Author Archives: Michael Kausch

Doitschland gegen Varoufakis und Souflaki – ein Video, das man gesehen haben muss!

Ich meine, das ist die perfekte Antwort auf die unsägliche BILD-Selfie-Kampagne gegen Griechenland:

Vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit


Morgen jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 70igsten Mal. Im Vorfeld dieses Gedenktags gab es ein unwürdiges Gefeilsche um die Teilnahme des russischen Präsidenten Putin. Darf einer, dessen Soldaten sich in der Ukraine “verlaufen”, sich morgen in den Reigen der Gedenkenden einfügen?

Was für eine Frage: Kein Land hat mehr Opfer für die Befreiung vom Faschismus erbracht als Russland. Wer, wenn nicht der Präsident dieses Landes hat ein Recht zu solchem Gedenken? Auch wenn es Soldaten des Massenmörders Stalin waren, die Auschwitz befreit haben, so waren sie für die wenigen Überlebenden der Konzentrations- und Vernichtungslager doch die Befreier. Und nur darum geht es morgen. Über die Ukraine kann – und muss – am 28. Januar wieder gestritten werden. Aber nicht morgen, nicht am Jahrestag der Befreiung der Überlebenden von Auschwitz und Birkenau.

Morgen geht es einzig darum zu erinnern – sich und andere.

Auschwitz – die Kommerzialisierung des Grauens

Ich habe Auschwitz im Sommer 2013 besucht. Und das Erinnern ward mir schwer vor Ort. Auschwitz, das ist heute eine Touristenattraktion, das ist ein unwürdiges Geschachere, Das ist hemmungsloser Kommerz. Es beginnt mit den Parkplatzanweisern, die sich um die besten Plätze streiten, an denen Besucher auf ihre kostenpflichtigen Stellflächen gelotst werden können. Und das endet – man mag es kaum glauben – mit Erfrischungsgetränken, die in einem Imbissstand in einer der Baracken feilgeboten werden.

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Auf diese Steine können Sie hören – LegoVinyl

vinylego

Dass man mit Legosteinen prima Managementseminare machen kann, wusste ich, dass man aber auch richtig schöne Sachen damit machen kann ist einfach nur phantastisch:

Was ist eigentlich ein „Vollpfosten“?

Warum auch immer sich mir diese Frage stellt, ich will versuchen sie zu beantworten. Kommunikationsexperten von Unternehmen halten den “Vollpfosten” manchmal für eine Schmähkritik und mahnen die Entfernung eines solchen Begriffs an. So entstehen zwangsläufig zwei interessante Fragestellungen:

1. Was muss in einem Kundengespräch schief laufen, damit der Kunde sein Gegenüber nachträglich in Form einer Glosse mit realgeschichtlichem Hintergrund einen „Vollpfosten“ nennt? Eine Frage, die grundsätzlich diskussionswürdig erscheint. Aber irgendwie will das niemand diskutieren. Schade.

2. Die zweite Frage lautet schlicht: „Was ist eigentlich ein ‚Vollpfosten‘?“ Und handelt es sich dabei zweifelsfrei um eine Beleidigung?

Diese zweite Frage soll uns nun ein wenig beschäftigen:

Was sagt der, der alles weiß, der Duden?

Der Duden hat den Begriff im Jahr 2013 aufgenommen und erklärt

Vollpfosten, der; Substantiv, maskulin (es gibt also keine „Vollpfostin“), Trennung Voll/pfos/ten

und er definiert als Bedeutung des Begriffs, bei einem Vollpfosten handele es sich um einen sehr dummen Menschen. Das Wort Dummkopf könne als Synonym gelten.

Ganz ähnlich formuliert die nicht-amtliche Wikipedia:

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Die Santander Consumer Bank fordert vom Blog Czyslansky die Löschung einer Kundenkritik zum Service der Bank

Die Kommunikationsabteilung der Santander Consumer Bank hat Czyslansky am 16. Januar zur Löschung meiner Glosse über negative Erfahrungen mit dem Kunden-Service der Santander Consumer Bank  aufgefordert. Kritisiert werden dabei zwei Elemente der Glosse:

  • die Bezeichnung mit der ich den Kundenbetreuer in der Glosse gekennzeichnet habe, wird von der Bank als „ehrverletzend“ eingestuft
  • die Bank wehrt sich gegen die Nutzung eines Screenshots der Website der Bank. Dieser Screenshot enthält auch das Logo der Bank.

Weder das Czyslansky-Blog, noch ich sind an gerichtlichen Auseinandersetzungen interessiert. Deshalb hat Czyslansky Bild und Begriff ohne Anerkennung einer rechtlichen Position gelöscht. Nicht aber wird Czyslansky die Kundenkritik freiwillig löschen.

Die Vorgehensweise der Santander Consumer Bank in Bezug auf meine Kritik am Kunden-Service zwingt mich zu folgender Anmerkung und Klarstellung:

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Brüder zum Facebook zur Freizeit – Kann die digitale Welt sozial und demokratisch sein? – Teil 3: Politik 2.0

Michael KauschIm ersten Teil dieser kleinen Artikel-Serie ging es um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeit, im zweiten Teil um das Leben als Kunde. Heute soll es um die geänderten Rahmenbedingungen für das politische Handeln gehen.

