der öffentlich-rechtlichen, wie der privaten. Grund genug, sich über die Zukunft des Hörfunks in Zeiten sozialer Medien Gedanken zu machen. Dabei sehe ich im Wesentlichen drei zentrale Herausforderung, die immer wieder unter dem Label Smart Radio heillos vermischt werden:

Weiterlesen

Der Google Author Rank ist am Ende – ein Sieg der EU?

googlemüller

Es war abzusehen. Trotzdem enttäuscht mich diese Entwicklung sehr: Google gibt seine Authorship-Strategie auf. Damit wird die wichtigste Entwicklung im Suchmaschinenwesen der letzten Jahre eingestampft.

Wir erinnern uns: Die wichtigste Bedingung für eine gute Suchmaschinenpräsenz einer Website war über lange Jahre eine hervorragende Quantität und Qualität eingehender Links. Wer einen Link aus der Wikipedia vorweisen konnte war ein gemachter (SEO-)Mann. Nicht wenige haben den Mangel qualitativ hochwertiger Links durch die bloße Summe schlechter gekaufter Links wettzumachen versucht. Das war – so schien es – Vergangenheit, als vor einiger Zeit Google sein Authorship-Modell vorgestellt hat: Künftig sollten weniger die Links, als vielmehr die Qualität von Qiriginal-Inhalten über den Finde-Status einer Website entscheiden. Hierzu musste der Autor nur mit dem Attribut rel=”author” seine Autorschaft seinem Text hinzufügen. Zur Identifikation war ein Profil des Autors auf Google+ notwendig. Ein Text wurde dem Autor gutgeschrieben, wer für seine Verbreitung durch Sharing sorgte, war nicht mehr – oder kaum mehr – relevant.

Nachdem in den vergangenen Wochen Google schon wichtige Teile der Authorship-Strategie zurückgezogen hat – etwa die Abbildung des Autors bei Fundstellen mit Autorenzuordnung -erklärte Google-Analyst John Mueller in einem Google+-Post nun das völlige Ende von Google Authorship. Seine Begründung klingt wenig glaubwürdig:

Weiterlesen

US-Datenschützer klagen 30 Unternehmen wegen Datenschutzvergehen an Europäern an. Aber es geht nicht um Verstöße gegen Safe Harbor, sondern es geht um Safe Harbor selbst.

Die Liste liest sich wie ein Who’s who des Internet Business: Adobe, Alterian, AOL, Exact Target, Lithium, Merkle, Salesforce und zahlreichen Anbietern von Lösungen zur Marketingautomation, Online Targeting und Profiling werden vom Center for Digital Democracy konkrete Verstöße gegen Safe Harbor vorgeworfen (siehe zum Beispiel heise).

Im Kern lautet der Vorwurf, dass diese Unternehmen personenbezogene Daten von europäischen Bürgern sammeln, auswerten und weitergeben ohne dass diese Bürger hierüber ausreichend informiert würden. Genau diese Informationspflicht sieht aber das Safe-Harbor-Abkommen vor.

Safe Harbor (“Sicherer Hafen”) wurde im Jahr 2000 von der Europäischen Kommission erlassen und erlaubt Unternehmen die Übermittlung von Daten von EU-Bürgern in “sichere Staaten” (deshalb “Safe Harbor”). Als sicher gelten Länder mit zur EU vergleichbaren Datenschutzvorkehrungen. Diese Datenschutzvorkehrungen wurden in der Folge von der EU explizit definiert. Da es vergleichbare Datenschutzregeln in den USA nicht gibt, hat man es US-Unternehmen freigestellt sich “freiwillig” diesen Regeln zu unterwerfen. Dann gelten sie selbst als “sichere Häfen”. Seitdem können US-Unternehmen sich auf diese Kriterien verpflichten und in der Folge Daten von EU-Bürgern erfassen und nutzen. Mehr als 1.000 Unternehmen sind diesem Abkommen in der Vergangenheit beigetreten.

In der Wolke gibt es kein “Safe Harbor”

Nicht erst seit den Vorfällen um die NSA-Behörde ist das Safe-Harbor-Abkommen ins Gerede gekommen. US-Behörden haben amerikanische Unternehmen verpflichtet, beliebige Daten auf Cloud-Rechnern, die amerikanischen Firmen gehören, an die US-Behörden ohne weitere Prüfung auf Verlangen weiterzugeben. Dies hebelt Safe Harbor weitgehend aus.

Weiterlesen

Mit Jules Verne im Bett – Die Machine Lights von Frank Buchwald

machine light no 2

machine light no 2

Bei der Suche nach einer neuen Nachttischlampe stößt man ja auf viel Hässlichkeit. Dass man mit Licht derart viel Schindluder betreiben kann, ist immer wieder frustrierend. Man möchte für alle Zeit im Dunklen sitzen, um den unerträglichen Leuchtkörpern in unseren Fachgeschäften und Kaufhöllen zu entkommen. In Hotels scheint die Tradition vernünftiger Leselichter am Bett vielfach völlig ausgestorben zu sein.

Weiterlesen