Author Archives: Michael Kausch

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Jahrestagung der Freunde Czyslanskys

Jahrestagung der Freunde Czyslanskys

Jämmerliches Gejammer, ermärmliches. Alle Welt regt sich über die Datensammler der NSA auf und wer unternimmt etwas dagegen? Richtig: Czyslansky. Auf unserer letzten Jahrestagung am vergangenen Wochenende – der Ort bleibt aus eben diesen Gründen unbenannt – haben wir uns ein Herz gefasst: wir sind nicht mehr bereit als kostenloses Redaktionssystem und Storytelling-Werkzeug für Geheimdienste welcher Nationalität auch immer zu dienen. Deshalb werden wir ab sofort unsere Postings verschlüsseln!

Dabei bedienen wir uns selbstverständlich des berühmten und vielfach gerühmten, doch nur selten verstandenen 49-Bit-Verschlüsselungsalgorithmus unseres verehrten Czyslansky. Bis heute gilt was unser Ahnherr am 12. März 1938 in einem Brief an seinen Mitkommilitonen Heinz Zemanek schrieb: “Lieber Heinz, mein Algorithmus ist völlig undurchschaubar. Die 49-Bit-Verschlüsselung wird wohl niemals entschlüsselt werden.” Zemaneks joviale Entgegnung: “Lieber Czyschi (sc: ein Kosename, der nach meinem Wissen nur von Zemantek genutzt wurde ), du hast völlig recht, dein Alkoholismus war mir immer ein Rätsel. Aber er ist leiband” (Zemanek war – Sie wissen es – bekanntlich Österreicher).

Ab sofort also werden unsere Beiträge die 49-Bit-Verschlüsselung Czyslanskys nutzen. Ab sofort ist Czyslansky das erste vollverschlüsselte Blog Deutschlands. Ab sofort heisst: “ab sofort”:

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Sommerlich elegant

Morgen bin ich mal wieder auf einen Gala-Abend eingeladen. Es wird – ich weiß ja wer einlädt – sicherlich spannender und angenehmer als ein XING Rotating-Dinner und weniger exotisch als das Sommerfest aller Nationen mit Seiner Exzellenz Botschafter Sarrath Kongahage in der Villa Rothschild, zu der ich unlängst geladen war. Nein, ich freue mich auf Donnerstagabend. Ein wenig Sorge bereitet mir allenfalls der Hinweis, als Dresscode sei “sommerlich elegant” angesagt. Was zum Teufel trägt man, will man “sommerlich elegant” erscheinen?

Nicht, dass ich im “Benimm-Kurs für Aufsteiger” gefehlt hätte – mir ist schon klar, dass kurze Hosen und Tennis-Socken eher fehl am Platz sind -, obwohl …

kurzer anzug

Ich fürchte nur, ich bin auf “sommerlich elegant” so gar nicht vorbereitet.Das zu Rate gezogene Handbuch sagt:

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Frank Schirrmacher ist tot

schirrmacher nachruf

Eines war er sicher nicht: ein “Mann der Zukunft”, wie ihm die Süddeutsche Zeitung ins Grab rief

Frank Schirrmacher ist tot. Und glaubt man den unzähligen bemühten Nachrufen, dann ist ein Gigant von uns gegangen, ein “herausragender Publizist” (Gauck), ein “publizistisches Universalgenie” (SPIEGEL Chefredakteur Büchner), gar “ein Freund” (Sigmar Gabriel). Ja ja – über frisch Verstorbene sagt man nur Gutes. Am ehesten gefällt mir da noch der Nachruf Frank-Walter Steinmeiers: “Frank Schirrmacher war gesellschaftlicher Vordenker und intellektueller Grenzgänger zugleich. Er hat in seiner Zeitung und im deutschen Feuilleton wichtige gesellschaftspolitische Debatten angestoßen. Wie nur wenige hat er engagiert für seine Überzeugungen gestritten und dabei die Gabe gehabt, zutiefst politisch zu denken und zuzuspitzen, ohne zu verletzen.”

Eins ist klar: an die Maxime, nach der man über frisch Verstorbene nur Gutes zu sagen habe, hätte einer sich gewiss nicht gehalten: Frank Schirrmacher.
Er war fürwahr ein “intellektueller Grenzgänger”. Er hat in “Payback” viel Dummes über das Internet geschrieben, ebenso im “Methusalemkomplot” über das Mehrgenerationenhaus Deutschland. Seine Auseinandersetzung mit dem Netz hat uns bei Czyslansky heftig beschäftigt. Wir haben dazu sogar im Dezember 2009 eine öffentliche Diskussionsrunde in München veranstaltet. Es war mein Freund Tim Cole, der im November 2009 den großen Fehdehandschuh in den intellektuellen Ring warf.