Kai-Hinrich und Tim Renner haben in ihrem Buch „Digital ist besser“ wunderbar den aufkommenden Prosumer beschrieben, der als Konsument und gleichzeitig Produzent von user-generated Content nicht nur die beiden Sphären der bürgerlichen Gesellschaft – hier die Produktion, dort die Konsumtion – symbiotisch in einer Person vereint.

Damit einher geht auch die weitgehende Granularisierung der Informationen. Rezipiert wird immer seltener ein ganzes Buch oder wenigstens eine Zeitung, sondern ein einzelner Artikel. Nicht mehr die acht Lieder einer Schallplatte werden gekauft, sondern ein einzelner Song wird im Download erworben. Diese Granularisierung ist die Voraussetzung für das kreative Covern von Werken, das längst an die Stelle des Abkupferns getreten ist. Einzelne Stücke werden isoliert von ihrer Historie und der in dieser verwobenen Intentionen eines Autors interpretiert.

Im Zusammenfallen von Produktion und Konsum entsteht der Prosumer

Und so handelt es sich bei der Entwicklung des Prosumers eben nicht nur um die Verschmelzung beider Elemente in eine Person, sondern auch noch um deren Integration in einen einheitlichen Akt! Im vernetzten Arbeiten lassen sich die Prozesse von Nutzung und Verformung der Dinge gar nicht mehr logisch unterscheiden. Je einfacher zugänglich Informationen sind, je besser diese mit anderen Informationen vernetzt sind, desto weniger ist eine beliebige Informationseinheit stofflich isolierbar. „Guttenbergen“ wird zur vorherrschenden Form geistiger Produktion – wobei man allerdings als Autor dann auch den Anspruch auf individuelle geistige Originalität aufgeben muss. Entscheidend bleibt einzig und allein die – vermutlich zeitlich, räumlich oder situativ begrenzte – Relevanz des neuen Werkes.

Ohne Urheber, keine Urheberrechte

Entsprechend verhält es sich auch mit dem individuellen „Recht am Werk“.

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Liebe Santander Consumer Bank: Ihr habt nun wieder einen guten Kreditkarten-Kunden weniger!

Santander Visa Gold CardLiebe Santander Consumer Bank: Ich bin jetzt gerade so richtig in Stimmung. Aber so richtig. Wie kann man eigentlich als Kreditinstitut überleben, wenn man nur […] auf seine Kunden loslässt?

Zwischen Weihnachten und Neujahr fällt Euch ein, dass Ihr für die Abbuchung von meinem Konto eine IBAN-Nummer benötigt. Nachdem ich, wie wohl so jeder andere Mensch in Deutschland auch, ein Jahr lang von allen möglichen Lieferanten und Partnern fast täglich mindestens ein Anschreiben erhalten habe mit der Information, dass man künftig nicht mehr über meine Kontonummer fällige Lasten einziehen werde, sondern über die IBAN-Nummer, habe ich von Euch nix gehört. Gar nix. Nie.

Dann habt Ihr plötzlich das Problem, dass meine Hausbank Euch gegenüber auf einen SEPA-Lastschrifteinzug besteht. Welch Überraschung. Also bittet Ihr mich am 29. Dezember 2014 meine Forderungen aus einem Monat Kreditkartennutzung ausnahmsweise einzeln zu überweisen. Ich mach das dann auch. Einen Tag später erhalte ich eine Mahnung. Dein Kundenberater meint “Das müssen Sie nicht ernst nehmen. Das liegt an der Technik”. A ja. recht vertrauenserweckend, eure Technik.

Ein paar Tage später erhalte ich das Formular für den SEPA-Lasteinschrifteinzug, das ich euch noch am selben Tag per E-Mail zusende. Meine Einzelüberweisung wird – warum auch immer – zurückgebucht, der Lastschrifteinzug bleibt bei euch erst mal ein paar Tage liegen.

Heute sperrt Ihr dann meine Kreditkarte ohne Vorwarnung – mein von Euch mir eingeräumter Kreditrahmen liegt übrigens ungefähr beim vierfachen der von Euch versaubeutelten fehlenden Zahlung – und nun folgt das beste Kundenbetreuungsgespräch seit langem. Ich zitiere aus dem Kurzzeitgedächtnis:

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Brüder zum Facebook zur Freizeit – Kann die digitale Welt sozial und demokratisch sein? – Teil 2: Kunde 2.0 und Leben 2.0

Michael KauschIn Teil 1 dieser ein wenig umfangreichen Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit, Leben und Politik ging es um die Veränderungen in Arbeit und Wirtschaft, also um Arbeit 2.0. Heute will ich mich dem Thema von der anderen Seite, von der Perspektive der Verbraucher und Konsumenten nähern.

