Author Archives: Michael Kausch

Der Google Author Rank ist am Ende – ein Sieg der EU?

googlemüller

Es war abzusehen. Trotzdem enttäuscht mich diese Entwicklung sehr: Google gibt seine Authorship-Strategie auf. Damit wird die wichtigste Entwicklung im Suchmaschinenwesen der letzten Jahre eingestampft.

Wir erinnern uns: Die wichtigste Bedingung für eine gute Suchmaschinenpräsenz einer Website war über lange Jahre eine hervorragende Quantität und Qualität eingehender Links. Wer einen Link aus der Wikipedia vorweisen konnte war ein gemachter (SEO-)Mann. Nicht wenige haben den Mangel qualitativ hochwertiger Links durch die bloße Summe schlechter gekaufter Links wettzumachen versucht. Das war – so schien es – Vergangenheit, als vor einiger Zeit Google sein Authorship-Modell vorgestellt hat: Künftig sollten weniger die Links, als vielmehr die Qualität von Qiriginal-Inhalten über den Finde-Status einer Website entscheiden. Hierzu musste der Autor nur mit dem Attribut rel=”author” seine Autorschaft seinem Text hinzufügen. Zur Identifikation war ein Profil des Autors auf Google+ notwendig. Ein Text wurde dem Autor gutgeschrieben, wer für seine Verbreitung durch Sharing sorgte, war nicht mehr – oder kaum mehr – relevant.

Nachdem in den vergangenen Wochen Google schon wichtige Teile der Authorship-Strategie zurückgezogen hat – etwa die Abbildung des Autors bei Fundstellen mit Autorenzuordnung -erklärte Google-Analyst John Mueller in einem Google+-Post nun das völlige Ende von Google Authorship. Seine Begründung klingt wenig glaubwürdig:

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US-Datenschützer klagen 30 Unternehmen wegen Datenschutzvergehen an Europäern an. Aber es geht nicht um Verstöße gegen Safe Harbor, sondern es geht um Safe Harbor selbst.

Die Liste liest sich wie ein Who’s who des Internet Business: Adobe, Alterian, AOL, Exact Target, Lithium, Merkle, Salesforce und zahlreichen Anbietern von Lösungen zur Marketingautomation, Online Targeting und Profiling werden vom Center for Digital Democracy konkrete Verstöße gegen Safe Harbor vorgeworfen (siehe zum Beispiel heise).

Im Kern lautet der Vorwurf, dass diese Unternehmen personenbezogene Daten von europäischen Bürgern sammeln, auswerten und weitergeben ohne dass diese Bürger hierüber ausreichend informiert würden. Genau diese Informationspflicht sieht aber das Safe-Harbor-Abkommen vor.

Safe Harbor (“Sicherer Hafen”) wurde im Jahr 2000 von der Europäischen Kommission erlassen und erlaubt Unternehmen die Übermittlung von Daten von EU-Bürgern in “sichere Staaten” (deshalb “Safe Harbor”). Als sicher gelten Länder mit zur EU vergleichbaren Datenschutzvorkehrungen. Diese Datenschutzvorkehrungen wurden in der Folge von der EU explizit definiert. Da es vergleichbare Datenschutzregeln in den USA nicht gibt, hat man es US-Unternehmen freigestellt sich “freiwillig” diesen Regeln zu unterwerfen. Dann gelten sie selbst als “sichere Häfen”. Seitdem können US-Unternehmen sich auf diese Kriterien verpflichten und in der Folge Daten von EU-Bürgern erfassen und nutzen. Mehr als 1.000 Unternehmen sind diesem Abkommen in der Vergangenheit beigetreten.

In der Wolke gibt es kein “Safe Harbor”

Nicht erst seit den Vorfällen um die NSA-Behörde ist das Safe-Harbor-Abkommen ins Gerede gekommen. US-Behörden haben amerikanische Unternehmen verpflichtet, beliebige Daten auf Cloud-Rechnern, die amerikanischen Firmen gehören, an die US-Behörden ohne weitere Prüfung auf Verlangen weiterzugeben. Dies hebelt Safe Harbor weitgehend aus.

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Mit Jules Verne im Bett – Die Machine Lights von Frank Buchwald

machine light no 2

machine light no 2

Bei der Suche nach einer neuen Nachttischlampe stößt man ja auf viel Hässlichkeit. Dass man mit Licht derart viel Schindluder betreiben kann, ist immer wieder frustrierend. Man möchte für alle Zeit im Dunklen sitzen, um den unerträglichen Leuchtkörpern in unseren Fachgeschäften und Kaufhöllen zu entkommen. In Hotels scheint die Tradition vernünftiger Leselichter am Bett vielfach völlig ausgestorben zu sein.

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Raus purzelt Lutz Prauser

purzel

Manchmal, wenn der Übermut mit mir durchgeht, und ich kaum mehr hinterher komme, spiele ich mit Mama Garnen – äh – mit Anagrammen. Früher konnte man damit selbst lange Bären-Modems – äh – Sommerabende füllen. Heute geniert man sich nicht, Anagramme im Web generieren zu lassen. Trotzdem reicht es, um nüchtern jede Tiefebene nachbarschaftlicher Gespräche zu unterwandern.

Auf Czyslansky findet leider kein Generator einen Reim, aber wenn Lutz Prauser raus purzelt, dann ist das schon was. Auch wenn Sebastian Bomhard einer Dame ins Ohr sabbat, macht das Ergebnis froh. Tim Cole und Vicky Lieks gehen leider gar nicht. Aber Andy Rolex – äh – Alexander Broy funktioniert wenigstens leidlich. Den Christoph Wittes dieser Welt sei schließlich zugerufen: “Ihr wichstet top!”. Au, ich Mehlsack!