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Der GLÄSS VINYL CLEANER: Der Schallplattenwaschvollautomat im Test

Schallplatte
Sie hören CDs? Oder gar MP3-Dateien? Warum hören Sie nicht mal wieder Musik? Ich meine richtige Musik. Vom Vinyl.

Sie haben doch bestimmt noch irgendwo ihre alten Schallplatten herumliegen: die Sticky Fingers von den Stones, oder das Jeans Cover von Ihre Kinder. Oder wenigstens irgendwas von Miles Davis oder Mozart.

Ach – Sie sind zu jung für sowas? Na, dann kaufen Sie ja eh aktuelle Kult-Scheiben für den Plattendreher. Und Sie kennen das Kult-Blog vinyl fantasy. Und die einschlägigen Versender wie jpc oder funrecords für gute Gebrauchte.
Jedenfalls wird es Zeit, mal wieder ein wenig Vinyl auf den Plattenteller zu werfen.

Sie meinen Schallplatten rauschen und knistern? Ja dann waschen Sie Ihre Schätzchen doch mal. Falls Sie das noch nie gemacht haben und – aus welchem Grund auch immer – nur selten Schallplatten hören, dann genügt ja für’s Erste die Handwaschmaschine von Knosti.

Knosti Plattenwaschmaschine

Für Singles brauchen Sie die eh, denn die kleinen 45er Scheiben passen nicht in die beste Schallplattenmaschine, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Singles

Und genau die möchte ich Ihnen heute vorstellen: den VINYL CLEANER von AUDIODESKSYSTEME GLÄSS.

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Gestern im Fernsehen verifiziert: Czyslanskys Bayern-Konstante

Bayern-Konstante

Gestern konnte jeder sehen, wie sich die von Czyslansky bereits im Jahr 1902 formulierte Bayern-Konstante in der Realität auswirkt: eine Dehnung im Raum-Zeit-Kontinuum in Abhängigkeit von der (Halb-)Zeit und der Bewegungsrichtung geometrischer Körper, die die Bedingung eines einfachen Polyeders (Eulersche Polyeder-Zahl 2; siehe: http://bit.ly/1oDjA33) erfüllen, bewirkt eine scheinbare Dehnung der Torlinie und zwar stets in Richtung der Flugbahn des Objektes und um ein gradzahliges Mehrfaches dessen Durchmessers. Die Zeitabhängigkeit dieser kurzfristigen Dellen in der Raum-Zeit ergibt sich aus der halbzeitlichen Aufstellung der sogenannten “Bayern”.

Albert Einstein hat sich jahrelang vergeblich an der theoretischen Verifizierung dieser Czyslanskyschen Bayern-Konstante bemüht:

Czyslansky Bayern Konstante

Seit dem Pokalendspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund vom 17. Mai 2014 muß die Existenz dieser Konstante als empirisch belegt gelten.

Die Judensau von Regensburg. Antisemitismus heute

Regensburg ist eine schöne Stadt. In ihrer Mitte steht ein schöner Dom. Und aussen am Dom hängt in einiger Höhe etwas, das an Hässlichkeit nicht zu überbieten ist: die Judensau.

Judensau

Es handelt sich um ein steinernes Relief, das einige spitzhütige Juden zeigt, die sich an den Zitzen einer Sau zu schaffen machen.

Man muss die Kaschrut, die jüdischen Speisegesetze, wirklich nicht kennen, um die üble antisemitische Aussage des Bildes zu verstehen. Gleichwohl ist die Wirkung des Bildes auf gläubige Juden besonders verheerend: das Schwein ist nicht koscher, es ist unrein. Die an den Zitzen saugenden Juden stehen nicht nur in animalisch-erotischer Haltung unter dem Tier, sie vergehen sich auch noch am eigenen Gesetz und begeben sich ins Unreine, werden selbst durch ihr ketzerisches und verlogenes Tun unrein.

Das “Volk” – das christliche natürlich – hat diesem Relief den eindrücklichen Namen “Judensau” verpasst. Sie prangt auf derjenigen Seite des Doms, der früher dem jüdischen Viertel der Stadt zugewandt war, auf dass der Jud im Schatten des Kirchenschiffs auch niemals vergesse, welch Reputation ihm im stolzem Regensburg zukomme: keine.

Das jüdische Viertel gibt es freilich in Regensburg wie auch in anderen deutschen Städten nicht mehr. Irgendwie sind den Gemeinden ihre Juden abhanden gekommen. So braucht es heute eine Erklärung zur Judensau. Die hängt zwei Meter unterhalb des Reliefs und ist so widerlich, wie die Sau selbst.