Auf dem Weg zum Kunden 2.0

Die Trennlinie zwischen den Sphären der Arbeit und des Konsums verschwimmen auf mannigfache Art: Arbeitszeiten und Freizeit verschwimmen, Arbeitsort und privates Umfeld werden reintegriert, Werte werden nicht mehr nur in der Produktion geschaffen, sondern zunehmend im Zirkulationsprozess, Marken entstehen nicht mehr nur in den Marketingabteilungen der Unternehmen, sondern in der organisierten Kommunikation der Verbraucher.

Die Flexibilität des sozialen Internet erlaubt auch den ständigen Rollenwechsel der Konsumenten. Verbraucher wechseln ständig die „Milieus“. Eine statische, zielgruppenorientierte Kommunikation funktioniert deshalb nicht mehr. Moderne Unternehmenskommunikation orientiert sich immer weniger an Zielgruppen und immer mehr an Situationen und Kontext.

Und schließlich heben soziale Medien zunehmend die Trennung zwischen Meinungsführern und Meinungsfolgern auf: je nach Thema und sogar je nach Situation wechseln die Rollenbilder zwischen Führern und Folgern. Jeder kann für fünf Minuten zum Star werden.

Moderne Unternehmenskommunikation muss diese wechselnden Rollen des Konsumenten und seine begrenzte „Prominenz“ ernst nehmen. Nicht weil der Kunde grundsätzlich selbstbewusster oder „frecher“ geworden ist, reagiert er heute empfindlicher als früher auf Arroganz, Ignoranz und schlechten Service, sondern weil er erfahren hat, dass jedermann plötzlich für einen wenn auch nur kurzen Zeitpunkt im Lux Populi stehen kann, mit der Macht große Dinge zu verändern.

Dass kritische Kunden mit dieser neuen und stets nur auf Zeit verliehenen Macht in der Regel nicht umgehen können, zeigen die so häufig unhöflichen, aggressiven und flegelhaften Umgangsformen in Foren und auf Meinungsseiten.

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Brüder zum Facebook zur Freizeit – Kann die digitale Welt sozial und demokratisch sein? – Ein Vortrag in vier Teilen – Teil 1: Arbeit 2.0

Michael Kausch

Vorbemerkung

Vor einigen Tagen war ich eingeladen einen kleinen Vortrag zur Rolle des Digitalen in unseren politischen Parteien zu halten. Aber wie das so geht: man setzt sich hin und denkt und schreibt und denkt und schreibt und denkt und schreibt und schließlich bemerkt man, dass man mit all dem, was einem in den Sinn kommt, jeden Vortragssaal leer räumen kann. Wer hält heute schon noch vier Stunden Vortrag ohne Powerpoint aus? Eben. Nur Czyslansky. Und deshalb werde ich, fein positioniert in drei Teile, die Ergebnisse hier nach und nach einstellen.

Warum will eine Partei überhaupt von mir wissen, was sie mit dem Digitalen anfangen soll

Gut 33 Jahre nach der Einführung von MS-DOS und knapp 25 Jahre nach der Einführung des offenen Internet in Form des Word Wide Web sind endlich auch die großen deutschen Parteien im Neuland angekommen. Jedenfalls diskutieren sie alle etwas, was sie nur selten verstehen, vor dem sie aber irgendwie Angst haben. Sie nennen es klassisch-sozialdemokratisch und gewerkschaftsnah Digitale Arbeit, sie schwärmen katholisch-barock von Digital Citizens mit Laptop auf der Lederhose, versehen die am geschichtlichen Horizont aufscheinende Schöne neue Arbeitswelt? immerhin mit Fragezeichen wie die CDU, oder sie beschreiben mit straßenkampferprobtem Pathos unterlegt ein Freies Netz und unabhängige Medien für alle auf den Seiten 188 bis 203 in einem grünen Wahlprogramm. Auch das Netz hat den Marsch durch die Parteiinstitutionen, Bürokratien und Parteitagsbeschlüsse im Buchformat offenbar inzwischen bewältigt.

Um was geht es?

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Notizen zu Medien (2): Kein Asyl für Bundesminister – Gerd Müllers Eigentor im BR

Dr. Gerd Müller

Bundesminister Dr. Gerd Müller (Quelle: Olaf Kosinsky / Wikipedia)

Wie eigentlich jeden Morgen lief bei mir heute zum Frühstücksei der meist wunderbare und gelegentlich wunderliche Sender BAYERN 2.

Gegen 9:30 Uhr wurde Bundesminister Dr. Gerd Müller für ein Interview über die Pläne der CSU zur Asyl-Politik zugeschaltet. O-Ton: “Schneller wie bisher müssen Asylsuchende nach ihrer Anerkennung Deutsch lernen.”

Aber Herr Dr. Müller: Im Deutschen muss es doch heißen “Schneller als bisher …”. “Schneller wie” geht gar nicht. Schade. So wird das nix mit einem Asyl in Bayern. Aber als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verfügen Sie sicherlich über hervorragende Kontakte in Afrika. Vielleicht klappt’s dort ja mit Ihrem Asylantrag. Glück auf!