Facebook unterstützt Aktion für kostenloses Internet und Frauenrechte in Afrika: internet.org

internet.org

Mit dem August geht eine Aktion an den Start, die unserer Unterstützung wert ist: http://internet.org/ ist ein Angebot, das sich vor allem an Frauen in Afrika richtet: sie erhalten kostenlosen Zugang zum Internet und gezielte Informationen zu Themen, zu denen viele Frauen heute noch keinen Zugang haben.

Grundsätzlich bietet internet.org, ein Angebot des sambischen Carriers Airtel, sambischer Behörden und von Facebook, natürlich jeder”mann” einen kostenlosen Zugang zu einem Teil des Internet: Neben Facebook, Wikipedia und der Google-Suche sind unter anderem lokale Informationsangebote zu Wetter, Nachrichten und Menschenrechten in das Angebot integriert. Für den Zugriff auf weitere Web-Angebote bietet Airtel kostengünstige Datenpakete an.

Das kostenlose Angebot – also vor allen Dingen die lokalen Informationen – richten sich in erster Linie an afrikanische Frauen.

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Do bin i dahoam – Folge 2

Do_bin_i_dahoam_2

Do bin i dahoam – Folge 1

Haderthauer

Goldstückchen auf Plattenspieler: Der Tonarm Mørch DP-8 im Test

Scheu Plattenspieler

Ein Mørch DP-8 auf einem Scheu-Dreher

Kann man in der Auseinandersetzung mit einem Tonarm Demut lernen? Man kann. Denn der Mørch DP-8 ist eine Zicke. Aber eine begnadete. Er ist vielleicht das Beste, was Sie ihren Schallplatten antun können. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Fieseste, was Sie Ihren Nerven antun können. Aber fangen wir mal demütig ganz von vorne an …

Mørch – ausgesprochen “Mörch” , wie mörcherisch – heißt mit Vornamen Hans Henrik ist Däne und baut seit vielen Jahren mit einigen wenigen Mitarbeitern in Gentofte bei Kopenhagen Tonarme. Bekannt sind der “kleine” einpunktgelagerte Mørch UP-4 und der klassische kugelgelagerte DP-6. Beide Tonarme sind feinmechanische Kleinode, gegen die die marktbeherrschenden Arme von den kleinen Regas bis zu den großen Clearaudios und Armen von SME wie vom Pferdeschmied geschlagen aussehen. Tonarme von Mørch hingegen sind feinziseliert und sensibel wie Schweizer Uhrwerke.

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Lorem ipsum? Lorem ipsum!

Jahrestagung der Freunde Czyslanskys

Jahrestagung der Freunde Czyslanskys

Jämmerliches Gejammer, ermärmliches. Alle Welt regt sich über die Datensammler der NSA auf und wer unternimmt etwas dagegen? Richtig: Czyslansky. Auf unserer letzten Jahrestagung am vergangenen Wochenende – der Ort bleibt aus eben diesen Gründen unbenannt – haben wir uns ein Herz gefasst: wir sind nicht mehr bereit als kostenloses Redaktionssystem und Storytelling-Werkzeug für Geheimdienste welcher Nationalität auch immer zu dienen. Deshalb werden wir ab sofort unsere Postings verschlüsseln!

Dabei bedienen wir uns selbstverständlich des berühmten und vielfach gerühmten, doch nur selten verstandenen 49-Bit-Verschlüsselungsalgorithmus unseres verehrten Czyslansky. Bis heute gilt was unser Ahnherr am 12. März 1938 in einem Brief an seinen Mitkommilitonen Heinz Zemanek schrieb: “Lieber Heinz, mein Algorithmus ist völlig undurchschaubar. Die 49-Bit-Verschlüsselung wird wohl niemals entschlüsselt werden.” Zemaneks joviale Entgegnung: “Lieber Czyschi (sc: ein Kosename, der nach meinem Wissen nur von Zemantek genutzt wurde ), du hast völlig recht, dein Alkoholismus war mir immer ein Rätsel. Aber er ist leiband” (Zemanek war – Sie wissen es – bekanntlich Österreicher).

Ab sofort also werden unsere Beiträge die 49-Bit-Verschlüsselung Czyslanskys nutzen. Ab sofort ist Czyslansky das erste vollverschlüsselte Blog Deutschlands. Ab sofort heisst: “ab sofort”:

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Sommerlich elegant

Morgen bin ich mal wieder auf einen Gala-Abend eingeladen. Es wird – ich weiß ja wer einlädt – sicherlich spannender und angenehmer als ein XING Rotating-Dinner und weniger exotisch als das Sommerfest aller Nationen mit Seiner Exzellenz Botschafter Sarrath Kongahage in der Villa Rothschild, zu der ich unlängst geladen war. Nein, ich freue mich auf Donnerstagabend. Ein wenig Sorge bereitet mir allenfalls der Hinweis, als Dresscode sei “sommerlich elegant” angesagt. Was zum Teufel trägt man, will man “sommerlich elegant” erscheinen?

Nicht, dass ich im “Benimm-Kurs für Aufsteiger” gefehlt hätte – mir ist schon klar, dass kurze Hosen und Tennis-Socken eher fehl am Platz sind -, obwohl …

kurzer anzug

Ich fürchte nur, ich bin auf “sommerlich elegant” so gar nicht vorbereitet.Das zu Rate gezogene Handbuch sagt:

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