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40 Zündkerzen für 40 Jahre Zündfunk

Zündfunktorte

40 Zündkerzen für den Zündfunk sind für den Audio-Freund natürlich Audioröhren

Heute feiert der Zündfunk – ein wenig verspätet – offiziell seinen vierzigsten Geburtstag. 40 Jahre Zündfunk – das war der “Blaue Bock” meiner Generation, eine manchmal krude und stets innovative Mischung aus gehobener Rockmusik und Pop, aus Politik und Wahnsinn. Mit dieser Jugendsendung des Bayerischen Rundfunks bin ich nicht sehr groß, aber in Würde alt geworden. Überhaupt dürfte der Hörerkreis des Zündfunks sich heute aus einer wilden intergenerationellen Mischung aus Zwanzig- bis Mittefünzigjährigen zusammensetzen.

Mein Rückblick – nein, mein Rückhör auf 40 Jahre Zündfunk!

Da ich meine Jugend in der westlichen Provinz Mittelfrankens  vergeudet habe, bin ich unter dem Kuratel eines schwäbischen Störsenders aufgewachsen. So verfolgte ich ab 1974 zwar immer wieder auch den Zündfunk, mein Stammsender aber war Mitte der Siebziger Point, das 1975 etablierte Jugend-, Pop- und Rockmagazin des Stuttgarter SDR. Der Zündfunk als bayerische Alternative hat sich aber schon bald durchgesetzt, war er doch frecher, kritischer und in den ersten Jahren auch deutlich politischer.

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Deutsche Zeitschriftenverleger prophezeien ein rosiges Jahr 2014

“Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben”

(Walter Benjamin)

Es mag unseren Verlegern das Wasser bis zum Halse stehen, sie werden noch im letzten Atemzug vermelden: “Nichts ist wichtiger, denn Blei und Holz”!

Wie meldet Kress heute so schön:
“‘Die deutsche Zeitschriftenbranche ist vital. 2014 wird für sie ein Jahr konjunktureller Stabilität auf der Basis weiter zunehmender Relevanz, des Innovationsschubs durch Neugründungen, dem Ausbau der digitalen Präsenz und Rekord-Reichweiten.’ So fasste VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer am Montag auf der Jahrespressekonferenz die Perspektiven der Branche zusammen.”

Kein Wort vom Zeitschriftensterben, kein Mucks von der Hilflosigkeit, mit der noch immer die meisten Verlage vor dem Internet erstarren, wie das Kaninchen vor der Planierraupe.

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Czyslanskys Bettlektüre #6: Hermann Grab: Der Stadtpark

Hermann Grab Der Stadtpark

“Ich habe Hermann Grabs Erzählung mit einem Vergnügen gelesen, wie sie mir lange kein Manuskript bereitet hat.” Der Satz könnte von mir sein, ist er aber nicht. Thomas Mann hat sich so über Hermann Grabs kleinen Roman “Der Stadtpark” geäußert, ein Werk, das fast vergessen war und auf das ich erst durch einen Hinweis meines Sohnes aufmerksam wurde. es war ein wertvoller Hinweis, denn Hermann Grab ist für mich persönlich wohl die literarische (Wieder-)Entdeckung des Jahres. Warum eigentlich?

Herman Grab war ein begnadeter Impressionist der Schriftstellerei. Geboren am 6. Mai 1903 – ja, uns eint der Geburtstag – in Prag, der Stadt in der 20 Jahre zuvor Franz Kafka auf die Welt kam. Zumindest letzteres ist kein Zufall, denn der Geist der Stadt an der Moldau prägte beide. Beide auch waren sie jüdischer Abstammung, wenngleich Grabs Familie wie zahlreiche andere großbürgerliche Sippen auch zum Katholizismus konvergiert war. Grab wie Kafka wurden gleichermaßen von der Erfahrung des Niedergangs der bürgerlichen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert wie vom Antisemitismus in der modrigen Spätphase der k.u.k.-Monarchie geformt.

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Allianz Versicherung zum 1. April: Aprilscherze verursachen mehr als 3 Milliarden Euro Schaden. Eine Meldung, die mein Lautsprecher nicht übersetzt hat. Aus Trotz.

Dass Aprilscherze ein wahres volkswirtschaftliches Fiasko darstellen, darauf verweist eine Studie der Allianz unter dem schönen Titel “No Laughing Matter: April Fools’ Day“. In den U.S.A. werden demnach 840 Notrufe jährlich durch Aprilscherze ausgelöst. Der volkswirtschaftliche Schaden läge bei mehr als 3 Milliarden Euro.

Mein Lautsprecher hat sich geweigert, diese amerikanische Meldung zu übersetzen. Ich hoffe, dass mein Beitrag zum Thema unsere Volkswirtschaft nicht völlig ruinieren wird: